Paulinenteich

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 320 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rennersdorf - blauer Strich - Paulinengrund - Kreibitzbach - roter Strich - Kaltenbach - Limpach - Schäferberg - grüner Strich - Paulinenteich - Giesselmühle - Paulinengrund - roter Strich - Campingplatz - Giesselkreuz - Steinweg - blauer Strich - Rennersdorf

Beschreibung:

Ein netter Leser unserer Webseite hatte mir diese Wanderung empfohlen. Eigentlich war der Haupthinweis dieses Lesers, dass ich bisher die Bunker der Schöberlinie rund um den Ovčák (Schäferberg) noch nicht beschrieben hatte und praktischerweise sind gleich noch zwei tolle, mir bis dahin unbekannte Stellen hinzugekommen. Aber dazu später.
Der Startpunkt liegt am kleinen Parkplatz in Rynartice (Rennersdorf). Von hier geht es die Dorfstraße auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich hinunter. Kurz vor dem Dorfende biegt die Wanderwegmarkierung nach links auf einem vollkommen unscheinbaren Pfad ab. Zuerst passiert man eine Wiese im Tal und nach einem kurzen Aufstieg geht es runter ins Tal des Pavlínino údolí (Paulinengrund). Hier wandert man ein kurzes Stück von 200 Metern am Chřibská Kamenice (Kreibitzbach) abwärts, bis von links der Studený potok (Kaltenbach) Weg_im_Kaltenbachtal_kleinund damit die rote Wanderwegmarkierung roter Strich kommt. Dieses Tal geht es 100 Meter aufwärts, bis nach rechts ein Pfad und eine kleine Brücke abbiegen. Am Hang wird der Weg wieder breiter und es geht aus dem Tal heraus. Nach ¼ Kilometer erreicht man den Waldrand, an dem es nach links weiter geht. Hier sind ein deutlicher Trampelpfad und ein paar vereinzelte Schilder, die aber leider in die falsche Richtung zum Pavlínino údolí (Paulinengrund) zeigen, zu entdecken. Im Wald auf der linken Seite geht es gleich an vielen Stellen mit einigen steilen Felsen abwärts. Bunker_oberhalb_Kaltenbachtal_kleinWenn man am Waldrand entlang wandert, dann kann man am linken und rechten Waldrand jeweils einen Bunker der Schöberlinie entdecken. Diese tschechische Verteidigungslinie verläuft auf der Rückseite des Ovčák (Schäferberg) und die Wanderung wird etwas später wieder auf sie stoßen. Zuerst geht es aber in Richtung Lipnice (Limpach). Kurz vor den ersten Häusern biegt der Pfad bzw. der Waldrand noch mal nach rechts ab und dann geht es auf einem unbefestigten Weg in die Ortschaft hinein. Biofarm_Lipnice_Wassergraben_Kaltenberg_kleinDie Hauptstraße wird an der Biofarm Lipnice erreicht. An diesem relativ großen Bauernhof fällt ganz besonders der tolle Wassergraben in der Zufahrt und zwischen dem Gelände und der Straße auf. Die Wanderung biegt nach rechts ab und es geht ein kleines Stück auf der Hauptstraße entlang. Wenn man über das Gelände des Bauernhofs blickt, fällt der ungewöhnlich hohen Studenec (Kaltenberg) auf.
Die Wanderung biegt an dem Bushäuschen nach rechts ab. Bevor man aber die Hauptstraße verlässt, sollte man noch einen kurzen Blick in die Bushaltestelle werden, da hier zwei gerahmte Gemälde hängen und das ist doch etwas ziemlich besonderes. Der Weg ist ausgeschildert mit Jetřichovice (Dittersbach) und führt erstmal ein Stück aufwärts. Schon auf der ersten Straße war es recht auffällig, dass in der Ortschaft einige sehr gut gepflegte Häuser stehen. Das sieht man noch mehr, wenn es jetzt ein Stück aufwärts geht und dort gleich zwei besonders tolle Häuser stehen. Dabei sind es nicht etwa irgendwelche neuen Häuser, sondern uralte (an dem größeren steht die Jahreszahl 1896), die wunderbar hergerichtet wurden. Aber bei der schönen Aussicht ist das eigentlich auch gar kein Wunder.
Der Ovčák (Schäferberg) wird halb umrundet, um dann auf der westlichen Seite am Rande und mitten Schaeferberg_Lipnice_kleinauf der Wiese mehrere Bunker zu sehen. Diese Bunker sind nicht besonders groß – wenn sie jemals zum Einsatz gekommen wären, sollten 7 Mann Besatzung die eindringenden Deutschen abwehren – und sind in einer Art Fertigbauweise erstellt worden. Bunker_Schaeferberg_Wiese_kleinDie Wanderung geht gleich zwischen den beiden frei stehenden Bunkern auf der Wiese durch, um dann auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich im Wald zu verschwinden. Der grün markierte Wanderweg wurde anscheinend in den letzten Jahren irgendwie nach rechts verlegt, denn heutzutage geht es nicht mehr auf dem breiten Forstweg, sondern auf einem viel interessanteren Waldweg in Richtung Jetřichovice (Dittersbach) weiter. Grotte_oberhalb_Paulinenteich_kleinDer Forstweg geht an der Grenze der Kernzone entlang und der markierte Weg führt einige Meter hinter der Kernzonen-Grenze entlang. Beide Wege stoßen nach einigen hundert Metern wieder aufeinander und hier fällt auf der rechten Wegseite eine künstliche Nische auf. Ob es sich um eine Sprengstoffkammer oder ein kleine Andachtsstelle gehandelt hat, habe ich leider nicht herausgefunden. Ich würde auf Letzteres tippen, da an allen vier Ecken Dübellöcher zu erkennen sind. Vermutlich ist das ein Gitter vor einer Statue gewesen.
Schon nach kurzer Strecke kam zumindest für mich die große Überraschung in Form des Paulinenteiches. Paulinenteich_Giesselmuehle_kleinIch bin wirklich schon sehr häufig durch den Pavlínino údolí (Paulinengrund) gewandert und immer an der Vorderseite der Grieselmühle vorbeigewandert. Dass dahinter noch so ein schöner, großer Teich vorhanden ist, habe ich erst mit dieser Wanderung entdeckt. Gleich am Rand des Teiches steht eine Erklärungstafel, die den Ursprung des Teiches und der Mühle erklärt. Giesselmuehle_Staudamm_kleinHier ist zu lesen, dass eigentlich das Gebäude auf der gegenüberliegenden Teichseite nichts mehr mit der Grieselmühle zu tun hat, aber ein Gebäude mit Namen ist einfach netter. Als ich um den Teich herum wanderte, konnte ich ein paar Schwimmer im Wasser entdecken. Erst als ich etwas näher kam, musste ich feststellen, dass die gesamte Familie ohne Badesachen unterwegs war. Damit keiner mich für einen Spanner hielt, habe ich mich möglichst schnell am linken Rand entlang zum unteren Ende des Pavlínino údolí (Paulinengrund) bewegt. Der Grund wird am Freibad bzw. dem Campingplatz erreicht. Auch wenn man eigentlich als Autofahrer mit einem Minibogen zum Campingplatz kommen könnte, schein es viel mehr Spaß zu machen, den Chřibská Kamenice (Kreibitzbach) durch die Furt zu durchqueren. Während ich über die sehr schöne neue Fußgängerbrücke ging, fuhren gleich zwei Mal Fahrzeuge durch den Bach. Es sah sehr ungewöhnlich aus, da ich so etwas bisher nur im Fernsehen von irgendwelchen Expeditionen, aber noch nie von einem normalen Standardauto gesehen habe.
Die Wanderung führt auf der Zufahrtsstraße den Berg hoch in Richtung Jetřichovice (Dittersbach). Da wirklich nur sehr wenige Autos über diese Straße fahren, ist es überhaupt nicht störend. Nachdem man das Ende bzw. den Anfang der Zufahrt erreicht hat, steht auf der rechten Seite das Grieslův kříž (Grieselkreuz). Wie der Name schon sagt, hat es mit Familie Griesel, bekannt von der Grieselmühle, zu tun und sie ist der Spender dieser Gedenkstelle gewesen. Rechts neben dem Kreuz steht seit kurzer Zeit (2013) ein Wegweiser Tesané Cestě (Steinweg) bzw. Rynartice (Rennersdorf). Die ersten paar Meter führen noch an ein paar kleineren Häusern vorbei und dann geht es relativ leicht ansteigend aufwärts im Wald. Der Weg führt immer an der Kernzonengrenze (rote Ringe an den Bäumen) entlang und nach spätestens ein paar hundert Metern fällt auf, dass der Weg über einen Grat verläuft. An der Stelle wirkt der Weg fast wie ein ungewöhnlich hoher Bahndamm, aber es ist doch eher ein künstlich abgeflachter Gratweg. Nachdem man 800 Meter auf dem Weg unterwegs war, stößt man auf Heiligenbild_am_Steinweg_kleineine Nische mit Heiligenbild. Unter dem Bild sind die beiden Jahreszahlen 1864 und 1820 zu lesen. An dem gegenüberliegenden Felsen ist es sogar die Jahreszahl 1735. Die uralten Zahlen sind eigentlich kein Wunder, da es sich um den ursprünglichen Verbindungsweg zwischen Jetřichovice (Dittersbach) und Rynartice (Rennersdorf) handelt. Steinweg_von_oben_gesehen_kleinGleich hinter dem Heiligenbild beginnt ein sehr seltsam aussehender Weg. Warum auch immer die Rinne so komisch geformt ist, auf jeden Fall dürfte diese Form von Weg für jegliches Fahrzeug unmöglich zu passieren sein. In der Literatur wird manchmal die Vermutung ausgesprochen, dass es sich um eine Husche (Baumstammrutsche) handelt. Vielleicht ist es auch nur eine andere Art an Straßenrinne. Das Komische ist, dass der Weg gleich an mehreren Stellen so geformt ist, dazwischen aber normal aussieht. Mir ist jedenfalls bisher noch nirgendwo anders so etwas begegnet. Der Weg führt direkt bis an den Rand von Rynartice (Rennersdorf). Hier werden noch ein paar Wochenendhäuser passiert und dann geht es die letzten paar Meter auf der Hauptstraße bis zum Ausgangspunkt zurück.
Diese Wanderung hat mich mal wieder vollkommen überrascht. Ich bin in dieser Ecke der Böhmischen Schweiz schon so häufig herumgewandert, dass ich mir ziemlich sicher war, den größten Teil gesehen zu haben. Dann entdeckt man auf der Runde gleich zwei so interessante Stellen (Paulinenteich und den Steinweg). Es ist immer wieder faszinierend, wenn solche tollen Hinweise bei uns eingehen und noch viel mehr verwundert mich, dass es immer wieder Leser gibt, denen auffällt, dass wir an bestimmten Stellen der Sächsischen oder Böhmischen Schweiz noch nicht gewesen sind. Danke für die tolle Empfehlung.

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