Heringshöhle

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,75 h
Entfernung:
ca. 4,00 km
Höhenunterschied:
ca. 191 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Stadt Wehlen - Wehlerner Grund - roter Punkt - Teufelsgrund - Heringshöhle - Buschholzstraße - Waldklassenzimmer - Stadtgut - Lohmener Straße - Schreiberberg - Stadt Wehlen

Beschreibung:

Bei dem Ausflug zur Heringshöhle handelt es sich um eine ziemlich kleine Runde, die sich aber ganz gut als ein kurzes Intermezzo für Eltern mit Kindern anbietet. Zu der Wanderung gibt es aber zwei Vorüberlegungen, die für den Erfolg der Runde ganz wesentlich sein können. Zu allererst sollte man als Startpunkt nicht den großen Parkplatz rechtselbisch in Wehlen wählen, denn wenn man diesen Parkplatz ausgewählt hätte und der dann besetzt ist, dann hat man seine Kinder umsonst hinter dem Ofen hervor gelockt oder die Runde verlängert sich um ein langweiliges Stück. Elbe_bei_Stadt_Wehlen_Richtung_Rathen_kleinDeshalb sind die vielen Parkplätze auf der linken Elbeseite viel besser und eine Bootsfahrt mit der kleinen Fähre ist für die Zwerge auch sehr unterhaltsam. Als zweites sollte man selber nicht gerade die feinsten Sonntagsklamotten anziehen, da der Weg durch den Teufelsgrund schon mal zu einem Kontakt mit dem Felsen führt.
Radfahrerkirche_Stadt_Wehlen_kleinZu allererst geht es also mit der Fähre über die Elbe und dann steht man schon vor der Fahrradfahrerkirche in Stadt Wehlen. Hier fällt sofort der gespaltene Granitklotz mit dem Wasserhahn auf. Normalerweise steht eigentlich immer auf den kleinen Tafeln, dass es sich um kein Trinkwasser handelt, aber in diesem Fall ist es anders. Hier handelt es sich tatsächlich um Leitungswasser. An der Kirchenwand hängt dann auch noch eine kleine unscheinbare Informationstafel, die den edlen Spender und die passenden Stellen in der Bibel erwähnt:
Trinkwasserbrunnen_Stadt_Wehlen_klein„´Gott spaltete Felsen in der Wüste und tränkte die Menschen mit Wasser in Fülle.´ (Psalm 78,15
Gott kann Felsen spalten auch in uns, und es strömen Quellen des Heils und der Heilung. Dann sind wir nicht mehr Wüste, und lebendige Wasser fließen ins Land unseres Lebens.
Trinkbrunnen, 2004 gestiftet vom Lionsclub Frankfurt am Main – Flughafen
Entwurf: Rolf Roeder, Dresden
Ausführung: Löbau Granit GmbH, Löbau/Wassertechnik: E. Grundmann, Dresden“
Die Wanderung führt diagonal über den Marktplatz von Stadt Wehlen und spätestens in der linken hinteren Ecke findet man die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt bzw. Malerweg. Bachlauf_durch_Stadt_Wehlen_kleinDiese Markierung steigt rechts neben einem mächtigen Bachbett leicht an. Auch wenn in diesem Bach normalerweise überhaupt kein Wasser läuft, so sind die Breite und Tiefe des Grabens gut verständlich, wenn man sich eine Karte des Uttewalder Grundes ansieht und sich vorstellt, dass sich in dem riesig langen Grund z.B. ein Gewitter entlädt. Die Wanderung erreicht bald den eigentlichen Uttewalder Grund und es geht sehr angenehm aufwärts. Nach ungefähr der halben Strecke (also ½ Kilometer) biegt nach links ein kleinerer Pfad ab, der ausgeschildert ist mit dem Malerweg und parallel zum asphaltiertem Weg verläuft. Gleich zum Anfang befinden sich eine Sitzgruppe und ein Gedenkstein an einen Sebastian (1978 – 1991). Wenn man hier mit seinen Kindern unterwegs ist, dann hat der Name Gedenkstein eine ganz besondere Wirkung und kann selbst die Zwerge zum Nachdenken bringen. Nach einem weiteren ½ Kilometer erreicht man die nächste Brücke und eine Gedenktafel links oben im Felsen. Der Inhalt der Tafel ist: „Dem gründlichen Erforscher dieser Gegend. Friedrich Märkel. Cantor in St.-Wehlen. In seinem Todesjahre 1860 errichtet von der ISIS in Dresden.“
Genau an dieser Stelle verlässt die Wanderung den markierten Wanderweg, aber nicht auf dem ersten verführerischen Weg nach links, sondern auf dem zweiten, unscheinbareren Pfad durch die Senke. Gleich am Anfang stellt man fest, dass es durch einen engeren Grund geht, der aber noch ohne Hindernisse verläuft. Nach ungefähr 100 Metern erreicht man auf der linken Wegseite eine größere Felsscheibe mit der Inschrift VIII. Komp. Danzig 1935 Klatt. Die Wanderung geht noch mal 100 Meter weiter in den Teufelsgrund hinein, bis nach links eine weitere Schlucht abbiegt. Teufelschlucht_Eingang_kleinAusgeschildert ist sie mit „Rundweg Teufelsschlucht“. Ab hier wird es lustig. Um die Schlucht zu passieren, muss man sich so einige Male mehr oder weniger klein machen und in der Hocke weiter wandern. Felsentor_in_Teufelschlucht_kleinDie Kinder haben mit den Teilstücken weniger Probleme, aber einen riesigen Spaß, wenn die Erwachsenen mit nicht ganz so eleganten Haltungen ihnen folgen. Nach wieder mal 100 Metern (was man bei dem Gekrabbel wirklich schlecht einschätzen kann) sieht man rechts einige Trampelspuren, die zur Heringshöhle führen. Der Eingang ist durch zwei Felsinschriften, einmal Eingang_Heringshoehle_Teufelschlucht_klein„Heringshöhle 1822“ und außerdem „Eingang“, gekennzeichnet und sollte ziemlich unverfehlbar sein. Im Gegensatz zu fast Innenansicht_Heringshoehle_kleinallen anderen Höhlen der Sächsischen Schweiz kann man die Heringshöhle einmal durchqueren und ein paar Meter links oberhalb des Eingangs wieder verlassen. Um die Höhle zu durchqueren, empfiehlt sich eine Taschenlampe. Dabei sollte es sich nicht um so ein riesiges Flutlicht wie eine große Maglite handeln, da es sonst überhaupt nicht gruselig genug ist. Nach dem ersten Durchgang kann es sehr gut sein, dass die Kinder noch mal durch die Höhle wollen. Der nächste Durchgang wird dann bestimmt mit den Worten „Nur noch einmal“ beendet.
Nach dieser kleinen Abwechslung steigt die Wanderung noch ein kleines Stück durch die Teufelsschlucht und dann geht es über ein paar Stufen hoch auf die Ebene Buschholz. Nachdem man auf der Ebene angekommen ist, geht es geradeaus auf einem angenehmen Waldweg bis zur nächsten Kreuzung. Hier biegt die Wanderung nach links ab und folgt der Buschholzstraße. Gleich auf den ersten paar Metern fallen einem auf der rechten Wegseite ein paar Bänke und Tische im Wald auf. Wenn man dann die paar Meter von der Buschholzstraße zu diesem Platz abbiegt, dann findet man eine sehr nette Erklärungstafel mit dem Inhalt:
Waldklassenzimmer_Buschholz_klein„Waldklassenzimmer der Grundschule Stadt Wehlen. Kinder, Lehrer und Eltern der Grundschule Stadt Wehlen erproben seit Frühjahr 2000 in jeder Klassenstufe an jeweils einem Tag der Woche einen naturnahen, kindgemäßen und anschaulichen Unterricht nach sächsischem Lehrplan im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Dieses Projekt dient dem Ziel, die natürliche Lern- und Bewegungsfreude der Grundschüler positiv aufzufangen, sinnlich konkret in den Erfahrungsbereich Natur einzubinden und dabei ökologisches und naturverbundenes Denken und Verhalten nachhaltig zu fördern.
Wenn Sie uns hier antreffen, dann ist also Unterricht (oder Pause); wenn Sie uns nicht antreffen, dann achten Sie bitte darauf, dass unser ´grünes Klassenzimmer´ erhalten bleibt und noch vielen Kindern freudvolles Lernen mit wachen Sinnen ermöglicht.
Grundschule Stadt Wehlen; Nationalpark Sächsische Schweiz“
Als wir die Wanderung unternommen haben, waren die Bänke und Tische verlassen und so konnten wir den Platz gleich mal zum Schulespielen und einem kleinen Picknick benutzen.
Die weitere Wanderung führt jetzt über die bekannte Buschholzstraße in die Richtung des Ausgangspunkts. Bei dem Namen Buschholzstraße sollte man sich nicht in die Irre führen lassen, bei dieser Straße handelt es sich um eine historische Straße, die heutzutage maximal noch von Forstfahrzeugen benutzt wird. Diese Straße ist mit einem sehr schönen alten Pflaster ausgestattet, das desto schöner wird, je länger man in die Richtung Wehlen runter wandert. Am Ende der Buschholzstraße erreicht man die Zufahrtsstraße von Stadt Wehlen. Strasse_Schreiberberg_Stadt_Wehlen_kleinDiese muss aber auf der Wanderung nur überquert werden. 50 Meter nach links biegt die steile Straße Schreiberberg ab. Hier hängt an der Stützmauer ein ziemlich verständliches Schild mit der Aufschrift: „Rodeln auf dieser Straße verboten. Der Stadtrat“. Nicht nur, dass die Straße durch das Rodeln spiegelglatt würde, man würde mit einem Schlitten bestimmt auch ordentlich Geschwindigkeit bekommen und dann auf der Fahrstraße landen. An dieser Straße befindet sich links die eben schon erwähnte Grundschule und es geht weiter bergabwärts auf der Fahrstraße. Hinter der schön sanierten Hausdurchfahrt biegt die Wanderung bei der ersten Möglichkeit nach links ab und der Marktplatz von Stadt Wehlen ist wieder erreicht. Wer mit Kinder diese kleine Runde unternommen hat, kann sich auf dem Markplatz noch mal so richtig beliebt machen, denn gleich an mehreren Stellen gibt es Eis, um dann noch einmal mit der Fähre die Elbe zu überqueren. Damit ist eine nette kleine Runde zu Ende, die für Kinder sehr abwechslungsreich ist und den Erwachsenen gut zeigt, dass die Zwerge manche Sachen viel besser und mit größerer Unbekümmertheit absolvieren können.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Stadt Wehlen mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Wehlen III Elbe/Pötzscha
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 2,00€

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