Halbestadt

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,25 h
Entfernung:
ca. 11,50 km
Höhenunterschied:
ca. 440 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
steiler Aufstieg
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Bad Schandau - Prossen - Prossener Grund - Sellnitzgrund - blauer Strich - Waldfriedhof - Lilienstein - Leichenweg - Tempelberg - alte Napoleonstraße - Elbetal - Halbestadt - Elberadweg - Bad Schandau - Prossen

Beschreibung:

Mir sind schon mehrmals Pfade links vom Prossener Gründel aufgefallen, aber irgendwie bin ich die Wege noch nie gegangen und so musste gleich mal eine ordentliche Wanderung draus gemacht werden. Der Startpunkt liegt in Prossen an dem langen Parkstreifen vor dem Kinderspielplatz. Vorderseite_Schloss_Prossen_kleinVon hier geht es elbabwärts und nach ein paar Metern erreicht man das gut erhaltene Schloss und Rittergut Prossen. Wenn man von vorne kommt, dann sieht das Gebäudeensemble sehr schön aus und ich bin immer wieder überrascht. Besonders toll sieht das schmiedeeiserne Balkongeländer in der Mitte des Hauses aus. Es geht an der rechten Seite vorbei und gleich ein paar Meter hinter dem Haus biegt man nach rechts ab. Nachdem man ein paar Meter in diese Straße reingegangen ist, stößt man auf eine Hochwassermarke aus dem Jahre 2002 an der rechten Leitplanke. Hier ist die Elbe ein riesiges Stück (¼ Kilometer) entfernt und es stehen einige Häuser zwischen der Markierung und dem normalen Flussbett. Das Sträßchen passiert Ford Mischner und noch ein paar Häuser dahinter und dann erreicht man den unteren Teil des Prossener Gründels. Hier biegt gleich hinter dem letzten Haus auf der linken Grenzstein_Sellnitzgrund_kleinSeite ein Pfad ab, den es jetzt ein Stück parallel zum Bachlauf entlang geht. Nach ungefähr einem Kilometer gabelt sich der Weg und grundsätzlich ist es egal, welchen der beiden Wege man einschlägt, aber der rechte aufsteigende Pfad führt noch an zwei ganz interessanten Stellen vorbei. Der leichte Aufstieg führt zuerst durch ein Waldstück mit einigen alten Forstgrenzsteinen. Danach erreicht man den Waldrand, an dem es noch ein paar Meter entlang geht. Hier kann man die nette Aussicht über die Felder und Waltersdorf zur Brandebene genießen. Wenige Meter, bevor man den offiziellen Wanderweg erreicht, lädt ein Rastplatz mit Bank zum Verweilen ein.
Der breite Wanderweg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und wird nach links in Richtung Lilienstein weitergewandert. Nachdem ein kleines Waldstück durchwandert wurde, erreicht man einen kleinen Waldfriedhof bzw. eine Gedenkstätte. Hier wird an Opfer des Dritten Reiches gedacht. Wenn man nach vorne blickt, dann ragt dort der Lilienstein aus der Ebene heraus. Je näher man kommt, desto gewaltiger wird der Felsen und erst ein paar hundert Meter, bevor man den Felsen erreicht, behindert der Wald die Sicht. Die Wanderung führt erst ein kleines Stück an der östlichen Seite des Liliensteins vorbei, um dann mit der blauen Wanderwegmarkierung auf den Felsen hochzusteigen. Herze_im_Moos_Liliensteinaufstieg_kleinNach den ersten Höhenmetern fällt eine Felsmurmel auf der rechten Wegseite auf. Der Felsen ist vollständig mit Moos überwachsen und hier haben schon so einige Pärchen ein Herz und ihre Initialen eingeritzt. Auch wenn das nicht so lange hält wie in einem Baumstamm, ist es doch eine nette Geste.
oestliche_Elbe_Lilienstein_kleinDie Steigung des Aufstiegs nimmt mit der Wanderzeit zu, bis das letzte Stück über eine Eisengitterrosttreppe erfolgt. Auf dem Lilienstein angekommen, bietet sich ein Rundweg nach links an. Wenn man dem Pfad im Urzeigersinn folgt, Schlucht_westliche_Aussicht_Lilienstein_kleindann erreicht man zuerst die Aussicht in die Richtung Brandebene und Bad Schandau, dann kommt der Blick runter auf das Elbefreizeitland und die Elbe, an der großen Sandsteinsäule kann man schön auf die Tafelberge der Vorderen Kate_Winslet_westliche_Aussicht_Lilienstein_kleinSächsischen Schweiz sehen und ganz westlich kann man rüber zur Bastei, der Festung Königstein und den auffälligen Weißen Brüchen blicken. Die westliche Aussicht ist die aufregendste Aussicht, da man hier schon eher auf einzelnen Felsen, die mit Eisenbrücken verbunden sind, steht.
Um die Runde auf dem Lilienstein komplett zu machen, geht es noch das letzte Stück bis zur Gaststätte weiter. Hier könnte man sich noch mal eben erfrischen, um danach auf der Elbeseite (südliche Seite) vom Felsen abzusteigen. Lilienstein_von_Ebenheit_gesehen_kleinAuch auf dieser Seite ist es natürlich so, dass es steil bergab geht und so ein alter_Brunnen_Lilienstein_kleinGefälle nur mit einer Treppe zu bewältigen ist. Am Ende des Abstieges, ganz kurz vor dem Waldrand, geht es nach rechts von dem markierten Wanderweg weg. Zuerst passiert die Wanderung einen Hügel eines Wasserwerks und dann hält man sich leicht links. Hier befindet sich auf der rechten Wegseite ein alter Brunnen, der mit einem sehr massiven Gitter gesichert ist. Leider ist der Brunnen ziemlich tief bzw. dunkel und dadurch sind einige Leute auf die Idee gekommen, irgendetwas zur Tiefenerkundung hineinzuschmeißen.
Die Wanderung führt ein paar Meter neben dem Parkplatz auf die Straße, der man dann ein Stück von ¼ Kilometer nach links folgt. Auf der rechten Straßenseite biegt ein Feldweg ab, der sehr schön konstant am Waldrand entlang verläuft. Festung_Koenigstein_von_Ebenheit_gesehen_kleinWenn man auf dem Weg entlang wandert, sieht links vorne die Festung Königstein ganz komisch aus. Aus dieser Perspektive wirkt die Festung wie ein etwas größerer Bauernhof, der dort mitten auf dem Feld steht. Ziemlich verdächtig sah irgendwie die Vegetation in dem Wald auf der rechten Seite aus. Rund um den Wald ist ein Weidezaun gezogen und die Bäume sind alle von unten bis zu einer scharfen Kante in zwei Meter Höhe abgefressen. Rinderherde_Ebenheit_kleinNach ein paar weiteren Metern haben wir dann die Viecher entdeckt. Es waren große schwarze Rinder mit einem braunem Streifen auf dem Rücken und riesigen Hörnern. Als wir an ihnen vorbeiwanderten, schauten sie uns gelangweilt an. Erst als wir an ihnen vorbei waren, standen sie plötzlich auf und rannten uns laut muhend hinterher. Irgendwie war das ziemlich beeindruckend und auch ganz schön furchteinflößend.
Zum Glück hörte die Weide nach ein paar hundert Metern auf und wir konnten angenehm weiter in die Richtung der Elbe wandern. Der Wanderweg macht einen Linksknick und dann geht es auf einem sehr angenehmen Weg runter ins Elbetal. Dieser leicht abfallende Waldweg ist eine uralte Straße, die von Napoleon bzw. seinen Truppen angelegt worden ist. Das Elbtal ist viel zu steil, um Pferdegespanne mit Geschützen herauf bzw. hinunter zu bringen und so hat man vor zwei Jahrhunderten einen sehr schönen Weg mit ziemlich großen Steinplatten angelegt. Heutzutage wird dieser Weg überhaupt nicht mehr benutzt und selbst von Wanderern ignoriert. Eigentlich sehr schade, da man sehr ruhig an dem Hang entlang wandern kann und das auch noch sehr kräfte- und gelenkeschonend ist.
Die Wanderung stößt am Ende des Weges auf die asphaltierte Straße von Halbestadt. Hier sind nur selten Fahrzeuge unterwegs und so kann man das erste Stück sehr angenehm nach links in Richtung Elbfähre wandern. Auf der gegenüberliegenden Elbseite sieht man die Stadt Königstein, die sich hinter dem Bahndamm versteckt, und oben auf dem Berg thront die Festung. Auf der linken Wegseite befinden sich einige Häuser von Halbestadt und man passiert den kleinen Hafen. An der Einfahrt zum Hafen soll Napoleon eine Pontonbrücke gebaut haben, damit seine Truppen die Elbe überqueren konnten. Napoleonhaus_Halbestadt_28_kleinAuch heutzutage kann man noch eine Rampe, die runter zum Fluss führt, erahnen. Ein paar Meter weiter befindet sich, leicht zurückgesetzt, ein Haus mit relativ kleinen Fenstern (Hausnummer 28). In diesem Haus soll Napoleon ein paar Tage (oder war es nur ein Tag?) verbracht haben, um die Truppenbewegungen zu beobachten.
Mit dem Erreichen der Fähre wird leider der Fahrrad- und Autoverkehr auf der Straße deutlich mehr. Es hängt natürlich von der Witterung, der Uhrzeit und dem Wochentag ab, aber hier können schon mal ein paar andere Mitmenschen unterwegs sein. Nachdem man Halbestadt verlassen hat, kann man auf der linken Wegseite einige Steinbrüche entdecken und nach ½ Kilometer erreicht man die Natur- und Ferienoase (www.familienoase-koenigstein.de). Obwohl das Haus schon im Jahre 1927 als Naturfreundehaus gebaut worden ist, macht es einen sehr gepflegten Eindruck und der Biergarten lädt mit dem schönen Ausblick auf die Elbe zum Verweilen ein.
Jetzt geht es an die letzte Etappe und überraschenderweise kommen tatsächlich noch mal 25 Höhenmeter, die so manchen Radfahrer zum Röcheln bringen. Dadurch, dass hier aber die „Zivilisation“ die paar Höhenmeter unternimmt, befindet sich unten an der Elbe eine überraschende Vielzahl an Tieren. Wenn man auf der anderen Elbseite entlang wandert, kann man hier auf dieser Seite mit dem höher gelegten Rad-/Fahrweg so einige Zugvögel und Fischreiher beobachten. Hinter dem Hügel fällt auf der rechten Straßenseite die Natursteinmauer auf. Dadurch, dass diese Mauer eher eine wilde Aufeinanderstapelung von Steinen ist, haben hier viele Kleinlebewesen die Chance, sich perfekt zu verstecken. Am Ende der Mauer erreicht man einen uralten Dreiseitenhof und die Rückseite des Prossener Schlosses. Das Schloss sieht von der Rückseite ganz anders aus als von der schon bekannten Vorderseite. Hier stehen gigantische Stützmauern und das Gebäude ist ein ganzes Stück wuchtiger. Wer noch einen netten Blick auf die Elbe werfen möchte, der kann das Schloss auf der rechten Seite umrunden. Dieser unscheinbare Weg führt ganz ruhig an der Elbe entlang und wenn man sich zwischendurch noch mal umdreht, kann man sehr schön auf den Lilienstein blicken. Von dem Weg geht es an der hohen Betonmauer mit der Fahne oben drauf nach links und damit erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung wieder.
Das erste Stück der Wanderung war sehr schön und entsprach einer typischen Runde in der Sächsischen Schweiz. Leider ist der Weg über den Fahrradweg/die Fahrstraße von Halbestadt nach Prossen nicht so richtig angenehm zu wandern. Hier empfiehlt sich eher der Wanderweg am Hang vom Lilienstein nach Prossen hinunter.

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