Hintere Partschenhörner

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 15,00 km
Höhenunterschied:
ca. 520 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Großer Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Neumannmühle - gelber Strich - Großer Zschand - Nationalparkhaus Zeughaus - Zeughaus - roter Strich - Weberschlüchte - Webergrotte - Auerhahnsteig - Hintere Partschenhörner - Grenzweg - Entenpfützenweg - Raingrund - Großer Zschand - roter Strich - Zeughaus - gelber Strich - Neumannmühle

Beschreibung:

Schon vor einigen Jahren war mir auf der Webseite www.webergrotte.de eine Anfrage an den Nationalpark Sächsische Schweiz aufgefallen, in der ein Bergpfad oberhalb der Webergrotte vorgeschlagen wurde. Ein Teilstück der Strecke hatte ich schon viel früher mal entdeckt und jeder, der schon mal an der Webergrotte war, hat den Zugang über die dicke Felsmurmel zumindest gesehen. Aber dazu später.
Irgendwie habe ich bei meiner Terminauswahl nicht bedacht, dass in den Osterferien doch so einige Mitmenschen in der Sächsischen Schweiz unterwegs sind und damit der Parkplatz an der Neumannmühle schon relativ früh voll ist. Aber zum Glück gab es noch einen einzigen Stellplatz am Abzweig nach Ottendorf. Von der Neumannmühle geht es in den Großen Zschand auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich entlang. Der Vorteil an einem vollen Parkplatz ist, dass keine weiteren Wanderer mehr in den Großen Zschand kommen und man so ziemlich alleine ist. Das ändert sich dann aber spätestens nach 2 Kilometern am Nationalparkhaus bzw. der Gaststätte Zeughaus. Hier waren so einige ausgelassen fröhliche Mitmenschen unterwegs. altes_Schild_Richterschluechte_kleinSobald die Wanderung aber diese Stelle passiert hat und im Großen Zschand weiter führt, kehrt schlagartig wieder Ruhe ein. Dort irgendwelche Mitmenschen anzutreffen, ist eine echte Seltenheit. In diesem Bereich ist der Wanderweg mit dem roten Strich roter Strich gekennzeichnet. Nach etwas mehr als einem Kilometer biegt nach rechts die grüne Wanderwegmarkierung grüner Punkt in die Richterschlüchte ab. (Das ist nur zur Orientierung.) ¼ Kilometer danach beginnt mit der grünen Kennzeichnung Bergpfad als Bergpfad der Zugang in die Weberschlüchte, in die man  nun einschwenkt.
Der Weg in die Weberschlüchte ist nach offizieller Vorstellung eine Sackgasse. Auf jeden Fall ist es in eine wunderbar ruhige Schlucht, die nur ganz wenige Abzweigemöglichkeiten bietet. Dadurch hat man 1 ½ Kilometer bis zum Ende an der Webergrotte kaum eine Möglichkeit, sich zu verlaufen. Felsband_oberhalb_Webergrotte_kleinDie Webergrotte ist eine hohe, aber nicht besonders tiefe Höhle. Gleich vor der Höhle liegt eine Felsmurmel mit deutlich eingearbeiteten Stufen. Wenn man die Stufen hochgekrabbelt ist, sieht man auch, wie der Weg im Ursprung weiter ging. Hinüber in die Felsspalte führte früher eine Treppe, die aber heutzutage leider entfernt wurde. Zwischendurch gab es vor einiger Zeit sogar eine ordentlich verankerte Eisenklammer, aber auch diese wurde wieder entfernt und deshalb kommen nur die ganz Mutigen rüber in die Felsspalte.
Da ich mir aber fest vorgenommen hatte, den Weg auf dem Felsenband oberhalb der Webergrotte zu erkunden, musste ein anderer Weg dorthin gefunden werden. Dank der tollen Wanderkarte Großer Zschand von Rolf Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ist das aber auch kein Problem. Dazu geht die Wanderung wieder ziemlich genau ½ Kilometer die Weberschlüchte zurück, bis nach rechts der erste deutlich sichtbare Aufstieg zu entdecken ist. Der Aufstieg ist mit dem schwarzen Pfeil Kletterzugang als Kletterzugang gekennzeichnet. Nach einem ordentlich anstrengenden Zickzackweg erreicht man einen Bergsattel, auf dem nach rechts ein gut zu erkennender Pfad weiter führt. Es handelt sich um den Auerhahnsteig. Der Pfad schlängelt sich durch dichtes Heidelbeerdickicht. Nach ½ Kilometer biegt zuerst eine Schlucht nach rechts ab (in die man noch nicht einbiegt) und gleich hinter der Schlucht ist ein weiterer Pfad durch die Heidelbeeren zu entdecken, auf den man nun abbiegt. Das gesamte Gebiet hier oben nennt sich Partschenhörner. Eigentlich führt der Pfad zum Fremdenweg oder zur böhmischen Flügelwand, aber in diesem Fall geht es nur 200 Meter, um dann nach rechts hinunter zur Weberschlucht abzusteigen. Schlucht_Richtung_Weberschlucht_kleinSpätestens hier oben auf dem Auerhahnsteig bzw. dem Abstieg zur Weberschlucht erweist sich eine ordentliche Karte oder ein GPS-Gerät als äußerst hilfreich, da sich für ein gesperrtes Gebiet ziemlich viele Pfade durch die Heidelbeeren schlängeln. Der Abstieg in Richtung Weberschlüchte ist durch die beginnende Schlucht und ein paar Steinstufen gut zu erkennen. Baum_blokiert_Schlucht_Weberschlucht_kleinJe weiter man in die Schlucht absteigt, desto feuchter wird der Untergrund. Erst ganz kurz (80 Meter) bevor man die Felsmurmel erreicht, ist nach links der weitere Weg über das Felsband zu entdecken. Wer noch einen Blick hinunter auf die Felsmurmel werfen möchte, wird entdecken, wie der Nationalpark Sächsische Schweiz einen historischen Wanderweg blockiert. Hier ist eine mächtige Buche in die Schlucht hineingefällt worden und dadurch wird der Weg noch ein bisschen mehr erschwert.
Die Wanderung führt aber am Rande der Felswand oberhalb der Webergrotte entlang. Das hört sich spektakulärer an, als es wirklich ist. Stufen_Felsband_Webergrotte_kleinDas Felsband ist ausreichend breit und zwischendurch kann man sogar Stufen im Felsen und alte Auflager für einen Steg entdecken. Die Schlucht steigt 60 Höhenmeter und 300 Meter bis zum Fremdenweg/Grenzweg an. Stufen_Obere_Weberschlucht_kleinGenau an der Stelle, an der gegenüber der obere Zugang zum Prebischtor beginnt, erreicht man den Grenzweg. Irgendwie ist der Weg an der Grenze entlang ein wirklich seltsames Exemplar. Einerseits ist wird gesagt, dass der Weg gesperrt ist, weil hier wieder Auerhähne angesiedelt werden sollen. Das ist sehr unterhaltsam, aber diese relativ großen Vögel Pfad_Grenzweg_Entenpfuetzenweg_kleinsind seit Jahrhunderten hier oben nicht mehr gesehen worden. Dann kommt immer wieder das Totschlagargument Kernzone. Ungewöhnlicherweise ist der Streifen an der Grenze entlang stets freigeschnitten und man kann sehr deutlich den Trampelpfad entdecken. Ob es der Natur einen solchen Abbruch tun würde, wenn hier ein paar wenige Wanderer ihren großen Bogen ziehen würden? Wenn die Grenze sowieso freigeschnitten werden muss, glaube ich, dass die Natur nur sehr unwesentlich durch ein paar Wanderer leiden würde.
Die Wanderung führt auf jeden Fall nach links auf dem deutlich sichtbaren Pfad entlang. Als perfekte Aussicht_Entenpfuetzenweg_rosenberg_Boehmen_kleinOrientierung dienen die vielen Grenzsteine. Mindestens an zwei Stellen passiert man wunderbare Aussichten ins Tschechische und zum Rosenberg hinüber. Der Weg hier oben an der Grenze entlang hat auch noch den netten Beinamen Entenpfützenweg. Das stimmt gleich an mehreren Stellen, da sich tatsächlich in der etwas feuchteren Jahreszeit kleine Pfützen bilden. Abstieg_vom_Grenzweg_Richtung_Zschand_klein Nach 800 Metern steht mal wieder eines der grünen Kernzonenschilder am Wegesrand. Man kann sich sehr gut daran orientieren, dass bei jedem dieser Schilder irgendetwas Interessantes zu sehen ist. In diesem Fall handelt es sich um den Zugang zu den Hinteren Partschenhörnern bzw. den schon bekannten Pfad zum Auerhahnsteig. Die Wanderung führt aber weiter an der Grenze entlang und fällt mit der fortschreitenden Wanderzeit immer weiter hinunter in Richtung Großer Zschand ab. Zweimal werden mittelgroße Talkessel passiert, die eine wunderbare Ruhe ausstrahlen. Der Pfad endet auf dem ursprünglich sehr breiten Weg durch den Großen Zschand.
Gleich an der Grenze und danach den größten Teil des Großen Zschands abwärts fallen immer wieder Stangen mit kleinen Solarpanels und Antennen auf. Grundwassermessstelle_Zschand_kleinDabei handelt es sich um Grundwassermessstellen, die automatisch ihre Messergebnisse an das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie Radebeul weitermelden. Das Beeindruckende ist, dass man die gemessenen Werte tagesgenau online abrufen kann und dass der Grundwasserspiegel ungefähr 52 Meter unter der Erde liegt. Selbst am unteren Ende des Großen Zschands befindet sich der Grundwasserspiegel immer noch 26 Meter unterhalb der Erdoberfläche. Das ist irgendwie ziemlich verwunderlich, weil zum Beispiel oben auf der Ebene von Altendorf das Grundwasser schon nach 9 Metern erreicht ist.
Auf jeden Fall führt die Wanderung durch den Großen Zschand abwärts (nach links also). Das erste Stück sieht sehr naturbelassen aus, weil man in diesem Bereich tatsächlich durch die Kernzone spaziert. Das ist leicht irritierend, da es sich beim Großen Zschand um eine mehrere Jahrhunderte alte Handelsstraße handelt, aber irgendwie hat der Nationalpark diese seltsame Entscheidung vor ein paar Jahrzehnten getroffen. Nach 700 Metern erreicht die Wanderung einen dieser netten Besucherlenkungszäune und dahinter geht es auf der bekannten roten Wanderwegmarkierung roter Strich weiter. Auch wenn es selten vorkommt, aber in diesem Bereich dürfen schon Fahrzeuge fahren. Der Wanderweg durch die Schlucht des Großen Zschands ist sehr angenehm und einfach zu wandern. Nach etwas mehr als 2 Kilometern ist wieder das schon bekannte Zeughaus erreicht und das letzte Teilstück bis hinunter zur Neumannmühle wird begonnen. Hier ist der Wanderweg wieder mit dem gelben Strich gelber Strich markiert.
Es ist schade, dass man das Gebiet der Partschenhörner heutzutage nicht mehr legal betreten darf. Aus meiner Sicht liegt das Gebiet schon so weit abseits von den üblichen Startpositionen, dass der größte Teil der Wanderer niemals dorthin vorstoßen würde. Ganz schön ärgerlich fand ich, dass auf meinem Hinweg zu den Weberschlüchten gleich vier Geländewagen des Nationalparks im Bereich des Zeughauses herumstanden. Auf dem Nachhauseweg lagen gleich zwei überfahrene Opfer (eine Blindschleiche und ein Feuersalamander) im Großen Zschand. Ich würde mal tippen, dass ich als Wanderer in der Kernzone maximal einige Ameisen und drei Zecken getötet habe.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.