Hermannseck

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 260 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - blauer Strich - Hohweg - Dachshöhle - Kirnitzschtal - Oberen Schleuse - roter Strich - Hermannseck - Schlegelhütte - Schleusenhornweg - Wettinplatz - grüner Strich - Hohweg - roter Strich - Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle

Beschreibung:

Wir waren neugierig, wie die Obere Schleuse von Hinterhermsdorf im Winter aussieht. Unsere Vermutung war, dass das zugeschneite Kirnitzschtal im Bereich der Bootsstationen besonders winterlich aussehen müsste. Wir waren uns auch ganz sicher, nicht die ersten mit dieser Idee zu sein und so hofften wir, dass der Weg hinunter und dann wieder aufwärts schon so einigermaßen „gespurt“ wäre.
Also ging es an einem winterlichen Tag in Richtung Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Als wir an dem Parkplatz ankamen, war nur noch ein anderes Auto zu sehen und vielleicht hätte uns das schon zu denken geben sollen. Aber was soll´s, ein bisschen durch den Schnee stampfen kann ja gar nicht so schlimm sein. Vom Parkplatz geht es neben der Buchenparkhalle auf dem schnurgeraden Weg in die Richtung der Oberen Schleuse. Der Wanderweg ist hier mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich gekennzeichnet und verläuft neben einigen Schrebergärten entlang. Gleich mehrere dieser Gärten sind ganz abwechslungsreich verziert. Mal stehen ein paar Skier herum, mal kann man eine ganze Kulisse aus geschnitzten Figürchen entdecken.
In der normalen Besuchersaison fährt hier eine Pferdekutsche bis hinunter zur Oberen Schleuse. Anscheinend kann man die Pferde auch im Winter für einzelne Fahrten mieten. Dann ist aber anstelle des normalen Anhängers ein Schlitten hinter die Pferde gespannt. Die Pferde verlassen nach ½ Kilometer den Wanderweg, der aber immer noch geradeaus in Richtung Obere Schleuse verläuft. Bei unserer Wanderung war der Weg bis hierhin nur leicht glatt und vom Schnee geräumt. Ab der Kreuzung wechselte das Glatteis in tiefen Schnee mit einem fest getrampelten Pfad. Ziemlich komisch war es, wenn man neben den Pfad trat, dann versank man ordentlich im Schnee.
Nach einem ¾ Kilometer verlässt der markierte Wanderweg den gut ausgebauten Waldweg und es geht nach schräg links abwärts. Eigentlich müssten hier einige Stufen den Hang hinunterführen, aber irgendwie haben wir bei dem vielen Schnee keine mehr entdeckt. Wenn wir hier neben den getrampelten Pfad traten, ging es gleich bis an die Knie in den Schnee. Damit mussten wir ein bisschen mehr darauf achten, wo wir hintraten, aber das ging noch ganz gut. Erst mit dem nächsten Forstweg (Neuer Hohweg) wurde es wieder ein Stückchen schwieriger. Eiszapfen_am_Hohweg_kleinNachdem wir den Forstweg überquert hatten, konnten wir deutlich sehen, dass hier noch weniger Wanderer unterwegs waren und so folgten wir nur noch einzelnen Fußabdrücken abwärts. Von den Felswänden links und rechts des Weges wachsen zum Teil schon ziemlich große Eiszapfen und an der Dachshöhle (150 Meter hinter dem Neuen Hohweg) fließt das Wasser über den Felsen und bildet damit ganz eigenwillige gefrorene Bächlein.
Auf dem weiteren Abstieg wird wieder die Forststraße mit den Pferdespuren erreicht und auf dieser bis ganz kurz vor der Oberen Schleuse entlang gewandert. winterlicher_Klobunker_Obere_Schleuse_kleinIn der Hauptsaison fährt die Kutsche bis 100 Meter vor die Obere Bootsstation und von dort geht es auch jetzt über eine etwas steilere Rampe in Richtung Kirnitzsch. Dass man in einem wirklich reichen Land ist, kann man daran erkennen, dass hier unten ein super stabiles Toilettenhäuschen gebaut wurde und selbst die drei Autostellplätze für die Flößer ein Schild mit einer genauen Parkplatzordnung bekommen haben.
Im Winter herrscht hier unten an der Ticket-Würsten-Bier-Verkaufsstelle vollkommene Ruhe. Als wir die Wanderung unternommen haben, fing es hier unten an, auf den Schnee zu regnen und damit rutschte immer mal wieder ein bisschen Schnee von den Bäumen oder Felsen ins Tal herunter. Trotzdem gibt es hier gleich eine Vielzahl an sehr interessanten Sachen zu sehen. Hochwassermarkierungen_Obere_Schleuse_kleinSo erklärt eine große Tafel die historische Kahnfahrt, ein kleines Schild die heutige Kahnfahrt, zwei Inschriften erinnern an besondere Persönlichkeiten Briefkasten_Bootsstation_Obere_Schleuse_klein(Zum Andenken an Julius Greiff; den verdienstvollen Pfleger und Förderer der Bootsfahrten auf der Oberen Schleuse. Section Dresden; Gebirgs-Vereins f.d. Sächsische Schweiz; 1901 – und – Zur Erinnerung an den Mitbegründer dieser Bootsfahrten 1876; Theodor Schäfer; 1850 – 1932; Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz 1936) und mehrere kleine Schilder zeigen Wasserstände bei besonderen Hochwassern an. Hier fällt das neue Schild vom 07.08.2010 18:00 mit dem höchsten Wasserstand ganz besonders auf. Was auch sehr nett aussieht, ist der Briefkasten an der oberen Bootsstation.
Da zu dieser Jahreszeit die Obere Schleuse abgelassen ist und damit keine Boote fahren, heißt es für die weitere Wanderung, an der rechten Bachseite weiter zu gehen. Winterschlaf_Boote_kommt_was_von_oben_kleinSchon nach wenigen Metern auf diesem Pfad, der immer noch mit dem blauen Strich markiert ist, geht es an einem Schuppen vorbei, in dem die Boote ihren Spuren_Schneelawine_kleinWinterschlaf verbringen. Danach schlängelt sich der Pfad eigentlich ganz angenehm neben der Kirnitzsch entlang. Zu unserem Wanderzeitpunkt waren schon mehrere Lawinen den Hang zwischen den Felsen hindurch herunter gerutscht. Diese Lawinen haben natürlich nichts mit den gewaltigen Schneemassen aus den winterliche_abgelassene_Obere_Schleuse_kleinAlpen zu tun, aber trotzdem mussten wir über oder durch einen Meter hohen Schnee und viel schlimmer war immer die Befürchtung, dass noch weitere Schneebretter herunter rutschen könnten. Der konstante Nieselregen verbesserte die Lage auch nicht.
Nach 700 Metern an der Oberen Schleuse erreicht man die Schneeschmelze_Obere_Schleuse_kleinStaumauer und ein paar Meter dahinter geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich aus dem Tal wieder heraus. Um von der Kirnitzsch hinauf zum Hermannseck zu gelangen, gibt es zwei unterschiedliche Wege. Der schmale Weg gleich an der Aussicht durch die Felsspalte ist im Winter bzw. bei Schnee gequemer_Aufstieg_Hermannseck_kleinnur sehr schwierig zu passieren und deshalb empfehlen wir den bequemeren Aufstieg. Auch dieser Aufstieg ist im Winter ein bisschen komplizierter als im Sommer, da der Schnee sich winterliche_Aussicht_Hermannseck_kleinziemlich gemein auf die Treppenstufen legt und man ihn erst herunter treten muss, damit man die Stufen (runde Balken) erahnen kann. An der Aussicht Hermannseck hat man einen schönen Blick über das Kirnitzschtal auf die gegenüberliegende Hangseite. Falls das Wetter mal wieder ganz besonders mies sein sollte, dann kann man sich hier oben auch in die kleine Schlegelhütte setzen und ein paar Inschriften studieren.
Vom Hermannseck geht es auf dem Schleusenhornweg weiter. Hier konnten wir im Winter 2010/11 an den Bäumen deutliche Spuren von Rehen erkennen, die anscheinend gewaltigen Hunger hatten. Verbissspuren_beim_Hermannseck_kleinGleich von einer ganze Reihe Bäume war die Rinde abgeknabbert. Ob das schmeckt? Nach einem Kilometer auf der roten Wanderwegmarkierung erreicht man einen der vielen Wettinplätze in der Sächsischen Schweiz. Auch wenn man den Gedenkstein im Schnee normalerweise nicht sieht, so handelt es sich um eine größere Kreuzung mit einer weiteren Schutzhütte. Hier wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und es geht auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich dem sehr gut ausgebauten Forstweg hinterher. Nach einem ¾ Kilometer biegt der grüne Strich nach rechts ab, die Wanderung bleibt aber auf dem angenehmen Wanderweg und geht weiter in Richtung Buchenparkhalle. Bei dem gut ausgebaute Forstweg handelt es sich um den Neuen Hohweg, der schon auf dem Hinweg überquert worden ist und damit stößt man dann auch wieder auf den schnurgeraden Waldweg neben den Schrebergärten.
Damit ist eine eigentlich schöne Winterwanderung zu Ende gegangen, die nur bei uns durch das hässliche Nieselwetter getrübt war. Wenn man diese Wanderung bei Neuschnee oder blauem Himmel unternimmt, dann ist es ganz bestimmt eine spitzenmäßige Runde.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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