Kammweg Gohrisch

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 7,50 km
Höhenunterschied:
ca. 194 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Festung Königstein und die Tafelberge;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Königstein - Elbe Freizeitland - Elbweg - Bad Schandau - Rietschgrundweg - Gohrischer Kammweg - gelber Punkt - Große Hirschke - Königstein

Beschreibung:

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass wir wissen wollten, warum so viele Radfahrer über die wirklich hässliche Bundesstraße B172 zwischen Bad Schandau und Königstein unterwegs sind. Viel schöner müsste doch ein Weg an der Elbe entlang sein. Auf der gegenüberliegenden Elbeseite führt zwar ein Radweg über Schandau – Prossen – Halbestadt, aber diesen Weg wählen nicht viele Radfahrer. Scheuen sie sich nur vor den Gebühren für die Fähre von Halbestadt nach Königstein? Jedenfalls war es für uns an der Zeit nachzusehen, warum es keinen Radweg auf der linken Elbeseite zwischen Bad Schandau und Königstein gibt. Den Startpunkt haben wir an den Lieblingsspielplatz unserer Kinder, das Elbefreizeitland in Königstein (www.elbefreizeitland-koenigstein.de), gelegt.
Wir sind die Runde innerhalb von sehr kurzer Zeit gleich zwei Mal gelaufen. Das erste Mal sind wir vom Ausgangspunkt zuerst hoch aus dem Elbetal in Richtung Gohrisch gestiegen, oben entlang nach Bad Schandau und dann an der Elbe zurück nach Königstein gewandert. Da man sich mit dieser Variante, durch den Wasserstand der Elbe, ziemlich gemein reinlegen kann, empfehlen wir, zuerst an der Elbe entlang zu wandern. Vom Ausgangspunkt kann man elbaufwärts entweder gleich an der Panoramagaststätte & Pension (www.bomaetscher-koenigstein.de) runter zur Elbe oder zwischen der Bahntrasse und dem Elbefreizeitland entlang wandern. Der schönere Weg ist, gleich den Pfad zwischen der Elbe und den Gebäuden zu wählen. Überraschenderweise wird der Pfad noch vor dem Ortsende relativ breit und auch für Fahrzeuge befahrbar. Hinter den letzten Häusern von Königstein hat die Elbe auf der Kurveninnenseite ein paar Senken gebildet, die als Biberlöcher bezeichnet werden. Normalerweise kann man sehr schnell an den Nagespuren erkennen, ob irgendwo ein Biber wohnt. Solche Spuren sind aber leider an den Biberlöchern nicht zu entdecken. Das einzige Tierische ist eine Schafherde, die zwischen den Senken und der Elbe ihren Stammplatz hat.
Ein paar hundert Meter hinter den Biberlöchern hört der befahrbare Weg auf und es geht auf einem gut begehbaren Pfad weiter. Ab diesem Bereich ist die Bahntrasse schon relativ nah an der Elbe, aber es ist noch ausreichend Platz, um auf dem auf halber Höhe zwischen Bahntrasse und Elbe verlaufenden Pfad in Richtung Bad Schandau zu wandern. Die Trasse ist an manchen Stellen nicht ganz so breit wie ein gewöhnlicher Radweg und damit haben wir uns die Frage beantwortet, warum hier bis heute (2009) noch kein Radweg angelegt worden ist. Vielleicht erkennen die Verantwortlichen in den nächsten Jahren die Gefahr der Radfahrer auf der Bundesstraße und finden eine ordentliche Lösung für die wenigen Kilometer fehlenden Radweg. Hoffentlich muss nicht erst ernsthaft was passieren, bis die Verantwortlichen darauf reagieren.
Blick_ueber_die_Elbe_nach_Bad_Schandau_kleinDie Wanderung führt über den Pfad auf Bad Schandau drauf zu. Sehr nett sieht die alte Eisenbahnbrücke aus. Auch wenn sie früher noch viel schöner aussah, so strahlen die alten Brückenköpfe immer noch etwas besonderes aus. Nach ungefähr einem ¾ Kilometer auf dem Pfad erreicht man die erste Treppe nach rechts hoch. Die paar Stufen führen auf die Ebene des ehemaligen Betriebsgeländes des Bahnhofs Bad Schandau. Haeuser_zwischen_Bahnlinie_und_B172_kleinAlle diese Gebäude und Einrichtungen sind inzwischen entfernt worden und so steht man auf einer relativ großen Freifläche. Auf der gegenüberliegenden Gleisseite stehen zwei Häuser mit einem Tunnel unter der Bundesstraße. Die offizielle Fassung dieser Wanderung ist, dass man über die Ebene bis zur Straßenbrücke und dann zurück über das wirklich hässliche Stück B172 zur Abzweigung Gohrisch (ca. 350 Meter) wandert. Die illegale Variante (ohne Kinder) ist, die zwei Bahngleise mit maximaler Aufmerksamkeit an den beiden Häusern zu überqueren und dann die Bundesstraße durch den Tunnel zu unterqueren. Ich habe die beiden Häuser schon sehr häufig gesehen und immer gestaunt, wie man dort wohnen kann, aber wenn man an den Häusern steht, dann ist die Bundesstraße gar nicht so laut und der größere Lärm kommt von den vorbeifahrenden Zügen.
Auf der Rückseite des Tunnels geht die Wanderung eigentlich wenige Meter nach rechts auf dem Rietschgrundaufstieg weiter. Komischerweise gibt es keine Verbindung zwischen diesen beiden Wegen, die höchstens 30 Meter voneinander entfernt sind. Also heißt es querfeldein nach rechts den Hang hoch stampfen.
Sehr komisch war, dass zwischen unseren beiden Wandererkundungen genau diese Stelle in der Zeitung und im Fernsehen war. Hier hatte die Polizei mitten in der Nacht versucht, einen Autodieb zu stoppen. Dieser hat es aber geschafft, zu Fuß in den dunklen Wald zu flüchten und damit tatsächlich den Polizisten zu entkommen. Insgesamt hatte seine Flucht zwei Tage gedauert, bis er in einem polnischen Krankhaus festgenommen wurde. Wenn man jetzt am hellen Tag durch den Wald wandert, dann ist es schwer vorzustellen, wie sich dieser Autodieb, aber auch die Polizisten, gefühlt und bewegt haben.
Der Aufstieg ist ganz angenehm und nach 300 Metern erreicht man die obere Kante des Elbtals. Kammweg_Gohrisch_kleinAuf der Ebene zwischen dem Elbtal und der Ortschaft Gohrisch verlaufen einige Rundwege und auf einem Teilstück dieser Rundwege soll die Wanderung jetzt weiterverlaufen. Dazu biegt man an der Oberkante des Elbtals nach rechts ab auf den Kammweg. Auf den ersten paar Metern fallen gleich drei Grenzsteine auf der rechten Wegseite auf. Diese drei Säulen sind aber erst der Anfang von einer ganzen Kette an Grenzmarkierungen. Wir haben noch nie einen Weg gesehen, an dem mehr Grenzsteine als an diesem Waldweg stehen. Grenzstein_DCCXVII_Kammweg_Gohrisch_kleinDiese variieren nicht nur in der Größe ziemlich, auch handelt es sich zum Anfang um Kursächsische Forstgrenzsteine mit gekreuzten Schwertern und römischen Zahlen (z.B. DCCXVII (Umrechnung=717))und ab der halben Strecke auf dem Kammweg wechselt das Zahlenformat auf dezimale Zahlen (z.B. 41). Grenzstein_41_Kammweg_Gohrisch_kleinGleich der erste Grenzstein mit einer dezimalen Zahl enthält auch noch eine Jahreszahl von 1831. Wenn man sich diesen sehr gut erhaltenen Stein ansieht und dann die Grenzsteine mit den römischen Ziffern, kommt schnell die Frage auf, wie alt diese Steine wohl sein mögen?
Der Kammweg erreicht nach einer sehr ruhigen Strecke von etwas mehr als 1½ Kilometern den Rundweg Folge. Dieser Weg ist mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert. Eigentlich geht es auf dieser Wanderwegmarkierung nur 100 Meter nach rechts und dann ist der Zick-Zack-Abstieg erreicht. Wenn man aber noch ein paar Meter (ca. 300 Meter) weiter der Wanderwegmarkierung folgt, dann erreicht man den Zugang zur Felsenbühne. Diese Felsenbühne ist natürlich nicht so bekannt wie die Felsenbühne von Rathen, aber auch dieser Platz wird immer noch gepflegt. Genau dadurch, dass die Pflanzen immer wieder zurückgeschnitten werden, hat man von der Felsenbühne auch eine nette Aussicht auf den Lilienstein.
Jetzt geht es zum letzten Stück dieser Wanderung. Dafür muss man die besagten 300 Meter wieder zurück auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis nach links ein gut sichtbarer Waldweg abbiegt. Die ersten paar Meter auf diesem Weg verlaufen noch fast horizontal, aber dann kommt der eigentliche Abstieg. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Die eine Variante ist der Zick-Zack-Weg etwas mehr auf der linken Seite, die andere der geradlinige Pfad durch den Hohlweg. Mit beiden Möglichkeiten kommt man auf jeden Fall in die Senke der Großen Hirschke und damit dann auf die Bundesstraße B172. Die Straße muss nur überquert werden, um dann gegenüber auf der Zufahrt zum Elbefreizeitland die letzten paar Meter zu wandern.
Die Wanderung war überraschender Weise gleich in mehrfacher Hinsicht interessant. Zuerst mussten wir feststellen, dass es einen gut begehbaren Pfad zwischen Bahntrasse und Elbe gibt. Dann waren wir von den Wohnhäusern und dem Tunnel unterhalb B172 überrascht. Das letzte Interessante war der eigentliche Kammweg mit der hervorragenden Ruhe und der riesigen Anzahl an uralten Grenzsteinen. Das einzige Manko auf dieser Wanderung war der wirklich hässliche Teil im Bereich der Bad Schandauer Straßenbrücke. Auch mit dem Fahrrad lasst sich dieser Weg unserer Meinung nach meistern. Zwar ist er stellenweise schmal, manchmal etwas hubbelig und der ein oder andere Ast könnte einen zum Kopf einziehen zwingen, aber angenehmer als auf der dicht befahrenen B172 ist es hier allemal.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Königstein mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Elbefreizeitland

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