Kliem Loch

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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 15,00 km
Höhenunterschied:
ca. 520 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Altendorf - Alte Rathmannsdorfer Straße - Adamsberg - Sebnitztal - roter Punkt - Kohlmühle - Ochelgrund - Klien Loch - Backofen - Berg-Frei-Turm-Aussicht - roter Strich - Mühlweg - Waitzdorf - Erbgerichtsweg - Waitzdorfer Höhe - Kirchsteig - gelber Strich - Lade - Kohlichtgraben - Kohlmühle - Sebnitztal - roter Strich - Mühlenweg - Altendorf - Sebnitzer Straße

Beschreibung:

Nachdem im Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) das Buch Stille Wege Band I herausgekommen ist, fiel mir ein Grund auf, an dem ich schon ziemlich häufig vorbei gewandert bin, aber mir noch nie aufgefallen ist, dass man hier auch hoch bzw. hinunter gehen könnte. Das sogenannte Kliem-Loch wird in dem Buch gut beschrieben und auch auf der Wanderkarte Brand/Hohnstein von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ist der Grund eingezeichnet. Also geht es in Richtung Ochelgrund. Altendorf ist, zumindest wenn man mit dem Auto unterwegs ist, eine ganz hervorragende Startposition für Wanderungen. Hier findet man immer einen Parkplatz und das netterweise sogar kostenlos. Von Altendorf geht es erstmal auf den Adamsberg. Dazu folgt man der Ausschilderung Adamsberg oder auch Feuerwehr. Der Sportplatz wird passiert und gleich dahinter geht es nach rechts zum Adamsberg. Der Berg ist wirklich schnell bestiegen und schon hat man einen fantastischen Blick in die Sächsische Schweiz.
Der Adamsberg wird über den steileren Weg verlassen. Am Ende des Pfades wird der Feldweg nur überquert und dann geht es nach links an dem Zaun der Schrebergärten entlang runter in den Wald. Der Waldweg verläuft schräg den Hang hinab bis ins Sebnitztal und endet an der Bahnlinie zwischen Bad Schandau und Sebnitz. Auf dem schmalen Pfad geht es nach links bis nach Kohlmühle. Sebnitzbach_bei_Kohlmuehle_kleinIn der Ortschaft fällt besonders die wirklich riesige Fabrik auf. Hier wurde bis vor wenigen Jahren noch Fußbodenbelag hergestellt. Leider ist der Unterhalt des riesigen Gebäudes so hoch gewesen, dass es das Ende des Unternehmens war. Irgendwie hätte ich ja gerne mal in das Gebäude hineingesehen, als noch Fußbodenbeläge hergestellt wurden, aber leider hat es nie geklappt. Die Innenansicht des Gebäudes ist bestimmt noch imposanter als die Außenseite.
Die Wanderung führt auf der Vorderseite des kleinen Bahnhofs vorbei. Hier ist noch deutlich die Endstation der Schmalspurbahn Endstation_Schmalspurbahn_Kohlmuehle_kleinzwischen Kohlmühle – Schwarzbachtal – Lohsdorf – Ehrenberg und Hohnstein zu erkennen. Die Wanderung folgt dem blauen Strich blauer Strich durch das Tal der Sebnitz. Auch wenn es auf einer der beiden Zufahrtsstraßen der Ortschaft Kohlmühle entlang geht, so hält sich der Autoverkehr hier unten sehr in Grenzen und man kann immer wieder den Bachlauf beobachten. Nachdem man die Bahnlinie das erste Mal unterquert hat, passiert die Wanderung die Ochelmühle auf der linken Straßenseite. Gleich an der Zufahrt liegt ein Stein mit dem Wappen der Müller. Die Ochelmühle ist eine Mahlmühle gewesen und bis 1954 wurden Teile des Mehls auch gleich in Brot umgewandelt. Der Verkauf und das Ergebnis muss ziemlich gut gewesen sein, da immerhin 2 Müller und 4 Bäcker dort beschäftigt waren.
Gleich hinter dem nächsten Tunnel erreicht man eine Wiesenfläche auf der linken Straßenseite und rechts ist das Kliem-Loch gut zu erkennen. Blick_ins_Kliem_Loch_kleinEs ist schon ganz schön seltsam, wie unscheinbar sich dieser Aufstieg dort versteckt. Ich bin schon sehr häufig hier unten entlang gewandert und noch viel häufiger vorbeigefahren, aber der Aufstieg ist mir wirklich noch nie aufgefallen. Natürlich ist er ziemlich steil, aber es müsste ungefähr der Steigung einer Treppe entsprechen und damit kommt man den Trampelpfad ganz gut hoch. Boofe_Kliem_Loch_kleinGleich zum Anfang befindet sich auf der rechten Seite ein Überhang und die Spuren deuten darauf hin, dass hier auch schon mehrere Leute übernachtet haben. Ungefähr auf halber Strecke gabelt sich das Tal und es empfiehlt sich, rechts weiter aufwärts zu steigen. Nachdem die Steigung abnimmt, erreicht man den Ochelweg, auf dem es nach rechts weiter geht. Blick_von_Oben_in_Bachofen_kleinNach spätestens 100 Metern auf dem Ochelweg biegt nach links im spitzen Winkel ein bewachsener, aber trotzdem gut sichtbarer Waldweg ab. Nachdem man diesem Weg 50 Meter gefolgt ist, kann man auf der rechten Seite eine kleine Schlucht in der Felswand entdecken. Es handelt sich um den sogenannten Backofen. Durch diese Schlucht kann man relativ einfach auf die Ochelwände aufsteigen und man erhält einen tollen Eindruck der Felsformationen.
Am Ende Aussicht_Berg-Frei-Turm_Lilienstein_kleindieses Aufstiegs erreicht man einen Weg über die Ebene, dem man nur ein wirklich kurzes Stück (maximal 30 Meter) nach rechts folgt. Dann biegt nach rechts ein Pfad ab, der 150 Meter in die Richtung der Felskante zurückführt. Die Aussicht, die man dort erreicht, besteht aus mehreren Felsmurmeln und man blickt in die Richtung der Vorderen Sächsischen Schweiz mit dem auffälligen Lilienstein und rüber zu den Tafelbergen auf der gegenüberliegenden Elbseite.
Von der Aussicht wandert man wieder bis zum Waldweg zurück, um dann nach links weiter zu gehen. Man kann wunderbar immer weiter auf dem Pfad, ein paar Meter entfernt von der Felskante, entlang wandern. Parallel zu dem Waldweg verläuft rechts der Malerweg und die rote Wanderwegmarkierung roter Strich. Irgendwann (entweder schon an der ersten Kreuzung oder dann am Ende des Waldweges) erreicht man diesen Weg, auf dem es nach links weiter in Richtung Waitzdorf geht. Nachdem man Waitzdorf passiert hat, erreicht man die Koppel der Galloway-Rinder. Gleich oberhalb der Koppel befindet sich das nächste Ziel der Wanderung, die Waitzdorfer Höhe. Eigentlich ist es vollkommen egal, wo man hoch steigt. Entweder gleich an der vorderen Kante, dann geht es oben ein Stück mit schöner Aussicht entlang, oder in der Mitte zwischen den Wiesen oder an der hinteren Seite der Wiese mit meistens sehr wenigen anderen Mitmenschen. Jedes Mal gelang man auf die Waitzdorfer Höhe mit ihrer wirklich schönen Sicht auf die Vordere Sächsische Schweiz.
Wenn man auf dem regnerischer_Rastplatz_Waitzdorfer_Hoehe_kleinHügel steht und in die Richtung der Vorderen Sächsischen Schweiz blickt, dann geht die Wanderung nach links weiter. Nach 100 Metern führt der Weg in den Wald hinein. Ganz ulkig ist, dass sich hier der Zwilling der Waitzdorfer Höhe versteckt. Dieser Gipfel ist nur 30 Zentimeter tiefer als die gerade bestiegene Aussicht, liegt aber vollkommen im Wald versteckt und ist damit für alle Besucher vollkommen uninteressant. Am Waldrand weist ein Schild auf einen Rundweg Waitzdorf hin und diesem Weg folgt man 350 Meter, bis das nächste Schild nach links zum Erbgerichtsweg bzw. der Grundmühle weist. Der Weg macht einen Rechtsknick um ein Feld und nach etwa einem ¾ Kilometer erreicht man die Straße namens Kirchsteig. Auch wenn ich eigentlich das Latschen auf Straßen wirklich hasse, so habe ich hier weit und breit keine brauchbare Alternative gefunden und so geht es nach rechts in Richtung Goßdorf. Nach wenigen Metern (140 Meter) passiert man die Zufahrt von Waitzdorf und es geht noch ein ganzes Stück (800 Meter) weiter geradeaus auf der Straße. Dann biegt nach rechts an einem kleinen Wasserwerk der Kohlichtbach ab. Parallel zu dem Bach verläuft ein Feldweg mit der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. regnerischer_Tag_Kohlichtgraben_kleinNachdem man vorher auf der Straße entlang gegangen ist, so macht es hier schon wieder richtig Spaß, durch die Natur zu wandern. Das wird nach einem Kilometer noch besser, wenn man die rote Wanderwegmarkierung roter Strich erreicht. Hier geht es nach links in den Kohlichtgraben. Diese Schlucht ist wirklich zu jeder Jahreszeit eine echte, aber versteckte Attraktion. Durch diese relativ enge Schlucht schlängelt sich der Kohlichtbach und im Sommer spendet die Schlucht angenehme Kühle und im Winter hängen die Felswände voller langer Eiszapfen.
Am unteren Ende der Schlucht erreicht man wieder eine Fahrstraße, aber in diesem Fall trifft man nur sehr selten Autos an, da die meisten Autofahrer Angst vor der Steigung und der Breite (bzw. Schmale) der Straße haben. Die Straße hat als eine der ganz wenigen Straßen in der Sächsischen Schweiz im Winter Schneekettenpflicht, da sich der Räumdienst nicht traut, hier herunter zu fahren. Die Straße endet in Kohlmühle und man muss ein Ministück auf dem schon bekannten Bieberspuren_Apfelbaum_Kohlmuehle_kleinWeg durch die Siedlung wandern, bis man wieder den Bahnhof erreicht hat. Hier geht es auf der linken Bachseite auf einer Zufahrtsstraße zu ein paar Mehrfamilienhäusern weiter. Zwischen der Straße und dem Bach standen bis im Winter 2014/2015 ein paar Apfelbäume. Dann hat der Biber die Bäume entdeckt und innerhalb von wenigen Tagen waren die Stämme durchgeknabbert. Ich finde das immer wieder faszinierend, wie die Biber, aber z.B. auch Spechte, es schaffen, dieses harte Material so zu bearbeiten. Wir Menschen benötigen immer irgendein technisches Hilfsmittel, um dann ohne Motor doch elend zu scheitern.
Die Wanderung verläuft ziemlich parallel zum Bachlauf, bis es über einen unbeschrankten Bahnübergang auf die andere Bahnlinienseite rüber geht. Hier ist man am unteren Teil des Sebnitzbaches und man wandert nach links auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich aufwärts. Das Wandern im Sebnitztal ist ein wahrer Genuss, im Gegensatz zum Straßenlatschen bzw. den gut besuchten Wanderwegen der Sächsischen Schweiz. Der Wanderweg macht so einige Bögen und nach etwas weniger als 1 ½ Kilometer beginnt der Aufstieg nach Altendorf. In der Ortschaft angekommen (nach einem Kilometer) geht es auf der Hauptstraße die letzten Meter nach rechts bis zum Ausgangspunkt zurück.
Auch wenn es ein ganzes Stück auf einer Fahrstraße entlang ging, fand ich die Wanderung doch ganz nett und zumindest die Entdeckung des Kliem-Lochs und der tolle Weg durch den Kohlichtgraben haben mir besonders gut gefallen.

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