Lokomotive

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,75 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 751 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
viele Höhenmeter
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rathewalde - Amselgrund - blauer Strich - Amselfall - Schwedenlöcher - Gansweg - gelber Strich - Wehlstraße - Steinerner Tisch - Griesgrund - Haldenweg - Hirschgrund - Fremdenweg - grüner Strich - Basteiparkplatz - Bastei - Abstieg - Amselgrund - Amselsee - Saugrund - Feldsteine - Hönigsteine - Lokomotive - Höllgrund - grüner Strich - Nasser Grund - Rathewalde

Beschreibung:

Diese Wanderung hat mir ein netter Leser unserer Internetseite vorgeschlagen. Er schrieb mir, dass es nicht nur den Griesgrund von der Bastei runter zur Elbe gibt, sondern auch noch einen Hirschgrund. Damit wir es mit der Wanderungsplanung ein bisschen leichter hätten, war an der Mail gleich mal eine komplette Wanderbeschreibung angehangen. Na, dann musste die Runde natürlich gleich mal ausprobiert werden. Eine kleine Einschränkung gab es gleich mal in der Runde, es sollte über den Honigstein und damit an der Lokomotive vorbeigehen. Da es dort ziemlich an einer Felskante entlang geht, konnte ich leider meine Frau nicht davon überzeugen, dass sie mitkommt. So bin ich die Runde alleine gegangen und das hat sich als ganz gut herausgestellt, da es ziemlich viel bergauf und bergab geht.
Riemenantrieb_Lochmuehle_kleinDer vorgegebene Startpunkt ist der Parkplatz im Zentrum von Rathewalde. Von hier geht es erstmal den Berg runter in Richtung Amselfall. Markiert ist der Wanderweg hier mit dem blauen Strich blauer Strich. Jaegerklause_Lochmuehle_kleinGleich auf den ersten Metern in der Schlucht befinden sich zwei Einkehrmöglichkeiten. Einerseits ist es der Lindengarten hinter dem Parkplatz und dann die Rathewalder Mühle. Diese beiden Lokale sind die letzte Chance, sich noch zu relativ humanen Preisen zu stärken. Die nächsten Gaststätten, die ab jetzt auf dem Wanderweg liegen, haben leider alle Touristenpreise. An der Rathewalder Mühle (auch Lochmühle genannt, www.rathewalder-muehlen.de) finde ich immer wieder schön zu sehen, dass jedes Mal, wenn ich dort vorbeikomme, an einer anderen Stelle ernsthaft gearbeitet wird. Hier scheint jemand mit der nötigen Energie den Komplex übernommen zu haben. Die Wanderung geht durch die Schlucht des Grünbaches bergab. Bei diesem Bächlein ist es immer wieder verwunderlich, dass so ein armseliges Rinnsal solch eine Schlucht graben kann. Am 25.05.1906 hat es oben in Rathewalde einen Starkregen geben und dann sind zum Teil die Wassermassen durch die Schlucht des Grünbaches abgelaufen. Dadurch wurde die Rathewalder Mühle ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Auf Bildern von damals ist der Weg an der Mühle nur noch eine breite und tiefe Furche.
Nach einem Teilstück von etwas mehr als einem Kilometer erreicht man den Bereich des Amselfalls. Zuerst ist es ganz interessant, von oben auf den Komplex zu sehen, weil man dann im Staubecken des Wasserfalls das Prinzip des Abflusses sehr schön sehen kann. Die Wirkungsweise ist beim Amselfall, genauso wie beim Lichtenhainer Wasserfall, der Badewannenabfluss. Durch ziehen des Amselfall-Staustufe_kleinStöpsels wird ein Wasserschwall erzeugt, der dann nach Wasserfall aussieht. Das lohnt sich ganz besonders in den Sommermonaten, denn dann ist der Grünbach überhaupt nicht in der Lage, genug Wasser für einen echten Wasserfall zu liefern. So muss der Natur ein Stückchen nachgeholfen werden. Im Bereich des Amselfall_mit_Hoehle_kleinAmselfalls befindet sich einerseits eine kleine Gaststätte, bei der man sich auch ganz gut draußen hinsetzen kann, und andererseits eine Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz. Diese ist immer mit einem Nationalparkranger bzw. mit einem Mitarbeiter des Nationalparks besetzt und die freuen sich wirklich, wenn man bei ihnen mal reinschaut. Meine Erfahrung mit den Rangern ist bis jetzt immer äußerst positiv gewesen und jeder von denen hat sehr freundlich auf irgendwelche Fragen zum Nationalpark reagiert. Deshalb sollte man auch in die Informationsstelle kurz reinblicken.
Treppe_Schwedenloecher_kleinWeiter geht es die Schlucht herunter, bis nach rechts der Weg in die Schwedenlöcher abbiegt. Auch wenn sich der Name nicht so richtig nach einer Schlucht anhört, so ist dieser Aufstieg zur Bastei hoch ein Labyrinth an Strecke. Der Weg steigt über eine Vielzahl an Stufen aufwärts. Das merkt man gleich auf den ersten paar Metern, wenn man die ersten hundert Stufen vor sich sieht. Schwedenloecher_Weg_ausgearbeitet_kleinDieses erste Stück ist schon ziemlich erschreckend, aber für den darauf folgenden Teil durch die Schwedenlöcher lohnt sich die Strapaze. Nachdem man den Aufstieg erfolgreich gemeistert hat, bietet sich eine sehr schöne Aussicht zum Verschnaufen an. Dazu verlässt man kurz den blau markierten Weg und geht einfach am Ausgang der Schwedenlöcher geradeaus. Nach ca. 150 Metern erreicht man die sehr ruhige Aussicht. Schwedenloecher_Durchgang-2_kleinAuf der anderen Talseite kann man den Trubel um die Basteibrücke sehr gut sehen. Manchmal klingen auch noch einzelne Töne vom Drehorgelmann am Basteihotel herüber, aber dem Geklimper wird man zu einem späteren Zeitpunkt noch näher kommen. Jetzt ist erstmal Verschnaufen an der Aussicht angesagt.
Nach dieser angenehmen Pause geht die Wanderung weiter auf dem blauen Strich. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man aber nur noch ein kleines Stück von ca. 250 Metern, bis nach rechts der gelbe Strich gelber Strich abbiegt. Dieser Markierung folgt man wieder nur ein kleines Stück von 350 Meter, bis man sie ganz kurz vor der Brandstraße wieder verlässt. Die Brandstraße wird nur überquert und gegenüber geht es auf dem gut ausgebauten Forstweg weiter. Der Weg führt von der Brandstraße zum Steinernen Tisch. Dieser Platz heißt wegen der steinernen Sitzgruppe so, die natürlich auch gleich für die Gaststätte daneben zum Namensgeber wurde. Um die Gaststätte geht es einmal herum, um ein paar wenige Meter (ca. 120 Meter) der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in Richtung der Bastei zu folgen. Knapp hinter dem letzten Gebäude (ich glaube es ist eine Garage) verlässt man den markierten Weg für einen besonderen Abstecher nach rechts. Hier befindet sich so eine seltsame Absperrung, welche die normalen Touristen daran hindern soll, durch die Botanik zu latschen, aber der Abstieg in den Griesgrund ist mit einem grünen Pfeil markiert. Diese Kennzeichnung steht für einen Bergpfad, der „Nur für Geübte“ empfohlen wird. Lokomotive_von_Bastei_aus_gesehen_klein Das verspricht natürlich einen ganz besonderen Anreiz und relativ wenige andere Wanderer. Der Abstieg ist ganz sicher nicht so schwierig und wenn man dann in diese tolle Schlucht blicken kann, dann lohnt es sich doppelt. Griesgrund_kleinDer Griesgrund endet auf dem Steinbruchweg, dem man nach links (also Richtung Rathen) folgt. Der Pfad verläuft auf dem ehemaligen Plateau der einzelnen Steinbrüche. Das hört sich so an, als ob man durch mehrere Steinbrüche wandern müsste, aber eigentlich ist es ein riesiger Steinbruch, der aber in einige Parzellen aufgeteilt war. Heutzutage hat sich die Natur schon einen Großteil der Fläche zurück erobert, nur die weißen Wände werden wohl noch ein paar Jahrhunderte zu erkennen sein. Auf dieser Fläche der Steinbrüche stehen einige kleinere Häuschen, die heutzutage von Bergsteigervereinen betrieben werden. Nach ca. 300 Metern steht eins dieser Häuschen auf der linken Seite und rechts neben diesem geht es jetzt wieder aufwärts. Hier liegt auch noch am Wegesrand eine Gedenktafel mit folgendem Inhalt: „Hier fand im April 1933 eine illegale Zusammenkunft der Genossen der VKA mit bereits in der Illegalität lebenden Genossen statt.“ VKA ist die Abkürzung für „Vereinigte Kletterabteilung“ im Touristenverein „Die Naturfreunde“. Diese Gruppe von fast 350 Mitgliedern wurde im 3. Reich schwer verfolgt und in die Illegalität abgedrängt.
Die Wanderung steigt also jetzt diesen ersten möglichen Pfad nach links den Berg hoch. Hier muss man leider etwas mogeln, da der Aufstieg mit dem schwarzen Pfeil markiert ist. Diese Kennzeichnung weist auf einen Weg, der eigentlich nur als Kletterzugang gedacht ist, hin. Das heißt nicht, dass man klettern muss, sondern nur, dass der Weg durch den Hirschgrund normalerweise nicht für Wanderer gedacht ist. Der Schwierigkeitsgrad ist identisch mit dem Weg durch den Griesgrund und der Weg ist auch sehr einfach zu finden. Es geht einfach nur durch die Schlucht auf einem Pfad nach oben. Auch diese Schlucht/dieser Grund sieht genauso romantisch aus wie der Griesgrund, nur wenn man von unten kommt, fällt einem das nicht ganz so auf. Wenn man sich aber von Zeit zu Zeit herumdreht, dann kann man den Blick in die Natur gut genießen. Der Aufstieg erfolgt an gleich mehreren Stellen über Stufen, die in den Felsen geschlagen sind. Diese Spuren stammen aus weit vergangenen Zeiten, als die Steinbrecher den Hirschgrund als Aufstieg benutzt haben. Nachdem man auch diesen Aufstieg erfolgreich gemeistert hat, kommt man wieder auf den bekannten Waldweg zwischen dem Steinernen Tisch und der Bastei. Der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich folgt man jetzt weiter nach rechts. Nach einer kurzen Strecke erreicht man zuallererst die Andenkenbude (Souvenir-Kiosk) der Bastei und dann die Basteistraße. Hier latscht man einfach den Touristenströmen bis zur Bastei hinterher. Die Aussicht von der Elbe_von_Bastei_aus_kleinBastei ist schon wirklich toll und die Brücke bis zur Felsenburg Neurathen ist auch sehr nett. Hier kann man sehr gut verstehen, warum so viele Touristen herumwackeln, wenn die Anreise so wunderbar einfach ist. Sobald man aber auf der anderen Seite den Berg wieder herunter wandert, nehmen die Besucherzahlen rasant ab. Bis zur unteren Aussicht sind noch ein paar Urlauber unterwegs, aber ab dort sind nur noch sehr wenige Wanderer auf dem Weg nach Rathen anzutreffen. Der Abstieg ist weiterhin mit dem grünen Strich markiert. Diese Wanderwegmarkierung biegt nach dem größten Teil des Abstieges nach links in Richtung Amselsee/Freilichtbühne Rathen ab. Es geht also weiter der Markierung bis zum Amselsee nach. An der Staumauer des Amselsees verlässt man den markierten Weg und es geht über die Staumauer auf die andere Seeseite hinüber. Dieser viel schöneren Seeseite folgt man ca. 70 Meter, bis der eigentliche Weg einen Knick nach links macht. Hier geht es weiter geradeaus über die seltsame Absperrung. Die Absperrung hat extra eine Aussparung, damit man leichter drüber steigen kann. Hier geht es mal wieder den Berg hoch. Der Weg ist einfach zu finden, auch wenn er nicht markiert ist, da er doch anscheinend von sehr vielen Bergsteigern benutzt wird. Der Pfad steigt an der linken (nördlichen) Seite des Feldsteins empor, bis man einen gut ausgebauten Aufstieg auf die Honigsteine erreicht. Ab jetzt wird es sehr einfach, den weiteren Weg zu finden: Lokomotive_und_Lamm_kleinEs gibt nur einen Pfad, der über die Honigsteine führt. Zweimal kann man zwar auch noch die falsche Richtung einschlagen, aber schon nach kurzer Strecke stellt man fest, dass es dort nicht weiter geht. Beide Male ist der Weg in der Horizontalen die falsche Richtung. Das erste Mal geht der richtige Weg nach links die Felsen hoch, beim zweiten Mal ist der richtige Aufstieg mit einem schwarzen Pfeil markiert. Nachdem man die Lokomotive erreicht hat, kann man von der Vorderseite eine wunderbare Aussicht auf die Gansfelsen und den Bereich der Bastei genießen. Hier oben herrscht meistens eine erstklassige Ruhe, die höchstens von ein paar Kletterern unterbrochen wird. Aber im Verhältnis zu vielen Wanderern sind die Kletterer fast immer viel leiser in der Natur unterwegs. Ganz witzig ist der Durchgang durch den Nachbarfelsen von der Lokomotive. Leider weiß ich nicht, wie der Felsen heißt, aber dieses Felsentor_Lamm_kleinFelsentor ist immerhin so groß, dass ein erwachsener Mann fast aufrecht durch gehen kann. Es könnte sein, dass dieser Felsen Lamm heißt. Vor diesem bzw. hinter diesem Felsentor ist eine größere Aussichtsfläche, die zu einer Rast einlädt. Nach diesem wirklich erstklassigen Platz geht es auf der Rückseite der Lokomotive über einen relativ leichten Pfad wieder von den Honigsteinen abwärts. Der Abstieg erfolgt über ein paar Stufen bis runter zum Pionierweg. Hier geht es wieder über so eine seltsame Absperrung mit Durchgang. Auf dem Pionierweg geht es das letzte Mal runter ins Tal. Markiert ist der Weg mit dem grünen Strich grüner Strich. Genau an der Stelle, an der man von den Honigsteinen auf den Pionierweg trifft, nimmt der markierte Weg auf der gegenüberliegenden Wegseite eine Abkürzung. Hier wird eine größere Schleife des Pionierweges über ein paar Stufen abgekürzt. Danach geht es auf dem Pionierweg fast bis runter an den Amselsee. Kurz vor dem See (ca. 100 Meter) zweigt nach rechts eine unscheinbare Schlucht ab. Irgendwie bin ich mir nicht so ganz einig, ob dieser Weg womöglich mal wieder einer dieser gesperrten Wege im Bereich einer der Kernzonen ist. Wer lieber auf der sicheren Seite unterwegs sein möchte, kann auch das letzte Stück bis nach Rathewalde an dem schon bekannten Grünbach hoch gehen. Ein Schild von der Kernzone habe ich auf jeden Fall nicht gesehen und deshalb geht der Wanderweg in den Nassen Grund rein. Der Pfad durch den Grund steigt angenehm an und ist relativ einfach zu finden. Nach ungefähr ½ Kilometer biegt die Wanderung nach links in das Adlerloch ab. Linde_bei_Rathewalde_kleinDieser Grund führt bis fast auf die Ebene von Rathewalde. Ganz knapp vor der Ebene biegt der Weg nochmal nach links ab. Diese Stelle ist sehr einfach zu finden, da es für ein Weiterwandern keine sichtbare andere Möglichkeit gibt und links ein eindrucksvoller Baum mitten auf einer Kuhwiese steht. An dem Baum geht es ganz knapp dran vorbei und nach wenigen Metern erreicht man den Ortsrand von Rathewalde. Hier steht ein besonders auffälliges Haus auf der linken Wegseite. Es sieht irgendwie ganz anders aus, als die ganzen restlichen konventionellen Häuser. Einerseits ist es ein ganzes Stück größer als ein normales Haus in Rathewalde und andererseits sieht es so aus, als ob eine Ecke von dem Haus abgeschnitten worden ist. Damit ist eine schöne Hausseite entstanden, die einen erstklassigen Ausblick in die schöne Landschaft der vorderen Sächsischen Schweiz liefert. Die letzten Meter erfolgen über die Teichstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rathewalde Ortsmitte mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Rathewalde Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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