Königsplatz

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
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Dauer:
ca. 4,25 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 275 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - blauer Strich - Hohweg - Dachshöhle - Oberen Schleuse - Bootsfahrt - roter Strich - Hermannseck - Schlegelhütte - Schleusenhornweg - Wettinplatz - Schnepfenschlüchte - Tunnelweg - Tunnel - Königsplatz - Königsplatzweg - Hohweg - Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle

Beschreibung:

Ich hatte meiner großen Tochter versprochen, dass ich mit ihr eine Runde Boot fahre, und so wurde eine Wanderung zum Königsplatz, einer sehr schönen Ecke in der hinteren Sächsischen Schweiz, mit einer Bootsfahrt kombiniert. Pferdekutsche_und_neue_Boote_kleinGestartet haben wir unsere Wanderung an der Buchenparkhalle. Besonders weit sind wir vom Parkplatz nicht gekommen, da wir schon bei der Einfahrt zum Parkplatz eine Pferdekutsche überholt haben. Meine Tochter und ich beschlossen, mit der Kutsche runter zur Schleuse zu fahren. neue_Boote_Obere_Schleuse_kleinWir mussten nur eine ¼ Stunde warten und schon ging die Fahrt los. Die Preise für eine einfache Fahrt betrug 2006 für Erwachsene 4,50 € und für Kinder bis 12 Jahre 2,00 €. Als eine besonders nette Geste mussten wir zusammen nur 5,00 € bezahlen, da meine Große für den Kutscher noch nicht als halbe Portion galt. Ich habe mich sehr über dieses freundliche Entgegenkommen gefreut. Die Fahrt ging gemächlich den Berg runter und wurde nur von zwei Zwischenfällen unterbrochen: einmal hat das eine Pferd das andere in den Hals gebissen. Dafür hat es einen Anpfiff vom Kutscher erhalten und für die Fahrgäste gab es den Hinweis, dass ein Sohn seine Mutter nicht beißt. Wie wahr, auch Töchter sollten ihren Vater oder ihre Mutter nicht beißen. Den zweiten Schreck gab es in einer Kurve, als auf einmal ein Geländewagen angefahren kam. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass die Kutsche an dem großen Auto vorbei passt, aber es ging doch ganz gut. Ein bisschen schade war, dass der Kutscher sehr ruhig gewesen ist. Irgendwie hatte ich gedacht, dass er von sich aus wenigstens ein paar Sachen zum Flößen, der Sächsischen Schweiz oder Hinterhermsdorf erzählt, aber dem war nicht so. Wasserlassen_von_Booten_kleinWenn man ihm aber ein paar Fragen stellte, dann antwortete er gerne und wusste viel. Die Fahrt bis kurz oberhalb der oberen Bootsstation hat ungefähr 40 Minuten gedauert.
Zu dieser Zeit sollten gerade die  Multicar_klein Boote auf der Oberen Schleuse erneuert werden. Es gab aber das Problem, dass man nicht so recht wusste, wie man die großen Kähne die letzten paar Meter bis in die Kirnitzsch bekommen sollte. Der Kutscher sagte noch, dass man extra ein paar der ganz alten Bootsfahrer gefragt hatte, wie denn wohl früher die Boote da runter gebracht worden sind. Die Antwort soll gewesen sein, dass man sie im Schnee die letzten paar Meter hat rutschen lassen. Als wir nun zur Endhaltestelle unserer Kutschfahrt kamen, standen auf der rechten Wegseite noch drei dieser neuen Kähne. Ein weiteres der neuen Boote war wenige Minuten bevor wir eintrafen unter Zuhilfenahme von einem Haufen technischer Mittel ins Wasser gebracht worden. Was habe ich noch so alles gesehen: ein Multicar, einen Bagger, ein riesig langes Stahlseil, gleich mehrere Seilwinden, eine besonders raffinierte Seilkonstruktion zwischen Seilkonstruktion_Obere_Schleuse_klein zwei mächtigen Bäumen und einen einzelnen Anhänger, der anscheinend als Schlitten diente. Leider waren wir genau eine Bootsfahrt zu spät gekommen, sonst wären wir auf der Jungfernfahrt dabei gewesen. So sind wir für 1,50 € mit einem alten Boot die Kirnitzsch abwärts gefahren. Die Bootsfahrt war wie immer eine dieser netten Rätselpartien, in denen der Bootsfahrer sagt: Jungfernfahrt_Obere_Schleuse_klein Dort sehen Sie die Schlange, den Opa, die soundso und so weiter, man fragend auf die Felsen sieht und sich denkt, ob man vielleicht doch etwas hätte trinken sollen, möglicherweise würde man dann auch alles mögliche erkennen. Super witzig war, als uns das neue Boot entgegen kam, die Unterhaltung zwischen den Bootsführern. Zuerst ging es noch in einem fachlichen Tonfall, wie sich das Boot denn auf seiner ersten Fahrt steuern ließ. Danach schwenkte die Unterhaltung aber in nette Faxen um. Der Bootsführer in dem neuen Boot meinte nämlich, dass das Boot sich bei der Eskimorolle wie die alten Boote benommen hätte: Alle Passagiere wären herausgefallen. In dem Moment schauten gleich mehrere Gäste auf den kleinsten Passagier, meine Tochter, und nachdem ich ihr kurz erklärt hatte, was eine Eskimorolle ist, konnten sich einige vor Lachen kaum noch im Boot halten, da sie ziemlich erschrocken guckte. Nach wenigen Sekunden merkte aber auch sie, dass hier die Erwachsenen mal wieder Blödsinn machten, und dann musste auch sie grinsen. Der Bootsführer erklärte noch, welche weiteren Wege man ab der Staumauer einschlagen könnte, und dann war die Fahrt auch schon beendet.
Aufstieg_Hermannseck_kleinIch hatte mir vorgenommen, dass wir den Aufstieg auf dem roten Strich roter Strich aus dem Kirnitzschtal machen wollten. Damit der Aufstieg nicht nur ein langweiliges Hochkrabbeln auf ein paar Treppen wird, sind wir durch die schmale Hermannsstiege unterhalb des Hermannsecks gekrochen. Hier konnte meine Tochter ihre Größe erstklassig ausspielen. Sie ist wie ein Wiesel auf der schmalen Treppe nach oben geflitzt und hatte ausreichend Spaß dran, und ich bin am laufenden Bande an den Wänden angestoßen. Oben angekommen, habe ich mich an der Schlegelhütte über einen netten Rastplatz gefreut. Von der Schlegelhütte hat man einen schönen Blick über das hintere Kirnitzschtal. Leider ist an der Aussicht immer etwas mehr Betrieb, da sehr viele Besucher der Oberen Schleuse über die normalen Stufen aus dem Tal kommen und dann eben die paar Meter bis zur Aussicht gehen. Dann ging es auf dem roten Strich weiter in Richtung Wettinplatz. Der eigentliche Gedenkstein an das 800-jährige Jubiläum des Hauses Wettin liegt ein bisschen versteckt an einer Wegkreuzung, da aber eine Schutzhütte gleich daneben steht, sollte man die Stelle trotzdem finden. Ab dem Wettinplatz geht es auf dem breiten Forstweg der Wanderwegmarkierung weiter nach. Der Forstweg macht einen großen Schlenker, die Wanderwegführung kürzt diese Schleife aber über einen kleineren Weg ab. Dann geht es ein weiteres Stückchen auf dem Forstweg, bis nach rechts der markierte Weg abbiegt. Der Weg steigt mit einer normalen Steigung an. Kurz bevor es richtig auf den Felsen hoch geht, kommt noch eine kleine Attraktion in Form eines Tunnelgangs. Hier haben sich ein paar Felsen so nett hinsortiert, dass ein richtiger Tunnel entstanden ist. Schutzhuette_Koenigsplatz_klein Der weitere Aufstieg ist nicht so besonders schwer, und danach geht es erstmal nach links zum Aussichtspunkt Königsplatz. Diese Aussicht ist eine der schönsten der Sächsischen Schweiz und ganz sicher der schönste Platz im Gebiet von Hinterhermsdorf. Eine Informationstafel erklärt ganz gut den geschichtlichen Hintergrund zu diesem Platz.
Koenigsplatz_Sitzbank_kleinNachdem man sich satt gesehen hat, geht es weiterhin auf dem roten Strich entlang. Zuerst ist der Weg noch ein Pfad, der aber nach wenigen Metern in einen Waldweg übergeht und dann die letzten paar Meter vor der Buchenparkhalle in einer Wanderautobahn endet. Das letzte Stück ist nämlich die Verbindung vom Parkplatz Buchenparkhalle zur Oberen Schleuse. Auf diesem Weg ist immer viel Betrieb, aber die letzten paar Meter muss man das halt ertragen.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die auch zur vollen Zufriedenheit von Zwergen verläuft. Wer die Runde für die mitwandernden Kinder perfektionieren möchte, der kann sich nach der Wanderung noch auf die Terrasse der Buchenparkhalle setzen und ein leckeres Eis ausgeben. Damit ist man ganz sicher der allerliebste Papi den es gibt.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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