Sattelberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,75 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 310 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Bad Gottleuba - Berggießhübel - Karte 94;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Bienhof - Bienhofmühle - Mordgrund - Grenzbach - Oelsengrund - Grenze - Sattelberg - Grenze - Schönwalder Weg - Oelsener Höhe - gelber Strich - Oelsen - Bienhof

Beschreibung:

Netterweise hatte mir der Weihnachtsmann einen von den schönen Kalendern von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de) geschenkt. Auf der Rückseite des Kalenderblattes befindet sich jeden Monat eine Wanderbeschreibung, die sich immer wieder lohnt zu wandern. So haben wir eine Runde zum Spičák (Sattelberg) entdeckt, der zwar ein ganzes Stück abseits der eigentlichen Sächsischen Schweiz liegt, aber wenigstens der Landkreis heißt hier immer noch Sächsische Schweiz. Der gesamte Bereich zwischen dem Elbsandsteingebirge und dem Osterzgebirge ist bei uns besonders beliebt, wenn die Sächsische Schweiz mal wieder vollkommen überlaufen ist. Hier findet man dann immer noch eine wunderbare Ruhe. Diese Runde ist ein Teilstück des langen Montanhistorischen Wanderwegs mit einem Ausflug zum Spičák (Sattelberg).
Der Startpunkt für diese Wanderung liegt am unteren Rand der Miniortschaft Bienhof. Wir freuen uns immer wieder über das große Voderansicht_Villa_Bienhof_kleinGebäude auf der rechten Straßenseite. Es sieht wie ein richtig schönes herrschaftliches Gebäude aus und man kann gut erkennen, dass die Besitzer es mit der Zeit wieder nett herrichten. Auch in das ehemalige Ferienheim auf der Seitenansicht_Villa_Bienhof_kleingegenüberliegenden Straßenseite ist inzwischen wieder Leben eingezogen. Die Wanderung führt rechts neben dem dritten Gebäudekomplex, einem alten Bauernhof, vorbei in das Tal des Mordgrundes. Das Tal ist ziemlich breit und auch ungewöhnlich lang. Bei einem Unwetter oder einem ordentlichen Gewitterschauer kann sich also sehr viel Wasser sammeln und genau aus dem Grund befindet sich auch unterhalb von Bienhof die Staumauer. Hier wird nicht Trinkwasser gesammelt, sondern es soll nur verhindert werden, dass das Wasser sonst unkontrolliert in die Bahra und die Gottleuba herunter stürzt.
Im Mordgrund führt die Wanderung an der rechten Seite des Tals ganz leicht ansteigend aufwärts. Wiese_im_Mordgrund_kleinIm gesamten Talgrund befindet sich eine ungewöhnlich große Wiese, die eine riesige Artenvielfalt an wilden Pflanzen liefert. Man kann das ganze Jahr über (na gut, nicht im Winter) viele unterschiedlichste Blüten entdecken. Am Ende der Wiese geht es auf dem Pfad weiter in den Wald hinein. Auch hier ist der Weg ganz angenehm, einzig und alleine hier stellen sich die wenigen Wanderer als Manko heraus. Der Pfad ist nicht mehr besonders breit und hier und da versucht die Natur, ihn zurück zu erobern. In den meisten Fällen ist es aber nur Farn, nur selten versuchen Brennnesseln oder Brombeeren, den Weg zu versperren. Als wir den Pfad gewandert sind, haben wir es mit ein bisschen Vorsicht ganz gut auch ohne verbrannte oder zerkratzte Beine geschafft, obwohl wir nur kurze Hosen anhatten.
Nach einer Strecke von einem Kilometer tritt der Pfad wieder aus dem Wald heraus und es geht am Waldrand auf einer Wildwiese entlang. Bei dieser Blumenwiese handelt es sich um ein Naturschutzgebiet und deshalb sollte man lieber nicht quer über die Fläche wandern. Durch die geringen Besuchermengen entsteht aber auch nur ein schmaler Pfad. Nach 300 Metern auf der Wiese erreicht man eine Informationstafel des Montanhistorischen Wanderwegs zum Thema Spičák (Sattelberg). Die Tafel wird aber nicht mehr so besonders lange hier stehen, denn irgendwie sind zwischen die Tafel und die Plexiglasplatte richtig viele Spänne gerieselt. Hier scheint irgendein Insekt ganze Arbeit zu leisten.
Von der Tafel aus kann man den Namensgeber dieser Wanderung schon ganz gut erkennen. Es ist der Berg rechts, auf der anderen Seite der Grenze und genau dahin geht es jetzt. Wenn man auf der rechten Seite von dem Schild vorbei wandert, dann führt ein Pfad durch den schmalen Wald und auf der Rückseite des Waldstreifens befindet sich dann ein Feldweg mit deutlich sichtbaren Fahrspuren. Auf diesem Weg wandert man ein paar Meter nach rechts, um dann quer über die nächste Wiese zum Spičák (Sattelberg) aufzusteigen. Das Ziel ist der Waldrand am Spičák (Sattelberg). Hier führt ein Feldweg um den Berg herum, auf dem man nach rechts wandert. Der Weg geht in den Wald hinein und schon bald steigt ein gut sichtbarer Zugang nach links den Hang aufwärts. Basalthang_am_Sattelberg_kleinSchon hier kann man den seltsamen Untergrund, der aus Basaltsteinen besteht, entdecken. Die letzten paar Meter sind tatsächlich mal ein echter Aufstieg mit ein paar Höhenmetern, aber wenn man dann oben ankommt, steht man auf einem Berg mit einem gigantischen Panoramablick. Spätestens dann merkt man auch, Gipfelkreuz_vom_Sattelberg_kleindass es sich um einen Berg mit immerhin 724 Meter Höhe handelt. Damit ist der unscheinbare Spičák (Sattelberg) 160 Meter höher als die höchsten Berge/Steine der Sächsischen Schweiz. Der Gipfel des Spičák (Sattelberg) sieht sehr ungewöhnlich aus. Einerseits erklärt sich durch die Form des Gipfels sehr gut der Name. Hier befinden zwei leicht unterschiedlich hohe Gipfel ganz knapp nebeneinander, die beide vollständig aus Basaltsäulen bestehen. Blick_vom_Sattelberg_Richtung_Boehmen_kleinAuf dem einen Gipfel steht ein Kreuz, was in der Sächsischen Schweiz doch relativ ungewöhnlich ist. Ziemlich blöd ist am Spičák (Sattelberg), dass in weniger als ½ Kilometer die Autobahn A17 von Dresden nach Prag verläuft. Hier hört man zu allen Tageszeiten ein Rauschen, aber dafür kann man von hier auch sehr gut erkennen, dass der Autobahnbau aufwändig und kostspielig war. So haben wir mindestens 5 größere Brücken und einen Tunnel gezählt.
Jetzt geht es auf den Rückweg der Wanderung. Dazu steigt man wieder die bekannte Strecke bis ganz knapp vor die Grenze bergab. Hier kann man sich ein wenig mehr links halten. Ungefähr an der Stelle, an der die tschechische Wiese in die deutsche Wiese übergeht, sollte man die Grenze überqueren. Wir haben uns schon die ganze Zeit darüber gewundert, dass hier die Grenze so unsichtbar und die Grenzüberquerung so einfach möglich ist. Ganz besonders wenn man an anderen Stellen die verbarrikadierten Grenzen kennt, dann wirkt diese Stelle besonders verführerisch, aber praktisch ist hier ein Erdwall und direkt dahinter ein Graben vorhanden, der sich aber unter einer ganzen Menge Farn und Brennnesseln versteckt. Mit einem kleinen Satz überwindet man als Wanderer diese Hürde und dann geht es geradeaus weiter. Den Sprung scheinen doch einige andere Wanderer auch zu unternehmen, da man an mehreren Stellen Trampelspuren über den Hügel und durch den Graben finden kann.
Von der Grenze ist nach schräg rechts vorne ein Feldweg als das nächste Ziel zu sehen. Ungefähr ¼ Kilometer von der Grenze entfernt befindet sich eine Feldrandhecke, an der eine Tafel über das Naturschutzgebiet Sattelbergwiesen informiert. Huegel_der_Oelsener_Hoehe_kleinDie Wanderung führt ziemlich geradeaus in Richtung Oelsen. Sehr ungewöhnlich sind die Steine auf dem Weg. Sie schimmern in den unterschiedlichsten Schichten und sehen bei Sonnenschein immer wieder besonders interessant aus. Bald befindet sich auf der rechten Wegseite ein Minihügel, der Oelsener Höhe genannt wird. Rueckblick_auf_Sattelberg_kleinAuch wenn das nur ein Hügel ist, so kann man von dieser Aussicht bei schönem Wetter auf die Berge der Sächsischen Schweiz hinunter (!) blicken. Die Oelsener Höhe ist immerhin 644 Meter hoch und damit 80 Meter höher als die höchsten Berge der Sächsischen Schweiz und z.B. 220 Meter höher als der Lilienstein. Wenn man von der Oelsener Höhe nach hinten blickt, kann man noch mal ganz gut den Spičák (Sattelberg) sehen.
Die Wanderung führt weiterhin auf dem Feldweg in Richtung Oelsen. Der Untergrund wechselt in asphaltiert und wird zwischendurch mit einer Schranke für den Autoverkehr gesperrt. Kurz vor den ersten Suehnekreuz_bei_Oelsener_Hoehe_kleinHäusern befinden sich auf der rechten Wegseite ein mächtiger alter Baum und ein uraltes Sühnekreuze. An der ersten Möglichkeit, nach rechts abzubiegen, geht es dann auch auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich weiter. Zuerst führt der Feldweg auf gleichbleibender Höhe bis zum Wald und dann folgt man dem breiten Weg (gelb gekennzeichnet) weiter abwärts. Nach einem kurzen Stück durch den Wald erreicht man wieder die Miniortschaft Bienhof und damit den Ausgangspunkt.
Das Wandern im Bereich zwischen der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge ist zwar nicht ganz die typische Landschaft für diese Website, aber dafür hat man hier eine vollkommene Ruhe und erreicht mit kleinem Aufwand ungewöhnliche Aussichten.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hellendorf Siedlung mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Bienhof

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