Kohlichtgraben

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 316 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Goßdorf - Goßdorfer Freibad - Bergstraße - Butterlecke - Hankehübel - Raubschlossweg - Goßdorfer Raubschloß - Schwarzbachtal - gelber Strich - Sebnitztal - Kohlmühle - Kohlichtgraben - Goßdorf - Goßdorfer Freibad

Beschreibung:

Wenn es mal wieder in der Sächsischen Schweiz richtig schön kalt ist, dann gibt es mehrere Schluchten oder Täler, die durch ganz besonders viele Eiszapfen auffallen. Einer der Gräben mit besonders auffälligen Eiszapfen ist der Kohlichtgraben oberhalb von Kohlmühle. Genau dorthin soll diese Wanderung führen. Der Startpunkt liegt in Goßdorf am Freibad. Die Schutzhütten für die historischen Landmaschinen oberhalb des Parkplatzes bzw. des Freibades werden am Ende der Wanderung passiert und deshalb kann die Wanderung gleich in die Richtung der Ortschaft starten. Da ich für diese Wanderung den Winter als beste Wanderzeit empfehle, macht das Freibad natürlich einen ziemlich traurigen Eindruck. Im Sommer herrscht hier bestimmt richtig gute Stimmung. Der Weg führt durch ein ehemaliges Gehöft und erreicht nach wenigen Metern die Dorfstraße (Bergstraße). Dieser Straße folgt man bergabwärts, bis nach ungefähr ¼ Kilometer nach links die kleine Straße Butterlecke abbiegt. Hankehuebel_im_Schnee_kleinDie Straße führt leicht ansteigend bis zum Zugang des Hankehübels. Auch wenn der Hankehübel vom Ortsrand Goßdorf vollkommen unauffällig aussieht, so sollte man unbedingt die paar Meter bis auf den Hügel unternehmen. Der Zugang erfolgt über einen Pfad zwischen dem Ortsrand und dem Hankehübel. Dabei kann es ziemlich unterhaltsam werden, wenn der Wind den Schnee hinter dem Hügel zu einer ordentlichen Schneeverwehung aufgetürmt hat. Zum Glück ist dann die Strecke nur 100 Meter lang, aber hier kann man sich gut vorstellen, was es wohl bedeuten würde, eine mehrere Kilometer lange Strecke durch einen Meter hohen Schnee zu stampfen. Gut, dass man nicht durch Grönland oder die Alpen wandert, sondern durch die Sächsische Schweiz. Die Aussicht vom Hankehübel ist für den eigentlich sehr einfachen Aufstieg spitzenmäßig. Von dem Hügel sieht man im Westen den Lilienstein und den Königstein, im Norden den Gickelsberg und die Waitzdorfer Höhe, im Osten den Tanzplan und dann nahtlos anschließend den Großen Winterberg und die Steine der linken Elbeseite. Natürlich nicht zu vergessen im Vordergrund den Altendorfer Hausberg, den Adamsberg.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber bis zu dieser Winterwanderung war mir noch nicht aufgefallen, dass man den Hankehübel auch an der nördlichen Seite besteigen bzw. in diesem Fall verlassen kann. Da es aber zum Goßdorfer Raubschloss weiter gehen soll, bietet sich genau diese Richtung jetzt hervorragend an. Der Pfad führt vom Hankehübel herunter. Auf der Wiese sollte man sich links halten, damit man auf dem Feldweg an der linken Seite weiter wandern kann. Gratweg_Gossdorfer_Raubschloss_im_Winter_kleinDieser Weg führt auf den Wald drauf zu und ist netterweise schon mit dem Goßdorfer Raubschloss ausgeschildert. Zum Anfang verläuft die Wanderung leicht abfallend über einen Waldweg, auf dem man sich gleich an zwei Stellen rechts halten sollte. Gossdorfer_Raubschloss_im_Winter_kleingrößten der drei Mauerreste hängen auch gleich mehrere Informationstafeln, die einmal ganz allgemein über das Raubschloss, die Schatzgräber am Goßdorfer Raubschloss, die Sterndeuter im Goßdorfer Raubschloss und die Sage vom Raubschloss informieren. Auch wenn es sich nicht um Je näher man dem Raubschloss kommt, desto interessanter wird der Streckenverlauf. Im mittleren Teil geht es über ein paar Treppen abwärts und das letzte Stück erfolgt über einen Gratweg. Das Raubschloss muss noch über ein paar Höhenmeter erklommen werden. Was man heutzutage von dem Raubschloss sehen kann, sind keine historischen Ruinen mehr, sondern neugebaute bzw. sanierte Mauerreste, die aber trotzdem immer noch einen sehr netten Eindruck der ehemaligen Gebäude auf der Erhebung vermitteln. An dem ein originales Raubschlossgemäuer mehr handelt, so ist es ein sehr schöner und meistens auch ganz ruhiger Ort.
Vom Raubschloss geht es auf fast_zugefrorener_Schwarzbach_kleinder gegenüberliegenden Seite in einem Zickzack den Berg hinunter und man erreicht den Schwarzbach. Dieser Bach ist einer der Bäche der Sächsischen Schweiz, der richtig zufriert und wo das Wasser dann über das Eis läuft, wieder friert usw., so dass der Bach schnell ansteigt. Das kann für Wanderer ziemlich unangenehm werden, da der Bach dann auch seinen Lauf auf den höher gelegenen Wanderweg ausweitet. Aber dazu muss die Temperatur auf mindestens -10° sinken und das ist mittlerweile doch relativ selten. Die Wanderung folgt dem Bachlauf und ist ab hier mit dem gelben Strich gelber Strich markiert. Nach ein paar Metern passiert man die Eisenbahnbrücke und erreicht auch schon den Sebnitzbach an der ehemaligen Buttermilchmühle.Viadukt_Schwarzbachtalbahn_im_Winter_klein Der Sebnitz folgt man nach rechts, also bachabwärts. Schon nach wenigen Metern passiert man mal wieder die Bahntrasse, um dann vor einem Viadukt der alten Schmalspurbahn zu stehen. Die Bahnlinie ist zwar schon 1951 stillgelegt worden, aber dieses Viadukt hat bis heute überlebt. Der markierte Wanderweg bleibt die ganze Zeit in der Nähe des Sebnitzbaches bzw. der Bahnlinie. So ist es kein Wunder, dass der Weg auch hinter dem Viadukt mal wieder über die Bahntrasse geht und an einem dieser kleinen Bahnwärterhäuschen vorbei führt. Heutzutage kann man es sich kaum vorstellen, dass so ein Minibahnübergang in weit vergangenen Zeiten einen eigenen Wärter hatte. Heutzutage kommen hier bei Hochbetrieb im Sommer maximal 50 Wanderer, 2 Traktoren und 17 Züge vorbei. Ob früher in dem Tal viel mehr Betrieb herrschte, kann man sich heutzutage kaum noch vorstellen. Die Wanderung überquert wenige Meter hinter dem Bahnwärterhäuschen mal wieder die Sebnitz und dann geht es in einem großen Bogen über eine Wiese. Von der Wiese kann man schon die ersten Häuser der Ortschaft Kohlmühle sehen. Die Wanderung folgt aber weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung und erst am beschrankten Bahnübergang geht es auf die andere Seite der Bahnlinie. Die Wanderung führt am ehemaligen Bahnhof von Kohlmühle vorbei und nach dem nächsten Rechtsknick geht es in den unteren Teil des Kohlichtgrabens. Kurz vor dem Ortsausgang passiert man auf der linken Straßenseite eine alte Turmuhr und rechts das Verkehrsschild „Schneeketten vorgeschrieben“. Ich vermute, es ist die einzige Stelle in der ganzen Sächsischen Schweiz, an der dieses Schild steht, aber hier ist es auch wirklich sinnvoll. Ich bin selber die Straße im Winter mit 18% Gefälle herunter gefahren und habe das Schild auch oben in Goßdorf gesehen. Irgendwie dachte ich nicht, das es Pflicht ist, die Schneeketten aufzuziehen und außerdem ist jede noch so kleine Straße im Winter geräumt. Auch diese Straße war geräumt, aber trotzdem sauglatt. Sie war so glatt, dass ich im Nachhinein fast nicht mal zu Fuß die Straße wieder hochgekommen bin. Gut, dass mir bei der Fahrt kein Fahrzeug entgegen gekommen ist. Das wäre peinlich geworden und hätte leicht ins Augen gehen können. Eisorgel_Kohlichtgraben_kleinDie Wanderung führt fast ½ Kilometer bergauf, bis nach links der markierte Wanderweg abbiegt und der eigentliche Kohlichtgraben betreten wird. Auf den ersten paar Metern sind nur ein paar Eiszapfen links des Pfades zu sehen. Je weiter man aber wandert, desto schöner werden die Eiszapfen. Eiszapfen_aus_Felsspalte_Kohlichtgraben_kleinGanz besonders interessant ist, dass viele von diesen Eiszapfen nicht durch Wasser entstehen, welches von oben über die Felsen läuft, sondern hier im Kohlichtgraben kommt das Wasser auf einmal mitten aus dem Sandsteinfelsen. Der Aufstieg aus dem Kohlichtgraben ist ganz angenehm und ziemlich abwechslungsreich, da es immer mal wieder über den Bachlauf hinweg geht. Nach einem sehr schönen Wegstück durch den Kohlichtgraben erreicht man nach 700 Metern eine Weggabelung, auf der es nach rechts weiter geht. Hier fällt auf, wie sich auf einmal die Form des Tals ändert und keine Sandsteinfelsen mehr links und rechts zu sehen sind, sondern die Form des Tals in V-förmig übergeht. Dies liegt einfach daran, dass im oberen Drittel des Kohlichtgrabens der Untergrund auf einmal nicht mehr Sandstein, sondern Granit_Kohlichtgraben_kleinGranit ist. Die Wanderung geht leicht ansteigend bis zur Zufahrtsstraße von Goßdorf. Damit man wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück kommt, biegt man an der Straße nach rechts ab. Zum Glück ist die Straße sehr ruhig und so wandert man bis zum Ortseingang von Goßdorf. Am Ortseingang ist dann auch schon der Parkplatz nach rechts ausgeschildert. Warum auch immer dieser Feldweg so perfekt angelegt ist, auf jeden Fall führt er auf die Oberseite der schon angesprochenen Ausstellung historischer Landmaschinen. Historische_Landmaschinen_Gossdorf_kleinInsgesamt sind 9 Schutzhütten aufgestellt worden. Gefördert wurde die Ausstellung durch die EU unter dem Namen LEADER. In 8 der Hütten sind landwirtschaftliche Maschinen mit einer kleinen Erklärungstafel (z.B. Name: Jauchepumpe; Funktion: Entleeren der Jauchgrube; Alter: um 1950; Spender: Hof XYZ Goßdorf) und einem gut gesicherten Ausstellungsstück zu sehen. Die 9. Hütte ist mit Bänken ausgestattet. Die letzten paar Meter führen am schönen Spielplatz von Goßdorf vorbei, der aber im Winter ziemlich ruhig ist. Damit ist eine Wanderung zu Ende gegangen, die richtig viel Spaß gemacht und mit dem verschneiten Hankehübel und den riesig vielen Eiszapfen im Kohlichtgraben eine ganze Menge Abwechslung geboten hat.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Goßdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Goßdorf Freibad
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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