Grenzplatte

Abstimmung:
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 15,50 km
Höhenunterschied:
ca. 405 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Bielatalgebiet;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ottomühle - Bielatal - Schwedenhöhle - Lattenweg - Bielagrundweg - gelber Strich - Hammerbach - Grenzplatte - Grenzweghöhle - Zwergenhöhle - Bielagrundweg - Dürrebielegrund - Steinbornweg - Grenzübergang Eulenthor - Schneeberger Kirch- und Leichenweg - Fuchsbachstraße - Sommerhübelweg - Aussicht - Alte Tetschener Straße - grüner Strich - Heide - Friedensweg - Heideborn - Rosenthal - grüner Strich - Mühlweg - grüner Punkt - Hilma Weg - Ottomühle

Beschreibung:

Auch wenn ich diese Wanderung in ähnlicher Form schon einmal als die Bielatal- Runde beschrieben habe, so kommt hiermit ein Teilstück dieser Runde, und schon mal vorweg: sie ist genauso schön wie bei der ersten Beschreibung, nur ein Stückchen kürzer. Startpunkt der Wanderung ist der große Parkplatz im Bielatal kurz vor der Ottomühle. Seit diesem Jahr (2006) hat man anscheinend festgestellt, dass auch Werktags einige Wanderer/Kletterer auf diesem Parkplatz ihr Auto abstellen, und so ist auch im Laufe der Woche ein Parkplatzwächter anwesend. Vom Parkplatz geht es in Richtung der Miniortschaft Ottomühle. Ziemlich am Ende des Ortes ist auf der rechten Seite die Hütte des Sächsischen Bergsteigerbund (SBB). Die Hütte liegt im Bielatal ohne besonders schöne Aussicht, aber mit einem wirklich coolen Felsen gleich vor dem Fenster. Kletterer_am_Grossvaterstuhl_kleinWenn man nach links blickt, sieht man die Felsen des Großvaterstuhls. Um auf den Gipfel zu kommen, gibt es den Wanderzugang von oben, oder drei unterschiedliche Aufstiege für Kletterer. Diese drei Wege sind eingestuft mit den Schwierigkeitsgraden 7b bis 8b. Ich habe an einem dieser Aufstiege mal zwei Kletterer beobachtet, wie sie an diesem weit überhängenden Felsen hochkletterten, und es überkam mich ein großer Respekt vor deren Leistung. Wenn ich mir aber vorstelle, dass diese Stelle maximal die Schwierigkeitsstufe 8b war, dann würde ich doch gerne mal sehen, was 10 oder sogar 11 ist. Vermutlich sieht der Felsen dann aus wie frisch poliert und ohne jegliche Kanten. So hat man aber von der Bergsteigerhütte einen schönen Blick auf einen netten Felsen mit einer ordentlichen Herausforderung. Auf dem breiten Weg geht es bis 100 Meter hinter die Ortschaft und hier zweigt der empfohlene Weg nach links ab. Man könnte zwar auch auf dem breiten Forstweg weiter wandern, aber das ist relativ langweilig und deshalb empfehle ich den schmaleren Pfad links am Hang entlang. Ausgeschildert ist der Abzweig mit der Schwedenhöhle bzw. dem Eisloch. Es geht ein kleines Stückchen den Hang hoch und danach auf fast gleich bleibender Höhe entlang. Nach ungefähr 200 Metern biegt nach links der Zugang zur Schwedenhöhle/Eisloch ab. Diese beiden Höhlen sind einen kurzen Abstecher wert. Ganz besonders unterhaltsam finde ich es, wenn im Frühjahr schon alle möglichen Pflanzen grün leuchten oder blühen und im Eisloch noch immer Schnee liegt. Der Weg schlängelt sich weiter am Hang entlang und es ist kein Problem, den weiteren Wegverlauf zu finden. Nur einmal kommt eine Frage zum Wegverlauf. An der Verlassenen Wand geht ein Weg oben und einer unten herum. Es ist egal, welchen man wählt, weil nach wenigen Metern beide wieder aufeinander treffen. Die Verlassene Wand scheint ein sehr beliebter Kletterfelsen zu sein, da hier am laufenden Bande richtig viele Kletterer herumturnen.
Kurz hinter der Verlassenen Wand steigt man auf dem Lattenweg wieder runter ins Bielatal. An der breiten Forststraße wieder angekommen, steht eine sehr schöne Informationstafel zu Spuren im Wald. Auf dem breiten Forstweg geht es jetzt das Tal weiter berghoch. Nach wenigen Metern stößt an der alten Wegsäule die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich auf den Forstweg. Der Markierung folgt man weiterhin und nach 700 Metern biegt sie nach rechts in die Richtung der Grenzplatte ab. Zuerst geht es über einen kleineren Bach und dann führt der Pfad aus dem Bielatal heraus. Eingang_untere_Grenzweghoehle_kleinDer Pfad macht genau an einem Grenzstein (Grenzsteinnummer 20/12) zwischen Deutschland und Tschechien eine Spitzkehre. An der Stelle gibt es zwei unterschiedliche Wege. Entweder geht man weiter auf dem markierten Weg, oder man begibt sich auf eine kleine Höhlensuche. Wenn man nämlich genau auf der Grenze den Berg hoch geht, kommt man zu zwei versteckten Höhlen. Zuerst stößt man im rechten Felsen auf die untere Grenzweghöhle. Sie soll 15 Meter lang und 25 Meter tief sein. Nach ein paar weiteren Aufstiegsmetern sieht man auf der linken Seite einen größeren Spalt im Boden. Eingang_Zwergenhoehle_kleinDie Zwergenhöhle verführt schon ziemlich zum Reinklettern, da die ersten paar Meter ein Gefälle haben, das man gut bewältigen kann. Das besondere an dieser Höhle ist, dass der Eingang auf böhmischer Seite ist und sich die eigentliche Höhle in Deutschland befindet. Der weitere Weg geht noch die letzten paar Meter auf der Grenzlinie hoch, bis man an einer unwahrscheinlich stabilen Grenzbefestigung ankommt. Um diese Fahrzeugsperre geht es nach rechts drum herum und dann auf dem Waldweg nach rechts. Zwergenhoehle_kleinGleich auf den ersten paar Metern steht ein Hinweisschild auf einen 1,8 Kilometer entfernten Rastplatz mit dem Namen Moorteich. Da ich mir nur sehr schlecht in der Sächsischen Schweiz einen Moorteich vorstellen konnte, habe ich mir diese Stelle auf einer anderen Wanderung genauer angesehen. Die nächsten paar Meter gehen nach rechts auf der Grenzplatte entlang. Der Weg ist äußerst angenehm zu gehen und nach wenigen Metern erreicht man den Namensgeber dieser Wanderung, die Grenzplatte. Diese Aussicht ist ziemlich groß und bittet einen erstklassigen Blick über auf die Felsenlandschaft links und rechts im Bielatal. Außerdem kann man von der Aussicht weit ins Böhmische blicken und wenn ich das richtig gesehen habe, dann sieht man von hier aus sogar die Tyssaer Wände.

Panorama_Grenzplatte_klein

Nachdem man sich eine ausreichende Rast gegönnt hat, geht es wieder auf dem gleichen Weg den Hang hinunter. Diesmal würde ich aber empfehlen, den markierten Wanderweg zu benutzen. Auch wenn ich es normalerweise nicht mag, auf dem gleichen Weg hin und zurück zu gehen, so geht es jetzt 2,7 Kilometer wieder auf dem bekannten gelben Strich zurück, bis zum steinernen Wegweiser. Hier biegt der markierte Weg nach rechts ab und der Weg steigt durch den Dürrebielegrund aus dem Bielatal heraus. Es ist beeindruckend, was in dem Tal für Felsnadeln herumstehen. Duerrebielenadel_kleinDass solche Gebilde mehrere hundert Jahre so stehen bleiben, ist wirklich erstaunlich. Auf der rechten Wegseite steht ein Gedenkstein an Herrn Milos Stefan, der anscheinend hier am 22.5.1999 verunglückte. Auf der anderen Wegseite weisen folgende Inschriften darauf hin, dass der Weg schon einige Male durch Wassermassen zerstört worden ist:
„Dieser Weg wurde in der Nacht vom 9.-10. Juli 1886 durch grosse Wasserfluthen unfahrbar gemacht. Oberförster Schreiter. Desgl. am 30. Juli 1897.“ “ Desgl. am 5. Juli 1957. K. Mann Rev. F.“
Der Weg steigt mit einer angenehmen Steigung aus dem Bielatal heraus, bis man oben mal wieder an einer dieser steinernen Wegsäulen ankommt. An dieser Steinsäule kann man schön sehen, dass diese alten Wegmarkierungen schon aus weit vergangenen Zeiten stammen müssen, da auf einer Seite eine Krone abgebildet ist. Der letzte König in Sachsen regierte von 1904 bis 1918 (Friedrich August III.) und so muss diese Steinsäule mindestens 100 Jahre alt sein, wenn nicht sogar noch viel älter. An der Steinsäule biegt der markierte Weg nach links ab. Auch wenn es zuerst überhaupt nicht auffällt, so verläuft der Weg sehr nah an der Grenze entlang. Nach 600 Metern erreicht man den Grenzübergang, der rüber zum Schneeberg führt. Es ist nur ein Wanderer/Radfahrer- Grenzübergang, der aber relativ häufig von Deutschen genutzt wird, um auf einen der hohen Böhmischen Berge zu gelangen. Offiziell heißt der Grenzübergang beim >>Eulentor<<, aber irgendwie sprechen alle immer nur vom Schneeberg. Die Wanderung folgt weiterhin der gelben Wegmarkierung. Wieder nach einem halben Kilometer biegt der Weg nach rechts ab. Dieser breite Weg mit dem Namen Fuchsbachstraße verläuft über eine riesige Strecke parallel zur Grenze. Aussicht_Sommerhuebel_kleinDie Wanderung geht aber nur 400 Meter auf diesem breiten Forstweg entlang und dann wird der markierte Weg nach links verlassen. Dieser schnurgerade Waldweg ist ausgeschildert mit dem Namen Sommerhübelweg und führt zu einer der schönsten Aussichten der Sächsischen Schweiz. Bei schönem Wetter kann man von hier oben bis nach Dresden sehen. Diese Aussicht ist anders als alle anderen Aussichten der Sächsischen Schweiz, da man seltsamerweise von hier oben keinerlei Felsen sehen kann. Dafür sieht man über eine schräg abfallende Ebene bis nach Dresden.
Von dieser erstklassigen Aussicht geht es ein kurzes Stück auf dem grünen Strich grüner Strich in Richtung Rosenthal. Der grün markierte Weg biegt bald nach links ab und die Wanderung geht auf der asphaltierten Friedensstraße weiter nach Rosenthal rein. Die Straße passiert den Heideborn, eine kleine Quelle, die entweder in der Nähe der Straße oder sogar unter der Straße entspringt. Eine Informationstafel am Straßenrand berichtet noch über ein paar wissenswerte Hintergrundinformationen. Nach Erreichen der Hauptstraße geht es auf dieser ungefähr 80 Meter bergab, bis nach links der grün markierte Wanderweg grüner Punkt abbiegt. Der Weg führt nach wenigen Metern schon wieder aus der Ortschaft raus. Es geht an einer Apfelbaumallee auf das Bielatal zu. Erst mit Erreichen des Waldes steigt der Weg ins Tal hinab. So ziemlich auf halber Strecke weist ein Hinweisschild auf die schon bei der ersten Bielatal-Runde erwähnte Aussicht Großvaterstuhl. Diesen kleinen Abstecher sollte man sich nicht entgehen lassen, da man von dieser Aussicht sehr schön auf die andere Seite des Bielatals blicken kann. Nach dem vollständigen Abstieg ins Bielatal hinunter versteckt sich an der rechten Seite im Wald noch ein Gedenkstein an Ernst Thälmann. Auch wenn ich ziemlich unwissend zu seiner Person bin, so muss er ein größerer Gegner von Hitler gewesen sein. Heutzutage weisen einige Straßen- und Platznamen auf ihn hin. Auch findet man an einigen Stelle Gedenksteine, die seinen Namen oder zumindest ein Gesicht tragen (O je, da erkennt man den Wessi – Anm. d. Ost-Ehefrau). Auf der schon bekannten Straße geht es nach rechts bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die ich jederzeit empfehlen kann.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rosenthal Schweizermühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Ottomühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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