Heusteig

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 5,00 km
Höhenunterschied:
ca. 230 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
festes Schuhwerk
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Schmilka - B172 - Grenze - Hrensko (Herrnskretschen) - roter Strich - Heusteig - Johannespromenade - Elbe - Grenze - Schmilka

Beschreibung:

Diese sehr kleine Runde ist durch Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) Buch „Geheimnisvolle Wege Band 2“ entstanden. Zuerst bin ich davon ausgegangen, dass der Heusteig gleich an der Feuerwache von Hřensko (Herrnskretschen) herunter kommt und wir ihn damit schon gewandert wären, aber tatsächlich befindet sich der  Auf- bzw. Abstieg ein Stückchen weiter in Richtung Ortsausgang.
Der Start für diese Runde liegt gleich an der Bundesstraße 172 bzw. in Tschechien heißt sie B 62. Entweder parkt man zwischen Schmilka und dem ehemaligen Grenzgebäude oder auf dem langen Parkstreifen vor Hřensko. Auf dem Bürgersteig der Bundestraße geht es bis nach Hřensko, wo die erste Straße nach links abbiegt. Hier bietet eine Vielzahl asiatischer Händler ihre Waren an und irgendwie käme ich zwar nicht auf die Idee, irgendein Teil dort zu kaufen, aber ganz unterhaltsam ist es trotzdem, die Stände und Waren anzuschauen. Zwischen den vielen Ständen befinden sich gleich mehrere Restaurants, die sich auf hungrige Besucher eingerichtet haben. Da die Wanderung gerade erst begonnen hat, wird vermutlich eine Einkehr noch nicht notwendig sein und so geht es weiter auf der Straße links (von unten bzw. der Wanderrichtung gesehen) der Kamenice (Kamnitz) entlang. Schon nach wenigen Metern wird die Kirche passiert und dann wird die Dorfstraße auch schon wieder ein Stück ruhiger. Im Jahr 2014/2015 wurden/werden auf der linken Felsenseite in luftiger Höhe Fangzäune montiert. Der Aufwand ist gewaltig, da die Zäune natürlich irgendwie zwischen den Häusern und den Felsen angebracht werden müssen. So wurden gleich mehrere Stege im Bereich der Baustelle angelegt und die schweren Seile, Netze und Stützen müssen mit ziemlich großen Kränen und Muskelkraft bewegt werden. So etliche unterschiedliche Gruppen an Monteuren turnen an den Felsen herum und damit ist es überhaupt nicht verwunderlich, wenn diese Hangsicherung mehrere Millionen kostet. Im Web geistert für den zweiten Bauabschnitt zwischen der Grenze und dem Ortsende eine Summe von 103,5 Millionen Kronen (ungefähr 3,8 Millionen Euro) herum. Als wir im Sommer 2015 dort herum gewandert sind, wimmelte es nur so von Arbeitern in den Felswänden und es waren weit mehr als 50 Leute am Felsen und dann noch einige im Tal.
Wegen der vielen Baustellen am Felsen waren wir uns ziemlich sicher, dass diese Wanderung ganz sicher nicht wie geplant durchgeführt werden könnte, da wir nicht durch die Gerüste der Bauarbeiter krabbeln wollten. In der Beschreibung von Axel Mothes steht, dass der Aufstieg an der Hausnummer 96 52 beginnt. Hotel_Praha_Felssicherung_kleinWie auch immer sich die Hausnummern dort zusammensetzen, die einfachere Beschreibung ist, dass es rechts neben dem Hotel Praha unterer_Teil_Heusteig_klein(großes gelbes Gebäude am Dorfende) von der Straße aufwärts geht. Zuerst führen ein paar Stufen genau auf das Haus mit der deutlich sichtbaren Hausnummer 96 52 zu, gleich davor geht es nach links und dann wieder weiter hoch. Ohne die Beschreibung aus dem Buch alte_Befestigung_Heusteig_kleinwären wir diese Stufen ganz sicher niemals hochgestiegen, da es wirklich eher den Eindruck macht, als wäre es entweder der Zugang zu den beiden Häusern oder einem Garten. Oberhalb der Grundstücke ist der Aufstieg ganz gut zu erkennen und die weiteren Höhenmeter werden über einen Zickzackweg überwunden. Genau am Heusteig enden auch die Gerüste der Bauarbeiter und so kann man aufwärts wandern, ohne sie zu behindern oder durch sie behindert zu werden. bequeme_Johannespromenade_kleinNach insgesamt 110 Höhenmetern erreicht man die deutlich sichtbare Johannespromenade, auf der es nach links weitergeht.
Die Johannespromenade ist ein wirklich angenehmer Waldweg, der schon vor Urzeiten angelegt wurde, damit die damaligen Sommerfrischler (schöner Ausdruck für Urlauber) oberhalb der Ortschaft flanieren konnten. Heutzutage ist der Weg in einen Dornröschenschlaf verfallen und man trifft wirklich nie irgendjemand anderen hier oben an. Selbst die Bauarbeiter von der Hangsicherung steigen nicht so weit auf und so kann man sehr angenehm dort entlang wandern. Zwischendurch bieten sich mehrere Aussichten mit einer Sichtachse zwischen den Bäumen in das Tal der Kamenice (Kamnitz) an. Nach 700 Metern ändert die Promenade die Himmelsrichtung und verläuft parallel zur Elbe weiter.
Wirklich schade ist nur, dass hier oben Bäume gefällt und einfach kreuz und Baumstaemme_auf_Johannespromenade_kleinquer liegen gelassen wurden. Da alle Bäume auch entrindet wurden, gehen wir davon aus, dass es ein Notfall in Form eines Borkenkäferbefalls war. Mindestens drei Mal liegen so einige Bäume als kleiner Hürdenlauf im Wege, aber praktisch sollte so ziemlich jeder, der den Aufstieg über den Heusteig gemeistert hat, auch über die Stämme hinwegkommen. seltsamer_Steinhaufen_an_der_Johannespromenade_kleinNach einem ¾ Kilometer fällt eine Aussicht in das Elbtal besonders auf. Hier liegt links von der Ausblick_von_Johannespromenade_auf_Elbe_kleinAussicht ein ordentlicher Hügel Felsbrocken, für die wir im ersten Anlauf keine plausible Erklärung gefunden haben. Es sind hunderte Brocken in der Größe eines Eimers. Gleich unterhalb dieser Aussicht befindet sich das größere Gebäude des Travel Free Shops und wenn man sich die Stelle von unten ansieht, dann ist deutlich zu erkennen, dass hier Felsen abgetragen wurde. Anscheinend sind die Brocken nicht nach unten, sondern nach oben transportiert und dort abgelegt worden.
Die Wanderung folgt noch ein kurzes Stück von 400 Metern der Johannespromenade, bis auf der linken Seite ein deutlich sichtbares und auch gangbares Tal auffällt. Genau hier ist in der uralten Stützmauer der Johannespromenade auch ein Durchgang eingelassen. Früher haben hier angeblich auch einige Stufen abwärts geführt, aber die scheinen mit den Jahren ins Tal abgerutscht zu sein. Fangzaun_an_der_B172_kleinDer Abstieg über die dicke Laubschicht funktioniert aber ziemlich gut und so gelangt man zu dem hohen neuen Fangzaun. In diesem Bereich erwarten die Planer anscheinend nur kleinere Murmeln und so ist der eigentliche Zaun aus einem leichten Stahlgeflecht. Nur die Stahlseile, die das eigentliche Netz festhalten, sind etwas dicker. Viel interessanter sehen da schon die Netze aus, die oberhalb der ehemaligen deutschen Grenzstation angebraucht wurden. Bei den Dingern kann man sich gut vorstellen, dass ein größerer Felsbrocken eingefangen werden kann. Der Zaun am Abstieg hat netterweise einen Versatz an der Stelle und so kann man ihn ohne größere Schwierigkeiten passieren. Schon ist man wieder auf der Bundesstraße angekommen und es geht bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Runde hat uns sehr gefallen, da sie schöne Ruhe und nette Aussichten bietet und, ausgenommen von dem Auf- und Abstieg, sehr bequem zu wandern ist. Was uns natürlich noch besonders gefreut hat, war, dass auch durch die Bauarbeiten und die neuen Fangzäune die Strecke nicht behindert wurde.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Schmilka Grenzübergang mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Schmilka Ortmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,00€

2 Gedanken zu „Heusteig“

  1. Der Abstieg zur Bundesstraße, den du genommen hast, ist übrigens gar nicht bei OpenStreetMaps verzeichnet. Auf sandsteinpfade.de wird die Johannespromenade vom Grenzweg auf deutscher Seite bis zum Abstieg an der Dürren Biele beschrieben, wobei man dabei allerdings kurzzeitig beim Grenzweg durch verbotenes Terrain der Kernzone 1 latscht. Deine Route wäre dagegen sogar komplett begehbar ohne dass die Nationalparkranger was zu meckern hätten oder?

    Wäre es möglich die Route die Johannespromenade nach deiner Beschreibung auch umgekehrt zu begehen oder ist der Abstieg über den Heusteig nicht empfehlenswert?

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