Lehrpfad Cunnersdorf

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 6,00 km
Höhenunterschied:
ca. 154 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Cunnersdorf - Cunnersdorfer Freibad - Zentrum - roter Strich- Winterleitenstraße - grüner Punkt - Spitzsteinweg - Mäusebornweg - grüner Querstrich - Katzstein - Katzfelsen - Spitzsteinweg - Cunnersdorf - Cunnersdorfer Freibad

Beschreibung:

Einige Schilder vom Lehrpfad Cunnersdorf waren mir schon auf vorhergehenden Wanderungen aufgefallen und so musste auch dieser Lehrpfad einmal komplett begangen werden. Die vorherige Planung hatte ergeben, dass es sich um eine Strecke von ungefähr 6 Kilometern handeln müsste und damit bot sich der Lehrpfad als eine Wanderung mit Kindern ganz gut an. Den Ausgangspunkt hatte ich an das Cunnersdorfer Freibad gelegt und hier war ich von einem Aufkleber am Parkscheinautomaten hoch erfreut: „Extra für Sie wurde der Parkscheinautomat außer Betrieb genommen!“ Davon war ich wirklich äußerst positiv überrascht, da in der gesamten Sächsischen Schweiz gerade die Parkscheinautomaten und damit die bezahlten Parkplätze eine Inflation erleben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass damit ein paar Tagesgäste in diese Ecke der Sächsischen Schweiz gelockt werden können. Ein Haufen Autofahrer reagieren auf Parkplatzgebühren ziemlich sauer, ganz besonders, wenn sie nicht aus dem Zentrum einer Stadt stammen und es gewohnt sind, vor ihrer Haustüre kostenlos zu parken. Die Wanderung startet in Richtung Dorfmitte. Im Bereich des Parkplatzes befinden sich gleich vier unterschiedliche Stationen des Lehrpfades. Auf der linken Seite wird auf das Waldbad von Cunnersdorf hingewiesen. Rechts vom Parkplatz, also zwischen dem Cunnersdorfer Bach und dem Parkplatz, wird man auf die versteckte Inschrift an der gegenüberliegenden Felswand aufmerksam gemacht. Im südlichen Bereich bzw. an der Stirnseite des Parkplatzes weist eine Tafel auf eine Wettin- Platte und ein Stückchen Cunnersdorfer Heimatgeschichte hin. Am nördlichen Ende des Parkplatzes befinden sich einerseits ein Demonstrationskohlemeiler mit gleich zwei Informationstafeln und eine kleinere Hütte der Waldwacht mit einigen Tafeln zur Tier- und Pflanzenwelt. Vom Parkplatz geht es also in die Richtung der Ortsmitte. Als nächste Station wird eine Erklärung zur alten Wasserversorgung von Cunnersdorf und das Quellgebiet am Cunnersdorfer Bach erklärt. Leider ist die Tafel, auf dem die einzelnen Wasserleitungen zu den damaligen Gehöften erklärt werden, stark von den Witterungseinflüssen beschädigt. Trotzdem ist das Anschauungsobjekt in Form einer uralten Wasserleitung ziemlich beeindruckend. Irgendwie kann ich mir kaum vorstellen, dass durch so einen hohlen Baumstamm am Ende der Wasserleitung überhaupt noch Wasser ankam. Ein paar Meter weiter steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein ehemaliges_Wohnhaus_Gerhard_Neumann_kleinHaus relativ nah an der Straße. Hier lebte der Lehrer und Volkskünstler Gerhard Neumann. Er ist anscheinend eine besondere Persönlichkeit für Cunnersdorf gewesen, da er gleich an mehreren Stellen im Ort genannt wird. Auf der Straßenseite mit dem Bürgersteig kommen als nächstes vier Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Nach ein paar weiteren Metern erreicht man auf der rechten Straßenseite ein uraltes Floßwehr. An dieser Stelle wurden vermutlich die Baumstämme wieder eingefangen/angehalten, die den Cunnersdorfer Bach herunter geflößt worden sind. Es ist schon ganz faszinierend, dass in diesem kleinen Bach überhaupt Bäume geflößt werden konnten. Dazu war schon eine ziemliche Flutwelle notwendig, die aus den beiden Teichen Fuchsteich und Taubenteich an der Böhmischen Grenze ausgelöst wurde. Dass der Cunnersdorfer Bach nicht immer so schön ruhig ist, kann man an ein paar Bildern im Schaukasten neben dem Floßwehr sehen. Es ist schon wirklich ungewöhnlich, dass so ein Rinnsal auf mehr als das 10fache anschwellen kann, aber wenn man sich ansieht, woher der Bach kommt, dann ist das eigentlich nicht mehr ganz so verwunderlich. Fast der gesamte Bachverlauf liegt in einem langen, aber sehr schmalen Tal, in dem ein Starkregen keine andere Chance hat, als als eine riesige Welle ins Tal zu schießen. Leider liegt am Ende des Tals die Ortschaft Cunnersdorf, die den Bach dann auf der Hauptstraße wiederfindet.
Genau diese Straße wird auf dem Rundweg jetzt als nächstes erreicht. Hier geht es nach links und schon informiert die nächste Tafel über ein gut erhaltenes Lausitzer Umgebindehaus. Forsthof_Cunnersdorf_kleinEigentlich sollte an der Hauptstraße noch eine Informationstafel Nr. 40 über den Forsthof bzw. Friesenhof stehen, aber irgendwie haben wir sie übersehen. Das Gebäude hingegen ist unübersehbar. Es ist das riesige Haus gleich neben der Straße, welches ein wenig nach einem Rittergut aussieht (www.forsthof-cunnersdorf.de). Der Lehrpfad geht schon nach wenigen Metern auf der Hauptstraße nach links aus der Ortschaft wieder heraus. Zuerst überquert man den Cunnersdorfer Bach und hier kann man auf der rechten Seite ein altes Mühlwehr sehen. Netterweise ist es in der letzten Zeit saniert worden und so fällt es im neu angestrichenen Zustand ziemlich auf. Leider sind heutzutage die alten Mühlgräben zu den einzelnen Mühlen verschwunden, wenn man aber die Mauern links und rechts des Baches genau ansieht, dann kann man die zugemauerten Öffnungen noch gut erkennen. Außerdem ist der linke Mühlgraben an der alten Absperrvorrichtung noch gut zu erkennen. Kurz vor dem Ortsausgang befindet sich noch eine Lehrpfadtafel, die auf einen alten Taufstein hinweist. Kirche_von_Cunnersdorf_kleinJetzt führt der Weg endgültig aus dem Dorf heraus und es geht ein paar Meter den Hang hoch. An der nächsten Wegkurve klärt eine Informationstafel über das Panorama von Cunnersdorf auf. Auf dem weiteren Weg passiert man eine Weide mit einigen Galloways, die im März 2008 ein paar Jungtiere hatten, welche mit einer wahnsinnig guten Laune über die Weide flitzten. Es machte richtig Spaß, diesen wilden schwarzen Knäueln zuzusehen. Am Ende der Weide fängt eine Hecke bzw. Allee neben dem Wanderweg an, hier wird auf eine Eberesche hingewiesen. Nach einem leichten Anstieg erreicht man den Wald und wird hier mit einer Tafel auf die Waldbrandgefahr aufmerksam gemacht. Angeblich soll man hier irgendwo verkohlte Baumstämme entdecken, aber irgendwie hatten wir anscheinend Knöpfe auf den Augen. Trotzdem hat das Schild natürlich Recht, dass man im Wald nicht rauchen sollte und ein offenes Feuer nicht angebracht ist. Im Wald wird man gleich durch eine größere Anzahl Tafeln über die unterschiedlichen Baumsorten wie z.B. Traubeneiche, Birke, Fichte und Kiefer informiert. Wenn ich ehrlich bin, dann sind diese Tafeln auf einer Wanderung nicht ganz so interessant, was aber für die beiden Tafeln zu Pilzen und Wildwechseln anders ist. Wir haben schon häufiger Wildspuren, ganz besonders im Winter, untersucht und gerätselt, was es wohl sein könnte. Auf der Tafel sind ein paar sehr gute Beispiele zu den Wildspuren zu sehen. Die Wanderung passiert eine Hütte im Wald und erreicht bald eine Wegkreuzung an einem Rastplatz. Hier geht es nach rechts weiter den Hang hinauf. Auf der rechten Wegseite steht eine dieser äußerst professionellen Informationstafeln zu Kiefern und einer sehr anschaulichen Erklärung zur Baumhöhenschätzung. Die Wanderung steigt weiter den Hang aufwärts in Richtung Katzstein/-felsen. Zwischendurch kommt auf der linken Wegseite noch eine Tafel zu den unterschiedlichen Wuchshöhen in der Pflanzen- und Tierwelt. Auf dieser Tafel wird dafür der Fachbegriff Wald- Sukzession benutzt. Wenige Meter dahinter steht eine mustergültige Buche am Wegesrand, die natürlich auch eine Hinweistafel des Lehrpfades hat. Wetterfahne_mit_Katze_am_Katzstein_kleinNach einer Strecke von ca. 1,3 Kilometern hinter dem Rastplatz verlässt der Lehrpfad den breiteren Waldweg und biegt nach links in den Wald ab. Ausgeschildert ist hier der Katzstein/-felsen. Den Katzstein erreicht man nach einer sehr kurzen Strecke. Zum Glück ist eine Eisenleiter an der südlichen Seite angebracht, sonst wäre dieser Felsen für Wanderer unbezwingbar. Die Aussicht von hier oben ist fantastisch und überraschenderweise habe ich noch nie andere Wanderer hier angetroffen. Das wäre auch nicht ganz so angenehm, da die Plattform auf dem Katzstein nicht besonders groß ist.

Panorama_Katzstein_klein

Nach dem Genuss der Aussicht vom Katzstein geht es parallel zur Felskante weiter in die Richtung Katzfelsen. Auf dem Weg bis zur nördlichen Aussicht passiert man noch zwei weitere Informationstafeln des Lehrpfades zum Thema der Europäischen Lärchen und der Roten Waldameisen. Die Aussicht vom Katzfelsen liegt ein wenig versteckt und wird Signal genannt. Auch hier oben befinden sich gleich zwei Rastmöglichkeiten. Einerseits ist es ein weiterer überdachter Rastplatz und an der Spitze der Aussicht eine Bank.

Panorama_Katzfelsen_klein

Der Zugang zu der Aussicht erfolgt über einen eisernen Steg, der höchstens für Mitmenschen mit richtig starker Höhenangst ein Hindernis darstellen sollte. Die Aussicht von hier oben ist leicht anders als vom Katzstein, da man mehr in Richtung Norden und damit auf Lilienstein, Königstein und Gohrisch/Papststein blickt.
Ein paar Meter neben dem überdachten Rastplatz geht eine unauffällige Treppe vom Felsen herunter. Nachdem man am Felsenfuß angekommen ist, passiert man eine Boofe_unter_Katzstein_kleinBoofe der Sächsischen Schweiz und auf der anderen Treppenseite wird man über die Felswand in Wabenform aufgeklärt. Die nächste Tafel zum letzten Wilderer Karl Josef Focke hat Wabenverwitterung_Katzstein_kleinunsere Tochter gewaltig beeindruckt. Dadurch, dass von dem Herrn nicht nur eine beschreibende Tafel dort hängt, sondern auch noch ein Gemälde von ihm dort abgebildet ist, musste ich den Text gleich mehrere Male vorlesen und noch ein bisschen dazu erklären. Irgendwie hat sie das Bild schwer beeindruckt, denn die restliche Strecke wurde das Thema des Wilderers noch mehrere Male wiederholt und selbst zu Hause wurde es noch mal von ihr erzählt. Ihre abschließenden Worte waren dann aber: Das hat er davon, wenn er arme Rehe erschießt! Soviel zu den Gedanken einer 6jährigen. Der Weg passiert noch einen Rastplatz, der aber bei weitem nicht so eine schöne Aussicht bietet wie auf dem Katzfelsen. Der Weg verläuft in einem Bogen bis zum Spitzsteinweg. Diesen Weg kennt man schon vom Hinweg, nur diesmal geht es bis zum überdachten Rastplatz bergabwärts. Hier verlässt der Lehrpfad den schon bekannten Weg wieder und es geht geradeaus auf einen kleineren Waldweg. Noch vor dem Waldrand befinden sich zwei weitere Tafeln zu Wald- und Wildfrüchten und zu Espen. Leider ist die Hinweistafel zu den Espen schon länger umgefallen und ich schätze mal, dass sie sich in der nächsten Zeit vollkommen von dannen macht. Insgesamt kann man das gleich bei mehreren Tafeln feststellen. Die Anlage eines solchen Lehrpfades ist der erste Teil der Arbeit, die weitere Pflege und Instandhaltung wird leider bei sehr vielen Lehrpfaden vernachlässigt. Die letzten drei Informationstafeln bis zum Ausgangspunkt der Wanderung weisen auf Salweide, Roterle und die Katzsteinbaude hin. Die Tafel an der Katzsteinbaude erweckt den Eindruck, als wenn es sich nur um das einzelne Haus handelt, aber in Wirklichkeit gehören zu der Katzsteinbaude (www.katzsteinbaude-cunnersdorf.de) auch noch ein paar kleinere Häuser im Hintergrund.
Auch wenn auf dem Lehrpfad schon so manche Tafel verschwunden ist, so ist es eine ganz nette Wanderung gewesen, die sich hervorragend für Zeiten anbietet, in denen Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz herrscht-

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Cunnersdorf Deutsches Haus mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Cunnersdorfer Bad

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