Griesgrund

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 430 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Basteiparkplatz - gelber Strich - Wehlstraße - Steinerner Tisch - grüner Strich - Höllengrund - Zscherregrund - Freundschaftsstein - Wehlener Grund - roter Punkt - Stadt Wehlen - Elbe - Schanzenweg - Malerweg - Tümpelgrund - Griesgrund - Fremdenweg - roter Punkt - Basteiparkplatz

Beschreibung:

Die Wanderung durch den Griesgrund ist gleich durch zwei Einwirkungen entstanden. Einerseits habe ich in dem netten Wanderführer für Kinder (www.wandern-kinder.de) davon gelesen und andererseits meinten auch Wanderfreunde, dass man mal den Griesgrund erkunden müsste. Also haben wir gleich einen kleinen Bogen geplant und uns am Parkplatz der Bastei getroffen. Von hier startet die Wanderung in der rechten hinteren Ecke. Über diesen unscheinbaren Pfad gelangt man auf den Wanderweg hinter dem Parkplatz. Diesem mit dem gelben Strich gelber Strich markierten Wanderweg folgt man nach links. An dem Weg fällt sofort auf, dass man sich schon außerhalb der bastei-typischen Touristenströme befindet. Hier sind zwar noch ein paar Wanderer unterwegs, aber der größte Teil der Basteibesucher kommt nicht in diesen Bereich. Sobald der nach rechts abbiegende Zugang zu den Schwedenlöchern passiert ist, trifft man noch weniger Besucher. 350 Meter hinter dem Abzweig befindet sich der Weg sehr nah an der Basteistraße und hier wird der markierte Wanderweg auch verlassen und es geht über die Straße in Richtung Steinerner Tisch.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wandert man auf der Zufahrtsstraße zum Steinernen Tisch. Im Ursprung handelt es sich beim Steinernen Tisch um eine „Sitzgruppe“ aus Stein, die vor langer Zeit anlässlich einer königlichen Jagd errichtet worden ist, aber heutzutage wird auch noch die Gaststätte daneben so benannt. Mit dem Erreichen dieses Punktes befindet man sich auch wieder auf markierten Wanderwegen und deshalb geht es nach rechts auf der Markierung roter Punkt roter Punkt in die Richtung des Höllengrunds. Ungefähr ½ Kilometer hinter dem Steinernen Tisch beginnt der Abstieg. herbstlicher_Hoellengrund_kleinDer Höllengrund ist ein wirklich ganz besonders schöner Abstieg, auch wenn er zwischendurch schon ziemlich hubbelig ist. Aber es hat ja auch keiner gesagt, dass sich die gewöhnlichen Touristen mit Ledersohlen hierher bewegen sollen. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir hier an einer ziemlich „haarigen“ Stelle eine recht alte Dame mit zwei Stöcken trafen, die sich über ein paar Felsbrocken hangelte. Sie wolle „bloß mal nach Wehlen“ und käme schon zurecht, danke, meinte sie auf unsere Frage. Noch mehr staunten wir, als sie uns nach ein paar Metern wieder überholte, während wir die Naturschönheiten bewunderten. Schon auf den ersten Metern stehen die Felswände relativ nah beieinander, sodass gleich der typische Eindruck einer Schlucht entsteht. Ganz besonders typisch für die tiefen Schluchten der Sächsischen Schweiz sind auch die unterschiedlichen Moossorten. Das sieht immer interessant aus, ganz besonders natürlich, wenn die Sonne es doch mal schafft, in solch ein Tal rein zu leuchten und dann die unterschiedlichen Grünvarianten strahlen. Noch besser ist es, wenn morgens früh der Tau noch auf den Minipflanzen liegt, dann schaffen es einige Fotografen, davon wunderbare Aufnahmen zu machen. Wir haben immer wieder Respekt vor solchen tollen Fotos bzw. den Leuten mit dem richtigen Gespür für einen schönen Blickwinkel.
Am Ende des Höllengrundes erreicht die Wanderung die kleine Fahrstraße durch den Zscherregrund/Kohlgrund. aufwaerts_Zscherregrund_kleinAuf diesem Forstweg ist normalerweise nie ein Fahrzeug unterwegs und so kann man die hohen Felswände bestaunen. Dadurch, dass sich das Sträßlein ziemlich durch den Grund schlängelt, wirkt es ganz besonders interessant und die Kreuzung mit dem Höllengrund wird auch in jedem einigermaßen brauchbaren Wanderführer angesteuert. abwaerts_Zscherregrund_kleinSeltsamerweise sind trotz dieser häufigen Erwähnungen relativ wenige Wanderer hier unten unterwegs. Die weitere Wanderung geht nach links den Grund weiter abwärts. Hier hängt sogar eine Felswand über den Weg herüber. Nach ein paar Metern im Zscherregrund kann man auf der linken Wegseite einen deutlich sichtbaren Strudeltopf entdecken und noch ein paar Meter weiter befinden sich gleich einige interessante und zum Teil uralte Inschriften. Nach einer Strecke von ½ Kilometer erreicht man die Kreuzung am Freundschaftsstein. Hier geht es weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung nach links in den Wehlener Grund abwärts. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern und zum Teil auch als Zufahrtsstraße für ein paar wenige Häuser ausgebaut. Obwohl in dem Bachlauf rechts neben dem Weg normalerweise kein Tropfen Wasser läuft, hat im Sommer 2010 ein Starkregen hier gigantische Schäden angerichtet. Normalerweise wundert man sich, warum ein Bachlauf, in dem kaum Wasser zu sehen ist, so riesig ausgebaut ist, aber die Erbauer haben anscheinend schon gewusst, was für Wassermengen in diesen Gründen zusammenkommen können.
Die Wanderung erreicht das südliche Ende von Wehlen und hier sollte man auf der linken Bachseite über den kleineren Weg weiter in Richtung Ortsmitte gehen. Nach einem kurzen Stück durch Wehlen erreicht man den Marktplatz mit der Fahrradfahrerkirche und den schönen Einkehrmöglichkeiten rundherum. Rechts neben der Kirche geht es auf den Weg an der Elbe. Hier wandert man ein paar Meter (ca. ½ Kilometer) flussaufwärts, bis nach links ein unscheinbarer Pfad zwischen den Häusern abbiegt. Auch wenn man schnell daran vorbeiwandert, so ist der Aufstieg hier hinauf zur Bastei ausgeschildert und außerdem erklärt eine ganz hervorragende Informationstafel die Weißen Brüchen.
Die Wanderung erfolgt im Schwarzberggrund mit einer ordentlichen Steigung und im Herbst 2010 konnte man hier oberhalb des Gartens etwas ziemlich ungewöhnliches entdecken. Felssturz_in_Garten_Wehlen_kleinEine ziemlich großer Felsbrocken hatte sich oberhalb des Pfades gelöst und war auf der rechten Seite in den Garten gestürzt. Dem Krater nach zu urteilen, war es ein großes Glück, dass dieser Felsen nicht ein Haus getroffen hat. Da der Besitzer die Murmel anscheinend nicht in seinem Garten haben wollte, waren deutliche Bearbeitungsspuren, die aber sehr mühselig aussahen, zu entdecken. Es ist anscheinend gar nicht so einfach, zwei Kubikmeter Felsen in handliche Stücke zu zerlegen.
Die Wanderung führt zuerst ¼ Kilometer durch den Schwarzberggrund aufwärts, bis nach rechts über eine Minibrücke ein Weg abbiegt. Ausgeschildert ist die Stelle mit der Bastei und dem Malerweg. Bis hierhin ging die Wanderung über einen ansteigenden Pfad und ab hier werden die nächsten Höhenmeter mit Treppenstufen überwunden. Der Name des Weges wechselt in Schanzenweg und passiert nach den Treppenstufen eine schöne Aussicht. Von diesem Punkt kann man gut in das Elbtal, auf die Bärensteine und den Rauenstein blicken.
Die Wanderung führt weiter leicht ansteigend aufwärts, bis eine Kreuzung mit mehreren Wegen erreicht wird. Hier geht es gleich die erste Möglichkeit wieder nach rechts. Seltsamerweise versperrt eine Schranke den Weg, aber schon nach wenigen Metern auf dem geraden Waldweg ist auf einmal ein Bergpfad ausgeschildert. Blick_von_Steinbruchkante_zur_Elbe_kleinDieses Schild verwunderte uns, da noch vor wenigen Jahren gleich am Schanzenweg ein Verbotsschild des Nationalparks stand. Nach etwas mehr als ½ Kilometer und 50 Höhenmetern erreicht man die Kante der Steinbrüche und hier sollte man äußerste Vorsicht walten lassen. Die Stelle ist ziemlich unscheinbar, aber schon einen Meter neben dem Pfad geht es mindestens 50 Meter senkrecht nach unten. Hier kann eine Mami schon mal ziemlich aus der Haut fahren, wenn die Kinder oder die Hunde mal wieder nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand (mindestens 5 Meter) einhalten. Tja, wenn aber doch der Papa bis zur Kante geht (Anm.d.“Mami“: der hat dort vorne auch nichts verloren!!!), dann ist das aber auch wirklich schwer.
Wenige Meter hinter dieser sehr interessanten Aussicht steigt der Bergpfad in den unteren Tümpelgrund. Hier fällt auf der linken Pfadseite eine dicke Felsmurmel mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schichten auf. Verbindung_vom_Tumpelgrund_zum_Griesgrund_kleinDer Abstieg in den Tümpelgrund ist schnell geschafft und man erreicht am unteren Ende des Grundes ein Verbotsschild des Nationalparks. Deshalb geht es noch ein Ministück aus dem Grund heraus, bis nach links ein deutlich sichtbarer Pfad aufsteigt. Der Bergpfad ist wie üblich mit dem grünen Pfeil markiert und deshalb ziemlich einfach zu finden. Gleich an mehreren Stellen passiert man auf dem Pfad Felsspalten, die entweder mit Felsstufen oder kleinen Leitern passiert werden. Angeblich lassen sich zwei dieser Felsspalten auch auf der Außenseite umgehen, aber irgendwie fanden wir das nicht aufregend genug und deshalb haben wir die leichten Klettereinlagen gewählt.
Noch bevor es richtig runter in den Griesgrund geht, passiert der Bergpfad eine senkrechte Felswand, die auf natürliche Weise entstanden ist und an deren Fuß ein riesiger Sandkasten entstanden ist. Da man von hier schon den Pfad des Griesgrundes sieht, ist die Verführung natürlich groß, den ausgespülten Pfad abzusteigen. Am Ende des Pfades sieht man ein Hinweisschild stehen, das aber von dieser Seite nicht zu lesen ist. Der Inhalt ist, dass man den Hang wegen Erosionsgefahr nicht betreten soll. Deshalb empfiehlt es sich, einfach noch ein paar Meter an der Felswand entlang zu wandern, bis der Abstiegspfad flacher und kürzer ist.
Damit erspart man sich auch ein paar Aufstiegshöhenmeter im Griesgrund, den es dann wieder bergauf geht. Auf der rechten Pfadseite ist eine Felswand mit gigantisch vielen Schichten, die eine Art Wellenmuster darstellen, zu sehen. abgegriffene_Felskante_Griesgrund_kleinHier scheinen auch ziemlich viele Kletterer aufzusteigen, da an einigen Stellen helle (abgeriebene?) Spuren zu entdecken sind. Aber vielleicht ist auch nur der Felsen besonders brüchig.  Blick_zurueck_Griesgrund_kleinDer Weg durch den Griesgrund ist ein ganz besonders toller Aufstieg in Richtung Bastei. Wenn man von der Bastei spricht, dann ist es normalerweise immer eine Kombination aus toller Aussicht und Touristenmassen. Hier im Griesgrund sind dafür nur ganz wenige andere Wanderer unterwegs und es macht wirklich Spaß, den ziemlich abwechslungsreichen Weg nach oben zu steigen. Der Griesgrund ist eine enge Schlucht, bei der wir überrascht waren, dass man hier überhaupt hinauf kommt.
Ganz besonders lustig ist, wenn man dann das obere Ende erreicht hat und am Steinernen Tisch auf den Fremdenweg heraustritt. Für die letzten paar Meter folgt man der bekannten Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt nach rechts. Nach einer Strecke von ½ Kilometer kann man nach links durch den Wald den Ausgangspunkt der Wanderung (Basteiparkplatz) entdecken. Damit ist eine ganz besonders schöne Runde zu Ende gegangen, die alles einer hervorragenden Wanderung in der Sächsischen Schweiz enthält: Eine schöne Aussicht, ein paar tolle Schluchten mit unterschiedlichen Felsformationen, viel Ruhe und einen abwechslungsreichen Wegverlauf.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Bastei mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Bastei
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,50€

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