Raumberg

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Karte:
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Dauer:
ca. 4,50 h
Entfernung:
ca. 17,50 km
Höhenunterschied:
ca. 681 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
lang
steiler Aufstieg
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Klettern
empfohlene Karten:
Großer Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - gelber Strich - Großer Zschand - Zeughaus - roter Strich - grüner Strich - Großer Hochhübelweg - nördlich Thorwalderwände - Försters Ebenen Weg - Hinterer Thorwaldweg - Thorwaldquelle - Matthiasbergweg - roter Strich - Stimmersdorfer Weg - grüner Strich - Wiener Marien Ebenheit Weg - Raumbergkuppenweg - Raumberg - Raumbergkuppenweg - Katzschners Gründel - roter Strich - Stimmersdorfer Weg - Matthiasbergweg - Rapinzenweg - Rapinzenberg - Vorderer Thorwald - Saupsdorfer Weg - Flügel E - Hohlfelds Graben - Buschmühle - Kirnitzschtal - gelber Strich - Neumannmühle

Beschreibung:

Bei dieser Wanderbeschreibung habe ich mir zwar schon viel Mühe gegeben, den Weg möglichst perfekt zu beschreiben, aber man sollte doch entweder ein GPS-Gerät oder mindestens die Wanderkarte Großer Zschand von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) bei der Runde dabei haben, sonst kann so manches Abbiegen ein Rätselspiel werden.
Den Raumberg sieht man von ziemlich vielen Stellen der Hinteren Sächsischen Schweiz.  Ganz besonders interessant ist an diesem Berg eine Vermessungssäule, die schon seit wahnsinnig vielen Jahren auf dem Gipfel stehen soll. So etwas muss natürlich untersucht werden und so geht es auf diese Wanderung. Start ist an der Neumannmühle und von dort geht es in den Großen Zschand. Hier ist die Wanderung mit dem gelben Strich gelber Strich markiert. Der Große Zschand ist immer wieder eine ganz besondere Schlucht bzw. in der Sächsischen Schweiz nennt man es Grund. An den beiden Seiten des Weges stehen steil aufragende Felswände, die ein sogenanntes Kellerklima verursachen. Salzlecke_am_der_Zschandstrasse_kleinErst nach einer Strecke von einem Kilometer weitet sich der Grund und deutlich merkt man, dass es wärmer wird. Auf der rechten Wegseite weist eine Informationstafel auf eine Salzlecke hin, die vollkommen unauffällig am Hang liegt. Ohne die Hinweistafel würde man diesen ausgehöhlten Felsen ganz sicher nicht entdecken.
Auf der Tafel wird man auch auf das neue Informationshaus des Nationalparks am Zeughaus hingewiesen, wo man noch mehr erfahren kann. Das sollte man natürlich ausnutzen, da jede diese Informationsstellen der Naturschutzbehörde spitzenmäßig ist. Die Nationalpark-Infostelle Zeughaus passiert man auf dem weiteren Weg durch den Großen Zschand. Ziemlich überrascht war ich, dass sich diese neue Informationsstelle in dem Gebäude auf der rechten Wegseite befindet. Ich hatte es eigentlich irgendwie so verstanden, dass dieses Nationalparkhaus ins alte Forsthaus auf der linken Wegseite einzieht, aber da habe ich mich offensichtlich geirrt. Ein paar Meter hinter dem Nationalparkhaus erreicht man die letzte Gaststätte auf dieser Wanderung, das Zeughaus.
Danach geht es in den vollkommen ruhigen Teil der Hinteren Sächsischen Schweiz. Spätestens ab dem Zeughaus folgt die Wanderung der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Ein paar Meter hinter dem Zeughaus passiert man eine große Wiese auf der linken Seite (also geht man rechts an der Wiese vorbei), die mittendrin einen Grill- bzw. Feuerplatz enthält. Komischerweise sieht der Platz immer so aus, als wenn er nie benutzt wird. Vielleicht liegt das daran, dass man bei der kleinsten Waldbrandwarnstufe hier kein Feuer mehr anzünden darf, oder eventuell wird der Platz auch einfach nur als zu ungemütlich empfunden. Auf jeden Fall führt die Wanderung noch ein kurzes Stück (ca. 150 Meter hinter dem Feuerplatz) weiter in den Großen Zschand, bis nach links der grüne Strich grüner Strich abbiegt. Hier geht es an den ersten ordentlichen Aufstieg. Dabei handelt es sich um die westlichsten Ausläufer der Thorwalder Wände, die hier aber nur noch gestreift werden. Der eigentliche Gratweg über die Thorwalder Wände gehört heutzutage zur Kernzone und darf deswegen offiziell nicht mehr betreten werden.
Die Wanderung bleibt noch auf dem Waldweg, auch wenn der markierte Wanderweg nach 400 Metern rechts abbiegt. Die ersten paar Meter geht es noch aufwärts, dann erfolgt aber wieder der Abstieg von den Thorwalder Wänden. Bis zum Abzweig des markierten Wanderweges kann man vielleicht noch ein paar andere Wanderer treffen, aber spätestens auf der Rückseite der Thorwalder Wände ist es wahrscheinlicher, einem Reh über den Weg zu laufen, als Menschen anzutreffen. Nach 300 unmarkierten Metern erreicht man eine Kreuzung, an der es nach rechts vorne weiter geht. Der Weg geradeaus sieht zwar mit seiner Grasoberfläche verführerisch aus, endet aber in einer Sackgasse und deshalb sollte man den unauffälligeren Weg rechts nehmen. Schon wenige Meter hinter der Kreuzung geht es gut sichtbar auf einem breiten Waldweg in die nächste Senke. Diese wird nur passiert, um auf ziemlich gleichbleibender Höhe an der Grenze der Kernzone weiter zu wandern. Der Weg ist schon ziemlich komisch, da eine Vielzahl an Kernzonen-Verbotsschildern zusammen einen ordentlichen Schilderwald ergeben. Wildwiese_mit_kahlen_Baeumen_kleinUngefähr ½ Kilometer hinter der gut sichtbaren Senke erreicht man eine große Wildwiese, die sich links und rechts des Weges erstreckt. Ob das Wild den Wald so seltsam bis auf 2 Meter Höhe kahl gefressen hat, oder ein Jäger einfach nur eine bessere Sicht haben wollte, sehr komisch sieht die Stelle auf jeden Fall aus.
Raumberg_von_Wildwiese_kleinWenn man über die Wiese hinwegsieht, dann kann man sehr gut das Hauptziel dieser Wanderung, den Gipfel des Raumberges, entdecken. Am Ende des Weges bzw. der Wildwiese wandert man auf dem breiten Forstweg weiter hangabwärts. Throwaldquelle_mit_Tasse_kleinNach ungefähr 200 Metern erreicht man die Thorwalder Quelle. Ziemlich ungewöhnlich mutet die Inschrift „Erbaut 1915“ an. Ich würde doch mal tippen, dass die Quelle hier schon immer gesprudelt hat, nur die Einfassung bzw. der Austritt aus dem Rohr in diesem besagten Jahr angelegt worden ist. Anscheinend ist das Quellwasser aber so sauber, dass irgendein guter Geist immer mal wieder eine neue Steinguttasse darunter stellt. Aber das Quellwasser war „saukalt“ und meine Zähne meinten, dass ein kühles Bier besser wäre. Etwas mehr als 100 Meter hinter der Quelle biegt nach rechts der Matthiasbergweg ab. Da dieser Weg zwischen dem Matthiasberg und einem Ausläufer der Thorwalder Wände verläuft, muss man ein paar Höhenmeter überwinden, um dann auf der anderen Seite mal wieder auf einen markierten Wanderweg zu stoßen.
Es handelt sich um die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man nach rechts in die Richtung Altarstein folgt. Auch wenn zwischendurch die Farbe des Wanderweges von rot auf grün grüner Strich wechselt, so folgt man dem Waldweg weiter geradeaus. Nach ½ Kilometer auf dem grünen Strich erreicht man den Altarstein, der zum Nachdenken anregt. Altarstein_mit_Kohleresten_kleinDass sich früher verfolgte böhmische Protestanten für ihren Gottesdienst hier im Wald trafen, finde ich aus heutiger Sicht schon ziemlich beeindruckend. Aber vermutlich haben sich früher die Gläubigen viel mehr Strapazen zugemutet als heute. Ein weiteres Beispiel ist auch die Heilige Stiege, damit die Bewohner von Schmilka zur Kirche nach Lichtenhain gelangen konnten. Heutzutage könnte man kaum noch einen Menschen dazu überreden, quer durch das Gebirge zu wandern, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Eine kleine Ausnahme ist der Berggottesdienst in der Kuhstallhöhle. Hier kommen tatsächlich einmal im Jahr ein paar hundert Freiwillige den Berg hoch geschnauft.
Vom Altarstein geht es ein paar Meter wieder zurück, um dann die erste sichtbare Möglichkeit (< 100 Meter) nach rechts abzubiegen. Der unmarkierte Weg steigt relativ leicht an und führt auf eine Ebene oberhalb des Brückenkopfweges. Nach dem Aufstieg muss man den Pfad ein wenig suchen, aber wenn man weiß, dass hier ein Weg verläuft, dann findet man ihn auch. Rechts unterhalb des Hanges kann man immer noch den grün markierten Brückenkopfweg entdecken. Der Pfad führt zum Fuße des Raumbergs, der dann nach links umrundet wird. Am Fuße des Raumberges ist deutlich ein alter breiter Waldweg zu erkennen, der auf gleichbleibender Höhe um den Berg herum führt. Der einzige Weg auf den Raumberg hinauf befindet sich genau auf der gegenüberliegenden Seite und so muss man einmal um den Berg herumwandern. Bei den Bergen der Sächsischen Schweiz, im Gegensatz zu den Felsen, ist der typische Baum die Buche und so kann man  die ganze Zeit ganz hervorragend den Gipfel des Raumberges auf der rechten Seite sehen. Der Zugang zum Gipfel befindet sich ein paar Höhenmeter oberhalb des unteren Weges und führt auf einem Gipfel_Raumberg_kleinPfad wieder in einem Bogen um den Berg. Beim Raumberg ist wie bei den anderen Bergen der Sächsischen Schweiz auch wieder einmal deutlich zu sehen, dass der Vulkan und damit der Basalt aus dem Sandstein herausgebrochen ist. Im obersten Teil des Berges ist der Basalt deutlich zu erkennen.
Sehr interessant ist, dass auf dem höchsten Punkt des Berges eine uralte Sandsteinsäule steht. Trigonometrische_Saeule_Raumberg_kleinDabei handelt es sich um einen trigonometrischen Punkt, der in weit vergangenen Zeiten zum Vermessen des sächsischen Staatsgebiets notwendig war. Diese Vermessung wurde durch die Bestimmung von Dreiecken in den Jahren 1862 bis 1890 durchgeführt. Noch heutzutage kann man mehrere dieser Säulen auf besonders exponierten Stellen (z.B. Großer Zschirnstein, Lilienstein, Valtenberg, Spitzberg bei Cotta) finden. Man kann dem Gipfel deutlich ansehen, dass doch einige Besucher auch die letzten paar Meter bis zur Sandsteinsäule unternehmen. Der schwarze Stein weist einige deutliche Fußspuren auf.
Für den Abstieg geht es auf dem bekannten Pfad wieder zum Fuße des Berges zurück. Schon nach wenigen Metern Abstieg passiert man die gewohnten Sandsteinfelsen und nach einer Strecke von ½ Kilometer erreicht man einen normalen Forstweg. Hier geht es nach links und nach 50 Metern folgt man dem Waldweg geradeaus runter ins Tal. Der Grund führt auf den Stimmersdorfer Weg, der wieder mit dem bekannten roten Strich roter Strich markiert ist. Diesem gut ausgebauten Forstweg folgt die Wanderung ½ Kilometer nach links, bis man wieder den Aufstieg zum Matthiasbergweg erreicht. Diesmal liegt der Weg auf der rechten Seite und hier wird der markierte Wanderweg verlassen. Dieser Aufstieg ist die letzte größere Steigung. Auch wenn ich es normalerweise überhaupt nicht mag, auf dem gleichen Weg wieder zurück zu gehen, so lässt es sich hier für den nächsten ¼ Kilometer nicht verhindern. Dann biegt man nach rechts auf der ersten Möglichkeit auf den Rapinzenweg ab. Dieser Waldweg ist eine echte Überraschung für mich gewesen, da ich eigentlich mal wieder dachte, dass ich so ziemlich alle größeren Waldwege kennen würde. Der Rapinzenweg ist ein langgezogener Forstweg, der zwischendurch die Tendenz hat, etwas langweilig zu werden. Dadurch, dass im gesamten Bereich des Weges sich wirklich nur der ruhige Wald befindet, begegnet einem auch kaum ein anderer Wanderer. Der Waldweg führt auf einen Berg namens Rapinzenberg, aber entweder hat Herr Dr. Böhm hier mal einen Platzhalterberg eingezeichnet, oder es ist ein so unauffälliger Berg, dass ich ihn nicht bemerkt habe.
Nachdem man den Berg ohne Höhenmeter passiert hat, folgt man weiter dem gut ausgebauten Forstweg und es geht in westlicher Richtung weiter. Hier fällt der Wanderweg tatsächlich einige Höhenmeter ab, das liegt aber nur daran, dass ein Stück in die Richtung der Thorwalder Brücke (Kirnitzschtal) abgestiegen wird. Zum Glück muss an dieser Stelle nicht bis ganz runter zum Fluss gewandert werden, sondern nur bis zur Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, die nach links weiter verfolgt wird. Nach ungefähr 1,3 Kilometern erreicht man die erste große Kreuzung mit einem breiten Forstweg auf der rechten Seite. Hier wird der markierte Wanderweg verlassen (geradeaus würde man markiert zum Zeughaus gelangen) und es geht nach rechts. Noch von der Kreuzung aus kann man ein Hinweisschild auf die uralte Bärenfanganlage entdecken. Netterweise sind an der relativ großen Grube einige stabilisierende Maßnahmen durchgeführt worden. Die fünf Stützen sehen zwar nicht so richtig passend in dem Loch aus, aber ohne sie wäre dieses doch sehr interessante Gebilde bald eingefallen. An der ehemaligen Zufahrt zu dem Bärenfang befindet sich eine sehr gute Informationstafel, die kurz den historischen Hintergrund erklärt.
Die Wanderung führt wieder zurück auf den Forstweg. Vom Bärenfang kommend, geht es nach links weiter. Nach ein paar Metern passiert man eine Wildwiese mit einem dieser extrem stabilen Hochsitze. Im Gegensatz zu einem normalen Hochsitz, den sich ein typischer Waldbesitzer normalerweise kauft/selber bastelt, hat hier vermutlich der Nationalpark richtig tief in die Tasche gegriffen. Nach ein paar weiteren Metern erreicht man eine Kreuzung mit einem markierten Wanderweg. Hier zweigt auch noch der Zugang zum Großen Teichstein ab. Wer also noch eine besonders schöne Aussicht besuchen möchte, sollte hier den Abstecher von einem ¾ Kilometer unternehmen. Dadurch, dass die Aussicht nicht einfach am Wegesrand liegt, sind die Besucherzahlen auf dem Großen Teichstein meistens auch ziemlich gering und so kann man den Ausblick in die Hintere Sächsische Schweiz geräuscharm genießen.
Jetzt kommt das letzte Teilstück der Wanderung. Dazu geht es auf dem Flügel E (was für ein einfallsloser Name) in fast gleichbleibender Höhe entlang. Der breit ausgebaute Forstweg ist nicht gerade ein besonders aufregender Waldweg und so sind auch nur ganz selten andere Wanderer hier anzutreffen. Nach etwas weniger als einem Kilometer auf dem Forstweg kann man unterhalb des Neunstelligen Hübels eine kleine Abkürzung nach links unternehmen. Für die Forstfahrzeuge sind Höhenmeter immer ein Hindernis und deshalb macht der Flügel E einen weiteren Bogen, Linke_Seite_Versuchsstation_Regenmessung_kleinaber mit ein paar wenigen Höhenmetern (ungefähr 10 Meter) rechte_Seite_Versuchsstation_Regenmessung_kleinkann man hier noch eine interessante Versuchsfläche im Wald entdecken. Wer auch immer hier mitten im Wald dieses Gebiet eingezäunt hat, er möchte auf jeden Fall herausfinden, wie viel Wasser die Bäume über ihren Baumstamm zum Boden leiten. Das sieht ziemlich lustig aus, da auf der einen Seite des Versuchsgeländes alle Baumstämme einen Kragen mit einem eigenen Abfluss haben.
Die Wanderung erreicht wieder den Flügel E und es geht noch mal etwas mehr als einen Kilometer auf dem ruhigen Forstweg entlang. Dann erreicht man den Abzweig nach rechts zum Gasthaus Buschmühle. Bis runter ins Kirnitzschtal müssen noch ein paar Höhenmeter abgestiegen werden. Ziemlich komisch finde ich, dass man über den Hof der Buschmühle wandert und dabei von wirklich leckeren Essendüften angelockt wird. Als ich hier vorbeikam, war es Sauerkraut mit Bratwurst.
Von der Buschmühle geht es noch die letzten paar Meter über die Kirnitzschtalstraße nach links bis zum Ausgangspunkt an der Neumannmühle. Die Wanderung ist eine sehr angenehme ruhige Runde, die mit dem Raumberg einen Gipfel besucht, der wirklich in einer Art Dornröschenschlaf zu liegen scheint.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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