Heulenberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,75 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 680 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Großer Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - gelber Strich - Großen Zschand - Zeughaus - grüner Strich - Flügel E - Großer Teichstein - Flügel E - Heulenberg - Flügel E - Buschmüllers Räumicht - Hohlfelds Graben - Buschmühle - Kirnitzschtal - gelber Strich - Reitsteig - Arnstein - Ottendorfer Raubschloss - Reitsteig - gelber Strich - Kirnitzschtal - Buschmühle - Neumannmühle

Beschreibung:

Als ich mal wieder in den Büchern von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) herumgegeistert bin, ist mir im Buch Bergpfade Band 3 eine Beschreibung des Heulenbergs aufgefallen. Auch wenn Herr Mothes in seinem Buch sehr überzeugend beschreibt, dass inzwischen alle Wege auf dem Berg verloren gekommen sind, so sollte doch wohl noch ein kleiner Abstecher hinauf auf den Berg möglich sein. Damit eine einigermaßen schöne Wanderung aus der Erkundung entsteht, geht es erst mal von der Neumannmühle in den Großen Zschand hinein.
Den gut ausgebauten Forstweg durch den Großen Zschand zu gehen, ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, da die Felswände hier ganz nah beieinander stehen und dadurch ein deutlich spürbares Kellerklima entsteht. sommerlicher_Felse_im_Grosser_Zschand_kleinErst nach ziemlich genau einem Kilometer wechselt die Temperatur schlagartig in deutlich wärmer. Das Tal weitet sich ein Stückchen und man wandert weiter in die Richtung des Zeughauses. Der Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert. Kurz vor der Nationalparkinformationsstelle Zeughaus befindet sich auf der rechten Wegseite ein unscheinbares Hinweisschild auf eine Salzlecke. Ohne das Schild würde man diesen ausgehöhlten Sandsteinklotz ganz sicher nicht entdecken. Diese historischen Steintröge werden einem auf dieser Wanderung noch mehrmals begegnen. In die Informationsstelle des Nationalparks, gleich neben der Salzlecke, sollte man einen kurzen Abstecher unternehmen. Alleine für den sehr gut gemachten Informationsfilm lohnt sich schon der kleine Schlenker. Von der Wiese hinter dem Gebäude kann man hoch zum nächsten Ziel der Wanderung, dem Großen Teichstein, blicken. Bevor es aber zu diesem Aufstieg kommt, passiert man mit der Wanderung noch das Alte Zeughaus (www.alteszeughaus.de), in dem man sich sehr gut ein bisschen stärken kann.
Für die weitere Wanderung geht es jetzt also weiter in Richtung Großer Teichstein. Dazu verlässt man die gelbe Wanderwegmarkierung und es geht nach links der grünen Markierung grüner Strich hinterher. ehemailges_Jagdthaus_Zeughaus_und_Teichstein_kleinDer Weg passiert das ehemalige Forsthaus und es geht so einigermaßen angenehm den Berg hoch. Zugang_Grosser_Teichstein_kleinAuch wenn zwischendurch mehrere Pfade nach links den direkten Weg hinauf zum Teichstein suggerieren, sollte man den ¾ Kilometer bis zum ausgeschilderten Zugang unternehmen, damit der Aufstieg nicht ganz so beschwerlich ist. Der Zugang von der Wegkreuzung bis zur vorderen Spitze des Teichsteins Blick_vom_Teichstein_auf_die_Lorenzsteine_kleinführt über einen Pfad mit ein paar sehr abwechslungsreichen Passagen. Blick_vom_Teichstein_auf_Heulenberg_kleinInsgesamt ist es etwas mehr als ½ Kilometer mit gleich mehreren Aussichten von dem Stein nach rechts in Richtung Kanstein und Heulenberg. An der vorderen Spitze des Großen Teichsteins hat man nach vorne eine sehr schöne Aussicht auf die Felsenkette der Bärenfangwände und den Kleinen Winterberg, nach rechts sieht man die beiden Lorenzsteine und nach unten kann man in den Biergarten des Alten Zeughauses blicken.
Nun geht es wieder zurück über den Pfad bis zur Wegkreuzung. Zur Erholung von den kleinen Strapazen der Teichsteinbesteigung wandert man jetzt nach links auf dem breit ausgebauten E-Flügel entlang, bis nach ½ Kilometer ein gut sichtbarer Waldweg nach links abbiegt. Der Weg steigt leicht an und meistens sind auch frische Fahrspuren zu erkennen. Nach wenigen Metern erreicht man eine Wildwiese mit einem dieser luxuriösen Hochsitze. Zur Unterhaltung der Jäger ist an der Vorderseite ein großer Fledermauskasten angebracht und genau an dieser Stelle biegt man nach links leicht ansteigend ab. Die Wanderung verläuft parallel zu einem im Wald versteckten Versuchsaufbau. Hier wird anscheinend untersucht, wie viel Wasser im Wald an den Baumstämmen herunter läuft. Damit die Daten anscheinend auch noch elektronisch ermittelt oder übertragen werden können, befindet sich auf der linken Wegseite in einer Minilichtung sogar eine kleinere Solaranlage. Bei den Felsen auf der rechten Seite handelt es sich um den Neunstelligen Hübel, der aber für Wanderer vollkommen unbesteigbar ist.
Nachdem man den Sattel zwischen dem Neunstelligen Hübel und dem Kanstein passiert hat, geht es ein Stück wieder bergab, bis der erste gut sichtbare Weg nach rechts abbiegt. Salzlecke_unterhalb_Heulenberg_kleinDieser Waldweg führt in einem Bogen um einen Ausläufer des Neunstelligen Hübels. Auf der linken Wegseite befindet sich eine weitere gut erhaltene Salzlecke. Nach ¼ Kilometer ist ein deutlicher, breiter Felseinschnitt zu sehen, den es jetzt hinauf geht. Das erste Stück steigt bis zu einer Felswand noch relativ leicht an. Boofe_am_Heulenberg_kleinUnterhalb der Felswand an der linken Seite ist eine Boofe zu erkennen, die aber heutzutage nicht mehr zu den legalen Freiübernachtungsplätzen der Sächsischen Schweiz gehört. Aufstieg_durch_Felsschlucht_zum_Heulenberg_kleinDahinter geht es steiler, aber noch gut zu überwinden, aufwärts. Hier führt auch noch ein deutlich sichtbarer Pfad hoch. Nach 70 Höhenmetern Aufstieg biegt der gehbare Weg nach links und gleich wieder nach rechts ab und damit hat man dann den größten Teil des Aufstieges auch schon geschafft. Blöderweise versteckt sich der Pfad ab hier ziemlich, das liegt aber auch daran, dass man eine kleine Ebene mit ein paar quer liegenden Bäumen erreicht. Die grobe Richtung für den nächsten ¼ Kilometer ist aber die Verlängerung des Aufstieges durch die Schlucht oder auch: Ein Gipfel liegt selten im Tal und deshalb geht es immer leicht ansteigend aufwärts. Basaltstumpf_auf_dem_Heulenberg_kleinObwohl man die ganze Zeit an und über Sandsteinfelsen geklettert ist, befinden sich auf dem Heulenberg mehrere Stellen mit Basaltsäulen. Ganz deutlich sind auch die Abbauspuren zu erkennen und als ich auf den Berg hoch geschnauft bin, hatten andere Eroberer des Gipfels den Basaltstumpf mit ein paar anderen Steinen verzieht. Es ist wirklich komisch mit den Bergen der Sächsischen Schweiz. Der größte Teil der Berge (also im Sprachgebrauch der Sächsischen Schweiz: Hügel mit Basaltkopf) sind ordentlich zugewuchert und bieten nur sehr begrenzte Aussichten. So z.B. der Heulenberg, Hausberg, Raumberg usw. Am Heulenberg habe ich überhaupt erst auf dem Rückweg eine Aussicht entdeckt, die so gerade einen Blick auf die Lorenzsteine freigibt.
Eigentlich müsste es noch einen Abstieg nach rechts (Norden) in die Felsschlucht geben, da ich aber überhaupt keine Spuren dort gesehen habe, bin ich lieber den bekannten Weg zurück gewandert. Also geht es wieder durch die Schlucht und an der Boofe abwärts, bis man ganz unten einen breiten Waldweg erreicht. Hier geht es nach rechts und dann gleich wieder nach links, um dann wieder den Flügel E zu erreichen. Um noch einen schönen Punkt der Hinteren Sächsischen Schweiz zu erreichen, geht es nicht nach links in Richtung des Ausgangspunktes, sondern nach rechts in Richtung Buschmühle. Schon nach wenigen Metern weist eigentlich ein Schild auf die Buschmühle hin. An dieser Stelle kann man aber auch ohne Probleme schräg nach links wandern und ein paar hundert Meter (genauer gesagt 300 Meter) weiter eine Wildwiese mit einer Wetterstation erreichen. Ich finde diesen Weg viel schöner als den ausgeschilderten, aber vielleicht möchte der Besitzer der Scheune im hinteren Teil der Wiese nicht, dass man seine schönen Holzvorräte sieht. Gleich links neben der Scheune führt ein Pfad runter zur Buschmühle. Wenige Meter vor der Buschmühle wird der Untergrund des Weges bei feuchtem Wetter zu einer kleinen Schlitterpartie, da die Sandsteinplatten leicht mit Moos bewachsen sind und so sollte man einigermaßen vorsichtig absteigen. Sonst liefert man den anwesenden Gästen in der Gaststätte ungewollt eine Erheiterung. Bei der Buschmühle (www.die-buschmuehle.de) bin ich immer wieder erfreut, wie viel Energie die Besitzer und die Unterstützer in die Gaststätte stecken. So sind nach einem Jahr die Hochwasserspuren aus dem Jahr 2010 noch deutlich zu sehen, aber der Betrieb läuft schon wieder reibungsfrei und keiner lässt den Kopf hängen. Da gehört schon eine ganze Menge Enthusiasmus dazu und wir zollen den Betreibern großen Respekt.
Nachdem man auf der Kirnitzschtalstraße angekommen ist, geht es nach rechts bis zur Straßenkreuzung nach Ottendorf (ca. 100 Meter). Genau an dieser Kreuzung beginnt auch die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, die mit einer mittelmäßigen Steigung aufwärts führt. Eigentlich soll das nächste Ziel der Wanderung der Arnstein sein. Da es zu langweilig wäre, auf dem gleichen Weg hin und wieder zurück zu wandern, wird mit dieser Wanderung eine andere Variante ausprobiert. Dazu folgt man nach dem ersten Aufstieg der roten Wanderwegmarkierung nach rechts. Auf der Wanderkarte Großer Zschand von Herrn Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ist nach ca. 400 Metern ein Pfad nach links hoch eingezeichnet. Obwohl ich den Weg zwischen dem Arnstein und dem Kleinstein schon mehrmals gewandert bin, ist mir hier noch nie ein Pfad aufgefallen. Wenn aber Rolf Böhm etwas einzeichnet, dann ist es in der Natur auch da und so auch in diesem Fall. Bei diesem Pfad handelt es sich um einen Verbindungsweg zu den beiden gelben Wegmarkierungen (Punkt und Strich). Nach den 150 Metern Verbindungsweg geht es nach links der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt hinterher. Die ersten paar Meter dieses Waldweges sind noch ziemlich uneben, je länger man aber wandert, desto angenehmer wird der Weg. Aber genau dadurch entsteht auch die Gefahr, dass man auf dem bequemen Weg am Zugang zum Arnstein vorbeispurtet. Dieser kleine Abstecher auf die ehemalige Raubritterburg ist eigentlich ausgeschildert, aber das Schild ist auf der rechten Seite des Weges sehr versteckt und der unscheinbare Pfad biegt nach links ab und schlängelt sich mit ein paar Treppenaufstieg_zum_Arnstein_kleinunterschiedlichsten Stufen den Hang hinauf. Wenige Meter vor dem Gipfel erfolgt der Aufstieg auf einer längeren Steintreppe und durch eine Engstelle, an der man seinen Wanderrucksack abnehmen muss. Am Arnstein kann man gleich mehrere interessante Inschriften, eine Höhle, ein Regenauffangbecken und unterschiedliche in den Felsen eingeritzte Gesichter entdecken. Blick_vom_Arnstein_auf_den_Heulenberg_kleinVon dem Gipfelplateau hat man auch noch eine schöne Aussicht auf die Landschaft der Hinteren Sächsischen Schweiz. Ganz besonders interessant ist natürlich für diese Wanderung der Heulenberg, den man an der linken Seite als einen komplett bewaldeten Berg sieht. Obwohl der Arnstein die Reste einer der bedeutenden Burgen und die meisten Spuren aufweist, ist auf ihm sehr häufig angenehme Ruhe. So könnte man hier noch mal eine kleine Rast einlegen, bevor es an das letzte Stück der Wanderung geht.
Der Abstieg erfolgt wieder auf dem Pfad hinunter, bis man den Waldweg mit der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt erreicht. Schwefelflechte_unterhalb_des_Arnstein_kleinHier geht es nach links. Schon nach wenigen Metern passiert man eine Felswand links neben dem Waldweg, die einerseits sehr schön mit der gelben Schwefelflechte überzogen ist und außerdem befindet sich in den Felsen die Jahreszahl 1887 eingemeißelt. Die Wanderung erreicht bald die bekannte Kreuzung, an der nach rechts der Abstieg hinunter zur Kirnitzschtalstraße und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung abzweigt.
Damit ist eine Erkundungstour zu dem wirklich unscheinbaren Heulenberg beendet, die ungewöhnlich viel Ruhe bietet, für sehr viele Besucher der Sächsischen Schweiz etwas noch Unbekanntes aufweist und mindestens zwei lohnenswerte Aussichten beinhaltet. Mit der Erkundung des Heulensteins ist sogar noch etwas legales Abenteuer dabei gewesen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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