Höhlen im Bielatal

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 1,00 h
Entfernung:
ca. 4,00 km
Höhenunterschied:
ca. 110 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
besonders empfehlenswert an heißen Sommertagen
Schwierigkeitsgrad:
leicht
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Bielatalgebiet;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ottomühle - grüner Punkt - roter Strich - Bielatal - Bennohöhle - Tiefen Höhle - Bielatal - Eisloch - Schwedenhöhle - Bielatal - roter Strich - grüner Punkt - Ottomühle

Beschreibung:

Erstmal vorneweg: Ich bin kein großer Höhlenforscher, und da ich die kleine Wanderung alleine unternommen habe, bin ich bei den Höhlen gerade die ersten paar Meter reingekrochen und dann habe ich kehrtum gemacht. Da es mich aber interessierte, wie weit ich hätte gehen/kriechen können, habe ich mich durch den Höhlenführer der Sächsischen Schweiz (ISBN 3-00-002609-6) von Hr. Winkelhöfer (www.der-hoehlenforscher.de) im Nachhinein schlau gemacht. Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich im Frühjahr 2006 die Wanderung zum Sachsenstein unternommen habe, aber leider keine Taschenlampe dabei hatte. Also habe ich mir an einem Nachmittag vorgenommen, mir die Höhlen im Bereich des Bielatals bzw. der Ottomühle mal genauer anzusehen. Bei der Wanderung sollte man auf jeden Fall keine schmutzempfindliche Kleidung tragen und mindestens eine Taschenlampe dabeihaben. Hier ist die Beschreibung für die 3 1/2 Höhlen:
Der Startpunkt ist der große Wanderparkplatz vor der Ortschaft Ottomühle. Anscheinend ist der Parkplatz immer kostenlos, solange man nicht zu den ganz großen Hauptzeiten (Wochenende in der Wander-/Klettersaison) dort parken möchte. Gleich in der Mitte des Parkplatzes gibt es auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein kleines Rondell, das irgendwie auffällt und uralt aussieht. Zum Glück steht gleich daneben eine kleine Informationstafel mit der Auskunft, dass es sich um einen Gedenkplatz an Sachsens ersten König Friedrich August handelt. Das erste kleinere Stück der Wanderung geht durch die Ortschaft Ottomühle. In der eigentlichen Ottomühle (www.ottomuehle.de) befindet sich heutzutage eine Gaststätte und Herberge mit sehr angenehmen Preisen und lädt damit zu einer Erfrischung schon nach 400 Metern ein. Gegenüber der Ottomühle befindet sich ein kleiner Kiosk, bei dem man fast alles kaufen kann, was so unterwegs notwendig ist (Wanderkarte, Eis am Stil, Flaschenbier usw.). Es geht weiterhin die Dorfstraße hoch, bis rechts auf einem wirklich unscheinbaren Pfad der rot markierte Wanderweg roter Strich abbiegt. Diesen kleinen Aufstieg geht es bis hinter die Gärten hoch. An der Stelle, an der der Wanderweg nach links abbiegt, geht es einfach geradeaus durch den Wald weiter. Bennohoehle_vorderer_Teil_kleinNach wenigen Metern erreicht man einen gut ausgebauten Forstweg. Diesen Weg überquert man nur, um dann gegenüber dem Wegweiser zur Bennohöhle zu folgen. Die paar Meter des Aufstieges bis zur Bennohöhle sind sehr leicht zu schaffen. Bennohoehle_hinterer_Teil_kleinDie Bennohöhle befindet sich leicht links und ist am Eingangsloch mit einem Schild markiert. Nur im Eingangsbereich muss man sich leicht bücken, die restliche Höhlenerkundung kann vollständig stehend erfolgen. Die Höhle ist insgesamt 35 Meter lang und geht mit etwas Gefälle 13,8 Meter nach unten. Das Gefälle ist so, dass man es als normaler Wanderer ohne jegliche Sicherungsmaßnahmen schafft. Irgendwo in der Höhle soll es eine gefälschte Inschrift gegen, die ich aber nicht entdeckt habe.
Von der Bennohöhle geht es noch ein paar Meter (höchstens 100 Meter) den Hang hinauf, bis auf der linken Seite ein Felseinschnitt mit einem deutlich sichtbaren Pfad kommt. In diesen breiten Felseinschnitt steigt man ein paar Meter hoch und dann sieht man auf der linken Seite eine riesige Höhle bzw. vorne sieht es nach einem Felsentor aus. Hier kann man ganz hervorragend drin herumturnen. Auf der rechten Seite sind zwei unterschiedliche Eingänge in Höhlen zu sehen. Zum Anfang des Pfades sieht man eine kleine Schräge, die in einem Höhlenmundloch endet, das ich aber nicht als Zugang erkannt habe. Es ist der Zugang zur Winkelklufthöhle. Diese Höhe soll tatsächlich für Menschen begehbar sein. Sie ist 14 Meter lang und dazu 11 Meter tief. Das hört sich meiner Ansicht nach so an, als wenn das Verhältnis Länge zu Tiefe nur für echte Höhenforscher mit Kletterzeug möglich ist.
Zugang_Tiefe_Hohle_kleinEin paar Meter den Pfad nach oben gegangen, dann sieht man auf der rechten Seite eine kleinere Schlucht, die nicht den Eindruck macht, als ob sich hier ein Eingang für eine Höhle befindet. Das Höhlenmundloch für die Tiefe Höhle befindet sich unter dem Felsen, der als Zugang dient. Eingang_Tiefe_Hoehle_Bielatal_kleinUm zum Zugang zu kommen muss man ein bisschen klettern, aber wer dann in die Höhle möchte, der muss sowieso klettern können. Die ersten paar Meter sind im Kriechgang um eine scharfe Ecke zu bewältigen, danach geht es in einem Kaminschacht von 6,5 Meter nach unten. Hier war für mich die Höhlenerkundung zu Ende, da ich dafür überhaupt nicht ausgerüstet bin. Insgesamt ist die Tiefe Höhe, laut dem Höhlenführer der Sächsischen Schweiz, 45 Meter lang und 22,5 Meter tief. Im vorderen Bereich der Höhle gibt es eine Stelle, die Eisraum heißt, da im Winter von oben Schnee und Eis in die Höhle eindringen kann.
Die weitere Wanderung geht jetzt zu einer Höhle die Eisloch/Eishöhle heißt und auch wieder für Normalsterbliche zu erreichen ist. Von der Tiefen Höhle geht es wieder auf dem bekannten Weg zurück bis runter auf die asphaltierte Straße des Bielatals. Auf der Straße wandert man nach rechts und kommt schon nach ein paar Metern an der Bielatal-Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes vorbei. Kurz hinter dem Bergsteigerhaus hört die asphaltierte Straße auf und geht in einen normalen Forstweg über. Ungefähr 100 Meter hinter dem Asphalt biegt nach links ein Pfad ab, der mit Schwedenhöhle/Eisloch ausgeschildert ist. Diesem Pfad folgt man ungefähr 300 Meter und dann geht es nach links den Hang hoch. Auch an diesem Abzweig steht netterweise ein Hinweisschild für die Höhlen. Die beiden Höhlen befinden sich an der Stirnseite des Talkessels. Eisloch_Bielatal_mit_Schnee_kleinDas Eisloch ist auf der rechten Seite der Felswand. Es ist sehr einfach zu finden. Ich war wirklich verwundert, aber bei mir hat sich der Name bewahrheitet. Anfang Juni lag doch tatsächlich noch Schnee in dem Loch. Das Eisloch ist 11,5 Meter lang und 8 Meter tief. Mir ist es selber nicht so tief vorgekommen, aber vielleicht hat ja tatsächlich so viel Schnee noch in dem Loch gelegen. Auf jeden Fall fällt die Höhle nach hinten ab und es sind schon einige Meter.
Eingang_Schwedenhoehle_Bielatal_kleinVom Eisloch geht es an der Felswand entlang bis zur linken Seite der Stirnseite des Talkessels. Hier befindet sich der Eingang in die Schwedenhöhle. Das Mundloch ist nur im Kriechgang zu bewältigen. Der Weg schlängelt sich mit einigen Haken durch den Felsen und ist aber für fast jedermann zu bewältigen. Gang_in_Schwedenhoehle_Bielatal_kleinInsgesamt geht die Höhle 22 Meter in den Felsen und ist eigentlich nichts anderes als eine Spalte zwischen ein paar senkrecht stehenden Felswänden. Der Höhlenname kommt aus Zeiten zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und den Napoleonischen Befreiungskriegen. Die Bezeichnung Schweden… taucht an einigen Stellen der Sächsischen Schweiz auf und deutet immer drauf hin, dass die Einheimischen sich und ihr Eigentum vor Schwedischen Invasoren hier in Sicherheit brachten. Im Bereich der Bastei gibt es z.B. noch die Schwedenlöcher und am Steinbruchpfad der Stadt Wehlen befindet sich eine weitere Schwedenhöhle. Dass die Höhle schon ziemlich lange bekannt ist, beweisen die zwei Jahreszahlen 1818 und 1847, die in den Felsen gemeißelt sind. Decke_in_Schwedenhoehle_Bielatal_kleinDa ich leider ziemlich unvorbereitet in die Höhle gekrochen bin, habe ich nicht versucht, das Ende der Höhle zu finden. Laut der Beschreibung in dem Heft 02/2004 des Sächsischen Bergsteigerbundes ist die Höhle aber als kindergeeignet eingestuft und wird extra für eine Kinderwanderung empfohlen. Also scheint wirklich nichts Gefährliches dran zu sein. Vielleicht sollte man seinen Zwergen sagen, dass sie nicht an der Decke der Höhle rumfummeln sollen, da mindestens an einer Stelle ein paar ältere kleine Baumstämme die Decke stützen.
Nach der Exkursion in die Schwedenhöhle geht es wieder auf dem bekannten Weg zurück. Also auf dem Pfad von der Schwedenhöhle bis zur Bielatalstraße und dann über die Bielatalstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit hat man eine nette kleine Runde absolviert, die einige Spannung erzeugen kann und mal nicht die ganze Zeit nach oben zielt, sondern auch mal in die Unterwelt abtaucht. Die Zeitangabe zu dieser Wanderung ist natürlich nur für meine Runde geeignet. Wer eine der beiden größeren Höhlen ausgiebig erkunden möchte, muss mit viel mehr Zeit rechnen und, mindestens bei der Tiefen Höhle, eine wirklich ordentliche Ausrüstung dabeihaben. Was bei so einer Höhlenbesuch auch unabdingbar ist, ist dass man nicht alleine in der Höhle rumkriecht, weil das im Falle eines Unfalls sehr unangenehm werden kann.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rosenthal Schweizermühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Ottomühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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