Hrensko - Decin

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivnegativnegativnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 7,00 h
Entfernung:
ca. 25,00 km
Höhenunterschied:
ca. 930 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
sehr lang
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Elbetal - Dürren Kamnitz - grüner Strich - Niedergrund - Kaltenbach - Laube - Laubengrund - grüner Strich - roter Strich - Rosenkamm - Binsdorfer Hübel - Die Allee - Belvedere - Elbleiten - Dürrenkamnitzklamm - Elbe

Beschreibung:

Diese Tour ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder mit dem Finger auf den Wanderkarten unterwegs war und in der Karte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) einen Pfad neben der B172 bzw. im Tschechischen heißt die Straße 62 entdeckt habe. Sollte es tatsächlich einen Pfad von Hřensko (Herrnskretschen) nach Děčín (Tetschen) geben? So etwas muss natürlich gleich mal in der Natur erkundet werden. Der Startpunkt liegt am Ortsausgang von Hřensko (in Richtung Děčín), am unteren Ende der Suchá Kamenice (Dürren Kamnitz). Wanderweg_Richtung_Belvedere_kleinVon dem Parkplatz geht es über die Brücke und dann gleich dahinter nach links auf dem Waldweg leicht aufwärts. Hier ist der Wanderweg mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet und ungewöhnlich angenehm zu wandern. Auf gleich mehreren Wanderkarten sind nach ½ Kilometer mehrere Höhlen links oben in Richtung des Felsfußes eingezeichnet, aber irgendwie habe ich an keiner einzigen Stelle einen Zugang nach links oben entdeckt. Da die Wanderung für zu viele Entdeckungstouren zu lang ist, muss diese Suche auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die Namen von zumindest drei der Höhlen müssten Naturfreundehöhle, Damenhöhle und Rübezahlhöhle sein. Alle drei Höhlen scheinen aber auch nicht so ganz einfach zu begehen zu sein, da auf anderen Webseiten von 8 Meter hohen Kaminen geschrieben wird.
Die Wanderung geht auf fast gleichbleibender Höhe etwas mehr als 2 Kilometer der grünen Wanderwegmarkierung hinterher. Elbefaehre_nach_Niedergrund_kleinZwischendurch kann man auf der Elbe die kleine Autofähre rüber nach Dolní Žleb (Niedergrund) entdecken. Es ist schon ganz schön ungewöhnlich, dass sich so eine kleine Fähre für höchstens drei Autos lohnt. Bis zu dieser Wanderung habe ich zwar das Schild Dolní Žleb schon an der Straße gelesen, aber es war mir nicht aufgefallen, dass sich die Ortschaft auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet. Nach den besagten 2 Kilometern weist ein Wegweiser nach links den Hang hoch zum Belvedér (Belvedere). Hier sollte man nicht versuchen, geradeaus zu wandern, auch wenn der Pfad verführerisch aussieht. Dem Weg im spitzen Winkel folgt man ¼ Kilometer aufwärts bis kurz vor die Felswand. Hier biegt deutlich sichtbar ein Pfad nach rechts ab, dem man jetzt unmarkiert weiter folgt. Das jetzt folgende Teilstück ist schon super ruhig und ganz selten trifft man auf Kletterer. Genau für diese ist der Pfad auch mit den weißen Pfeilen als Zugang zum Klettergipfel gekennzeichnet. Nach fast 2 Kilometern kreuzt man den Bachlauf Studený potok (Kaltenbach) und es geht weiterhin auf dem Pfad entlang. Nach 300 Metern und dann nochmals nach 1 ½ Kilometern sollen sich am Felsfuß wieder Höhlen befinden, wobei mindestens die Stelzigová jeskyné (Stelzighöhle) bei Speläologen (Höhlenforschern) beliebt ist, weil es sich bei dieser Höhle anscheinend um eine etwas größere Kammer handelt, die aber nur durch einen super schmalen Zugang erreicht werden kann.
Spätestens ab dieser Stelle wird es aber fast unmöglich, den weiteren Pfad zu finden und man muss schon mal bereit sein, kreuz und quer zu wandern. Ganz extrem ist es ½ Kilometer hinter der Stelzighöhle, weil sich hier irgendwelche ungewöhnlichen Steinbrüche befinden. Die sind zwar auch schon lange nicht mehr in Betrieb, aber seltsamerweise ist hier auch überhaupt kein Weg mehr zu entdecken. Blick_auf_Decin_von_Laube_kleinUnterhalb der Felsens des Rosenkamms wird es dann wieder besser und zwischendurch wird der Pfad sogar wieder zu einem richtig ordentlichen Waldweg. Kurz vor dem Wendepunkt der Wanderung hat man dann auch einen netten Blick runter auf den Hafen von Děčín. Hier führt der Pfad neben einem Gartenzaun runter zu den ersten Häusern von Děčín.
Jetzt beginnt der zweite Teil dieser Wanderung, der auch um ein Vielfaches schöner ist als die seltsame Wegsuche der letzten Stunden. Gleich am ersten Haus führt nach links ein Weg wieder in die Richtung der Felsen. Der Weg ist ziemlich breit und wird auch von den Schrebergärten als Zufahrt benutzt. Die Schrebergärten haben als passenden Ortsnamen Loubí (Laube). Gleich am ersten Garten gabelt sich der Weg und man hält sich links. Nach den ersten Metern des Loubská rokle (Laubengrund) stößt die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich mit auf den Aufstieg. Insgesamt geht es einen Kilometer auf dem etwas hubbeligen Waldweg aufwärts bis zur ersten Wegkreuzung. Hier wird die grüne Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach links auf dem roten Strich roter Strich weiter. Auch dieser Weg steigt noch ein Stück an, aber nach einem ¾ Kilometer wird man mit einer sehr schönen Aussicht in das Elbtal belohnt.
Wer denn nicht gleich neben einer komischen Antennenanlage seine Rast abhalten möchte, der wandert Aussichtplatz_am_Rosenkamm_kleinnoch einen Kilometer weiter, um dann nach links auf den Růzový hřeben (Rosenkamm) abzubiegen. Blick_vom_Rosenkamm_Richtung_Decin_kleinVon hier muss man ¼ Kilometer bis vor zur Aussicht wandern und dann wird man mit einem sehr schönen Blick ins Elbtal belohnt. Als ich dort saß und meine Semmel und den Knacker aß, griff auf einmal eine Hand über die Felskante und ein Kletterer schwang sich äußerst elegant auf die Aussichtsplattform. Leider war es ein Tscheche und so war nur ein freundlicher Blick und ein dobrý den (Guten Tag) möglich.
Die Wanderung führt von dieser Aussicht ein riesiges Stück weiter auf dem roten Strich. Zwischendurch passiert man einen vollkommen abseits gelegenen Bauernhof und ein paar Flächen einer Baumschule. Die_Allee_Binsdorf_Belvedere_kleinNach etwas mehr als 3 Kilometern wird der Waldweg auf einmal schnurgerade. Das stellt man als erstes auf der Landkarte fest, aber auch in der Natur ist der Weg auffällig. Links und rechts des Weges stehen und liegen massive Sandsteinklötze, die früher den Verbindungsweg zwischen dem Schloss der Grafen Clary-Aldringen und der Aussicht Belvedér (Belvedere) gekennzeichnet haben. Das Schloss ist 1790 abgebrannt, aber die Allee mit ihren Steinen und die Aussicht Belvedér (Belvedere) sind erhalten geblieben. Die Aussicht ist auch das nächste Ziel dieser Wanderung. Überraschenderweise ist die Aussicht meistens ziemlich leer und das obwohl man diese riesige Hochzeitsgesellschaft_Belvedere_kleinPlattform so einfach erreichen kann. Sehr interessant war bei meiner Wanderung, dass gerade auf der großen Fläche eine Hochzeit stattfand und lauter gutgelaunte Menschen herumliefen. Der Fotograf hatte einen besonderen Platz auf der Sandsteingrotte gefunden und knipste von dort oben die Hochzeitsgesellschaft. Die Gäste im Restaurant waren genauso wie ich über das glückliche Paar erfreut und es gab einen ordentlichen Applaus, als das Paar mit seiner Gesellschaft vorbeizog.
Von dem schönen Platz muss man wieder ein kurzes Stück zurück wandern, um dann nach links auf der bekannten roten Wanderwegmarkierung in die Ortschaft Labská Stráň (Elbleiten) hinein zu gelangen. Wenn man links über das Feld blickt, kann man die langgezogene Felswand am Pravčická brána (Prebischtor) entdecken und auch das Tor lässt sich sehen. In der Ortschaft ist es ein bisschen schwieriger, die Wanderwegmarkierungen zu entdecken, aber das ist eigentlich auch nicht so besonders schlimm, da man sich einfach an der größten Straße des Ortes orientieren kann. Der rote Strich biegt ganz kurz vor dem Ortsausgang nach links runter ins zerklueftete_Felswand_im_Duerrkamnitztal_kleinTal Suchá Kamenice (Dürre Kamnitz) ab. Die letzten 3 Kilometer erfolgen durch dieses wirklich fantastische Tal mit seinen felsige_Bank_im_Duerrkamnitztal_kleinhohen Sandsteinwänden und dem kleinen Bachlauf. In den Sommermonaten plätschert nur ganz wenig Wasser den Hang hinunter, aber das kann sich mit einem ordentlichen Gewitter oder einem Starkregen wie im Sommer 2010 gravierend ändern. Selbst zwei Jahre nach diesem Unwetter waren die Spuren zumindest im unteren Teil der Schlucht deutlich zu sehen.
Damit ist eine Wanderung zu Ende gegangen, die leider so überhaupt nicht zu empfehlen ist. Der Hinweg bis nach Děčín (Tetschen) war ein interessantes Experiment, das aber leider überhaupt nicht geklappt hat. Dieses Teilstück der Wanderung kann man leider nicht empfehlen. Der Rückweg hingegen ist eine tolle Wanderung mit gleich mehreren interessanten Aussichten und einer ungewöhnlichen Ruhe.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Böhmen / Schöna mit dem VVO-Navigator und dann weiter mit dem Tschechischen Navigator (jizdnirady.idnes.cz).
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Dürrkamnitz

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