Hinterhermsdorf - Boehmen

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 9,00 h
Entfernung:
ca. 27,00 km
Höhenunterschied:
ca. 773 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
sehr lang
viele Höhenmeter
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - grüner Punkt - Höllstraße - Finsterwäldchenweg - Kirnitzschtal - blauer Strich - Grenzübergang Hinterdittersbach - grüner Strich - Böhmerstraße - Treppengrund - Rauschenberg - roter Strich - Kleines Prebischtor - Hohenleipaer Raubschloss - Hohenleipaer Straße - Böhmerstraße - Rudolfstein - gelber Strich - Balzhütte - blauer Strich - Jungferntanne - grüner Strich - Jankenwaldweg - Grenzübergang Hinterdittersbach - blauer Strich - Alte Böhmer Straße - Höllstraße - grüner Punkt - Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle

Beschreibung:

Zuerst das Wichtigste vorneweg. Dieses ist keine Wanderbeschreibung im eigentlichen Sinn, sondern ein Erfahrungsbericht zu einer geführten Wanderung durch einen Nationalparkführer. Nachdem ich die ersten guten Erfahrungen mit den Nationalparkführern gemacht habe, war es mal wieder an der Zeit, eine Runde mit einem Profi zu unternehmen. Auf der Internetseite des Nationalparks Sächsische Schweiz (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) habe ich folgende Führung entdeckt und das hörte sich vielversprechend an:

Unterwegs in die Böhmische Schweiz
Die böhmische Schweiz
Eine unvergessliche Reise in die nordböhmischen Wälder.
Termine: 07.07.2009 09.00 Uhr
Treffpunkt: Buchenparkplatz Hinterhermsdorf
Zeitdauer: ca. 6 – 8 Stunden
Kosten: 8,- €
Nationalparkführer: Heiko Hesse

Nach einer kurzen telefonischen Anmeldung und der Bestätigung, dass die Wanderung stattfindet, startete die Wanderung pünktlich an der Buchenparkhalle. Zuallererst hat sich Herr Hesse vom Hotel „Am Wald“ (www.landhotel-am-wald.de) vorgestellt und durch ein kurzes Gespräch herausgefunden, um welche Wanderstärke es sich bei den Teilnehmern handelt. Dies wunderte mich nicht, da die Wanderung in einem sehr großen Bogen durch die Böhmische Schweiz gehen sollte und der optische Eindruck doch so manches Mal täuschen kann. Obwohl, mit mir gezählt, nur drei Personen an der Führung teilnahmen, war es für Herrn Hesse doch vollkommen selbstverständlich, dass die Wanderung durchgeführt wurde.
Die Wanderung führt von der Buchenparkhalle über die Höllstraße und den Finsterwäldchenweg in Richtung Kirnitzschtal. Am Hühnerkropf geht es über ein paar Stufen und einen sehr unscheinbaren Pfad bis ins Tal hinab. Ich kenne doch schon so einige Wege, die von Hinterhermsdorf ins Kirnitzschtal runter führen, aber so schnell bin ich schon lange nicht mehr an die Grenze gekommen. Die Wanderung führt auf der deutschen Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich bis zum Grenzübergang Hinterdittersbach. Hier erklärte Herr Hesse, dass es sich bei dem Örtchen Hinterdittersbach um 7 Häuser gehandelt hatte, die bis zum 2. Weltkrieg ein beliebtes Ausflugsziel waren. Die Wanderung führt jetzt in den Hluboký důl (Treppengrund), der auch wieder mit dem grünen Strich grüner Strich markiert ist, aber hierbei handelt es sich um die tschechische Wanderwegmarkierung. Die Wanderung verläuft über einen dieser sehr gut ausgebauten tschechischen Wanderwege. Einige dieser Waldwege sind so toll ausgebaut und markiert, dass sie immer beliebter bei den Radfahrern werden. Nach einer Strecke von etwas mehr als 2 Kilometern durch den Hluboký důl (Treppengrund) geht es unmarkiert nach links weiter, bis nach 400 Metern die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich erreicht wird. Auf dieser Markierung geht es nach links in Richtung kleines Prebischtor weiter. Auch dieser Waldweg wandelt sich in einen dieser asphaltierten Wege. Da es sich aber um eine Sackgasse handelt, sind hier nur selten Radfahrer unterwegs. Kurz vor dem kleinen Prebischtor ist sogar extra für den Weg ein Damm angeschüttet worden, auf dem die Wanderung verläuft. Das kleine Prebischtor befindet sich auf der rechten Wegseite und ist mit einem kleinen Aufstieg schnell erreicht. Leider steht dieses Prebischtor in einem dichten Wald, sodass man es einerseits nur schlecht fotografieren kann, andererseits ist auch die Aussicht durch die Bäume stark behindert. Im Gegensatz zum großen Prebischtor darf man aber bei diesem Prebischtor auf den Felsbogen klettern, was auch sehr gerne unternommen wird.
Vom kleinen Prebischtor geht die Wanderung, weiterhin rot markiert, runter ins Tal. Der Abstieg ist so ziemlich die einzige wirklich steile Stelle auf dieser Wanderung und es geht über ein paar Naturstufen und Wurzeln abwärts. Plateau_des_Hohenleipaer_Raubschloss_kleinNach 50 Höhenmetern erreicht man den Felsen des Šaunsteins bzw. das ehemalige Hohenleipaer Raubschloss. Der Aufstieg durch die Felsspalte und die darauffolgende Aussicht sind wirklich lohnenswert und sollten unbedingt unternommen werden. Aussicht_vom_Hohenleipaer_Raubschloss_kleinNach diesem kleinen Abstecher steigt die Wanderung weiterhin den Hang abwärts, bis nach links wieder mal einer dieser gut ausgebauten Waldwege abbiegt. Es geht weiterhin der Wanderwegmarkierung roter Strich hinterher. Bei diesem breiten Weg handelt es sich um eine uralte Verbindungsstraße zwischen Vysoká Lípa (Hohenleipa) und Zadni Jetrichovice (Hinterdittersbach). Deshalb ist es auch überhaupt kein Wunder, dass dieser Weg Èeská silnice (Böhmerstraße) heißt. Nach etwas mehr als einem Kilometer biegt nach rechts der markierte Weg ab und es werden mal wieder ein paar Höhenmeter bewältigt. Mit dem Aufstieg kommt man auf einen Weg, der sich am Felsen entlang schlängelt. Von diesem Weg hat man gleich an mehreren Stellen eine schöne Aussicht. So kann man ins Böhmische Hinterland blicken, die unterschiedlichen Aussichten oberhalb von Jetřichovice (Dittersbach) Felskette_am_Rudolfstein_kleinentdecken und das nächste Ziel, der Ostroh (Rudolfstein), liegt gut sichtbar vor einem. Die Aussicht des Ostroh (Rudolfstein) mit seiner kleinen Schutzhütte sollte man unbedingt erklimmen, da man einen gigantischen Blick in so ziemlich alle Himmelsrichtungen genießen kann. In nördlicher Richtung kann man auch so ungefähr den Ausgangspunkt der Wanderung erkennen und staunen, wie weit die Wanderung von Hinterhermsdorf weg gegangen ist. In der Luftlinie sind es bis zur Buchenparkhalle 6 Kilometer.
Nach diesem tollen Aussichtspunkt geht es noch ein kurzes Stück von 300 Metern auf dem roten Strich weiter, bis dieser nach rechts abbiegt. Hier geht es geradeaus auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich bis ganz kurz vor die Na Tokání (Balzhütte). Ich finde diese Minisiedlung mitten im Wald immer wieder verwunderlich und bin erfreut, dass an dieser doch ziemlich abgelegenen Stelle die einzelnen Gaststätten überleben können. Auf der geführten Wanderung haben wir hier an der hinteren Gaststätte Rast gemacht und zu einem Spottpreis böhmische Knödel gegessen und böhmisches Bier getrunken. Nach dieser Stärkung startet die Wanderung auf ein extrem ruhiges Teilstück. Dazu folgt man der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, welche sich am Rande der Hohen Wände entlang schlängelt. Die Wanderung erfolgt auf fast gleichbleibender Höhe über eine Strecke von fast 4 Kilometern. Zwischendurch passiert man die Buk sv. Huberta (Hubertusbuche), die durch ein Gemälde in luftiger Höhe auffällt. Zum Glück hängt das Gemälde hoch genug, so kann es wenigstens von keinen Vandalen beschädigt werden. An den Resten der Panenská jedle (Jungferntanne) verlässt die Wanderung die blaue Wegmarkierung und geht nach links weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich. Auch hier verlaufen die ersten paar hundert Meter noch ohne Höhenunterschied, bis es dann mit einem sehr angenehmen Gefälle runter ins Kirnitzschtal geht. Noch bevor wir an der Kirnitzsch und damit an der Grenze ankamen, hatte unser Nationalparkführer Herr Hesse ein paar sehr gute Anschauungsobjekte im Rucksack. Vergleich-Vogelnester_kleinHaut_Ringelnatter_kleinIn einer Plastikdose waren die gehäutete Haut einer Ringelnatter und in einer anderen Dose die zwei Nester einer Amsel und eines Sommergoldhähnchen. Der Größenunterschied der beiden Nester war beeindruckend. Was muss das für ein Minivogel sein.
Die Wanderung erreicht den schon bekannten Grenzübergang Hinterdittersbach. Felswaende_der_Rabensteine_kleinSehr nett sieht es aus, wenn man am Grenzübergang nach rechts über die Wiese blickt und sich dort die Felswände der Rabensteine aufbauen. Dass hier so mancher Greifvogel sein Nest hat, kann man sich gut vorstellen, besonders bei der angenehmen Ruhe hier unten im Kirnitzschtal.
Das letzte Stück der Wanderung führt jetzt wieder aus dem Tal heraus nach Hinterhermsdorf hoch. Dazu geht es wieder auf der bekannten Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich bis zum Hühnerkropf. Da wir alle keine Lust hatten, den gleichen Weg wieder zurück zu wandern, ging die Wanderung am Hühnerkopf nach rechts unmarkiert weiter. Dieser Forstweg ist die Verlängerung der schon bekannten Alten Böhmerstraße und führt mit einer sehr angenehmen Steigung bis zur Buchenparkhalle und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Diese geführte Wanderung hat mir sehr gut gefallen und Herr Hesse hat eine tolle Arbeit geleistet. Er hat perfekt die Teilnehmer eingeschätzt, eine schöne Strecke zusammengestellt und einige sehr gute Informationen vermittelt. Auch war ich sehr erfreut, dass die beiden Mitwandererinnen, entgegen ihrem ersten optischem Eindruck, richtig gut durchgehalten haben und sehr nette Gesprächspartner waren. Diese Wanderung lässt sich auch ohne einen Nationalparkführer durchführen, aber das Angebot der einzelnen Nationalparkführer ist eine tolle Bereicherung zu den normalen Wanderungen in der Sächsischen Schweiz.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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