Obere Häntzschelstiege

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 483 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Leiter
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Nasser Grund - Jordangrund - Sandloch - gelber Strich - Großen Dom - gelber Strich - blauer Strich - Obere Affensteinpromenade - Häntzschelstiege - Langes Horn - blauer Strich - Frienstein - Idagrotte - grüner Strich - Königsweg - Hinterer Heideweg - Zeughausstraße - Kirnitzschtal - Beuthenfall - Flößersteig - grüner Querstrich - Nasser Grund

Beschreibung:

Wir waren schon lange nicht mehr auf der Häntzschelstiege. Einen Wochentag im Herbst fanden wir dafür ganz hervorragend geeignet, da die Häntzschelstiege inzwischen so beliebt ist, dass man bei schönen Tagen oder am Wochenende schon mal ordentlich anstehen muss, bevor man hinaufsteigen kann und dazu hatten wir überhaupt keine Lust. Da wir außerdem auch mal die neue Steighilfe am Großen Dom ausprobieren wollten, liegt der Startpunkt am Parkplatz Nasser Grund im Kirnitzschtal. Von hier geht es super angenehm, aber dafür auch nicht besonders aufregend, den Nassen Grund aufwärts. Nach einem Kilometer, also bevor die Steigung des breiten Weges zunimmt, biegt man nach links auf den Jordanweg ab. Sandsteinplatten_Jordanweg_kleinDieser Waldweg ist wirklich etwas ganz besonderes, da der Untergrund ziemlich variiert, der Wald am Wegesrand super dicht ist und man außerdem über ganz viele unterschiedliche Moossorten staunen kann. Am oberen Ende des Jordangrundes überquert man den Zeughausweg und es geht nach schräg links ein paar Meter auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich weiter. Von dieser Kreuzung an nach oben heißt der Weg Sandloch und damit ist der Weg perfekt beschrieben. Die Wanderung bis zum nächsten Wegweiser hat eher etwas mit einem Strandspaziergang zu tun als mit einem Waldweg in einem Mittelgebirge.
Der Wegweiser ist etwas seltsam, da er nur zwei Richtungen ausweist, es aber drei Wege gibt. Der kleinste Weg ist nicht ausgeschildert, aber genau auf diesem soll es für unsere Wanderung weiter gehen. Talkessel_im_Grosser_Dom_kleinSchon nach kurzer Strecke ist es nur noch ein Pfad, der zuerst mal in den Talkessel des Großen Domes leicht aufwärts führt. Kurz bevor man die obere Felswand erreicht, liegt links vom Pfad eine große Felsmurmel (geschätzte 4 Meter hoch), in die die Zahl 171 eingemeißelt ist. Genau an dieser Stelle zweigt nach rechts der Aufstieg hinauf zum Großen Dom ab.herbstliche_Treppe_am_Grossen_Dom_kleinZuerst führt ein kleiner Hohlweg bis an die Felswand und dann geht es an dieser nach links weiter. Hier sind so einige steinerne Stufen und ein paar Spuren von ehemaligen Spreizhölzern zu sehen. Der Aufstieg ist ganz gut zu bewältigen und schon hier hat man zwischendurch einen netten Blick in den unteren Teil des Talkessels vom Großen Dom. Die eigentliche Attraktion auf diesem Teilstück ist aber die schräge Fläche. Nach der Ansicht des Nationalparks sollte hier eigentlich kein Weg entlang laufen. Früher hat hier über eine sehr lange Zeit ein Seil als Kletterhilfe gelegen. Dieses ist dann immer wieder entfernt worden und damit sind die Wanderer durch das Gestrüpp links von der Fläche aufgestiegen. Dieser Bewuchs ist damit aber immer weiter den Hang hinunter gerutscht. Dann wurden von einem Mitmenschen eine paar Klammern in den Felsen gebohrt und man kam wieder hervorragend über die Fläche. Dieses eigenmächtige Handeln fand der Nationalpark gar nicht lustig und hat alle Hilfsmittel entfernt. Edelstahlkette_Grosser_Dom_kleinDafür ist dann aber als Kletterhilfe die Kette an dem Felsen angebracht worden. Dieses Ding ist leicht diskriminierend, da kleinere Mitmenschen (wie z.B. der größte Teil der Frauen und Kinder) einfach nicht dran kommen. Aber dafür kann dann der größere Mitwanderer zeigen, dass er als Kavalier auch gerne mal eine helfende Hand bieten kann. Wenn man die obere Kante der Felsfläche erreicht hat, dreht man sich automatisch noch mal um, denn man möchte ja sehen, was man gerade gemeistert hat. Dabei fällt auch der Blick in den oberen Talkessel des Großen Doms und dieser Blick wirkt wieder ganz anders als die paar Meter unterhalb.
Von dieser Stelle geht es noch ein paar Meter weiter auf einem Trampelpfad aufwärts und auf einmal steht man auf der Oberen Affensteinpromenade. Das ist sowohl für einen selber als auch für die Wanderer auf dem beliebten Wanderweg eine Überraschung. Der bekannten gelben Markierung gelber Strich geht es nach links hinterher. Felsmurmelfeld_Obere_Affensteinpromenade_kleinNach 300 Metern wird die gelbe Wanderwegmarkierung wieder mal verlassen und es geht nach links weiter auf der Oberen Affensteinpromenade. Der Wanderweg schlängelt sich ziemlich auf gleichbleibender Höhe um die einzelnen Ausläufer der Felsen. Nur an einer Stelle muss man einen Hang mit so einigen Felsmurmeln hinunter steigen, was aber auch nur zum Anfang schwierig aussieht. Sobald man diese Stelle überwunden hat, sieht man von oben in das Zwillingsstiege_im_Bauerloch_kleinGroße Bauerloch hinein und auf der gegenüberliegenden Talseite kann man die Zwillingsstiege erahnen. Von hier oben sieht es wirklich nicht so aus, als ob man dort tatsächlich hoch kommt, aber es geht. Die Obere Affensteinpromenade passiert noch eine kleine Höhle, die man zwar auch umgehen kann, aber das ist zu langweilig und dann stößt von links der Aufstieg der Unteren Häntzschelstiege auf den Weg. Hier geht es noch ganz wenige Meter weiter um die vordere Spitze des Langen Horns und dann erreicht man auf der rechten Wegseite eine kleinere Fläche mit einer Felsspalte. Dabei handelt es sich um den Zugang zur Oberen Häntzschelstiege. Felsspalte_Obere_Haentzschelstiege_kleinBevor man in diese Spalte reinkriecht, sollte man unbedingt den Rucksack vom Rücken bzw. mindestens einen der beiden Trageriemen von der Schulter nehmen, da das in der Spalte sehr schwierig wird. Als wir in die enge Spalte gegangen sind, waren keine anderen Wanderer zu sehen, aber im ganz oberen Teil zu hören. Also konnten wir bis zum Ende der Spalte durchgehen, um uns dort an den Aufstieg zu machen. Die Häntzschelstiege ist die einzige Stiege der Sächsischen Schweiz, neben der ein dickes Edelstahlseil verläuft, damit man sich dort selber sichern kann. Ob man das wirklich braucht, muss jeder für sich selber entscheiden. Wir fanden es aus unserer Sicht bis heute nicht notwendig, aber bisher sind wir auch noch nie mit unseren Kindern die Häntzschelstiege aufgestiegen.
An den meisten Stellen der Häntzschelstiege klettert man über Eisenklammern aufwärts. Nur an einer Stelle führt eine Leiter ein kurzes Eisenklammern_und_Seil_in_Oberer_Haentzschelstiege_kleinStück nach oben. Solange man in dem Felsenkamin steckt, ist der Aufstieg nicht besonders schwierig. Auch danach nimmt die Schwierigkeitsstufe nicht zu, aber die Psyche gaukelt es einem vor. Es sind weiterhin die gleichen Klammern, das gleiche Halteseil und die gleiche Höhe, aber trotzdem sind hier schon so einige wieder durch den Kamin heruntergeklettert. Das ist besonders unterhaltsam, wenn so einige Mitmenschen hinter einem stehen. Deshalb wäre es schon ganz gut, wenn man sich vorher überlegt, ob zum Beispiel zu Hause schon eine Haushaltsleiter mit zwei Meter Höhe zum Zähneklappern führt.
Als wir aus dem Kamin heraus kamen, waren hier oben zwei Mütter mit ihren Kindern unterwegs, die aber überhaupt kein Problem mit dem Aufstieg hatten. Nur durch das ewige Umhängen der Sicherungen dauerte es etwas länger. Als die Vier dann auf der oberen Ebene mit den vielen herbstlicher_Blick_Langes_Horn_kleinzerklüfteten Felsen ankamen, konnten wir richtig schön sehen, wie die beiden Zwerge super stolz waren. Netterweise stehen auf den vorderen Ausläufern des Langen Horns keine Bäume und Sträucher, sodass man einen fantastischen Rundumblick hat. Von hier kann man wirklich schön auf das große Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz und hinüber auf die Ortschaften an der Hohen Straße blicken.
Nachdem man sich satt gesehen hat, führt die Wanderung einen Kilometer über das Lange Horn weiter. Felsenband_oberhalb_vom_Heringsgrund_kleinDann erreicht man einen Besucherlenkungszaun, der extra eine Aussparung zum Übersteigen hat, und dahinter befindet sich der blau markierte Wanderweg blauer Strich. Diesem Weg folgt man nach links und schon bald erreicht man die Aussicht oberhalb des Heringsgrundes, die wiederum den Blick in die andere Himmelsrichtung (entgegengesetzt vom Langen Horn) auf die linke Elbseite und auf eine Vielzahl an Felsen freigibt. Diese Aussicht ist riesig groß und lädt zu einer Rast ein.
Ein kurzes Stück (150 Meter) hinter der Aussicht ist nach links der Frienstein ausgeschildert. Dieser Weg führt über ein paar Treppen bis hinunter zum Friensteinflössel. Ab dieser Quelle mit ihrer seltsamen Hundehütte geht es ein kurzes Stück auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich nach rechts, bis man den Frienstein erreicht. Der Frienstein ist für Wanderer ein ziemlich langweiliger Felsen, aber auf der dem Tal zugewandten Seite befindet sich die sehr interessante Idagrotte. Diese ist auch an der Felswand des Frienstein mit einem riesigen schwarzen Pfeil ausgeschildert. Der Zugang ist nicht besonders schwierig und erfolgt über ein Felsmurmelfeld. Zugang_Felsband_Frienstein_kleinDie beiden einzigen herausragenden Punkte sind ein steinerner Durchgang und die Umrundung des Felsens auf einem Felsband. Auch diese Stelle ist überhaupt nicht schwierig, da man normalerweise auch nicht von einem 1 Meter breiten Bürgersteig fällt, Blick_aus_der_Idagrotte_auf_Kleinen_Winteberg_kleinaber auch hier spielt die Psyche manchmal Späße mit einem. Die Idagrotte ist eine große Höhle mit einer Terrasse davor. Von hier hat man wieder eine wunderbare Aussicht in das Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz, rüber auf den Neuen Wildenstein (Kuhstall) und den wackeligen Felsen am Kleinen Winterberg.
Da die Idagrotte eine Sackgasse ist, geht man wieder auf dem bekannten Weg zurück und auch wieder auf der grünen Markierung grüner Strich bis zum Friensteinflössel. Hier biegt die Wanderung nach rechts ab und folgt weiterhin dem grünen Strich. Nach ein paar wenigen Metern geht es an den Abstieg über so einige hundert unterschiedlichste Stufen. Nach diesem Weg hinab führt die grüne Markierung angenehm auf dem Hinteren Heideweg und dem Dietrichsgrund ins Kirnitzschtal. Herbstliches_Kirnitzschtal_mit_Strassenbahn_kleinNoch bevor man die Kirnitzsch überquert, biegt links der Flößersteig grüner Querstrich ab. Dieser Pfad führt sehr angenehm am Bachufer bis zum Ausgangspunkt zurück. Aus unserer Sicht ist diese Wanderung eine der Topwanderungen in der Sächsischen Schweiz. Sie enthält alles, was eine wirklich besondere Wanderung enthalten sollte: Schöne Aussichten, ein bisschen Nervenkitzel, Felsen und keinen Straßenverkehr. Das Einzige, worauf man achten sollte, damit diese Runde wirklich spitzenmäßig wird, ist ein Wandertag mit wenigen Besuchern in der Sächsischen Schweiz. Sonst kann es an etlichen Stellen mit dem Genießen der außergewöhnlichen Natur schwieriger werden.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Nasser Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Nasser Grund
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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