Karlshaus

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,75 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 295 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rainwiese - grüner Strich - Schlafgrund - Karlshaus - Donnergrund - grüner Strich - Rainwiese

Beschreibung:

Diese Erkundung im Tschechischen ist dadurch entstanden, dass 2013 im Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ein Klettersteigführer für die Böhmische Schweiz herausgekommen ist und dort ein Aufstieg bzw. ein Felsen namens Karlshaus beschrieben wird. Obwohl ich schon sehr häufig mit dem Finger auf den Landkarten herumgefahren bin und auch dort das Karlshaus eingetragen ist, bin ich noch nie auf die Idee gekommen, es mir genauer anzusehen. Das soll mit dieser Wanderung nachgeholt werden. Als Termin hatte ich mir den Pfingstsonntag mit wunderbarem Wanderwetter ausgesucht. Schon auf der Anreise durch das Elbtal musste ich feststellen, dass um 9:30 die beiden Parkplätze vor und in Schmilka voll waren und hinter Hřensko (Herrnskretschen) riesige Mengen Besucher in Richtung Prebischtor strömten. Auf dem großen Parkplatz in Mezní Louka (Rainwiese) parkten aber gerade mal 20 Autos und dadurch war hier oben noch ziemliche Ruhe. Vor der eigentlichen Wanderung bin ich kurz in Richtung Großer Zschand bzw. Gabrielensteig gewandert, um noch mal nach dem Aldringen Stein zu suchen. Auf dem Rückweg bis zum Hotel hatte ich irgendwie Langeweile und so habe ich gezählt, wie viele Wanderer mir entgegen kamen. Auf den 1,1 Kilometern waren es 130 Leute. Schon mal vorweggenommen sind mir auf der gesamten Wanderung zum Karlshaus dann nur noch 14 Mitmenschen begegnet. Das ist doch mal ein schönes Beispiel für ein ruhiges Wandergebiet.
Die Wanderung startet also in Mezní Louka (Rainwiese). Es geht ein paar wenige Meter auf der Fahrstraße vor dem Hotel entlang. Dann biegt der Wanderweg mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich nach links ab. Zuerst passiert man ein paar Miniferienhäuser, die aber anscheinend schon nicht mehr benutzt werden, dann geht es leicht ansteigend die ersten Meter in den Wald hinein. Nach 600 Metern erreicht die grüne Wanderwegmarkierung eine Waldwiese und hier ist zumindest im Frühjahr 2013 die Markierung verloren gekommen. Gleich an der Wiese geht es nach rechts zuerst flach und dann zunehmend steiler im Dlouhá úbočnicová cesta (Schlafgrund) aufwärts. Für einen typischen Forstweg ist die Steigung schon ziemlich steil, aber danach geht es super angenehm weiter.
Am bequemer_Waldweg_zum_Karlshaus_kleinEnde des Aufstiegs verlässt die Wanderung die grüne Wegmarkierung und führt geradeaus auf einem fast horizontalen Waldweg weiter. Quelle_unterhalb_Karlshaus_kleinDieser Weg ist wirklich angenehm zu wandern und er schlängelt sich am Hang des Bouřňák (Donnerberg) entlang. Nach 1 ¼ Kilometern stehen auf der rechten Wegseite die beiden Grenzsteine 89 und 90. Diese sind sehr schnell zu entdecken und jetzt sind es nur noch wenige Meter, bis sich auf der linken Wegseite eine steinerne Aufstieg_Karlshaus_kleinQuelleinfassung befindet. An der Quelle stand im Frühjahr 2013 eine kleine Holzlatte mit der Aufschrift Žlutá voda, was anscheinend so viel heißt wie „gelbes Wasser“. Wenn man von der Quelle gleich nach oben zu den Felsen blickt, dann sieht man in der Felsendurchgang_mit_Stufen_zum_Karlshaus_kleinFelswand eine Aussparung, in der sich der Aufstieg befindet. Bis zur Felswand muss man ein kleines bisschen kreuz und quer den Hang hoch steigen. Den Aufstieg suchen anscheinend nur wirklich wenige Wanderer auf, denn es sind einfach keine Trampelspuren zur Felswand zu erkennen. Aber der Hang ist nicht besonders schwierig und schon entdeckt man am Felsen einige große Stufen, auf denen geht es aufwärts. Der Aufstieg ist wirklich leicht und gleich an mehreren Stellen kann man deutliche Bearbeitungsspuren an Felsen und Untergrund entdecken. Ebene_vom_ehemaligen_Karlhaus_kleinNachdem die letzten Stufen absolviert sind, hält man sich links und erreicht eine Ebene mit reichlich Heidelbeerbewuchs. Dass hier oben tatsächlich mal eine Jagdhütte gestanden hat, kann man heutzutage nicht mehr erkennen, nur noch ein paar bearbeitete Sandsteinblöcke (9 Stück) liegen hier herum. Blick_vom_Karlshaus_zum_Raumberg_kleinVon der Ebene hat man einen eingeschränkten Blick auf die Wälder der Böhmischen und Hinteren Sächsischen Schweiz. Der einzige richtig gute Blick ist auf den Raumberg. Trotzdem ist der Platz ganz nett, da man hier oben in vollkommener Ruhe unterwegs ist. Der Gipfel des Karlshauses ist ein echter Geheimtipp und früher bestimmt eine tolle Aussicht gewesen.
Über den gleichen Weg wie herauf geht es jetzt wieder hinunter bis zum breiten Waldweg bzw. der Quelle. Hier wandert man nach links weiter in einem Bogen um den Bouřňák (Donnerberg). Auch dieser weitere Weg ist super angenehm zu wandern und nach etwas mehr als ½ Kilometer befindet sich ein seltsames_Bauwerk_unterhalb_Karlshaus_kleinseltsames Bauwerk auf der rechten Wegseite. Eigentlich sieht es aus wie zwei sehr massive Brückenlager, aber die wären an dieser Stelle ziemlich falsch platziert, da man wenige Meter daneben durch die Senke gehen bzw. fahren könnte. In den Sandsteinen sind vier Längsstreifen eingearbeitet, als ob hier Balken eingeschoben wurden. In dem linken Bauwerk ist eine Jahreszahl angebracht, die ich aber blöderweise nicht so richtig entziffern konnte. Es könnte 1814 oder 1914 sein.
Schon vor dem Aufstieg zum Karlshaus fiel auf der rechten Seite ein Hinweisschild auf die Kernzone des Nationalparks Böhmische Schweiz auf. Auf dem weiteren Weg sind immer wieder die typischen roten Ringe an die Bäume gemalt und so wandert man gleich an der Grenze der Kernzone bzw. in der Böhmischen Schweiz heißt es Zone 1 entlang. Wenn man an der Grenze entlang wandert, dann ist es schon immer wieder interessant, an welchen Stellen die Hinweisschilder auf die Kernzone stehen. Genau diese Stellen führen auf irgendwelche verbotenen, aber vorhandenen Wege. So ist es auch ½ Kilometer hinter dem vermeintlichen Brückenlager. Hier zweigt der Malý kozí dùl (Kleiner Ziegengrund) ab. Heutzutage ist es ein Grund, der im Dornröschenschlaf liegt, aber früher ist es eine Verbindung zwischen Mezní Louka (Rainwiese) und Zadní Jetřichovice (Hinterdittersbach) bzw. dem Altarstein gewesen.
Der weitere Wanderweg ist immer noch sehr einfach zu finden, da hier wirklich nur der eine breite Waldweg verläuft. Bald geht es im Donnergrund abwärts. Knueppelweg_am_Donnerberg_kleinDer Dlouhá úbočnicová cesta (Schlafgrund) und der Donnergrund sind die beiden Zufahrten für den gerade begangenen Waldweg. Beide sind aber für die meisten Fahrzeuge zu steil und so hat man den Donnergrund mit einer riesigen Anzahl an Baumstämmen ausgekleidet (unqualifizierte Anm. d. Ehefrau: das sind also Donnerbalken). Das ist zwar für Wanderer nicht ganz so schön, aber dadurch wird wenigstens sehr effektiv ein Ausspülen des Waldweges verhindert. grosse_Futterkrippe_am_Donnerberg_kleinAm Ende des Abstiegs erreicht man eine riesige Futterkrippe und dann geht es die letzten Meter in Richtung Mezní Louka (Rainwiese). Nach ein paar hundert Metern erreicht waldteich_oberhalb_Rainwiese_kleinman wieder die bekannte Waldwiese und die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Damit ist eine überraschend ruhige Wanderung zu Ende gegangen und als ich auf dem Parkplatz hinter dem Hotel ankam, musste ich feststellen, dass der Parkplatz wegen Überfüllung geschlossen war. Hier parkten jetzt gut 200 Autos und ein paar Busse. Schön, dass es gleich neben so beliebten Stellen wie dem Prebischtor und dem Gabrielensteig so ruhige Stellen wie den Felsen am Karlshaus gibt.

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