Malerweg Teil 2

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 10,50 km
Höhenunterschied:
ca. 552 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
lange Treppe
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
,
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Elbetal - Stadt Wehlen - Schwarzberggrund - Schwarzbergweg - Steinerner Tisch - Fremdenweg - roter Punkt - Bastei - Aussichten - Basteibrücke - grüner Strich - Amselgrund - Amselsee - Grünbach - blauer Strich - Amselfall - Rathewalde - Am Hockstein - Rundteil - Hocksteinschänke - Hocksteinweg - Hockstein - Polenztal - grüner Strich - Schindergraben - Rathaus - Hohnstein

Beschreibung:

Die Wanderung startet dort, wo der Teil 1 des Malerwegs aufgehört hat, in Stadt Wehlen. Vom Markplatz geht es an der Radfahrerkirche vorbei und dann erstmal ein Stück auf dem Elberadweg flussaufwärts. Der Blick an der Elbe entlang verführte einige Maler dazu, wunderbare Bilder herzustellen. Ganz früher haben die Elbehänge noch ganz anders ausgesehen, da sie nicht von den Steinbrüchen angenagt waren, aber zu der Zeit, als die romantischen Maler die Sächsische Schweiz als Motiv entdeckten, waren die Adrian_Ludwig_Richter_Steinbrueche_bei_SchandauArbeiten in den Steinbrüchen in vollem Gange. Genau diese Arbeiter sind immer wieder Bildmittelpunkte gewesen. Dafür sind z.B. die Bilder von Robert Sterl ein sehr gutes Beispiel. Heutzutage sind ein Teil der Steinbrüche wieder zugewachsen, aber die oberen Steinbruchwände leuchten immer noch hell über den Baumwipfeln. Nachdem man ziemlich genau ½ Kilometer von der Fahrradfahrerkirche am Elbeufer entlang gewandert ist, biegt nach links ein unauffälliger Weg zwischen den Häusern ab. Er ist zwar deutlich mit mehreren Wanderschildern gekennzeichnet, aber die Verführung ist trotzdem groß, dran vorbeizulaufen. Der Weg steigt den Schwarzberggrund hoch. Anhand des Wegbelages kann man schon so ungefähr erahnen, dass es sich um einen älteren Weg handeln muss. Im letzten Jahrhundert hätte bestimmt keiner Sandsteinplatten verlegt. Nach ¼ Kilometer Aufstieg geht es ein paar Meter nach rechts auf dem Haldenweg und dann gleich wieder nach links auf einigen Stufen den Schwarzberg hoch. Nach diesen ersten 100 Höhenmetern erreicht man die Schwarzbergaussicht, die bis vor einem Jahr (Mitte 2006) ein echter Geheimtipp war. Den Weg von Wehlen hoch zur Bastei benutzten nur Insider oder Wanderer mit einer sehr guten Wanderkarte. Durch den neuen Malerweg kommen jetzt ein paar mehr Wanderer in den Genuss dieser schönen Aussicht. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick runter ins Elbetal und auf Stadt Wehlen. Die Wanderung geht weiter in Richtung der Bastei. Zuerst kommt man aber noch am Steinernen Tisch vorbei. Dieser fast 3 Jahrhunderte (1710) alte Rastplatz aus Sandsteinen hat ganz bestimmt schon so manchen Wanderer und Maler vorbeischnaufen gesehen. Heutzutage lädt ein Biergarten zum ersten Verweilen ein.
Vom Steinernen Tisch ist das nächste Ziel die Bastei bzw. die Basteiaussicht. Ab hier folgt man dem grünen Strich grüner Strich bzw. natürlich dem Malerwegzeichen. Noch bevor man die Bastei erreicht, befindet sich rechts neben dem Basteihotel die Nationalpark-Informationsstelle Schweizerhaus. Hier ist seit kurzem eine erstklassige Ausstellung zum Malerweg bzw. zu den Bildern der Maler untergebracht. Der Eintritt ist kostenlos und man sollte sich diese sehr schön gestaltete Ausstellung nicht entgehen lassen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 – 18 Uhr und es werden ca. 250 besondere Bilder der Sächsischen Schweiz gezeigt. Je ausführlicher man sich die Bilder ansieht, desto mehr verlängert sich natürlich die Wanderung, aber es lohnt sich tatsächlich. Von dieser Ausstellung geht es vor zur Basteiaussicht. Hoffentlich hat man einen Wochentag gewählt, an dem nicht ganz so viele Touristen hier oben sind. Basteibruecke_von_obenSo richtig leer ist es auf der Aussicht eigentlich nie, aber manchmal kommt man wenigstens bis ans Geländer, und dann weiß man, warum so viele Urlauber hierher fahren. Der Ausblick runter ins Elbetal ist dadurch, dass die Elbe vor der Aussicht einen Bogen macht, gewaltig. Links und rechts sind die 100 Meter hohen Felswände bzw. Steinbruchwände zu sehen und nach vorne blickt man auf den Rauenstein und die Bärensteine. Von der schönen Aussicht geht es weiter auf die Basteibrücke. Die Brücke ist in Malerzeitrechnung eigentlich ziemlich neu. So hat z.B. Caspar David Friedrich in seinem Bild „Felsenschlucht“ die Felsenburg Neurathen ohne eine Brücke gezeichnet. Dann gibt es eine riesige Anzahl Maler, die die steinerne Brücke gemalt haben. Das geht bis in die Neuzeit mit der aktiven Malerin Irmgard Uhlig. Ganz besonders beliebt ist, die Basteibrücke von der anderen Elbeseite aus zu malen, wie es z.B. Frau Uhlig auf ihrem Bild „Basteibrücke“ gemacht hat.
Johann_Gottfried_Jentzsch_AmselfallRichter_AmselfallDie Wanderung geht auf der gegenüberliegenden Seite vom Basteifelsen in die Richtung Amselsee runter. Der Abstieg erfolgt über eine große Anzahl an Stufen, aber zum Glück geht es in diesem Fall mal den Berg herunter. Unten angekommen, wandert man weiterhin auf dem grünen Strich wieder dem Bach entgegen. Zuerst kommt man am gerade schon erwähnten Amselsee vorbei und dann geht es immer weiter den Berg hoch an dem kleinen Grünbach entlang. Die grüne Markierung verlässt den Malerweg kurz hinter dem Amselsee, es geht auf einem Waldweg weiter mit nur dem Malerwegzeichen. Der Weg geht mit angenehmer Steigung hoch zum Amselfall. Bei den Schwedenlöchern stößt die blaue Wanderwegmarkierung blauer Strich hinzu. Ernst_Hasse_AmselfallAdrian_Zingg_AmselfallAm Amselfall angekommen, gibt es wieder eine Möglichkeit, sich zu erfrischen und in der Nationalparkinformationsstelle ein paar wissenswerte Sachen zu erfahren. Auch der Amselfall ist ganz gerne von Malern gezeichnet worden, wobei ich immer wieder überrascht bin, wie gewaltig manche Maler übertrieben haben. So hat z.B. Gustav Täubert den Amselfall gezeichnet und auf seinem Bild ist ein wirklicher Wasserfall zu sehen. In der Realität hat der Grünbach aber nur so eine magere Ausschüttung, dass er eher einer Dusche als einem Wasserfall ähnlich sieht. Der Wanderweg führt weiterhin den Berg hinauf bis nach Rathewalde hoch. Im Zentrum des Orts biegt der Malerweg nach rechts ab, geht am Rande der Ortschaft entlang und dann kurz vor der Fahrstraße parallel zu dieser in Richtung Hocksteinschänke weg. Hier hat man einen fantastischen Blick in die Landschaft. Von hier oben sieht es zwar eher so aus, als wenn nur ein paar Felsen/Berge in der Senke liegen, aber trotzdem ist es ein sehr schöner Blick in die Landschaft. Von hier oben habe ich aber bis heute noch kein einziges Gemälde gesehen. Hocksteinbruecke_kleinKurz vor der Hocksteinschänke kommt dann die wirklich blödeste Stelle auf der ganzen Wanderung. Man muss irgendwie diagonal über diese Kreuzung kommen, damit man die Wanderung am Parkplatz vom Hockstein weiterführen kann. Vorsicht, der Parkplatz vom Hockstein liegt schon an der breiten dreispurigen Straße runter nach Hohnstein und ist nicht zu verwechseln mit dem Parkplatz an der Hocksteinschänke. Ab dem Parkplatz geht es dann wieder sehr angenehm weiter durch den Wald. Der Malerweg bleibt ziemlich auf gleichbleibender Höhe und führt bis vor zum Hocksteinfelsen. Auch dieser Felsen ist mit einer kleineren Steinbrücke zu erreichen, die auf mehreren Gemälden zu sehen ist. Genauso ist der Blick vom Hockstein rüber zur Burg Hohnstein mehrmals gemalt worden.
Das letzte Stück dieser Etappe ist noch einmal ein Abstieg und ein Aufstieg durch ein Tal. Der Abstieg erfolgt gleich durch eine Felsspalte am Hockstein. Dieser Weg runter heißt Wolfsschlucht und führt schön schnell durch eine wirklich interessante Schlucht ins Tal runter. Zum Glück ist der Hockstein ein ziemlich ruhiger Felsen und so trifft man nur selten in der Schlucht Gegenverkehr. Unten im Polenztal angekommen geht es nach rechts bis zur Polenztalschänke. Der Biergarten hier unten im Tal lädt noch einmal zum Verweilen ein, um dann die letzten paar Meter bis hoch nach Hohnstein durch den Schindergraben zu absolvieren. Der Anstieg ist ganz angenehm und hat noch als eine kleine Attraktion am Wegesrand das ehemalige Bärengehege. Hier sind früher die Bären für die Jagden des Dresdener Adels gehalten worden. Für die Schweizreisenden ist eine Visite dieses Geheges ziemlich normal gewesen. Was im gleichen Zusammenhang immer wieder gerne bestaunt und auch gemalt wurde, ist der überhängende Felsen unterhalb der Burg Hohnstein. Mit dem Erreichen von Hohnstein ist die zweite Etappe vom Malerweg zu Ende gegangen und es geht natürlich mit der dritten Etappe weiter.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Stadt Wehlen mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Wehlen Elbe - Stadt Wehlen
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,00€

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