Kaltenberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 5,00 h
Entfernung:
ca. 18,50 km
Höhenunterschied:
ca. 771 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
lang
viele Höhenmeter
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kreibitz - blauer Strich - roter Strich - Kaltenberg - Goldberg - roter Strich - blauer Strich - Himpelberg - alte Waldbühne - Kreibitz

Beschreibung:

Auf der Wanderung Sakraldenkmäler war mir am Startpunkt ein Schild über den Studenec (Kaltenberg) aufgefallen. Da ich diesen Berg noch nicht bestiegen hatte, musste doch gleich mal eine Erkundungsrunde unternommen werden und so viel schon mal vorweggenommen, sie war viel besser als erwartet.
Der Startpunkt für diese Wanderung befindet sich am Sportplatz bzw. vor dem Schulgebäude von Chřibská (Kreibitz). Wenn man sich den ersten Kilometer der Wanderung nur auf einer Landkarte ansieht, dann macht es den Eindruck, als wenn man auf der gut befahrenen Landstraße 263 in Richtung Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) wandern müsste. Dem ist aber nicht so, sondern es geht erst ein paar Meter auf dem Bürgersteig aus dem Ort heraus und dann auf der linken Straßenseite hinter dem Gebüsch weiter. Der Weg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Nach dem besagten Kilometer überquert der markierte Wanderweg die Straße und es geht gegenüber noch ein paar Meter über Wiesen und dann im Wald weiter. Kurz hinter dem Waldrand biegt der markierte Wanderweg nach links ab und dann geht es relativ leicht ansteigend aufwärts. Auf der rechten Wegseite netter_Boehmischer_Rastplatz_kleinbefinden sich zwei kleinere Gipfel, die aber so unwichtig sind, dass nur einer überhaupt einen Namen (Bukovina) hat. Ungefähr ½ Kilometer später erreicht man einen dieser netten Rastplätze und Wegweiser in Böhmen. Hier wird der markierte Waldweg verlassen und es geht nach rechts auf einem Forstweg weiter. Quelle_am_Kaltenberg_kleinDer Weg mit dem Namen Hlavní cesta verläuft am nördlichen Fuße des Studenec (Kaltenberg) entlang. Am Wegrand fallen gleich mehrere großen Futterkrippen und eine gepflegte Quelle auf. Insgesamt führt der Forstweg herbstlicher_Wald_am_Kaltenberg_klein1 ½ Kilometer um den Berg, um dann ein kleines bisschen schmaler zu werden und nach einem weiteren ¼ Kilometer auf die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich zu stoßen. Ab hier ist erstmal das gemütliche Wandern zu Ende und es geht etwas versteckt nach links den Hang hinauf. Nicht nur, dass man so einige Höhenmeter überwinden muss, der Untergrund mit seinen vielen Basaltbrocken ist schon eine Herausforderung an das Schuhwerk. Richtig unangenehm wird der Aufstieg, wenn der Hang_des_Kaltenbergs_kleinBasalt nass oder sogar verschneit ist. Nach ein paar wenigen Metern (ca. 200 Meter) steht am Wegrand eine Tafel, die erklärt, dass der Studenec (Kaltenberg) ein Naturschutzgebiet ist und man an seinen Hängen einige seltene Pflanzen entdecken kann. Das Bild einer kleinen Maus auf der Tafel sieht besonders putzig aus und man kann sich gut vorstellen, dass sie sich hier in den zerklüfteten Hängen gut verstecken kann. Der rot markierte Wanderweg führt nicht ganz bis hinauf auf den Studenec (Kaltenberg), aber wenn man dem roten Dreieck folgt, Aussichtsturm_auf_Kaltenberg_kleindann erreicht man den Gipfel bzw. den Aussichtsturm. Früher hat hier oben sogar mal eine Gaststätte gestanden, aber heutzutage ist es nur noch ein frisch sanierter Aussichtsturm, der mit einer schmalen Wendeltreppe bis über die Baumwipfel reicht. Dadurch, dass der Studenec (Kaltenberg) mit seinen 737 Höhenmetern und dem 17 Meter hohen Turm über die restliche Landschaft hinweg ragt, hat man hier eine wirklich schöne Aussicht. Beeindruckend ist, dass die Sanierung des Turms durch die Initiative eines Vereins (www.rozhlednastudenec.cz) mit der Hilfe der Stadt Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) zustande gekommen ist.
Der Abstieg erfolgt zuerst über die Wanderwegmarkierung mit dem roten Dreieck, bis der rote Strich roter Strich erreicht wird. Hier geht es nach links den Hang weiter hinunter. Schon bald ist die Waldgrenze und damit die Grenze des Naturschutzgebietes erreicht. Der weitere Weg führt über eine Wiese und dann oberhalb der Ortschaft Líska (Hasel) entlang. Die rote Wanderwegmarkierung passiert einen kleinen Parkplatz und erreicht kurz darauf einen Gedenkstein. Gedenksaeule_7_Jahriger_Krieg_kleinAuf diesem befinden sich die Inschriften: „Zur ehrenden Erinnerung an die tapferen gefallenen österreichischen und preußischen Krieger, welche hier in treuer Pflichterfüllung in der Zeit vom 18. – 21. Juli 1757 für Kaiser, König und Vaterland den Heldentod erlitten haben. Gott schenke ihnen den ewigen Frieden.“ und ein Stück tiefer: „Gewidmet von Ed. Lehmann aus Kreibitz am 19. Aug 1906“. Der Hintergrund zu diesem Gedenkstein ist, dass sich zum besagten Zeitpunkt die österreichischen und preußischen Armeen hier gegenüberstanden und nach der Schlacht eine große Zahl Soldaten beider Seiten tot bzw. verwundet (Preußen 486 Mann tot, 264 verwundet, 135 gefangen und 423 desertiert und Österreicher 164 tot und 214 verletzt) waren.
Auch wenn die Wanderwegmarkierung geradeaus weitergeht, so sollte man unbedingt der Ausschilderung zum Zlatý vrch (Goldberg) folgen. Der Abstecher führt an zwei seltsamen Ruinen vorbei und dann auf den 600 Meter entfernten Berg. Auch der Zlatý vrch (Goldberg) befindet sich in einem kleinen Naturschutzgebiet und deshalb darf man die Wege nicht verlassen. beeindruckender_Basalt_am_Goldberg_kleinDas ist in diesem Fall schon ganz schön seltsam, da man tatsächlich nicht bis auf den Gipfel hinauf darf, aber das Interessanteste befindet sich auch knapp unter dem Gipfel. Es ist ein offen gelassener Steinbruch, in dem Basalt abgebaut wurde. Ich habe schon häufiger Fotos von diesen Basaltsäulen gesehen, war mir aber bei dieser Wanderung überhaupt nicht bewusst, dass der Berg auf meiner Wanderroute lag. Das war eine nette Überraschung, die in der Natur noch viel imposanter als auf Fotos aussieht.
Von hier geht es wieder den bekannten Weg bis zum roten Strich roter Strich zurück. Jetzt kommt wieder ein längeres Stück (2 ½ Kilometer), das sehr angenehm zu wandern ist. Auf ungefähr halber Strecke geht es zwischen zwei Bergen hindurch, die aber ziemlich unauffällig im Wald herumstehen. Trotzdem sind beide (Javorek 686 Meter und Široký kopec 611 Meter) viel höher als der höchste Berg der Sächsischen Schweiz (Großer Winterberg mit 556 Metern). Ein paar hundert Meter bevor die Wanderung die Landstraße erreicht, kann man Bunker_der_Schoeberlinie_am_Breiteberg_kleinauf der rechten Wegseite am Hang und links gleich neben dem Weg die ersten Bunker der Schöberlinie auf dieser Wanderung entdecken. Bei diesen beiden Bunkern handelt es sich um die zweite Verteidigungslinie. Die erste ist dichter und steht 200 Meter weiter den Hang hinab. Die Landstraße wird nur überquert und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich einige Erklärungstafeln zur Schöberlinie und dem Siebenjährigen Krieg. Die Wanderung geht nach links auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich weiter. Ausgeschildert ist Chřibská (Kreibitz) und das nächste Ziel, der Chřibský vrch (Himpelberg). Nach etwas mehr als ½ Kilometer wird eine kleinere Landstraße überquert und schräg links gegenüber geht es auf der grünen Wanderwegmarkierung in Richtung Chřibský vrch (Himpelberg) weiter. Aussicht_vom_Himpelberg_kleinNach ein paar hundert Metern ist der Zugang zu diesem Berg erreicht und es geht auf der Wanderwegmarkierung grünes Dreieck aufwärts. Dadurch, dass sich der Aufwärtsweg einmal komplett um den Berg herum windet, hält sich die Steigung noch so einigermaßen in Grenzen. Der komplette Berg liegt voller Felsmurmeln und angeblich soll man von Zeit zu Zeit hier auch  Gämsen sehen. Vom Gipfel hat man an mehreren Stellen leicht eingeschränkte Aussichten in südliche und östliche Richtung.
Irgendwie hatte ich auf meiner Wanderung gedacht, dass es doch viel einfacher wäre, direkt, also ohne den weiten Bogen, abzusteigen. Das war eine saudumme Idee, da der Weg bergab über das Geröllfeld vielleicht für Gämsen gut klappt, aber als Mensch muss man schwer aufpassen, dass die Füße nicht umknicken. Man gewinnt kaum Zeit, aber dafür kann man im Nachhinein feststellen, wie stark die Füße beansprucht wurden. Nachdem man den grünen Strich grüner Strich erreicht hat, geht es nach links weiter, um dann einen Kilometer später an einer Futterkrippe anzukommen. Hier bietet sich ein kurzer Abstecher zu einer Naturbühne an. Waldbuehne_bei_Kreibitz_kleinDazu wandert man noch ganz wenige Meter auf dem Forstweg weiter und biegt dann nach rechts ab. Ausgeschildert ist Lesní divadlo (Waldbühne). Der Weg ist gut sichtbar, was verwunderlich ist, da die Bühne schon seit vielen Jahren nicht mehr benutzt wird. Wiese_vor_Kreibitz_kleinDen Bereich des Theaters erreicht man an einer Felswand hinter der Bühne und um einen ordentlichen Eindruck zu erhalten, sollte man über die Treppe in den Zuschauerbereich absteigen. Eigentlich ist es schade, dass die Stelle heutzutage nicht mehr benutzt wird, aber wenn die Unterstützer zu so einem Ort verloren gehen, fällt so etwas in einen Dornröschenschlaf.
Für das letzte Teilstück wandert man wieder zurück bis auf den grün markierten Wanderweg grüner Strich und dann geht es nach links den Hang weiter abwärts. Zuerst geht es noch ein kurzes Stück durch den Wald und dann über eine größere Wiese bis nach Chřibská (Kreibitz). Der Feldweg endet auf der Dorfstraße, auf der sich links der Ausgangspunkt befindet.
Die Wanderung ist wirklich eine wunderbare Runde durch Böhmen. Man kann gleich mehrere sehr interessante Stellen (z.B. dem Aussichtturm auf dem Kaltenberg oder die Basaltsäulen am Goldberg) entdecken, die Aussichten in die böhmische Landschaft sind mehrmals spitzenmäßig und zu guter Letzt ist die Runde durch eine angenehme Ruhe sehr entspannend.

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