Otto Beyer Schlucht

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
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Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 7,00 km
Höhenunterschied:
ca. 360 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Basteiparkplatz - Wartturm - Vehmhöhle - Eisenbahnergründel - Haldenweg - Schwarzberggrund - Schanzenweg - Tümpelgrund - Otto Beyer Schlucht - Steinernen Tisch - Fremdenweg - roter Punkt - Basteiparkplatz

Beschreibung:

Der Pate der Rahmhanke hatte mal geschrieben, dass er nach einer anstrengenden Arbeitswoche noch eben nach der Arbeit über die Rahmhanke geflitzt wäre, um den Kopf frei zu bekommen. Das musste ich doch auch mal ausprobieren. Von der Autobahn kommend, bin ich gleich auf den Parkplatz der Bastei geschossen und habe gestaunt, dass gerade mal 5 Autos und ein kleiner Bus dort standen. Bisher kannte ich diese Stelle nur ziemlich vollgeparkt,
Zuerst geht es ein paar wenige Meter (50 Meter) in Richtung der eigentlichen Bastei (also vom Parkplatz kommend nach links). Hier biegt ein deutlich sichtbarer Waldweg nach rechts ab, der schon nach ein paar Metern zu einer Schranke führt. Auch wenn dort ein Hinweis auf die Kernzone der Sächsischen Schweiz steht, darf man weiter wandern, da es sich um einen offiziellen Zugang zum Kletterfelsen (schwarzer Pfeil Kletterzugang) handelt. Blick_vom_Wartturm_zur_Basteiaussicht_kleinZiemlich komisch ist, dass der Waldweg auf einmal aus Betonplatten besteht, aber das liegt daran, dass es sich um die Zufahrt zur Kläranlage der Bastei handelt. Nach 300 Metern wird dieses Bauwerk auf der rechten Seite passiert und ein Pfad führt eine Ebene tiefer bis zum Zugang des Wartturms. Für die Wanderung müsste man eigentlich zwischen dem Wartturm und dem Felsmassiv durchgehen, aber vorher empfiehlt sich der Schlenker bis vor den Wartturm. Wenn mal wieder besonders viel Betrieb auf der Bastei ist, dann kann man sich sicher sein, dass man, vor dem Wartturm stehend, auf so manchem Foto verewigt wird.
Nachdem man also zwischen dem Wartturm und dem Massiv durchgegangen ist, führt der Pfad am Felsfuß entlang. Felsinschrift_Vehmhoehle_Jagd_kleinIn der hintersten Ecke des nächsten Talkessels versteckt sich die äußerst interessante Vehmhöhle. Auch wenn die Höhle durch die Eingangshöhe von 5 Meter relativ hell ist, Felsenmalerei_Vehmhoehle_1616_kleinso wird man sich im hinteren Teil ärgern, wenn man keine ordentliche Taschenlampe dabei hat. Hier sind eine Vielzahl an Jahreszahlen (1914, 1886, 1881, 1818, 1813, 1706 und 1616) und Bildern in den Felsen gemeißelt. Diese Stelle macht mit Kindern richtig viel Spaß, da die Zwerge häufig viel nettere Fantasien haben und damit ganz andere Sachen in die Wandskizzen deuten. Ein paar Zeichnungen sind aber ziemlich einfach zu interpretieren. So kann man ein Schiff, ein paar Bäume und Schwerter erkennen. Bei den restlichen Sachen kann man die Fantasie austoben lassen.
Nachdem man die Höhle wieder verlassen hat, fallen zwei auffällige Dinge in dem Felsental auf, das sind die Kanalisation und die Telefonleitung der Bastei. Beide führen an der flachsten Stelle runter in Richtung Elbe. Diese Stelle nennt man Hoffklums und hier geht es überraschend einfach abwärts. Erst ziemlich weit unten biegt das Kabel nach rechts ab und man sollte besser der Kanalisation folgen. Damit landet man unweigerlich auf dem Haldenweg. Dieser Weg führt nach rechts auf fast gleichbleibender Höhe durch die Weißen Brüche. Sandsteinbruch_Nr_50_kleinEs ist wirklich überraschend, welche Menge an Häusern und Hütten hier oben vor den einzelnen Steinbrüchen stehen. Fast alle diese Gebäude sind schon uralt und stammen aus den Zeiten, als die Steinbrüche noch bewirtschaftet wurden. Heutzutage werden sie meistens am Wochenende von größeren Gruppen besiedelt und auch erhalten. Auf dem Weg in Richtung Wehlen fallen immer wieder einzelne Steine mit großen Zahlen auf. Dabei handelt es sich um die „Hausnummern“ der ursprünglichen Steinbrüche. Felswand_Weisse_Brueche_Rathen_kleinHeutzutage ist hier in dem Bereich kein einziger Steinbruch mehr in Betrieb, aber man wird noch Jahrhunderte lang die Spuren sehen. Die Steinbrüche bzw. der gesamte Bereich heißt die Weißen Brüche und diese Namensgebung stammt natürlich von den ungewöhnlich hellen Sandsteinwänden. Zumindest hat sich die Natur in Form von dichtem Bewuchs einen Teil der Fläche wieder zurückgeholt. Dadurch, dass der Haldenweg einige dutzend Meter von der eigentlichen Felswand entfernt verläuft, muss man auch keine Angst vor Steinschlag haben.
Nach ziemlich genau einem Kilometer auf dem Haldenweg, hinter der Karl-Stein-Hütte, fällt eine besonders hohe und glatte Felswand auf. Genau über die oben ragende Felsnase wird die Wanderung in kurzer Zeit entlang führen. Dazu geht es aber noch weiter, bis nach rechts der Malerweg ausgeschildert ist. Hier geht es zuerst einige Stufen aufwärts bis zur Schwarzbergaussicht. Von diesem Platz hat man einen ganz angenehmen Blick ins Elbetal und hinüber auf die Bärensteine und den Rauenstein. Die Wanderung verläuft noch ½ Kilometer auf dem Schanzenweg, bis eine Kreuzung mit gleich einigen unterschiedlichen Waldwegen erreicht wird. Seltsamerweise ist der erste Weg nach rechts nicht beschildert und sogar mit einer Schranke blockiert. Wer die Stelle aber genau betrachtet, wird an dem linken Baum neben der Schranke einen grünen Pfeil Bergpfad entdecken. Das ist die typische Kennzeichnung eines Bergpfades in der Sächsischen Schweiz. Auch wenn hier ein Schild auf die Kernzone hinweist, so darf jeder diesen Weg begehen, wobei die Bezeichnung Bergpfad natürlich ein Hinweis auf eine gewisse Trittsicherheit und ordentliches Schuhwerk ist. Schon nach wenigen Metern kann man Spuren der Hauptnutzer dieses Waldstückes entdecken. Hier befinden sich gleich mehrere Matschlöcher, der Wellnessbereich einer Wildschweinfamilie. Nach einem ausgiebigen Schlammbad scheinen sich die Viecher an den Bäumen in der Umgebung zu reiben. Es ist ganz lustig, die Spuren zu sehen, solange man der Bache mit ihren Jungen nicht begegnet. Die Empfehlung ist, in dem Bereich einfach genug Krach zu machen, sprich, sich vielleicht einigermaßen lautstark zu unterhalten, um die Tiere nicht zu überraschen.
Der Bergpfad verläuft etwas mehr als ½ Kilometer sehr angenehm durch den Wald, bis man die Felskante des Steinbruchs erreicht. Von unten aus gesehen war die Felswand schon ziemlich imposant, aber von hier oben finde ich sie immer wieder einfach nur  gewaltig. Das sind immerhin 80 Meter senkrechte Felswand. Der Wanderweg steigt aber auf der anderen Seite über einen einfach zu gehenden Pfad abwärts in den Tümpelgrund. Schon bald ist man in dem Grund angekommen. Der Bergpfad würde hier eigentlich nach rechts führen, aber diese Wanderung geht links aufwärts. Hier sollte sich jeder bewusst sein, dass man die unmarkierte Kernzone betritt und damit Ärger mit den Nationalparkrangern bekommen kann. ausgearbeitete_Otto-Beyer-Schlucht_kleinAus meiner Sicht ist das sehr seltsam, da dieser Aufstieg seit wirklich Jahrhunderten benutzt und sogar zum Anfang extra verbreitert wurde. Der Aufstieg durch den Tümpelgrund ist sehr interessant und ein ganz kleines Stück anspruchsvoller, da die Spreizhölzer, die früher als Steighilfe dienten, heutzutage natürlich verrottet und damit verschwunden sind. Trotzdem sollte man den Aufstieg durch die Felsspalte ganz gut hinbekommen und es ist auch maximal 1 Meter bis zum rettenden Boden.
Sobald man diese Stelle bewältigt hat, steht links oben in den Felsen eingemeißelt der Schriftzug Inschrift_Otto-Beyer-Schlucht_kleinOtto-Beyer-Schlucht. Der Name erinnert an den verdienstvollen Einwohner Dr. Beyer aus Stadt Wehlen. Hinter dieser Engstelle weitet sich das Tal wieder und es geht aufwärts. In vielen Teilen der Schlucht kann es schon mal ganz schön nass werden und so ist es ein ganz hervorragendes Testgebiet für ordentliche Wanderschuhe. Schon bald (spätestens nach 100 Metern) biegt die Wanderung an der ersten ernstzunehmenden Stelle nach links ab. An der rechten Felswand kann man die Jahreszahl Inschrift_1683_Otto-Beyer-Schlucht_klein1683 und die Buchstaben MEHCE entdecken. Das finde ich schon interessant, da damit natürlich gleich die Frage aufkommt, ob zu dieser Zeit schon die Erweiterung an der Otto-Beyer-Schlucht vorhanden war. Sonst wäre der Hersteller der Inschrift nur in die Schlucht hinunter gestiegen und musste auf dem gleichen Weg wieder hoch, weil durch die Schlucht ohne die Erweiterung kein Durchkommen möglich erscheint.
Der Aufstieg durch die Schlucht ist eindeutig und überraschend einfach. Erst ganz kurz bevor man den Malerweg erreicht, kommt der Trampelpfad verloren, da jeder Vorgänger anscheinend einen andere Möglichkeit gewählt hat. winterliche_Sitzgruppe_Steinerner_Tisch_kleinWenn man sich so einigermaßen geradeaus, in der Verlängerung der Schlucht, bewegt, dann stößt man unweigerlich auf den gekennzeichneten Waldweg bzw. die schon bekannte Kreuzung des Schwarzberggrundes mit dem Schanzenweg. Es geht weiter nach recht dem Malerweg hinterher. Nach 600 Metern erreicht man den Steinernen Tisch und nach noch mal 600 Metern den Ausgangspunkt der Runde.
Tatsächlich war diese kleine Wanderung hervorragend dazu geeignet, den Kopf von der Arbeit frei zu bekommen und noch besser war, dass ich mal wieder eine tolle Schlucht kennen gelernt habe. Es ist so seltsam, wenn man meint, alles in der Sächsischen Schweiz zu kennen und immer wieder wird man auf interessante Stellen hingewiesen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Bastei mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Bastei
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,50€

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