Rundweg Hundskirche

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 204 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Reinhardtsdorf - Parkplatz - blauer Punkt - Hundskirche - Mittelhangweg - Kleine Bastei - Viehtreibe - Reinhardtsdorf - Bauernbarock-Kirche - Schrammsteinblick - Parkplatz Reinhardtsdorf

Beschreibung:

Im Herbst letzten Jahres hatte ich gleich auf zwei Internetseiten gelesen, dass es einen neuen Rundweg an der Hundskirche gibt. Auch wenn es dort noch keinerlei Beschreibung oder Details gab, so konnte es sich meiner Vorstellung nach nur um eine kleine Runde handeln, die man ohne weiteres an einem Nachmittag absolvieren könnte. Komischerweise haben wir erst im Sommer 2010 Zeit zu der Runde gefunden und so ging es denn von dem riesigen Parkplatz zwischen Reinhardtsdorf und Schöna los. Blick_zur_Kaiserkrone_und_Zirkelstein_kleinDie Hauptstraße wird nur überquert und gleich neben der Bushaltestelle beginnt der eigentliche Wanderweg mit der blauen Wanderwegmarkierung blauer Punkt. Schon wenige Meter, nachdem man das bewohnte Gebiet verlassen hat, kann man die Felsen und Berge der Hinteren Sächsischen Schweiz sehen. Es handelt sich um einen wirklich schönen Anblick, der erst mit dem Erreichen des Waldes unterbrochen wird.
Wir sind schon mehrere Male an der linken Elbeseite herumgewandert und es ist eine echte Seltenheit, hier andere Wanderer zu treffen. Ganz besonders gilt dies für den Waldweg von Reinhardtsdorf zur Hundskirche und dann weiter entlang der Steinbrüche. Der Weg durch den Wald ist sehr angenehm zu wandern, da nur ganz wenige Höhenmeter absolviert werden müssen. Besonders auffällig sind auf der linken Wegseite Gräben, die angeblich früher als Rutschen für Baumstämme benutzt wurden. Diese Rutschen werden bzw. wurden Bloßen genannt und müssen aus einer weit vergangenen Zeit stammen. Heutzutage enden diese Gräben oberhalb der Steinbrüche und wenn man überlegt, dass selbst die Bahnlinie schon über zweihundert Jahre durch das Tal fährt, dann kann man ungefähr erahnen, dass es schon wirklich ungewöhnlich ist, solche Spuren in der Landschaft zu entdecken.
Der Waldweg führt direkt zur Hundskirche und die oberste Aussicht ist damit auch sehr leicht erreicht. Da die Aussicht schon ein Stückchen weiter unten ist, ist die Sicht natürlich nicht so gigantisch wie auf einem Berg oder Felsen. untere_Aussicht_Hundskirche_auf_Elbe-Schmilka_kleinTrotzdem hat man einen ganz netten Blick ins Elbtal und rüber auf Schmilka. Gleich an der Aussicht hängt auch noch eine Erklärungstafel zu dem Namen Hundskirche. Ein bisschen gemein an dieser Tafel ist, dass darauf erklärt wird, dass die Aussicht nicht Hundskirche, sondern Hunskirche heißt. Seltsamerweise wird aber auf sehr vielen Hinweistafeln und Wanderkarten der falsche Name verwendet und deshalb heißt die Wanderung auch bei uns weiterhin falsch. An der linken Seite der oberen Aussicht führt eine Treppe ein paar Höhenmeter abwärts. Hier erreicht man eine weitere Aussicht, von der man eigentlich nicht mehr als von der oberen sieht. Aber von hier hat man tatsächlich einen freieren Blick über die Bäume.
Für die weitere Wanderung muss man wieder die paar Stufen hochsteigen, um dann nach rechts weiter zu wandern. Auch hier ist der Weg immer noch mit dem blauen Punkt markiert und sehr einfach zu finden. Gleich auf den ersten Metern informiert eine kleine Tafel über den ungewöhnlichen Namen des Weges: „Der Elbhang zwischen der Hunskirche und Krippen wird Russenleite genannt. Sie hat zum Besitz des um 1870 in Krippen lebenden russischen Generals Roniker gehört.“ Schön, dass es solche Informationstafeln immer mal wieder gibt, so wird man auch über ungewöhnliche Begebenheiten informiert.
Die Wanderung führt über die Russenleite, die sehr konstant auf der unteren Ebene der ehemaligen Steinbrüche entlangführt. Steinbruchspuren_Russenleite_kleinVon den Steinbrüchen kann man noch an sehr vielen Stellen unterschiedlichste Spuren entdecken. Die auffälligsten Spuren sind natürlich die glatten Felswände und riesigen Einbuchtungen auf der linken Wegseite. Dann sieht man immer wieder Zugänge zu den einzelnen Steinbrüchen, die dadurch entstanden sind, dass es eine große Zahl unterschiedliche Steinbruchbesitzer gegeben hat. Wanderweg_Russenleite_kleinJeder hat nur eine kleine Parzelle von wenigen Metern gehabt und damit sind dann natürlich auch die vielen Zugänge entstanden. Jeder dieser Steinbrüche hat eine durchnummerierte Zahl und diese kann man auch noch wie eine Hausnummer an mehreren Sandsteinsäulen entdecken. Von diesen Steinbrüchen sind die Klötze meistens auf dem direkten Weg runter ins Tal befördert worden und so kann man an ein paar Stellen hangabwärts auch noch Spuren erkennen. An manchen Orten liegen sogar noch fertig bearbeitete Steinklötze herum. Das verwundert uns am meisten, weil es sich doch dabei um bares Geld für die Steinbrecher gehandelt haben müsste. Wenn man dem Pfad weiter in Richtung Schmilka folgt, dann kann man noch reichlich von diesen Spuren entdecken.
Der Pfad ist ein schmaler Weg, der im Sommer 2010 durch ganz frisch erzeugte Schneisen führt. Aufforstung_Russenleite_kleinAm Hang sind einige Streifen Wald von oben bis ganz knapp vor die Bahnlinie gerodet worden. Blick_von_Russenleite_auf_Elbe_und_Steinbrueche_kleinSo erhält man immer wieder einen Blick auf die Schrammsteine und die Steinbrüche auf der gegenüberliegenden Elbeseite. Ein kleines Manko haben die Schneisen aber dann doch: das Unkraut (bzw. die niedrigen Pflanzen) bekommen jetzt natürlich ausreichend Licht ab und schon erlebt so manche Pflanze einen gigantischen Wachstumsschub. So können Brennnesseln bei Wanderern mit kurzen Hosen auf einmal ein gemeines Hindernis werden oder, wie bei uns, das vom vorherigen Regenschauer nasse Gras die Wanderschuhe durchweichen.
Nach einer Strecke von fast 3 Kilometern auf der Russenleite biegt nach oben der Zugang zur Aussicht Kleine Bastei ab. Diesen Namen gibt es in der Sächsischen Schweiz mehrere Male. So auch auf der gegenüberliegenden Elbeseite knapp neben Schmilka. Diese Aussicht auf der anderen Elbeseite konnte man auch von der Hundskirche sehen. Nach einem kleinen Zickzack erreicht der Pfad die Aussichtsplattform und zumindest in den letzten Jahren war der Blick von hier ziemlich eingeschränkt. Eigentlich sehr schade, da es sonst ein wirklich schöner Platz ist, aber vermutlich wird sich in der nächsten Zeit wieder ein guter Geist finden und die Aussicht freischneiden.
Von hier geht es jetzt an den Rückweg. Dazu muss man noch ein ganz kleines Stück von der Aussicht aufwärts steigen. Noch vor dem Waldrand biegt der markierte Rundweg nach links ab. Auch hier ist der Wanderweg nicht mehr als ein Pfad und erreicht bald ein kleines Waldstück, welches nach rechts in die Felder ragt. Hier wird auf einmal aus dem Pfad ein richtig schöner Weg, der eher wie eine Allee aussieht. Das liegt an richtig mächtigen Bäumen, die am Wegesrand stehen. Kurz bevor man wieder aus diesem Wald auf das Feld heraustritt, ist der Untergrund des Weges so mit Bucheckern übersät, dass man keine Erde sieht. Das ist besonders komisch, wenn man gleich am Waldrand nach rechts abbiegt und dann dort ein Maisfeld mit Elektrozaun entdeckt. Anscheinend ist Mais für Wildschweine leckerer als Bucheckern.
Die ersten paar Meter führen noch parallel zum Waldrand und dann tritt man vollständig auf die Ebene mit den Feldern. Wenn man nach vorne links blickt, entdeckt man einen riesigen Bauernhof mit einer großen Anzahl Kühe. Das dürfte einer der größten Bauernhöfe der gesamten Sächsischen Schweiz sein. Blick_von_Feld_bei_Reinhardtsdorf_auf_Schrammsteine_kleinAuf dem Weg über die Felder Richtung Reinhardtsdorf sollte man auch immer mal wieder stehen bleiben und den Blick in die andere Richtung auf die Schrammsteine genießen. Von hier hat man ein wirklich schönes Panorama und deshalb heißt die Straße am Rande der Ortschaft auch Schrammsteinblick. Diese Straße geht es nach links am Ortsrand entlang. Hier kann man gleich mehrere alte Bauernhöfe auf der rechten Straßenseite entdecken und natürlich den riesigen Bauernhof auf der linken Straßenseite. Wenn man denn einen Jungen als Nachwuchs hätte, dann könnte man hier bei der Agrargenossenschaft schön von der Straße aus die vielen und riesigen Traktoren bestaunen. Tja, mit zwei Mädels muss man dann eher zum Reiterhof fahren.
Die Straße Schrammsteinblick endet wenige Meter neben dem Ausgangspunkt der Wanderung. Die Runde war ein angenehmer Rundweg zur Hundskirche und der kleinen Bastei von Reinhardtsdorf. Ganz besonders auffällig ist die Ruhe, aber leider sind die Aussichten meistens doch ziemlich eingeschränkt und der Pfad an so mancher Stelle ziemlich zugewuchert. Schade, weil mit einem kleinen Aufwand, vielleicht einer ABM-Kraft, könnte eine angenehmere Rundwanderung entstehen.

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