Schloss Lipova

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Karte:
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Dauer:
ca. 5,00 h
Entfernung:
ca. 17,50 km
Höhenunterschied:
ca. 423 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
lang
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Sebnitz und Umgebung - Karte 90;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Langburkersdorf - Grenze - Lobendava (Lobendau) - blauer Strich - Jachym (Joachimsberg) - Lipova (Hainspach) - Schlossgarten - Ludvikovicky (Ludwigsdörfel) - grüner Strich - Kapelle St. Anna - Lobendava (Lobendau) - Grenze - Langburkersdorf

Beschreibung:

Freunde unserer Familie hatten uns schon vor Jahren von der Kapelle St. Anna erzählt und dann entdeckten sie noch einen Bericht über das Schloss in Lipová (Hainspach) in der Hinterhermsdorfer „Botenfrau“. Praktischerweise lässt sich eine nette Wanderung aus diesen beiden Punkten zusammenbasteln und hier kommt die Beschreibung zu dieser Runde.
Der Startpunkt liegt am östlichen Ende von Langburkersdorf an der Kreuzung Böhmische Straße und Dorfstraße, neben dem Wirtshaus zum Raupenberg. Die Wanderung führt auf der Böhmischen Straße erst noch ein paar Meter durch den Ort und dann leicht ansteigend den Raupenberg hinauf. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man den Grenzübergang, der mit einigen dicken Felsblöcken und Betonplatten verbarrikadiert ist. Hinter dem Grenzübergang geht es auf einem ungewöhnlich breiten Wald- bzw. später Feldweg weiter. Der Untergrund ist hier zwar nicht mehr asphaltiert, aber durch eine Schotterschicht auch sehr angenehm zu wandern. Nachdem die Wanderung wieder die 50 Höhenmeter vom Raupenberg abgestiegen ist, geht es auf einem schnurgeraden Weg bis zur Ortschaft Lobendava (Lobendau). Auf der Hauptstraße wandert man nach links weiter. In den Dörfern der Böhmischen Schweiz ist es irgendwie ziemlich komisch. Kirche_Lobendau_kleinManche Gebäude sind toll hergerichtet und dann gibt es welche, die einfach nur noch abgerissen werden können. So ist es auch knapp vor der Kirche. Auf der linken Straßenseite hat jemand schon einige erhaltende Arbeiten durchgeführt und auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein Haus so weit eingefallen, dass nur noch der Abrissbagger dran kann.
Von der Kirche geht es noch ein paar wenige Meter auf der Straße weiter, bis nach links die Wandermarkierung blauer Strich blauer Strich zwischen ein paar kleineren Häusern abbiegt. Nach etwas weniger als einem Kilometer wird die Ortschaft verlassen und es geht über die Wiesen weiter. Als wir die Strecke im Frühjahr 2014 gewandert sind, war seltsamerweise der eigentliche Feldweg mit großen Mengen Ästen blockiert, aber links daneben führte ein deutlich sichtbarer Trampelpfad aufwärts. Die Wegmarkierungen in der Böhmischen Schweiz sind zwar nicht ganz so perfekt wie in der Sächsischen Schweiz, aber meistens kann man den Weg ganz gut erkennen. Unser Weg steigt auf jeden Fall auf den Jáchym (Joachimsberg) hoch und nach ziemlich genau zwei Kilometern versteckt sich die blaue Wanderwegmarkierung auf der linken Seite. Hier sollte man abbiegen, um dann nach ¼ Kilometer eine ganze Ansammlung an Schildern anzutreffen. Kapelle_Joachimsberg_Vorderseite_kleinHier ist der Jáchym (Joachimsberg) ausgewiesen und man sollte unbedingt die paar wenigen Meter (200 Meter) hinauf steigen. Auf dem Gipfel steht die Kapelle des heiligen Joachim. Kapelle_Joachimsberg_Rueckseite_kleinGanz schön ulkig ist, dass zwischendurch hier oben eine Statue der heiligen Anna gestanden hat und es damit der Annaberg war. Da der Gipfel aber schon so ein paar Höhen- und Entfernungsmeter vom Dorf entfernt ist, hat man 1977 die Statue in die Kapelle knapp oberhalb Lobendava (Lobendau) umgezogen und damit ist der Name Annaberg auch weiter gewandert. Die Kapelle auf dem Jáchym (Joachimsberg) macht einen erbärmlichen Eindruck und wird so wohl nur noch ein paar wenige Jahre stehen bleiben. Oberhalb der Kapelle hat es früher auch noch einen Kreuzweg mit großen steinernen Rahmen gegeben. Diese sind leider nach dem Krieg zerstört worden und trotzdem hängen jetzt wieder 14 hölzerne Bilder mit Stationen aus den letzten Tagen von Jesus Christus.
Es geht wieder die paar Meter vom Jáchym (Joachimsberg) herunter und dann der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich weiter hinterher. sanierter_Schlossteich_Hainspach_kleinNach ungefähr 1 ½ Kilometern erreicht man den Ortsrand von Lipová (Hainspach) und bald ist auch der Zámecký rybník (Schlossteich) erreicht. Vorderseite_Schloss_Hainspach_kleinDer Schlossteich wurde in den letzten Jahren grundlegend saniert (entschlammt und neuer Überlauf) und ist heutzutage ein toller Platz, um eine Rast einzulegen. Gleich neben dem Teich stehen die Reste des Schlosses von Lipová (Hainspach). Nachdem das Schloss gleich zwei Mal abgebrannt ist, ist es leider heutzutage in einem schlimmen Zustand. Innenhof_Schloss_Hainspach_kleinEigentlich stehen nur noch die Mauern, aber selbst diese vermitteln sehr gut, wie das Gebäude in seinen besseren Zeiten ausgesehen hat. Das Schloss hat einige Male den Besitzer gewechselt und heutzutage gehört es einem Verein, der sich mit ernstzunehmendem Einsatz mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Auf jeden Fall sieht das gesamte Gelände sehr gepflegt und aufgeräumt aus. Selbst eine lebendige Internetseite (www.viatemporanova.cz) gibt es zum Schloss und seiner Geschichte.
Die Wanderung führt über den Damm des Schlossteiches bis zur Hauptstraße. Dort wird die Wanderwegmarkierung verlassen und es geht in der Verlängerung des Weges auf der gegenüberliegenden Straßenseite weiter. Auch hier steht links neben dem Weg ein ehemals schickes Gebäude. Wenn wir das richtig mitbekommen haben, dann handelt es sich um das alte Bezirksgericht. Leider ist es heutzutage in einem jämmerlichen Zustand und wird anscheinend von einer Baufirma mitbenutzt. Der Weg steigt leicht an und nach ½ Kilometer passiert man ein kleines Freibad und ein Kreuz am Wegesrand. Ziemlich genau nach einem Kilometer auf dem Weg erreicht die Wanderung die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Dieser Markierung geht es nach rechts hinterher. Hier fallen gleich zu beiden Wegseiten Spuren von Steinbrüchen auf. vollgelaufener_Steinbruch_Hainspach_kleinAuf der rechten Seite des Weges sieht es mehr aus wie die Müllhalde oder auch Ablagefläche des Steinbruchs und links ist der eigentliche Steinbruch in unterschiedlichen Nutzungsphasen zu sehen. Nach ein paar wenigen Metern befindet sich sogar ein vollgelaufenes Tagebauloch mit ziemlich klarem Wasser und fast senkrecht abfallenden Randbereichen.
Nach einem Kilometer macht der markierte Wanderweg einen kleinen Schlenker um einen ziemlich romantisch aussehenden Teich und führt dann durch den Wald bis zur Fahrstraße zwischen Lipová (Hainspach) und Lobendava (Lobendau). Kapelle_St_Anna_Lobendau_kleinGleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich die Kapelle St. Anna. Von außen sieht die Kapelle schon ungewöhnlich gut erhalten aus, aber noch viel netter sieht die Kirche im Inneren aus. Hier scheint es fleißige Förderer zu geben, die sich sehr viel Mühe mit dem Erhalt der Kirche und dem Gelände neben der Kirche geben. Jesus_St_Anna_Lobendau_kleinIm Winter 2014 waren die vielen hohlen Bäume an dem Kreuzweg gefällt worden. Normalerweise sieht es dann ziemlich hässlich aus, aber in diesem Fall war der Boden blitzeblank gefegt und begradigt und an den Stellen der alten Bäume waren schon wieder viele neue Bäume gepflanzt. Neben jedem der großen in Stein gefassten Kreuzwegbilder stehen zwei neue Bäume, die den gesamten Bereich in kurzer Zeit wieder einladend begrünen werden.
Die Wanderung verlässt die Kapelle St. Anna und es geht auf der Landstraße bis runter zur Ortschaft Lobendava (Lobendau). Man muss nicht unbedingt auf der Straße abwärts wandern, die Wiese auf der rechten Straßenseite bietet eine ruhigere Möglichkeit. In der Ortschaft stößt man wieder auf die bekannte blaue Wanderwegmarkierung und es geht auf der bekannten Dorfstraße wieder zurück. Dazu biegt man vor der Kirche nach links ab und nach 200 Metern startet rechts der breite Feldweg nach Deutschland. Der Weg ist nicht gerade sonderlich interessant, aber dafür dann auch nicht besonders anstrengend. Nach 2 ½ Kilometern passiert man die Grenze und es geht noch die letzten paar Meter nach Langburkersdorf hinunter. Dabei hat man noch mal einen sehr netten Blick in die leicht geschwungenen Hügel zwischen dem Hohwald und Neustadt.
Die Wanderung war keine typische Sächsische-Schweiz-Runde, aber es gibt trotzdem reichlich zu entdecken und es wäre beeindruckend, wenn der Verein das Schloss Lipová wieder zum Leben erwecken könnte. Auf jeden Fall sind die ersten Schritte dafür schon geschafft.

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