Montanhistorischer Wanderweg

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Karte:
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Dauer:
ca. 7,00 h
Entfernung:
ca. 25,00 km
Höhenunterschied:
ca. 756 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
sehr lang
viele Höhenmeter
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Bad Gottleuba - Berggießhübel - Karte 94;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Augustusberg - Hildebrandtbrunnen - Kurort Bad Gottleuba - Am Goethepark - Finkenweg - Siedlungsweg - roter Strich - grüner Punkt - Panoramahöhe - Bismarkturm - Kurort Berggiesshübel - Kirchberg - Pfarrweg - Hauptstraße - Besucherbergwerk Marie-Luise-Stollen - Montanhistorischer Wanderweg - Gottleuba - Poetenweg - Giesenstein - ehemailges Rittergut Giesenstein - Goethepark - Hauptstraße - Badstraße - Kurort Bad Gottleuba - Talstraße - Fischermühle - Wiese Haselberg - Hammergut - Kulmer Steig - Oelsen - Oelsener Straße - Oelsener Höhe - Schönwalder Weg - Grenze - Grenzbach - Mordgrundbach - Bienhofmühle - Bienhof - Rückhaltebecken Mordgrundbach - Siedlerstraße - Oelsener Straße - gelber Punkt - Wüstung Erdmannsdorf - Wachstein - Oberer Patzschbachweg - gelber Punkt - Augustusberg

Beschreibung:

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass mir mehrere Tafeln des Montanhistorischen Wanderweges auf der Runde Oelsen begegnet waren und ich dadurch neugierig geworden bin. Eigentlich geht der Weg von Berggießhübel bis zur Grenze hinter Oelsen. Da ich aber einfache Streckenwanderungen überhaupt nicht mag, habe ich aus der Wanderung einen Rundweg gemacht. Den Startpunkt habe ich auf den großen Parkplatz am Augustusberg gelegt. Meine Überlegung zu diesem Punkt war, dass ich die Wanderung bei dem schlechten Wetter im Sommer 2009 hier bei sehr schlimmem Regenwetter abkürzen könnte. Es sollte aber anders kommen. Das Ziel des ersten großen Teilstücks ist es, zum Ausgangspunkt des Montanhistorischen Wanderweges zu gelangen. Dazu startet die Wanderung vom Parkplatz aus kommend in Richtung Berghotel, um gleich wenige Meter hinter dem Parkplatz nach rechts abzubiegen. Die Wanderung führt an einem Sendemast vorbei und kommt nach ein paar hundert Metern an den Waldrand. Hier hat man eine ganz nette Aussicht über das Tal der Gottleuba. Die Wanderung führt zwischen einigen Gärten und dem Wald weiter ins Tal hinunter. Der Waldweg ist leicht abfallend und sehr angenehm zu gehen. Ein paar hundert Meter bevor man die ersten Häuser von Bad Gottleuba erreicht, befindet sich auf der rechten Wegseite ein witziges Denkmal im Wald. Wenn ich es aus der Entfernung richtig gesehen habe, dann handelt es sich um ein ziemlich großes Eichhörnchen auf einer 2,5 Meter hohen Steinsäule. Als ich dort vorbeigekommen bin, war gerade ein ganze Horde Schulkinder mit einem Ratespiel beschäftigt und die Rasselbande wollte ich bei ihrem Spaß nicht ablenken.
Am Ende des Weges erreicht man eine Straßenkreuzung, an der man nach rechts und sofort wieder nach links abbiegt. Die Straße heißt Finkenweg und führt an der östlichen Seite von Bad Gottleuba entlang. Am Ende dieser Straße dann erreicht man den Siedlungsweg, der nach rechts aufsteigt. Hier verläuft auch die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, die die Wanderung in Richtung Panoramahöhe führt. Die ersten paar Meter des Siedlungsweges führen noch durch bewohntes Gebiet, das dann aber verlassen wird. Nun geht es durch einen ruhigen Wald weiter. Ein paar Meter vor der Fahrstraße, die man nur hört, aber nicht sieht, verlässt die Wanderung den rot markierten Wanderweg und folgt der Beschilderung Panoramahöhe nach links. Bismarkturm_auf_Panoramahoehe_Berggiesshuebel_kleinDer Gipfel des Berges ist dann schnell erreicht und hier befinden sich eine Gaststätte und ein Bismarckturm. Wie bei sehr vielen dieser Aussichtstürme mit einer angeschlossenen Gaststätte ist es auch hier so, dass man einen kleinen Obolus für das Besteigen des Turms entrichten muss. Leider geht das natürlich nur, wenn die Gaststätte auch geöffnet ist und so hatte ich das Pech, dass ich mal wieder eine Turmaussicht nicht genießen konnte.
Die Wanderung führt  auf der gegenüberliegenden (nördlichen) Seite wieder vom Berg hinunter. Die ersten paar Meter erfolgen auf der asphaltierten Zufahrtsstraße, bis diese nach rechts abbiegt. Hier geht es auf einem Feldweg weiter in Richtung Berggießhübel. Nach einem leichten Abstieg erreicht man bald das bewohnte Gebiet von Berggießhübel und hier auch die Kirchbergstraße. Kirche_Berggiesshuebel_kleinAuf dieser Straße geht es nach links den Hang weiter abwärts ins Tal der Gottleuba. Noch vor der Kirche biegt die Wanderung nach rechts in den Pfarrweg ab. Dieser Weg führt die Wanderung runter bis auf die Rückseite des Besucherbergwerks Marie-Luise-Stolln (www.marie-louise-stolln.de). Der Montanhistorische Wanderweg startet auf der Vorderseite des Besucherbergwerkes. Eigentlich würde ich empfehlen, auch das Besucherbergwerk zu besichtigen, aber praktisch verlängert sich dadurch die Wanderzeit gleich noch mal um mindestens 1 ½ Stunden. Wir fanden die Besichtigung sehr interessant und sie hat uns einen Einblick in eine vollkommen fremde Welt geliefert. Überraschend ist auch, dass unterhalb des gerade begangenen Kirchberges eine ganze Ansammlung an Schächten und Stollen verlaufen. Auf der ersten Tafel des Montanhistorischen Wanderweges sind die Ursprünge des Marie-Luise-Stolln und der Eisenerzgewinnung erklärt. Besonders wichtig an dieser Tafel ist die Landkarte mit den Standorten der weiteren Informationstafeln. Leider ist der Montanhistorische Wanderweg nicht gesondert ausgeschildert und so muss man irgendwie von einer Tafel zur nächsten finden.
Die nächste Tafel steht am ehemaligen Bahnhof von Berggießhübel. Heutzutage ist es relativ schwierig, den Bahnhof zu erkennen. Dazu wandert man von der ersten Tafel nach rechts (also in die Richtung der großen Kreuzung), um hier nach rechts auf die Ladenbergstraße abzubiegen. Schon nach wenigen Metern findet man einen Hunt (Hunt ist der alte Begriff für Lore) und eine Informationstafel zur Bahnlinie und der Geschichte von Berggießhübel. Postsaeule_Berggiesshuebel_kleinGanz in der Nähe steht auch noch eine dieser uralten Postsäulen (vermutlich errichtet 1727) und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein tolles Gebäude mit einem sehr schönen Garten. Schloss_Friedrichsthal_kleinDabei handelt es sich um das Schloss bzw. Gut Friedrichsthal, dass heutzutage ein Teilstück der MEDIAN Klinik Berggießhübel ist. Die Wanderung folgt dem Bach Gottleuba weiter aufwärts. Auf der linken Bachseite (von unten kommend) befindet sich das Sächsische Haus. Eigentlich handelt es sich dabei um ein schon ziemlich altes Gebäude, das aber bei einem gewaltigen Hochwasser 1927 gravierend geschädigt wurde. Wenn man das Bächlein der Gottleuba zu normalen Zeiten sieht, kann man sich überhaupt nicht vorstellen, dass von den paar Litern irgendeine Gefahr ausgehen könnte. Bach_Gottleuba_in_Berggiesshuebel_kleinMit dem Hochwasser 1927 hat der Bach aber Tod und Verwüstung in den Ort gebracht. Vom Sächsischen Haus ist bei dem Hochwasser ein großer Teil mitgerissen worden, aber das Dach war stehen geblieben. Damit sah dieser Schaden viel imposanter aus als ein vollständig zerstörtes Gebäude und schon sind Fotos davon in allen möglichen Publikationen zu sehen. Auf der Informationstafel Nr. 3 ist dieses Bild ebenfalls abgebildet. Diese Tafel erklärt größtenteils den Ursprung des historischen Badebetriebs und dessen Entwicklung.
Es empfiehlt sich weiterhin, auf der kleineren Straße links des Baches (von unten gesehen) weiter zu wandern. In dem kleinen Park zwischen der Straße und dem Bachlauf erinnert ein Gedenkstein an das schreckliche Hochwasser von 8./9. Juli 1927. Nach noch ein paar Metern auf der Straße erreicht man mal wieder die Kirchbergstraße und damit auch die Hinweistafel Nr. 4. Hierauf wird sehr gut erklärt, dass sich unter dem Kirchberg das sogenannte Mutter-Gottes-Lager und damit ein besonders großes Eisenerzvorkommen befindet bzw. befand. Sehr interessant ist auch eine Skizze, wie die Flöze und Stollen den Kirchberg durchziehen. Wenige Meter vor dem Ortsausgang stößt die Wanderung auf die Informationstafel Nr. 5, die über das uralte Bergamt Berggießhübel und das ehemalige Hammergut Heimelsberg informiert. Die Wanderung führt weiter unten am Bach entlang. Sitzplaetze_Poetenweg_kleinDer Weg, der sich so nett an der Gottleuba entlang schlängelt, wird auch Poetenweg genannt. Deutlich sind an dem Weg noch die alten Mühlteiche und Mühlgräben zu erkennen. Außerdem sind in den Hang mehrere Sitznischen eingelassen, die zu einer romantischen Rast einladen. Auf halber Strecke zwischen Berggießhübel und Giesenstein biegt nach links ein Pfad in die Richtung der bekannten Panoramahöhe ab. Die paar Meter Aufstieg werden auch Hexenstufen genannt und schon nach wenigen Metern findet man die nächste Tafel des Montanhistorischen Wanderweges.
Man könnte die Wanderung auf dem oberen Weg fortsetzen, aber ich empfinde den Weg auf dem Poetenweg als viel schöner und deshalb geht es wieder die paar Stufen abwärts und dann dem Bach weiterhin entgegen. Noch knapp vor den nächsten Häusern erklärt die nächste Tafel das ehemalige Hammergut Giesenstein. Leider ist von diesem Fertigungsbetrieb nichts mehr übrig geblieben außer dem Ortsnamen und einigen Gussplatten. Die ersten Gebäude auf der linken Wegseite gehören schon zum Schloss Giesenstein, das man aber erst entdeckt, wenn man schon fast vorbei ist. Dazu passiert man den Gebäudekomplex und dann empfiehlt es sich, noch einmal nach hinten zu sehen. Das Schloss ist auch heute noch ein sehr schönes Gebäude, aber leider ist es schon seit ein paar Jahren (zumindest das Hauptgebäude) ungenutzt. Auf der Informationstafel Nr. 7 (Hammergut Giesenstein) ist rechts oben ein Foto abgebildet, das das Gebäude noch in verziertem Zustand zeigt.
Der Montanhistorische Wanderweg führt weiter am östlichen Rand von Bad Gottleuba entlang. Nach ungefähr 1 Kilometer erreicht man den sogenannten Schwarzer_Schwan_Bad_Gottleuba_kleinSchwanenteich, der tatsächlich von mehreren Schwänen und Enten bevölkert wird. Ganz besonders auffällig auf dem Teich ist ein schwarzer Schwan, der seine Besucher genauso aufmerksam mustert wie die staunenden Menschen ihn. Von diesem Punkt geht die Wanderung auf die Hauptstraße und dort in die Richtung des Marktes (also nach links). Dabei passiert man die Einfahrt zum Gesundheitspark und einige Gebäude des Kurbetriebes. Kurbad_von_Bad_Gottleuba_kleinWenige Meter nachdem man die Einkaufsstraße betreten hat, biegt nach links die Moritz-Fischer-Straße ab, die hoch zum Kurbad führt. Vor dem langen Gebäude des Kurbades befindet sich eine weitere Informationstafel des Wanderweges. Diese Tafel Nr. 8 informiert über das Kurbad, die ungewöhnliche eiserne Gebäudefront und die Historie des Bäderbetriebs in Bad Gottleuba.
Der beste Weg zur nächsten Tafel ist, die Badstraße in die Richtung zum Markt weiter zu wandern. Brunnen_am_Markt_in_Bad_Gottleuba_kleinGleich am Markt steht neben dem schicken Brunnen die Informationstafel Nr. 9, welche ein paar Hintergründe zur Stadtgeschichte und der Kirche am östlichen Hang wiedergibt. Sehr interessant ist, dass die Kirche in ihren Anfängen mit einem Wehrgang und Schießscharten ausstattet worden ist. Wenn man sich dann die Lage der Kirche ansieht, dann erkennt man gut, dass mit dieser Wehranlage das Tal gut beobachtet und womöglich auch kontrolliert werden konnte.
Nach dem Spaziergang durch die Ortschaft geht es südwestlich des Marktes über eine Landstraße weiter. Eigentlich hasse ich es, auf einer Landstraße entlang zu wandern, aber in diesem Fall lässt es sich einerseits nicht vermeiden und außerdem ist das Verkehrsaufkommen auf der S174 nur gering. Figur_an_Max_Baehr_Muehle_Bad_Gottleuba_kleinNach etwas weniger als ½ Kilometer passiert man ein altes Mühlengebäude (Max Bähr Mühle), Max_Baehr_Muehle_Bad_Gottleuba_kleindas in ungewöhnlicher Höhe eine Verbindungsbrücke zwischen zwei Gebäudeteilen hat. Unterhalb dieser Brücke befinden sich ganz interessante Figuren, die so aussehen, als wären sie ganz neu von einem Steinmetz geformt worden. Hinter der Mühle muss man noch ein kleines Stück auf der Landstraße entlang wandern, um dann die erste Möglichkeit nach links abzubiegen. Hierbei handelt es sich immer noch um eine Fahrstraße, aber es ist nur die Zufahrt zu ein paar Grundstücken. Eines dieser Grundstücke ist das Hammergut Haselberg, welches auch schon weit vor dem eigentlichen Zugang auffällt, da es wirklich riesig groß ist. Hammergut_Hasselberg_kleinGleich an der Zufahrt zum Grundstück befindet sich die Informationstafel Nr. 10, die aufklärt, dass das Hammergut zum Teil schon aus dem Jahre 1445 ist und wie es sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Auch wenn es mir auf dieser Wanderung nicht aufgefallen ist, aber ½ Kilometer hinter dem Gebäudekomplex befindet sich die riesige Staumauer der Talsperre Gottleuba. Diese Staumauer ist wirklich keine Schönheit und das Tal wird dadurch gewaltig verschandelt, aber sie verhindert sehr gut so eine Katastrophe wie im Jahre 1927.
Der Wanderweg steigt an in Richtung Landstraße und biegt ca. 50 Meter vor der Straße nach rechts ab. Nach wenigen Metern beginnt eine große Ebene mit Feldern, über die der Kulmer Steig verläuft. Eigentlich ist es nichts anderes als ein Feldweg, der aber schon seit sehr langer Zeit (erste Erwähnung im Jahre 965) vorhanden ist. Genau darüber klärt dann auch die nächste Tafel (Nr. 11) auf. Eigentlich ist das aber auch überhaupt kein Wunder, da hier das Erzgebirge die niedrigsten Ausläufer hat und damit die Passage von Dresden in Richtung Böhmen am leichtesten ist. Leicht irreführend ist auf der Tafel der Hinweis auf die Wüstung Mark Erdmannsdorf. Diese ehemalige Ansiedlung befand sich hinter dem kleinen Wäldchen und oberhalb der Landstraße, vor dem Wachstein.
Die Wanderung geht weiter über den Feldweg bis zur Landstraße. Hier muss man dann ein Stückchen von ½ Kilometer nach rechts wandern, bis hinter dem riesigen Viehzuchtbetrieb der Kulmer Steig wieder abbiegt. Es geht weiterhin über eine nette Felderlandschaft bis zum neuen Friedhof von Oelsen. Die nächste Tafel des Montanhistorischen Wanderweges erklärt, warum der Friedhof von Oelsen verlegt werden musste und dass der weitere Kulmer Steig zum Hammergut Bienhof hinunter führt. Hier soll es aber nicht weiter in Richtung Bienhof gehen, sondern nach Oelsen. Dazu folgt man der Fahrstraße weiter bergab. Die Ortschaft ist relativ schnell erreicht und schon findet man auf der linken Straßenseite die Informationstafel Nr. 13. Kirche_in_Oelsen_kleinHier wird beschrieben, dass der Ort Oelsen schon vor dem 15. Jahrhundert bestanden hat. In der Kirchenmauer der kleinen Dorfkirche ist die Jahreszahl 1585 zu lesen. Wenn man noch ein kleines Stück weiterwandert, erreicht man die Dorfstraße und hier steht das Oberteil einer alten Gebetssäule. Obwohl das Ding schon über 500 Jahre alt sein soll, kann man immer noch erkennen, dass im obersten Teil der gekreuzigte Jesus eingearbeitet worden ist.
Oberteil_Marter_in_Olesen_kleinGleich an der alten Marter (Kreuzstein) steht die nächste Tafel (Nr. 14), die einige Hintergründe zur ehemaligen Siedlung Oelsengrund am oberen Ende der Talsperre Gottleuba erklärt. Zu dieser Siedlung bzw. den Resten der Siedlung führt die Wanderung aber nicht, sondern es geht über die Dorfstraße weiter bergauf in Richtung der Oelsener Höhe. Ich bin immer wieder überrascht von der Größe von Oelsen. Dass es sich bei diesem letzten Ort vor der Grenze um ein relativ großes Dorf handelt, stellt man fest, wenn es über die Dorfstraße nach oben geht. Ganz lustig ist, dass das Dorf langsam aufhört. Zuerst steht nur noch eine Reihe Häuser an der Straße und dann wird der Abstand zwischen den Häusern immer größer. Dann geht es an der südlichen Seite auf eine Wiesenlandschaft, die unter Landschaftsschutz steht. Die Wanderung steigt ganz langsam an, sodass man überhaupt nicht merkt, dass der Hügel vor einem immerhin 644 Meter hoch ist. Von dem kleinen Kegel, der sogenannten Oelsener Höhe, hat man einen guten Rundumblick und kann bei guter Sicht hinunter (!) in die Sächsische Schweiz blicken. Ganz komisch ist, dass die Oelsener Höhe fast 100 Meter höher ist als die beiden höchsten Berge/Steine der Sächsischen Schweiz und man hier ohne Anstrengung hoch kommt.
Die Wanderung führt die letzten paar Meter des Montanhistorischen Wanderweges geradeaus bis zur Grenze. Hier steht die letzte Tafel (Nr. 15) und auf ihr wird das Grenzgebiet und der Špičák (Sattelberg) erklärt. Damit ist die eigentliche Montanhistorische Wanderung zu Ende, aber hier steht man dann wirklich ziemlich verlassen in der Landschaft. Damit man wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück kommt, empfiehlt es sich, jetzt nach links an der Grenze entlang zurück zu wandern. Der Weg ist nur noch ein schmaler Pfad, aber je länger man unterwegs ist, desto breiter wird er. Das einzige ernstzunehmende Manko an so einem schmalen Pfad sind die kleinen Krabbeltierchen, die sich festbeißen. Als ich die Runde im Sommer 2009 gelaufen bin, fing es an der Oelsener Höhe an zu regnen und dann bleibt einem an einem solchen Pfad alles Mögliche an den Beinen kleben. tolles_Gutshaus_in_Bienhof_kleinSo war es noch schwieriger, diese miesen kleinen Zecken zu entdecken. Aber sie sind alle im Wald geblieben und so erreichte ich die nette Siedlung Bienhof. Im Moment macht das Gelände einen wirklich traurigen Eindruck. Das besonders tolle Haus auf der linken Seite ist leider zugenagelt und das ehemalige Ferienheim steht seit vielen Jahren zum Verkauf. Viel lustiger ist es bestimmt vor 20 oder 30 Jahren gewesen, als große Menschenmengen hier Erholung suchten und auch ganz sicher gefunden haben. Selbst ein Sessellift ist im hinteren Tal gewesen. Als ich im Sommer 2009 an der Ferienanlage vorbeikam, standen einige Bienenstöcke im Garten und irgendwie fand ich das eine nette Erinnerung an den Ortsnamen.
Von hier geht es auf das letzte größere Teilstück der Wanderung. Dazu folgt man der Zufahrtsstraße. Regenrueckhaltebecken_Mordsgrundbach_kleinDer Weg ist sehr angenehm und birg eine ziemliche Überraschung, da man hier in einem vollkommen unauffälligen Hochwasserschutzbecken wandert. Normalerweise ist in dem Regenrückhaltebecken Mordgrundbach nur ein kleiner See, aber das Wasser kann von diesem Wasserstand noch mehr als 10 Meter angestaut werden. Dann wird aus dem unscheinbaren See eine ziemlich große Wasserfläche, die bis weit hinauf in den Mordgrund ragt. Die Zufahrtsstraße erreicht die Oelsener Straße (die aber nur sehr selten befahren wird). Hier geht die Wanderung ein kleines Stück von ¼ Kilometer nach links, um dann nach rechts in den Wald abzubiegen. Hier ist der sehr ruhige Waldweg mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert und zusätzlich ist schon der Ausgangspunkt (also der Augustusberg) ausgeschildert. Ganz komisch ist, wenn man auf einem Schild liest „Rundweg Augustusberg 2 ¼ h“. Das heißt nur, dass der gesamte Rundweg 2 ¼ Stunden dauert und nicht die Reststrecke bis zum Ausgangspunkt. Die Wegmarkierung verlässt schon nach kurzer Strecke die Wanderung und es geht weiterhin geradeaus. Die Wanderung erreicht einen kleinen Parkplatz vor der Staatsstraße S171. Ziemlich komisch ist, dass an dem Parkplatz so ein normales Buswartehäuschen steht. Irgendwie wirkt es hier vollkommen deplatziert.
Die Wanderung überquert die Straße und auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es weiter durch das ruhige Waldgebiet. Zuerst wandert man noch ein Stück am Waldrand entlang, dort auf der linken Feldseite soll sich die schon erwähnte Wüstung Erdmannsdorf befunden haben. Nach ca. 400 Metern biegt die Wanderung nach rechts ab. Rund um Bad Gottleuba sind einige Rundwanderwege ausgeschildert. Zu erkennen sind diese Wege immer an einer Zahl in einem Kreis. So folgt man jetzt dem Rundweg Nr. 6 nach rechts. Der Weg steigt den Wachstein hoch und biegt dann bald nach links auf einen fast schnurgeraden Waldweg (Oberer Ratzschbachweg) ab. Zwischendurch ist nach links eine Aussicht ausgeschildert, die es sich aber überhaupt nicht lohnt zu besuchen, da hier alles zugewuchert ist. Der schöne Waldweg führt weiter auf den Augustusberg drauf zu. Wenige Meter vor dem Berg überquert man noch mal eine Straße und folgt schräg links der Rundwegmarkierung Nr. 2. Damit erreicht man nach ein paar letzten Höhenmetern den Ausgangspunkt der Wanderung. Wer jetzt noch eine besonders schöne Aussicht genießen möchte, der geht noch die paar Meter bis zum Hotel Augustusberg. Bilick_von_Augustusberg_auf_Talsperre_Gottleuba_kleinHier befindet sich gleich am Hotelparkplatz eine erstklassige Aussicht, die vom Hotel frei gehalten wird. Damit kann man noch mal über das Tal der Gottleuba und rüber zur Talsperre blicken und damit Teile der Wanderung überfliegen.
Die Wanderung hat mir nur sehr eingeschränkt gefallen, da es doch über einige Meter Fahrstraßen ging, auf den Tafeln viel zu viel (für mich, aber das ist Geschmackssache) historische Informationen standen und zu guter Letzt der Montanhistorische Wanderweg überhaupt nicht ausgeschildert ist. Wenn man eine der Tafeln verpasst hat, dann ist es eine richtige Herausforderung, den weiteren Weg bzw. die nächste Tafel zu finden.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Bad Gottleuba OT Augustusberg mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Augustusberg

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