Hohnsteiner Runde

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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 11,50 km
Höhenunterschied:
ca. 280 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Stolpen und das Stolpener Land;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Polenztal - Heeselichtmühle - roter Punkt - Scheibenmühle - Karl-Lampe-Weg - Märzenbecherwiesen - Bockmühle - Landweg - Cunnersdorf - Liebensberg - Liebensgrund - Bärenholl - gelber Strich - Polenztal

Beschreibung:

Es gibt ein paar Standardrunden, die der Großteil der Besucher der Märzenbecherwiesen unternehmen. Wer eine etwas größere Runde gehen möchte, für den bietet sich die Hohnsteiner Runde an. Es ist zwar ein bisschen sonderbar, eine Wanderung „Hohnsteiner Runde“ zu nennen, obwohl die eigentliche Stadt Hohnstein überhaupt nicht berührt wird, aber da diese Runde in der Sächsischen Zeitung  so beschrieben war, haben wir es eben so übernommen. Immerhin wird mit dem Bärenholl ein zur Stadt gehörendes Gebiet passiert. Damit man sich nicht mit dem Parkplatzproblem an der Bockmühle bzw. dem offiziellen Märzenbecherparkplatz herumschlagen muss, befindet sich der Startpunkt auf dem Randstreifen zwischen der Rußigmühle (www.russigmuehle-polenztal.de) und der Heeselichtmühle (www.heeselichtmuehle.de). Bei dieser Straße handelt es sich um ein Teilstück der ehemaligen Rennstrecke, wodurch sich die seltsame Breite der Straße erklärt. Heutzutage ist die Geschwindigkeit durch ein paar Einbauten sehr reglementiert und so ist es nicht besonders unangenehm, auf dieser Straße aufwärts bis zur Heeselichtmühle zu wandern.
Spätestens an der Heeselichtmühle kann man die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt entdecken und auf dieser geht es ins Polenztal hinein. Sehr nett ist gleich am Eingang zum Grundstück die Skulptur mit dem Pferdekopf. Im Frühjahr 2016 „fraß“ das Pferde gerade Weidenkätzen. Der offizielle Wanderweg führt einmal zwischen den Gebäuden der Heeselichtmühle hindurch und dann in das Polenztal hinein. Schon gleich hinter dem Gelände der Heeselichtmühle kann man die ersten Märzenbecher entdecken. Auf der linken Wiese steht eine Besonderheit in Form einer großen Badewanne, die anscheinend mit einem darunter angebrachten Feuer beheizt wird. Ich habe zwar noch nie jemanden in dem Topf gesehen, aber unterhaltsam sieht es aus. Gleich auf den nächsten Metern am Bach entlang erreicht man eine tiefere Stelle im Bachlauf, über der lustigerweise ein Seil zum Schaukeln hängt. Als Erwachsener kann man sich nur sehr schlecht vorstellen, in diesen zu jeder Jahreszeit saukalten Bach zu springen, aber Kinder sind da ja bekanntlich schmerzfrei.
Der Wanderweg führt durch das wirklich nette Polenztal und zumindest in den Monaten März und April kann man an vielen Stellen die kleinen Märzenbecher entdecken. Maerzenbecher_bei_der_Scheibenmuehle_kleinNach einem ¾ Kilometer passiert die Wanderung die Scheibenmühle. Sehr erfreulich ist, dass hier in den letzten Jahren einige erhaltende Maßnahmen unternommen wurden. Das dürfte schon wirklich anstrengend sein, da das Gelände und die Gebäude wirklich riesig sind und damit bestimmt auch große Geldmengen und Zeit verschlingen.
Die Wanderung über den Karl-Lampe-Weg ist wirklich sehr angenehm und nur an ganz wenigen Stellen müssen ein paar Höhenmeter überwunden werden. Maerzenbecher_am_Wiesenrand_Polenztal_kleinAn zwei Stellen sind etwas größere Basaltstufen zu überwinden, wobei man an einer Stelle mit drei Eisenklammern eine Hilfestellung erhält. Das hört sich spektakulär an, ist aber leicht zu bewältigen. Je weiter man im Polenztal aufwärts wandert, desto mehr Menschen trifft man an. Ganz am Ende, also den letzten ½ Kilometer vor der Bockmühle, wird es dann noch mal richtig lustig. Hier versuchen Besucher mit gewöhnlichen Straßenschuhen (wir haben auch Ballerinas und weiße Turnschuhe gesehen) ihr Schuhwerk sauber zu halten. ordentlich_dreckige_Schuhe_kleinDa die Märzenbecher aber nur im Winter bzw. Frühjahr blühen und außerdem ganz besonders feuchte Wiesen benötigen, sieht auch der Wanderweg nach ein paar hundert, oder sind es sogar tausend, Besuchern einfach nicht mehr so aus wie eine Einkaufsmeile. Ok, die Schuhe müssen auch nicht so aussehen wie meine, aber so ein bisschen Matsch lässt sich in der Natur kaum vermeiden.
In diesem Bereich stehen aber auch sehr große Mengen an Märzenbechern und erst auf der großen Wiese vor der Bockmühle wird die Anzahl wieder geringer. Nachdem man die Straße erreicht hat, geht die Wanderung nach rechts weiter. Man passiert die Bockmühle (www.bockmuehle-hohnstein.de) und nach 150 Metern auf der Straße biegt man schon wieder nach rechts ab. Es handelt sich um den asphaltierten Cunnersdorfer Landweg, den man aufwärts geht. Hier knubbeln sich bei sonnigem Wetter die anderen Besucher der Märchenbecherwiesen auf den Parkmöglichkeiten, aber seltsamerweise ist der Zu- und Abfahrtsverkehr nur ganz leicht störend.
Nachdem man aus dem Polenztal herausgestiegen ist, geht es auf Cunnersdorf zu und dann an der Seite entlang. Insgesamt wandert man 2 Kilometer auf dem kleinen Landweg. Windkraftanlage_Cunnersdorf_kleinKurz vor dem Ortausgang fällt auf der linken Straßenseite eine Miniwindkraftanlage auf. Das Ding verwundert mich immer wieder, da es sehr nah an der Ortschaft steht und bei jeglichem Wind unwahrscheinlich leise ist. Dabei hat die Anlage immerhin eine Leistung von mehreren Kilowatt (entweder 3,5 oder 5 kW) und es wäre sehr interessant zu erfahren, wieviel die jährliche Ausbeute ist. Knapp gegenüber von dem Windrad biegt nach rechts ein Feldweg mit einem schönen breiten Feldrain ab. Der Feldweg führt ungefähr 1 ½ Kilometer in die Richtung des Polenztals, bis der Waldrand am oberen Ende des Liebensgrund erreicht wird. Hier steht zum Glück ein Wegweiser, sonst würde man den Abstieg in den Grund sehr schnell übersehen. Liebensgrund_kleinAuf den ersten paar Metern des Abstiegs sollte man vorsichtig sein, da es etwas steiler und matschiger abwärts geht, nicht, dass man außer den dreckigen Schuhen auch noch eine dreckige Hose hat. Nach diesen paar Metern (14 Höhenmeter) steilerem Abstieg geht es mit einem sehr angenehmen Gefälle immer weiter durch den schönen Grund des Bärenhollflüsschens. Hier kann man sehr gut sehen, dass man außerhalb des Sandsteins unterwegs ist, weil einerseits der Untergrund eher einer Bahntrasse ähnelt  und außerdem die Seitentäler eine V-form haben (ein Sandsteintal ist mehr U-förmig). Der Bärenhollgrund endet auf der Straße zwischen Rußigmühle und Heeselichtmühle. Auch wenn es eigentlich doch ein ganzes Stück auf Straßen entlang geht, so fällt es bei dieser Wanderung gar nicht so unangenehm auf und das lange Stück durch das Polenztal mit den vielen Märzenbecherflecken ist wirklich eine schöne Frühjahrsrunde.

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