Kleiner Schaftwald

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 290 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Bielatalgebiet;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rosenthal - Parkplatz Zollhäuser - blauer Strich - Alter Schneeberger Kirch- und Leichenweg - Rosenthal - Mühlsteig - roter Strich - Hilma Weg - Großvaterstuhl - Lattenweg - Steinbornweg - Grenze - Kleiner Schaftwald - Kohlschlucht - Pflasterweg - Bielatal - gelber Strich - Hammerbach - Singborn - Lattenweg - blauer Strich - Alter Schneeberger Kirch- und Leichenweg - Parkplatz Zollhäuser

Beschreibung:

Nachdem ich mal wieder mit dem Finger auf der Landkarte herumgefahren bin, ist mir ein Zipfel am südlichen Ende des Bielatals aufgefallen, durch den ich bis dahin noch nicht gestreift war. Seltsamerweise gab es selbst im Internet zu dem Waldstück keine nennenswerten Einträge. Der Große Schaftwald bei der Grenzplatte wurde mehrmals erwähnt und ich bin selber schon einige Male durchspaziert, aber ein Kleiner Schaftwald? Direkt erkunden! Netterweise kamen auch noch Bekannte aus Celle mit auf diese Wanderung, da schon bei der ersten Planung deutlich zu sehen war, dass diese Runde auch sehr gut hundegeeignet sein würde.
Der Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz an der alten Zollstation von Rosenthal. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich ungefähr ½ Kilometer wieder zurück bis zum Ortseingang von Rosenthal. Gleich hinter der ersten Scheune auf der linken Seite biegt ein Feldweg, der sogenannte Mühlsteig, ab. Der Untergrund dieses Feldweges ist irgendwie etwas ungewöhnlich, da er aus großen Betonplatten besteht. Vermutlich hatte ein Bauer in vergangenen Zeiten die Nase voll davon, dass seine Fahrzeuge den Weg immer wieder zerstört haben und deshalb den etwas massiveren Untergrund gewählt. Dieser Wegbefestigung passiert ganz sicher nichts mehr. Zu dem Feldweg stoßen gleich zwei Wanderwegmarkierungen und hiervon wird der rote Strich roter Strich ein Stück verfolgt.
Ganz kurz vorm Waldrand sieht es so aus, als ob der Wanderweg sich nur nach links und rechts gabelt, aber es geht auch noch ein Pfad weiter geradeaus über die Wiese. Nur, wenn die Wiese gerade frisch gemäht ist und man dann nicht mehr die Spuren von anderen Wanderern sieht, ist er schwieriger zu erkennen. Auch liegt der Eingang in den Wald ziemlich versteckt, aber es geht hier tatsächlich weiter über einen Waldweg abwärts. Nach den ersten 100 Metern im Wald biegt nach links ein Pfad zum Großvaterstuhl ab. Aussicht_Grossvaterstuhl_auf_Ottomuehle_kleinBei dem Weg handelt es sich um einen wirklich unscheinbaren Pfad, der aber ganz lohnenswert ist. Schon nach wenigen Metern erreicht man die erste von zwei Aussichten. Wasserbecken_beim_Grossvaterstuhl_kleinAn dieser Aussicht ist eine Bank in den Felsen eingearbeitet und man kann meistens sehr angenehm ruhig ins Bielatal und auf die Ortschaft Ottomühle herunterblicken. Sehr interessant sehen auch die Felsengebilde links und rechts von der Aussicht aus. Die Wasserbecken auf dem rechten Felsen sind ebenfalls ziemlich überraschend.
Die zweite Aussicht gleich links neben der ersten hat einen sehr ähnlichen Blickwinkel und bietet sich als Ausweichplatz für die erste Aussicht an. Eigentlich müsste man jetzt für die weitere Strecke wieder zurück auf den markierten Wanderweg und den Hang bis zur Wegkreuzung hoch wandern. Da wir aber wussten, dass der Pfad gleich auf der Rückseite der Aussichten bzw. des Waldes entlangläuft, haben wir versucht, einen Querfeldeinweg zu finden. Irgendwie war es aber tatsächlich nur ein Versuch und praktisch nicht so richtig zu empfehlen. Es ging erstklassig durch ein paar Brombeersträucher, aber den Pfad haben wir dann doch erreicht.
Die Wanderung führt nach rechts knapp am Waldrand entlang, bis nach einem ¾ Kilometer der Wald betreten wird. Durch dieses sehr ruhige Waldstück wandert man, bis der Weg nicht mehr weiter geradeaus geht. Hier biegt man nach links ab, um dann sofort wieder nach rechts weiter zu wandern. Der Weg geht weiterhin ziemlich parallel zum Bielatal durch den Wald. Leider sind auf der Seite des Tales überhaupt keine weiteren Aussichten und so ist es nur eine Wanderung durch einen ruhigen Wald. An zwei Stellen kommen Schluchten mit Wegen aus dem Bielatal, die aber nicht abgestiegen, sondern nur umgangen werden. Danach erreicht die Wanderung die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der ein kleines Stück nach rechts gefolgt wird. Sandsteinweghinweiser_Duerrebiele_kleinDer markierte Wanderweg steigt nach wenigen hundert Metern ins Bielatal ab, die Wanderung geht aber an der alten Sandsteinsäule noch ein kurzes Stück weiter. Zuerst wird noch das Bächlein Dürrebiele überquert und gleich dahinter biegt ein Waldweg ab. Der Untergrund des Weges ist mit Gras bedeckt und macht den Eindruck, dass sich ganz sicher kaum ein anderer Wanderer hierher verirrt. So ein Weg kann gleich zwei Nachteile haben: wenn es geregnet hat oder früh morgens noch Tau vorhanden ist, dann werden auch ordentliche Wanderschuhe durchgeweicht und noch hinderlicher sind die kleinen gemeinen Blutsauger, die super gerne im Gras auf ihre Opfer warten. Der Waldweg verläuft oberhalb des Dürrebielegrundes in nordwestliche Richtung, um nach einem Kilometer mit einem scharfen Linksknick oberhalb des Bielatals weiter zu gehen. Obwohl hier überall an der Kante eine Vielzahl an Felsen stehen, gibt es keine einzige Aussicht runter ins Bielatal oder den Dürrebielegrund.
In diese Richtung geht es wieder ungefähr einen Kilometer durch den super ruhigen Kleinen Schaftwald, bis nach rechts ein deutlich sichtbarer Kletterfelsen und ein Pfad runter ins Bielatal beginnt. Eigentlich sollte an der Stelle ein direkter Pfad gleich runter ins Bielatal zum Abzweig mit dem offiziellen Wanderweg führen, aber den haben wir nicht gefunden und so sind wir genau an der Grenze über den nächsten Pfad abgestiegen. Man erreicht über diesen Abstieg einen breiten Weg mit dem Namen Pflasterweg bzw. Kohlschlucht. So wie der Weg aussieht, würde ich mal vermuten, dass es sich um einen der uralten Waldwege im Bereich des Bielatals handelt. Die Wanderung führt durch ein Stück Hohlweg weiter abwärts ins Tal und anhand der Grenzsteine wird man bis zur Straße ins Bielatal geführt.
Mit dem Erreichen dieses sehr gut ausgebauten Weges hat man das Gefühl, dass einen die Zivilisation wieder hat. Die Straße durchs Bielatal ist für den normalen Autoverkehr gesperrt, aber sie wird gerne von Radfahrern benutzt, da sie wirklich sehr gut ausgebaut ist. Noch eine weitere Steigerung wäre, wenn der Waldweg asphaltiert wäre. Die Wanderung führt jetzt runter ins Bielatal. Der Weg bietet so einige Male Blicke auf die Felskante links und rechts des Tales. Dass sich hier die Kletterer sehr wohl fühlen, kann man sich gut vorstellen und bei schönem Wetter auch deutlich sehen. Die Wanderung passiert bald den Abzweig zur Grenzplatte (linke Seite), der eine ganz kleine Besonderheit liefert. Normalerweise beschreibe ich nichts in den Wanderbeschreibungen, Wasserspiel_Biela_kleinwenn es schnell wieder entfernt werden kann. In diesem Fall ist es aber ein kleines Wasserrad aus Esslöffeln, das schon seit einigen Jahren im Bachlauf vor der Brücke im Wasser plätschert. Hier scheint sich immer wieder ein guter Geist, oder ist es ein Opa mit seinem Enkel, um den Erhalt dieses Wasserspielzeuges zu kümmern.
Ab dem Abzweig zur Grenzplatte ist der Wanderweg mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich markiert. Sandsteinweghinweiser_Bielatal_kleinNach einer Strecke von einem Kilometer auf der Forststraße erreicht man eine Sandsteinsäule, die den Weg nach rechts zum Schneeberg und geradeaus zur Ottomühle anzeigt. Nach rechts würde man wieder hoch in den Dürrebielegrund kommen. Die Wanderung verlässt den markierten Wanderweg, da es noch ½ Kilometer weiter das Bielatal hinunter geht. Dann biegt nach rechts der Lattenweg ab. Wenn man noch ein paar wenige Meter das Bielatal herunter wandert, dann findet man den Singeborn, der sich wenige Meter neben dem Forstweg befindet. Das ganz klare Quellwasser wird in einem kleinen Becken aufgefangen und ist wie so typisches Quellwasser bibberkalt.
Die Wanderung führt über den Lattenweg aus dem Bielatal wieder heraus. Der Aufstieg ist für die 60 Höhenmeter sehr angenehm und man erreicht am Ende den schon bekannten Waldweg, dem man aber nur 50 Meter nach links folgt. Dann geht es nach rechts auf den Feldweg heraus. Der Weg macht einen ziemlichen Zickzack, der sinnvolle Wanderweg ist aber trotzdem sehr eindeutig zu finden, da man schon gut das nächste Ziel, die Alte Schneeberger Straße, nach links vorne sehen kann. Genau auf dieser ehemaligen Verbindungsstraße zwischen Rosenthal und Schneeberg geht es dann die letzten paar Meter nach links bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Heutzutage wird die Straße nur noch ganz selten von einer Buslinie und von einigen Radfahrern und Wanderern benutzt.
Mit dem Erreichen des Parkplatzes ist eine Wanderung zu Ende gegangen, von der ich irgendwie viel mehr erwartet hatte. Es ist zwar eine schöne ruhige Runde gewesen, aber irgendwie hat ihr der nötige Pep gefehlt. Immerhin weiß ich jetzt, was sich hinter dem Namen Kleiner Schaftwald verbirgt, nämlich ein super ruhiges Waldstück, in das sich kein Wanderer verirrt, weil einfach keine einzige brauchbare Aussicht vorhanden ist.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rosenthal Zollhäuser mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Rosenthal Zollhäuser
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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