Hinterhermsdorf - Prebischtor

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 7,25 h
Entfernung:
ca. 26,50 km
Höhenunterschied:
ca. 860 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
sehr lang
viele Höhenmeter
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Warnung:

Achtung diese Tour lässt sich im Moment so nicht durchführen, weil:
seltsamerweise das Prebischtor in der Winterzeit (bis Ostern) geschlossen ist, außer Freitag, Samstag und Sontag bis 16:00 Uhr, bei schlechtem Wetter ist es auch geschlossen.

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Haus des Gastes - roter Strich - Beize - Waldhusche - Aschehübelweg - Lindigtstraße - Lindigtgründel - Kirnitzschtal - blauer Strich - Marienquelle - Grenzübergang Hinterdittersbach - grüner Strich - Böhmerstraße - Treppengrund - Rainwiese - roter Strich - Gabrielensteig - Prebischtor - Gabrielensteig - roter Strich - Großer Zschand - Roßmalwiese - Stimmersdorfer Weg - Altarstein - grüner Strich - Stimmersdorfer Weg - roter Strich - Stimmersdorfer Brücke - Kirnitzschtal - blauer Strich - Niedere Schleuse - Hinterhermsdorfer Dorfbachklamm - Dorfbachweg - Hinterhermsdorf

Beschreibung:

Ich war mal wieder auf fremden Internetseiten unterwegs, um Anregungen zu guten Wanderungen in der Sächsischen Schweiz zu sammeln, da fiel mir eine Wanderung auf www.wandermap.net besonders auf. Bis dahin konnte ich mir nur sehr schlecht vorstellen, dass man von Hinterhermsdorf zum Prebischtor wandern könnte, aber hier hatte jemand eine Rundwanderung zwischen den beiden Orten Hinterhermsdorf und Prebischtor unternommen. Die Runde sollte 28,5 Kilometer lang sein und damit gerade noch innerhalb der Grenzen meiner eigenen Wandermöglichkeiten liegen. Also musste die Runde gleich mal ausprobiert werden.
Die Wanderung startet, wie der Name erraten lässt, im Zentrum von Hinterhermsdorf. Vom großen Parkplatz kommend geht es nach rechts auf der Saupsdorfer Straße bis zur Schandauer Straße. Brunnen_Dorfmitte_Hinterhermsdorf_kleinNach wenigen Metern biegt links die Buchenstraße ab und diese führt zur Straße mit dem Namen Beize. Spätestens auf dieser kleinen Anwohnerstraße findet man die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, die man jetzt bis weit in die Waldhusche hinein verfolgt. Kurz nachdem man die letzten Häuser von Hinterhermsdorf passiert hat, erreicht man eine der Informationsstellen des Nationalparks Sächsische Schweiz. In dieser Informationsstelle geht es größtenteils um den Wald, wie z.B. die Baumsorten und die Bewohner des Waldes. Wenn man Kinder mit auf der Wanderung hätte, was ich mir bei der Länge der Runde nicht vorstellen kann, dann könnte man hinter dem Haus eine kleine Kletterübung einlegen. Die Erwachsenen dürfen hier aber auch mal ihren Spieltrieb ausleben. Der gesamte Bereich der Waldhusche ist eigentlich spitzenmäßig für Kinder geeignet, aber auch Erwachsene können sich über sehr viele Informationen wundern und die Art der Präsentationen staunen. Genau das kann man jetzt auf den nächsten Kilometern. In der Senke unterhalb des Informationshauses befindet sich ein schöner Beobachtungssteg oberhalb eines Teiches, knapp daneben endet der untere Teil der Waldhusche und an dem Kreisverkehr im Wald befinden sich einige Informationsstände zu gefälltem Holz.
Die Wanderung verlässt die Waldhusche am Eingang bzw. Ausgang Aschehübel und folgt weiterhin der roten Wanderwegmarkierung. Die ersten paar Meter erfolgen auf einem sehr breiten Forstweg und dann wechselt der markierte Weg in das Lindigtgründel. Der Abstieg ins Kirnitzschtal ist sehr angenehm zu wandern und man erreicht den Bach im Bereich der Stimmersdorfer Brücke. Ab der Kirnitzsch folgt die Wanderung der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Dadurch, dass der Waldweg parallel zum Bach verläuft, sind keinerlei Höhenmeter zu überwinden, bis nach 2 Kilometern der Grenzübergang Hinterdittersbach erreicht ist. Hier geht es ein paar Meter unmarkiert über die Grenze nach Tschechien und auf der gegenüberliegenden Seite startet dann die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Die Wanderung folgt nach rechts dem markierten Weg. Wenn man links und rechts des Weges ein bisschen gründlicher an den Wegesrand sieht, entdeckt man noch Spuren der ehemaligen Siedlung Hinterdittersbach. Bis nach dem Krieg haben hier mehrere Häuser gestanden, die als Ausflugsziel sehr beliebt gewesen sein sollen. Heutzutage ist dieser Bereich eine ziemlich ruhige Ecke, die noch am meisten von Radfahrern auf dem Weg ins Kirnitzschtal durchquert wird. Nachdem man den Bereich von Hinterdittersbach passiert hat, kann man auf der linken Wegseite noch einige Steinsäulen als Wegbegrenzung entdecken. Da es sich um Basaltsäulen handelt, passen sie hier irgendwie nicht so richtig hin.
Die Wanderung folgt jetzt der Böhmerstraße, die sehr angenehm zu wandern, aber dadurch, dass man fast 4 Kilometer durch den dichten böhmischen Wald unterwegs ist, schon fast langweilig ist. Dann zweigt der markierte Wanderweg von dem breiten Forstweg ab und steigt merklich an. Auf einer relativ kurzen Strecke müssen 100 Höhenmeter überwunden werden. Dabei handelt es sich um einen Bergsattel zwischen dem Bouřňák (Donnerberg) und dem Vétrovec (Rauschenberg). Bei dem Auf- und dann wieder Abstieg handelt es sich um einen ziemlich unebenen Waldweg (zumindest im Verhältnis zu den 4 Kilometern vorher). Danach erreicht man die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese). Hier bieten sich mindestens zwei Möglichkeiten zum Einkehren an. Beide sind sehr auf deutsche Besucher ausgerichtet und bieten im Verhältnis zu deutschen Gaststätten ziemlich preiswerte Speisen und Getränke an.
Von hier geht es über die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich in Richtung Prebischtor weiter. Hotel_in_Rainwiese_kleinDer Startpunkt für dieses Teilstück liegt gleich neben der Gaststätte Hospůdka u Fořta (Hegerhaus oder Forsthaus), also gegenüber vom großen Hotel Mezní Louka. Von hier aus wandert man in Richtung Gabrielensteig bzw. Prebischtor. Auch bei diesem Teilstück der Wanderung handelt es sich um etwas mehr als 4 Kilometer, aber dieses Stück macht richtig Spaß zu gehen. Mal müssen ein paar Stufen überwunden werden, dann kommt eine schöne Aussicht, es geht nicht auf so einem breitem Forstweg entlang, sondern auf einem angenehmen Pfad und dann kann man auch immer wieder Felsen auf der rechten Seite bestaunen. Das Prebischtor ist die Hauptattraktion der Böhmischen Schweiz und laut den Zahlen der Tschechischen Nationalparkverwaltung sollen auf dem Gabrielensteig fast genauso viele Wanderer unterwegs sein wie auf dem vorderen Zugang. Aber das fällt irgendwie bei dem verschlungenen Weg gar nicht auf. So vom Gefühl her hätte ich auch gesagt, dass viel mehr Besucher von Hřensko (Herrnskretschen) zum Prebischtor hoch und wieder zurück wandern, aber die offiziellen Zahlen sagen etwas anderes aus. Nach einem guten Stück auf dem Gabrielensteig umrundet man einen größeren Talkessel Beckstein_beim_Prebischtor_kleinund danach bietet sich eine sehr schöne Aussicht auf den Talkessel und rüber zum Pevnost (Beckstein). Ziemlich komisch ist, dass man knapp unterhalb des Prebischtores steht und es überhaupt nicht merkt. Wenn man aus dem Prebischtor in östliche Richtung sieht, dann findet man den Pevnost (Beckstein) gleich hinter der Felswand an der Pravčická jehla (Prebischnadel). Aber dazu später.
Zuerst führt die Wanderung noch einmal um einen kleinen Schlenker und dann ist der untere Zugang zum Prebischtor erreicht. Der Aufstieg ist durch ein paar Stufen, eine größere Brücke und, etwas ganz Besonderes, einen künstlichen Tunnel ziemlich abwechslungsreich. Gasthaus_am_Prebischtor_kleinKurz vor dem Kassenhäuschen wird der Wanderweg durch einen Gang unterhalb der Gaststätte geführt. Für deutsche Wanderer ist es immer noch etwas seltsam, wenn man für ein Stückchen Natur Eintritt bezahlen muss. Richtig nett zeigen einem die Amerikaner, wie so etwas funktionieren könnte. In den USA muss man in sehr vielen Nationalparks einen Eintritt entrichten, für den man dann aber auch etwas Ordentliches geboten bekommt: Die Park dort sind vollständig müllfrei, es gibt ordentliche Sanitäranlagen und überall sind auskunftsfreudige Nationalparkranger unterwegs. In der Tschechoslowakei habe ich heute noch das Gefühl, dass die deutschen Touristen möglichst stark geschröpft werden müssen. Die schnell ansteigenden Parkgebühren oder die Gebühr im Wilden Klamm sind für ein zugemülltes Tal einfach nur unverschämt. In Deutschland ist es nur leicht anders. Hier werden von heute auf morgen Parkscheinautomaten aufgestellt und sonst nichts. Ein paar der Parkscheinautomaten gehören den angrenzenden Gemeinden, aber der Großteil, im Bereich des Nationalparks, ist dem Nationalpark. Damit besteht eine versteckte Gebühr für den Nationalpark, ohne dass man mehr Leistungen als vorher erhält. So ist auch diese Variante nicht viel besser als die der Tschechen.
Prebischtor_und_Beckstein_kleinDas Prebischtor ist aber trotz der Gebühr ein lohnenswerter Ausflug. Das eigentliche Felsentor ist schon ganz beeindruckend, aber noch viel schöner finden wir die Aussichten. Mit der Kulisse des Felsentors hat man einen sehr schönen Blick auf die Felsen der Böhmischen Schweiz.Langgrundwaende_beim_Prebischtor_klein Damit ist die Hauptattraktion und damit auch der Wendepunkt dieser Wanderung erreicht und es geht an den Rückweg. Dazu muss man über den schon bekannten Gabrielensteig zurück wandern. Netterweise sieht der Rückweg von den Aussichten ganz anders aus als der Hinweg. Insgesamt wandert man 3 Kilometer auf dem Gabrielensteig zurück, bis nach links ein deutlich sichtbarer Waldweg abbiegt. Es handelt sich um den uralten Verbindungsweg von Mezní Louka (Rainwiese) zum Großen Zschand. Seltsamerweise ist der Weg seit ein paar Jahren im Bereich der Grenze gesperrt, dessen sollte sich jeder bewusst sein, der hier entlang wandert. Bis heute sind mir aber nur sehr nette Parkwächter begegnet. Nach etwas mehr als ¼ Kilometer biegt nach rechts der erste breite Waldweg ab. Hier steigen die ersten paar Meter noch leicht an, aber je länger man unterwegs ist, desto steiler wird es. Auch bei diesem Weg handelt es sich um einen historisch überlieferten Grenzübertritt. Der Stinnersdorfer Weg wird mit fortschreitender Wanderzeit immer schmaler und nach einem Kilometer passiert man die Grenze. Der Pfad ist ganz gut sichtbar und führt zum Altarstein. Genau an diesem großen Felsen kann man sehr gut erkennen, dass hier schon seit ein paar Jahrhunderten Menschen in diesem Bereich über die Grenze gewandert sind. Der Altarstein ist über Jahrzehnte von verfolgten böhmischen Protestanten als Platz für den Gottesdienst benutzt worden. Die Wanderung geht ein paar Meter auf dem grün markierten Wanderweg grüner Strich bergab, bis der rote Strich roter Strich auf den Stinnersdorfer Weg stößt. Jetzt geht es auf dieser Wanderwegmarkierung über den breiten Forstweg weiter runter ins Kirnitzschtal. Die Kirnitzsch wird an der Stimmersdorfer Brücke passiert. Diese Stelle kennt man schon vom Hinweg zum Prebischtor.
Die Wanderung führt ein Ministück von 100 Metern auf der roten Wanderwegmarkierung parallel zur Kirnitzsch. Dann verlässt die rote Wanderwegmarkierung die geplante Wanderung und es geht auf dem blauen Strich weiter der Kirnitzsch hinterher. Nach 800 Metern passiert die Wanderung die Niedere_Schleuse_im_Kirnitzschtal_kleinNiedere Schleuse, die aber heutzutage keine Funktion mehr hat. Zumindest haben wir seit Jahrzehnten kein gestautes Wasser mehr gesehen und der angespülte Sand und das restliche Treibgut müssten für eine Benutzung erst mal entfernt werden. An der rechten Wegseite erklärt eine sehr anschauliche Tafel die Funktion der Schleuse und der Flößer. Nach etwas mehr als ½ Kilometer hinter der Niederen Schleuse erreicht der breite Waldweg den Hinterhermsdorfer Dorfbach. Hier beginnt das letzte Stück der Wanderung, mit dem noch mal 150 Höhenmeter überwunden werden müssen. Bis in die Mitte von Hinterhermsdorf sind es ca. 2,5 Kilometer und damit ist der Aufstieg aus dem Kirnitzschtal bis hoch in die Dorfmitte gar nicht so anstrengend. Auf dem Weg entlang des Dorfbaches passiert man die nördliche Kante der Waldhusche, die aber nur durch zwei Ein- bzw. Ausgänge überhaupt zu erkennen ist. Dorfbachstein_am_Hinterhermsdorfer_Dorfbach_kleinAm Waldhuscheneingang Dorfbach passiert man auch den letzten gut sichtbaren Felsen in Form des Dorfbachsteins. Dadurch, dass kein nennenswerter Baum und eine Wiese den Blick auf den Felsen freigibt, kann man sich das letzte Mal an einer schön aufgeschichteten Felswand erfreuen. Der Weg führt ins Zentrum von Hinterhermsdorf und damit ist diese Wanderung wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen.
Ich war ziemlich überrascht, dass man tatsächlich mit einer solch netten Wanderung von Hinterhermsdorf zum Prebischtor kommen kann. Leider habe ich nicht so richtig verstanden, dass es auf der Internetseite www.wandermap.net unterschiedliche GPS-Daten gibt. Für die Wanderung Hinterhermsdorf – Prebischtor waren die veröffentlichten GPS- Daten die Planungsdaten für eine Wanderung. Diese Planung war anscheinend auf einem sehr groben Satellitenbild bzw. Landkarte passiert und damit führte der empfohlene Weg gleich an vier Stellen weit abseits von jeglichen Wegen. Dadurch hat sich für mich die Wanderung gewaltig verlängert und die Zufriedenheit über die GPS-Daten sank mit jeder Extraschleife. Hoffentlich sind meine eigenen Daten bei jeder Wanderung besser. Trotzdem war die Empfehlung für diese Wanderung sehr nützlich.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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