Hundsnasengrund

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,75 h
Entfernung:
ca. 9,00 km
Höhenunterschied:
ca. 460 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Postelwitz - gelber Strich - Zahnsborn - Postelwitzer Steinbrüche - Gute Ader Wand - Gute Bier Wände - Gutebierborn - grüner Punkt - Elbleitenweg - Hundsnasengrund - blauer Strich - Lattengrund - Zahnsgrund - Meergründel - Emmabankweg - Emmabank - Emmabankweg - Wolfsgraben - grüner Punkt - Postelwitz

Beschreibung:

Im Buch Heimat- und Naturgeschichte der Sächsischen Schweiz Band 2 von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) habe ich eine Beschreibung des Hundsnasenlabyrinths entdeckt und gerätselt, warum der Pfad in den Bad Schandau-Karten von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) nicht eingezeichnet ist. So etwas muss einfach in der Natur angesehen werden und so geht es auf eine kleine Erkundungstour. Natürlich ließe sich die Stelle mit einer ganz kurzen Wanderung erforschen, aber das ist einfach zu langweilig und so liegt der Startpunkt an dem Parkstreifen vor den Sieben-Brüder-Häusern in Postelwitz. Das erste Stück der Wanderung führt in Richtung Schmilka auf dem Bürgersteig, bis auf der linken Seite der gelbe Strich gelber Strich abbiegt. Bei diesem Weg scheint es sich um einen uralten Wanderweg zu handeln, denn genau auf der Ecke steht eine dieser Sandsteinsäulen, die in weit vergangenen Zeiten die damaligen Wanderer leiteten. Der Wanderweg führt an einem Kneippbecken vorbei und erreicht nach den ersten 40 Höhenmetern die Zufahrtsstraße von Ostrau. Die Straße wird überquert und auf der gegenüberliegenden Seite geht es nur noch 20 Meter auf dem markierten Wanderweg weiter. Dann biegt nach rechts ein Pfad ab, auf dem es weiter in Richtung der Postelwitzer Steinbrüche geht. Obwohl der Haldenweg in Dr. Böhms Bad Schandau-Karte nur als ein ganz kleiner Pfad eingezeichnet ist, kann man ihn in der Natur recht gut erkennen und so geht es sehr angenehm auf vollkommen gleichbleibender Höhe entlang. Schon auf den ersten Metern des Haldenweges weist ein Schild des Sächsischen Oberbergamts auf die Steinschlaggefahr hin. Wenn man sich so im Laufe eines Jahres die ganzen Steinschläge/Felsstürze der Sächsischen Schweiz ansieht, dann ist es eigentlich verwunderlich, dass man überhaupt noch in die Natur darf. Das Sächsische Oberbergamt ist für die alten Steinbrüche zuständig und löst das Problem des Steinschlages, indem es alle Haldenwege durch nette grüne Schilder sperrt. Da sich der Pfad auf dem Haldenweg aber ein ganzes Stück von der eigentlichen Felswand fern hält, sollte die Gefahr eines Steinschlages ziemlich gering sein.
Auf dem weiteren Weg kann man aber auch noch ein paar Schutzbauten oberhalb der Häuser entdecken, Steinschlag_Schutzwand_Postelwitzer_Steinbruch_kleindie für nicht nur als Schutz vor einem Steinschlag, sondern auch vor größeren Murmeln geeignet sind. Eine dieser großen Murmeln kann man am Ortsausgang von Bad Schandau/Postelwitz im Garten eines Hauses entdecken. Nicht nur die Schutzeinrichtungen kann man hier auf dem Haldenweg erkennen, sondern auch noch die einzelnen Zugänge zu den Steinbrüchen, zum Teil stehen auch noch die Steinbruchnummern dran und die Fundamente einzelner Häuser sind auch noch zu entdecken. Nach 1 ½ Kilometern erreicht man die Berghütte Zum Guten Bier, an der es nach links an den nächsten Aufstieg geht. Noch bevor es aber ernsthaft an den Aufstieg geht, passiert man einen Blick entlang der Steinbruchwände. Natürlich sind die Felswand_Gute_Bier_Waende_kleinsenkrechten, 30 Meter hohen Felswände schon etwas ganz Besonderes, wenn man aber überlegt, wie diese Wände entstanden sind, dann ist es bewundernswert. Die Steinbrecher haben am unteren Rand die Felswand so tief ausgehöhlt, bis sie unter ihrer eigenen Last abgebrochen ist. Natürlich haben die Steinbrecher schon ganz raffinierte Techniken benutzt (Steinsäulen stehen lassen, Glasscherben oder Holzsäulen als akustische Warnung usw.), aber eine freistehende 30 Meter hohe Felswand birgt dennoch eine ordentliche Gefahr. Zu der damaligen Zeit ist der Beruf des Steinbrechers auch eine der gefährlichsten, aber auch bestbezahlten Arbeitsfelder der Gegend gewesen. Sehr erfreulich war es, wenn denn bei einem Unfall tatsächlich ein paar Steinbrecher überlebt haben und genau an so einen Fall wird an einem der großen Felsen neben der Berghütte gedacht. Die Inschrift ist: Zur Erinnerung an die glückliche Rettung der 24 Verschütteten 1862, 1912 und 1937. Links und rechts neben der Inschrift waren früher Hakenkreuze, die aber inzwischen herausgemeißelt und nur noch grob zu erahnen sind.
Die Wanderung steigt also an den Gute Bier Wänden hoch in Richtung Elbleitenweg. Der Aufstieg hier ist super angenehm zu wandern. Es geht durch eine langgezogene Sandsteintrog_Gutebierborn_kleinSenke aufwärts, in der man nach ¼ Kilometer den Gutebierborn erreicht. Diese Quelle unterteilt sich in zwei unterschiedliche Gefäße. Edelstahl_Gutebierborn_kleinDas erste ist ein Trog aus Sandstein, der einem sofort ins Auge fällt. Der zweite Behälter ist aus Edelstahl mit einem ordentlich schweren Deckel. Wenn man den Deckel aufklappt, sieht es darin richtig toll aus. Der Behälter ist blitzeblank sauber und das Wasser darin glasklar. Das geht natürlich nur, wenn keine Blätter oder Sonstiges reinfallen und darauf sollte man beim Öffnen unbedingt achten.
Die Wanderung führt weiter durch die Senke bis hoch zum Elbleitenweg. Dieser breite Forstweg ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt gekennzeichnet und wird nach links weiter gewandert. Dieser Weg ist nicht besonders interessant zu gehen, aber dafür wandert man sehr angenehm auf ziemlich gleichbleibender Höhe um den südlichsten Ausläufer der Schrammsteine. Auf der gegenüberliegenden Seite des Ausläufers trifft man nach ½ Kilometer auf eine große Wanderwegkreuzung, an der in alle vier Himmelsrichtungen Wanderwege weg gehen. Vollkommen unauffällig führt gleich hinter den typischen Nationalpark-Informationstafeln der Hundsnasengrund hinunter. Abstieg_Hundsnasengrund_kleinDer Abstieg ist wirklich super einfach zu gehen und auch den passenden Weg zu finden ist sehr leicht. Als ich den Grund hinunter gegangen bin, standen auf einmal rechts vom Weg zwei Kletterer, die mich fragten, ob ich auch die Hundsnase suchen würde. Schon ganz schön komisch, wenn man einen Felsen zum Klettern sucht und ihn nicht findet. Aber vielleicht ist es auch ganz gut, dass die beiden Kletterer den Felsen nicht gefunden haben, weil dieser eigentlich ganzjährig für Kletterer gesperrt ist.
Nach ca. 200 Metern erreicht man einen richtig großen Felskessel, der nach vorne hin zur Elbe weit Felsenkessel_Hundsnasengrund_kleingeöffnet ist. Auch wenn es von oben erst mal nicht so aussieht, so fällt schon nach wenigen schrägen Metern die Felswand über mehrere dutzende Meter senkrecht ab. Hier sollte man lieber nicht zu sehr an der Kante herumturnen, aber das ist auch überhaupt nicht notwendig, weil die Ebene des Felskessels wirklich riesig ist. Auch wenn es zuerst nicht so aussieht, so führt noch ein weiterer Grund (linker Hand, wenn man von der Kante in Richtung Felsen schaut) aus dem Felskessel heraus. Ausgang_Hundsnasengrund_kleinDieser Aufstieg ist ein bisschen steiler als der Abstieg, aber immer noch ganz gut zu bewerkstelligen. Auch stehen hier die Felsen ein ganzes Stück näher beieinander und zwischendurch kann man auch noch einen mächtigen Strudeltopf entdecken. Genauer gesagt, wandert man mitten durch diese Stelle, an der das Wasser in weit vergangenen Zeiten am Felsen genagt hat. Der linke Grund hat eine Länge von weniger als 100 Metern und dann stößt man auf eine Gabelung. Auf der rechten Seite sind zwei Felsmurmeln in die Schlucht gefallen, die man zwar noch unterqueren kann, aber dahinter ist der weitere Weg zu Ende. Deshalb führt die Wanderung weiter nach links durch die schmale Schlucht. Im Herbst 2011 lag hier ein richtig großes Stück von einer Bienenwabe. Woher auch immer dieses Stück gekommen ist, es war schon sehr komisch, in dieser feuchten Schlucht Spuren eines Bienenvolks zu finden.
Am Ende des Schlucht-Ausläufers sollte man sich links halten, um noch zu einer schönen Aussicht zu gelangen. Blöderweise ist für die nächsten 100 Meter kein richtiger Pfad mehr zu sehen, da der Weg einfach nur in einem flachen Wald entlang führt. Aber die Richtung ist eine Verlängerung der Schlucht und verläuft parallel zur Felskante. Nach den besagten 100 Metern stößt man wieder auf einen Waldweg, der nach links zur Felskante der Steinbrüche führt. Diese Aussicht ist ein ganz besonderer ruhiger Platz, von dem man einen schönen Blick auf die Elbe und die Tafelberge der linken Elbseite hat.
Auf dem Zugang zu der Aussicht geht es wieder zurück bis zum blau markierten Wanderweg blauer Strich. Dieser Wanderwegmarkierung Oberhalb_vom__Lattengrund_Blick_auf_Falkenstein_kleinfolgt man nach links. Das erste Stück verläuft noch in der Horizontalen und bevor es über so einige Stufen runter in den Lattengrund geht, befindet sich rechts vom Weg noch eine kleinere Aussicht. Von hier kann man nett nach links bzw. geradeaus auf den Falkenstein und nach rechts auf den Torstein blicken. Felsen_und_Holzsteig_im_Lattengrund_kleinDer Weg durch den Lattengrund ist angenehm zu wandern und sieht durch die hohen Felswände immer wieder nett aus. Der Lattengrund endet an dem bekannten Zahnsgrund. Natürlich könnte man jetzt die Wanderung abkürzen und nach links die Straße ein paar Meter hinunter wandern, um gleich wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen, aber viel schöner ist noch ein kleiner Abstecher zur Emmabank.
Dazu geht es gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite weiter der blauen Wanderwegmarkierung hinterher. Nach etwas weniger als 200 Metern Aufstieg erreicht man eine Wanderwegkreuzung Felsen_im_Meergruendel_kleinmit einem Hinweisschild zur Emmabank/Meergründel nach links. Der Aufstieg ist relativ angenehm und passiert bald ein paar Wiesen mit Blick auf kleinere Felsen. Diese Felsen fallen irgendwie besonders auf, da sie ungewöhnlich klein und rund aussehen und so nett am oberen Rand der Wiese stehen. So könnten sie auch in irgendeinem Vergnügungspark oder einer Miniaturwelt stehen.
Am Ende des Meergründels biegt die Blick_ueber_Zahnsgrund_auf_Elbe_kleinWanderung nach links ab und es geht auf fast gleichbleibender Höhe zur Emmabank. Die Emmabank ist keine spektakuläre Aussicht, aber sie erlaubt einen netten Blick aus dem Zahnsgrund auf die Elbe. Diese Aussicht ist ein ziemlich beliebter Punkt bei den Gästen der Falkenstein-Klinik, da man den Platz super angenehm von Ostrau aus erreichen kann. Die meisten Gäste nutzen den Spaziergang in den Nachmittagsstunden zwischen 14 und 16 Uhr. Den Weg nach Ostrau geht es entlang. Hier fallen ganz besonders die riesigen Eichen am Wegesrand auf. Nach einer Strecke von einem Kilometer kreuzt der Wolfsgraben den Weg und die Wanderung biegt nach rechts in Richtung Ostrau ab. Eigentlich soll die Wanderung durch den Wolfsgraben herunter führen, aber es empfiehlt sich, zuerst noch ein paar Meter bis zu den ersten Häusern weiter zu gehen. Dann erreicht man eine sehr nette Aussicht nach rechts über die Felder auf die Schrammsteinkette und den Falkenstein.
Nachdem man sich an diesem schönen Blick satt gesehen hat, geht es durch den besagten Wolfsgraben abwärts. Der Abstieg ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und im Herbst ein bisschen unangenehm zu wandern, wenn reichlich Blätter auf dem Weg liegen. Vermutlich ist der Weg aber auch im unterer_Teil_Wolfsgraben_kleinWinter mit einer geschlossenen Schneedecke nicht viel besser. Ungewöhnlicherweise hat der Weg aber sogar eine Straßenbeleuchtung und im unteren Teil wird das Wandern auch wieder viel angenehmer. Der Wolfsgraben erreicht das bewohnte Gebiet in Bad Schandau/Postelwitz an der B172-Engstelle. Die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen nach links auf dem Bürgersteig.
Damit ist dann eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die mal wieder ein paar interessante Punkte (Postelwitzer Steinbrüche und Hundsnasengrund) geboten hat, die nicht so ganz zu den Standard-Wanderungen in der Sächsischen Schweiz gehören.

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