Granitschluchten

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 7,00 km
Höhenunterschied:
ca. 287 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Mittelndorf - Birkenberg - Panoramaweg - grüner Strich - Schaarwändeweg - Kirnitzschtal - Kirnitzschberg - Schaarwändeweg - Mittelndorf - Birkenberg

Beschreibung:

Die Entstehung dieser Wanderung beruht darauf, dass mich ein Leser unserer Webseite fragte, ob wir denn die gigantischen Schluchten unterhalb von Mittelndorf kennen würden. Er hätte in dem Wust an Wanderungen noch nichts Passendes gefunden. Schluchten bei Mittelndorf waren uns tatsächlich nicht bekannt. Bisher waren uns schon mehrmals die Schluchten zwischen Lichtenhain und Ottendorf begegnet, aber sollte gleich vor unserer Haustüre auch so etwas zu finden sein? So musste gleich mal eine kleine Erkundungstour unternommen werden.
Der Startpunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz östlich von Mittelndorf. Von hier geht es in die einzige sinnvolle Richtung zu den Affensteinen. Schon auf den ersten paar Metern über das Feld hat man ein wunderbares Panorama, das mit fortschreitender Wanderung immer besser wird. Die ersten paar Meter von dem Parkplatz weg sind noch unmarkiert, aber dann stößt die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich dazu. Auf der linken Seite passiert man den Birkenberg, der am Waldrand einen richtig netten Rastplatz besitzt.

Panorama_Birkenberg-Panoramaweg_klein

Wer keine Lust hat, die paar Höhenmeter bis zu der Aussicht hoch zu steigen, dem bieten einige Bänke am Wegesrand eine nette Rastmöglichkeit an. Je weiter man sich von der Straße entfernt, desto ruhiger wird die Wanderung. Deshalb ist es auch überhaupt kein Wunder, dass hier ganz vereinzelt ein paar kleine Wochenendhäuser stehen. Von manchen sieht man gerade mal das Dach hinter einem Hügel hervorragen, andere wollen nicht nur einen ruhigen Platz, sondern auch noch eine gute Aussicht auf die Felsen der Affensteine genießen. Von diesen Häusern findet man einige auf dem Weg zum Kirnitzschtal.
Nachdem die Wanderung auf dem grün markierten Wanderweg den Waldrand erreicht hat, geht es unmarkiert weiter. Dazu muss man an dieser unauffälligen Kreuzung den passenden Weg finden. Wenn das mit dem Zählen richtig geklappt hat, dann treffen hier fünf Waldwege aufeinander und die Wanderung geht nach rechts vorne auf dem einzigen Weg mit deutlich sichtbaren Fahrspuren weiter. Blick_ueber_das_Schaar_zum_Blossstock_kleinSchon nach wenigen Metern verlässt der Wanderweg den Wald wieder und man erreicht eine Wiesenfläche mit dem Namen „Das Schaar“. Nachdem man ein Stück (ca. 200 Meter) gewandert ist, erreicht man in der Mitte der Wiese ein einzelnes Haus. Ungefähr 10 Meter vor der Hecke des Grundstückes biegt nach rechts ein Weg ab. Vollkommen unauffällig führt in der Verlängerung des Feldweges die Wanderung in den Wald hinein. Neben dem Zugang in den Wald befindet sich ein Schild mit folgendem Inhalt:
„Kroatenschlucht
Von den Schaarwiesen kann man in die Kroatenschlucht gelangen, die ins Kirnitzschtal führt.
Der Überlieferung nach sollen sich im Dreißigjährigen Krieg, in dem Mittelndorf zweimal von Kroaten verwüstet wurde, hier kaiserliche Kroaten aufgehalten haben. Aber auch im Siebenjährigen Krieg 1756 – 1763 waren österreichische Kroaten in hiesiger Gegend, so dass der Name auch auf diese zurückgehen kann.“
Die Wanderung führt über einen Schlenker in die Schlucht hinunter. Dabei passiert man noch ein ganz einsam im Wald stehendes Haus. Besonders auffällig bei diesem Haus ist der Waschplatz an dem Bachlauf. Was auch immer hier gewaschen wird, ob es nur Füße sind oder auch Geschirr, Teich_Ende_Kroatenschlucht_kleinauf jeden Fall hat sich an der Stelle jemand viel Mühe gegeben, einen bequemen Platz herzurichten. Ein paar Meter unterhalb der Hütte befindet sich ein Teich. Obwohl ich schon so einige Male durch das Kirnitzschtal gefahren und gewandert bin, habe ich zwar schon häufig gesehen, dass hier eine Zufahrt ist, aber dass sich gleich neben der Zufahrt auch noch ein richtiger Teich befindet, ist mir erst auf dieser Wanderung aufgefallen.
Gleich an dem Teich, noch bevor man die Kirnitzschtalstraße erreicht, geht es nach rechts. Dieser Waldweg steigt wirklich sehr angenehm an und nach ein paar hundert Metern umrundet man den vollkommen unauffälligen Kirnitzschberg. Eigentlich sollte die Wanderung genau nach diesem Berg benannt werden, aber praktisch ist der Kirnitzschberg so unsichtbar, dass man meinen könnte, die Kartenmaler haben einen Schattenberg eingezeichnet. Aber gleich auf mehreren Wegweisern wird der Pfad am Hang entlang Kirnitzschbergweg genannt und so gehe ich mal davon aus, dass der Hügel oberhalb des Pfades der Berg sein muss. Nachdem die Wanderung den Kirnitzschberg umrundet hat, erreicht man nach einem Kilometer eine sehr ungewöhnliche Wanderwegmarkierung roter Querstrich: Ein diagonal geteiltes Quadrat, dessen linksuntere Hälfte weiß und rechtsobere Hälfte rot ist. Solch eine Markierung gibt es sonst normalerweise in der Sächsischen Schweiz nicht, aber hier hat sich anscheinend jemand aus Mittelndorf viel Mühe für eine ordentliche Wanderwegmarkierung gegeben. Nicht nur, dass man Markierungen am Kirnitzschbergweg finden kann, mindestens zwei besonders nett gestaltete Hinweisschilder sind ebenfalls zu entdecken. Nach dem besagten Kilometer biegt der breitere Weg verführerisch nach rechts ab, für die weitere Wanderung sollte man aber eher nach links dem Pfad weiter folgen. An diesem abzweigendem Neuweg hängt auch eins der schönen Schilder, aber leider sieht man es viel besser, wenn man aus der anderen Richtung des breiten Weges kommt. Laut dem Höhenprofil der Wanderung geht es noch ein paar Meter auf und ab, aber so richtig aufgefallen sind mir die Höhenmeter überhaupt nicht. Granitschlucht_Mittelndorf_kleinViel einfacher sind dagegen die gigantischen Granitschluchten zu sehen. Es ist wirklich komisch, dass eine Schlucht im Granit ganz anders aussieht als im Sandstein. Eine Sandsteinschlucht hat entweder einen relativ flach abfallenden Hang oder es stehen wirklich senkrechte Felswände am Rande der Schlucht. In einer Granitschlucht, zumindest am Rande der Lausitzer Verschiebung, sind die Schluchten relativ lang und mit solch einer Hangneigung, dass man ganz sicher nicht versucht, sie zu Fuß zu absolvieren. Solch eine Schlucht zu durchqueren dürfte in die eine Richtung immer schneller werden und der gegenüberliegende Aufstieg ist entweder ein gigantisches Geschnaufe oder es klappt überhaupt nicht. Irgendwie kann ich es mir kaum vorstellen, dass die armseligen kleinen Rinnsale, die man dort vorfindet, irgendwann mal diese Furchen in die Landschaft gefräst haben.
Nach ½ Kilometer erreicht man den nächsten schönen Wegweiser. Hinweisschild_Kirnitzschbergweg_Meisenkasten_kleinIn dieses Schild ist ein Meisenkasten integriert, der im Frühjahr 2010 tatsächlich auch bewohnt war. Das Hinweisschild steht an einer Kreuzung mit drei Wegen. Leicht irreführend ist, dass der linke Pfeil mehr in die Richtung des Feldes zeigt und nicht auf den Hangweg, den man aber weiter wandern sollte. Nachdem man ein paar Meter auf dem Hangweg weiter gewandert ist, trifft man auch wieder auf die rot-weiße Wanderwegmarkierung. ¼ Kilometer hinter dem liebevoll gestalteten Schild erreicht man die nächste Granitschlucht und Granitfelsen_unterhalb_Mittelndorf_kleinnoch ein paar Meter weiter kann man rechts des Weges sehr deutlich die Granitfelsen sehen. Auf der gesamten Wanderung sieht man auch viel mehr von dem für Granituntergrund typischen Buchenwald als von dem in der Sächsischen Schweiz noch häufigen langweiligen Fichtenwald.
Die Wanderung biegt bald nach rechts (Richtung Norden) ab und führt parallel zum Mittelndorfer Dorfbach entlang. Hier kann man gleich an mehreren Stellen neben dem Weg kleinere Steinbrüche entdecken, an denen Granit abgebaut wurde. Ziemlich überraschend ist, dass man auf einmal neben einem Wohnhaus auf der Mühlbergstraße in Mittelndorf herauskommt. Hier biegt man nach rechts ab und hält sich dann am Dorfrand. tolles_Hinweisschild_Panoramaweg_kleinSchon nach wenigen Metern erreicht man den Panoramablick und damit den kleinen aber feinen Campingplatz „Kleine Bergoase“ (www.panorama-camping.de) von Mittelndorf. Die letzten paar Meter werden wieder auf der bekannten Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich absolviert. Auf den ersten paar Metern hinter dem Dorf hat man noch mal die Chance, das Panorama der Schrammsteine und Affensteine zu genießen, dann fällt der Weg leicht ab und die Sicht wird von einigen Bäumen behindert. Nach ½ Kilometer erreicht die Wanderung wieder den bekannten Zugang auf der linken Seite zum Parkplatz Birkenberg. Wenn man die paar Meter hoch gewandert ist, sollte man sich unbedingt noch mal herumdrehen und das sehr schöne Panorama genießen.
Damit ist eine sehr interessante und auch ruhige Wanderung zu Ende gegangen. Ich bin immer wieder überrascht, dass mich nette Leser der Internetseiten auf Stellen aufmerksam machen, die wir nicht kennen. Ganz komisch ist, wenn solche Stellen so wenige Meter neben unserem „zweiten Zuhause“ liegen.

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