Lorenzsteine

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 5,50 km
Höhenunterschied:
ca. 402 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
schwindelfrei
steiler Aufstieg
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Kleiner Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - gelber Strich - Großer Zschand - Zeughausstraße - roter Strich - Raubsteinschlüchte - Winterstein - Hinteres Raubschloss - Buchschlüchte - Bärengrube - Knorreweg - Hintere Naßschlüchte - Großer Lorenzstein - Kleiner Lorenzstein - Lorenzweg - Spitzsteinschlucht - Großer Zschand - gelber Strich - Kirnitzschtal - Neumannmühle

Beschreibung:

Einem Leser unserer Internetseite war aufgefallen, dass wir die Lorenzsteine bis jetzt immer nur passiert, aber noch nie den Pfad zwischen Großem und Kleinem Lorenzstein beschrieben bzw. bewandert hatten. Damit hatte jener Herr vollkommen recht, da für mich bis dahin die Lorenzsteine ein reines Klettergebiet waren. Da dieser nette Wandersmann meinte, der Weg wäre wirklich lohnenswert, musste das natürlich sofort ausprobiert werden. Damit die Wanderung einen ganz besonderen Anreiz auch für unsere große Tochter (7 Jahre) erhielt, führt der Bogen noch an einer besonderen Attraktion der Hinteren Sächsischen Schweiz vorbei. Dazu aber später.
Der Startpunkt für die Wanderung Lorenzsteine liegt im Kirnitzschtal bei der Neumannmühle. Von hier geht es in den immer kalten Großen Zschand. Es gibt wirklich wenige Schluchten in der gesamten Enge_Schlucht_Grosser_Zschand_kleinSächsischen Schweiz, die solch ein starkes Kellerklima haben, aber bei so nah beieinanderstehenden Felsen ist das eigentlich auch kein Wunder. Die Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich und nach etwas mehr als ½ Kilometer stellt man auf einmal eine Temperaturänderung fest. Dieses Phänomen kann man sowohl im Winter als auch im Sommer feststellen. Der Grund ist ganz einfach der, dass sich hier der Große Zschand weitet und damit die Sonne eine bessere Chance hat, das Tal aufzuwärmen. Nach fast 1 ½ Kilometern biegt nach rechts die Zeughausstraße mit der roten Wanderwegmarkierung roter Strich ab. Leiter_vom_Hinteren_Raubschloss_kleinDer Begriff Straße hört sich abschreckender an als der Weg dann wirklich ist. Es handelt sich um einen gut ausgebauten Forstweg, auf dem zwar auch einer der wenigen Radwege durch die Hintere Sächsische Schweiz verläuft, aber Radfahrer sind hier eine wirkliche Seltenheit. Und für den normalen Autoverkehr ist die Zeughausstraße sowieso gesperrt. Nach einem relativ leichten Anstieg biegt der markierte Wanderweg nach links auf einen unauffälligeren Waldweg ab. Auch dieser Weg steigt leicht bis mittel an. Bald ist der Zugang zum Hinteren Raubschloss bzw. Treppe_zum_Hinteren_Raubschloss_kleinder Felsen heißt Winterstein erreicht. Auch wenn das schon ziemlich in eine Kletterei ausartet, sollte man unbedingt den Aussparung_fuer_Wachposten_Hinteres_Raubschloss_kleinAufstieg auf den Felsen unternehmen. Nicht nur, dass die Aussicht von oben fantastisch ist, auch schon der Aufstieg ist sehr abwechslungsreich. Wenn man dann noch seinen mitwandernden Kindern etwas von einem Raubschloss und ein bisschen von vermuteten Räubern erzählt, gehört die Wanderung zu den unvergesslichen Runden in der Sächsischen Schweiz.
Von dem Raubschloss geht es wieder herunter und dann folgt man der bekannten roten Wanderwegmarkierung weiter nach rechts. Nach einer Ministrecke von 200 Metern biegt nach rechts ein unmarkierter Waldweg ab. Die sogenannten Buchschlüchte fallen leicht ab und sind sehr angenehm zu wandern. Grube_unterhalb_Hinteres_Raubschloss_von_oben_kleinWenige Meter neben dem Forstgrenzstein Nr. 207 sollte man einen sehr aufmerksamen Blick auf den rechten Hang werfen. Hier befinden sich ein paar unauffällige Stufen, die zu einer wirklichen Überraschung führen. Wenn man über die Stufen den Hang hoch gestiegen ist, so findet man eine ziemlich große rechteckige Grube, die anscheinend schon vor riesig langen Zeiten hier in den Sandsteinfelsen gearbeitet wurde. Bis heute habe ich zwei unterschiedliche Theorien gehört, um was es sich handeln könnte: Einerseits könnte es eine der vielen Bärenfanggruben sein, andererseits kann es sich auch um das Fundament bzw. den Keller eines Vorpostens des Raubschlosses gehandelt haben. Ich persönlich vermute eher die Variante mit dem Vorposten.
Nach diesem kleinen Abstecher neben den Weg geht es weiter auf den Buchschlüchten bis zur nächsten größeren Kreuzung. Hier hat man wieder die bekannte Zeughausstraße erreicht, die aber an dieser Stelle nur überquert wird, um dann gegenüber dem unmarkierten Waldweg weiter zu folgen. Hier ist der Weg ausgeschildert mit Knorre/Knorreweg. Nach ¼ Kilometer macht der Waldweg einen deutlichen Rechtsschwenk und dann steht auf der rechten Wegseite der Grenzstein Nr. 86. Hier verlässt die Wanderung den Knorreweg und biegt nach links ab. Dem Weg ist schon deutlich anzumerken, dass nur wenige Wanderer und Forstfahrzeuge hier entlang kommen. Nach fast 200 Metern findet man den Forststein Nr. 85 auf der rechten Wegseite und hier biegt die Wanderung in eine Senke nach rechts ab. Hier beginnt der eigentliche Aufstieg auf die Lorenzsteine. Der Weg wird zusehends schmaler, bis ganz kurz vor einer Hühnerleiter nur noch ein ausgewaschener Pfad übrig bleibt. Auch ohne die Hühnerleiter würde man den Hang ganz sicher hoch kommen, aber diese seltsamen Konstruktionen dienen dem Erosionsschutz. Engstelle_bei_den_Lorenzsteinen_kleinHinter dieser Aufstiegshilfe biegt die Wanderung nach rechts ab und man erreicht die schwierigste Stelle der gesamten Wanderung. Hier muss man an einer tiefen Felskante unter einem Felsen drunter herklettern. Da machen sich die Erwachsen viel mehr Gedanken als die mitwandernden Kinder. Dass man an der engsten Stelle auch noch über einen Felsriss von einer Handbreit hinweg muss, stört die Kinder überhaupt nicht, aber die Eltern denken drüber nach, was wäre, wenn man noch 50 Kilo abnehmen würde. Dann könnte man wenigstens mit einem Fuß hier hineinfallen. Hinter dieser sehr interessanten Stelle geht es weiter mit ein paar kleinen Klettereinlagen über ein paar Felsmurmeln und dann erreicht man den gut ausgebauten Aufstieg zum Kleinen Lorenzstein. Ich würde empfehlen, noch die paar Meter nach links zum Kleinen Lorenzstein hinaufzusteigen, da man von der Boofe auf der Ostterrasse eine herrliche Aussicht auf den Hausberg und den Großstein genießen kann. Jetzt steigt die Wanderung auf dem bekannten Weg über die Hühnerleiter und Stufen auf der Ostseite der Lorenzsteine wieder ab. Die Wanderung erreicht einen breiteren Waldweg (wieder der Knorreweg) an der Unterseite der Felsen und diesem folgt man nach rechts, bis nach wenigen Metern links der Abstieg in den Großen Zschand beginnt. Der Weg durch die Spitzsteinschlüchte ist schon etwas Besonderes, da hier nur ganz selten andere Wanderer unterwegs sind und es eine sehr nette Schlucht ist. Am Ende der Spitzsteinschlüchte erreicht man den Großen Zschand nur wenige Meter vor dem Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine sehr schöne Runde zu Ende gegangen, die ganz hervorragend auch für Kinder geeignet ist, da doch sehr viel Abwechslung dabei ist.

(Anmerkung der nicht mitgewanderten Ehefrau und Mutter: Ich war schon oft auf dem Hinteren Raubschloss, es ist wirklich sehr schön dort, aber ich fühle mich verpflichtet zu erwähnen, dass ich wahrscheinlich um 5 Jahre gealtert wäre, würde ich mein Kind diese Leiter klettern sehen, von diesem schmalen Felsband am Lorenzstein ganz zu schweigen, welches ich allerdings nicht selber kenne. Ich wusste auch vorher nicht, wo die beiden hingehen. Ich vertraue Ingo unsere Kinder gerne an, ich vertraue auch der Trittsicherheit und Vernunft unserer Tochter, aber ich KANN es NICHT selber anSEHEN!!!  Also, entweder man hat gute Nerven oder man überlegt es sich… Ich wollte es nur erwähnen, nicht, dass sich nachher jemand beschwert, dass wir die Schwierigkeiten herunterspielen)

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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