Schmidt´s Linde

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 10,50 km
Höhenunterschied:
ca. 342 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ottendorf - Ottendorfer Steig - Knechtsbachtal - gelber Strich - Kirnitzschtal - Flößersteig - grüner Querstrich - Felsenmühle - grüner Strich - Großstein - Endlerkuppe - Schmidt´s Linde - Ottendorf

Beschreibung:

Wenn man von Ottendorf hoch zur Endlerkuppe wandert, dann kann man gleich zweimal Hinweisschilder zu Schmidt´s Linde entdecken. Bisher hatte ich noch nie die Zeit und Lust gehabt zu erkunden, was es mit diesem Baum auf sich hat. Jetzt war endlich der Zeitpunkt gekommen und es ist eine sehr nette Wanderung dabei entstanden.
Der Startpunkt liegt in Ottendorf gleich am Ortseingang. Von hier geht es rechts neben der Gaststätte Zum Kirnitzschtal (www.kirnitzschtal.de) auf die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Der Weg tritt bald auf die Felder hinaus und auf der linken Seite kann man oberhalb der Baumwipfel die Endlerkuppe entdecken. In der Verlängerung des Feldweges erkennt man die Ortschaft Lichtenhain, aber dazwischen befindet sich ein ziemlich unsichtbares Tal. herbstliches_Knechtsbachtal_kleinDer Feldweg mit dem Namen Ottendorfer Steig führt über eine Strecke von etwas mehr als einem Kilometer fast horizontal über die Felder und mit Erreichen des Waldes beginnt der Abstieg ins Knechtsbachtal. Netterweise ist irgendwann in den letzten Jahren eine neue Wasserleitung unterhalb des Weges verlegt worden und so ist der Abstieg noch nicht besonders ausgespült. Nach dem Abstieg von 70 Höhenmetern folgt man weiter dem Knechtsbach auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich in Richtung Kirnitzsch. Im Knechtsbachtal kann man sehr deutlich an der Geländeform erkennen, dass hier schon kein Sandsteinuntergrund mehr vorherrscht, sondern Granit von der Lausitzer Verschiebung. Eine Sandsteinschlucht ist mehr U-förmig und eine Granitschlucht ist V-förmig. Das kann man sehr deutlich an den einzelnen Schluchten auf der rechten Bachseite erkennen. Am Ende des Knechtsbachtals weitet sich der Grund kurz vor der Kirnitzschtalstraße und sofort fängt der Bach an, Schleifen zu legen und Schwemmgut abzulagern.
Mit Erreichen der Kirnitzschtalstraße kommt das unangenehmste Stück der Wanderung, aber zum Glück fahren in diesem Teil des Tals nur relativ wenige Fahrzeuge. Quelle_an_der_Kirnitzschtalstrasse_kleinAuf der Kirnitzschtalstraße biegt die Wanderung nach links ab und folgt weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung. Nach ungefähr 300 Metern befindet sich auf der linken Straßenseite eine kleine Quelle, ungewöhnlicherweise mit einem Wasserhahn und rechts biegt die herbstliches_Kirnitzschtal_kleinZufahrt zum Kuhstall ab. Nach ¼ Kilometer wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach links auf der grünen Markierung grüner Querstrich auf dem Flößersteig weiter. Der Flößersteig ist keiner der gut ausgebauten Wanderwege, sondern ein Pfad, der schon mal ein bisschen hubbelig und hoch und runter geht. Solange man aber keine größeren Knieprobleme hat, machen genau solche Wanderwege eigentlich viel mehr Spaß als eine gut ausgebaute Wanderautobahn. Vom ersten Betreten des Flößersteigs an kann man mehr oder weniger gut zwischen dem Pfad und der Kirnitzsch den alten Mühlgraben der Lichtenhainer Mühle erahnen. Muehlwehr_Lichtenhainer_Muehle_kleinUngefähr ¼ Kilometer flussaufwärts befindet sich das noch gut sichtbare Stauwehr mit mehreren Hubschützen und einer gebrochenen Mühlgrabenmauer. Hier hat die Natur den Menschen mal wieder gezeigt, wie vergänglich die meisten Bauten sind. Nach 1 ½ Kilometern erreicht der Flößersteig das Ende des Kleinen Zschand und hier wandert man dann bis zur Kirnitzschtalstraße abwärts.
Am Biergarten der Felsenmühle (www.pension-felsenmuehle.de) kann man ganz nett für eine kleine Erfrischung einkehren. Für die weitere Wanderung geht es gleich an der Felsenmühle hinter dem Wasserwerkhaus wieder aus dem Kirnitzschtal heraus. herbstliche_Eiche_mit_hohem_Isolator_kleinDer Wanderweg ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet und führt so einigermaßen angenehm aus dem Tal hinauf. Sobald man das steilere Stück des Aufstiegs bewältigt hat, erreicht man eine Wildwiese auf der rechten Wegseite. Hier steht eine mächtige Eiche als einziger Baum in der Wiese und es sieht schon wirklich lustig aus, wenn man sich den Stamm etwas genauer ansieht. Hier befindet sich in ungefähr 2 Meter Höhe ein Isolator eines Weidezauns. Entweder haben auf der Wiese irgendwann mal Giraffen geweidet, oder der Isolator ist mit den Jahrzehnten nach oben gewachsen.
Die Wanderung erreicht bald eine Kreuzung, an der nach links der Großstein ausgeschildert ist. Die Aussicht an der herbstliche_Grosssteinkanzel_kleinVorderseite wird Großsteinkanzel genannt und man sollte sie unbedingt besuchen, da es ein sehr einfach zu erreichender Platz mit einem netten Blick in die Hintere Sächsische Schweiz und auf die Felsen links und rechts des Großen Zschand ist. Von hier oben kann man auch ganz hervorragend runter ins Kirnitzschtal und auf den Bereich der Felsenmühle blicken. Höchstens an sonnigen Sonntagnachmittagen trifft man hier andere Besucher, sonst fristet die Aussicht durch die Lage auf der „falschen“ Kirnitzschtalseite ein Schattendasein.
Von der Aussicht geht es wieder zurück, entweder auf dem bekannten Hinweg oder man wandert rechts um den Minigipfel herum. Beide Wege stoßen noch vor der Kreuzung mit dem Kirnitzschtal-Abstieg zusammen. Die Wanderung führt weiterhin auf fast gleichbleibender Höhe in Richtung Ottendorf/Endlerkuppe. Nach etwas mehr als ½ Kilometer verlässt der markierte Wanderweg den Wald und tritt auf die Felder vor Ottendorf. Die Wanderung führt auf den heutzutage sehr traurig aussehenden riesigen Gebäudekomplex der Endlerkuppe zu. Das Gelände ist mehr oder weniger gut eingezäunt, aber genau vor dem ersten Zaun biegt die Wanderung links auf einen breiten Weg ab. Dieser Weg führt einmal um die Endlerkuppe herum. Auf den ersten paar Metern passiert man ein paar ziemlich knorrige Obstbäume und dann geht es in ein kleines Waldstück hinein. Obwohl sich der Weg sehr gut gehen lässt, macht es den Eindruck, als wenn hier nur ganz selten andere Wanderer unterwegs sind. Wenn der Weg aus dem Waldstück wieder heraustritt, kann man vor sich schon die mächtige Schmidt´sche Linde entdecken. gewaltige_Schmidt_Linde_kleinIch kann mich nicht erinnern, in der Sächsischen Schweiz schon mal einen Baum mit solch einem Stammumfang gesehen zu haben. Ich würde mal schätzen, dass der Umfang 4,5 – 5 Meter beträgt und der Baum soll ein Alter von ungefähr 300 Jahren haben. Die Ottendorfer sind auf den Baum so stolz, dass er sogar in dem Ortswappen abgebildet ist. An der Linde stehen gleich mehrere Bänke, die zum Verweilen und Genießen der schönen Landschaft einladen. Als Aussicht hat man zwar keine Sächsische-Schweiz-typischen Felsen, aber dafür eine liebliche Landschaft. Der Hügel, der das Bild begrenzt, ist die Hochbuschkuppe zwischen Lichtenhain und Sebnitz.
Die Wanderung führt von der Schmidt´schen Linde noch die letzten paar Meter auf dem Rundweg um die Endlerkuppe, um dann die Zufahrt zum ehemaligen Jugenderholungsheim zu erreichen. schoenes_Umgebindehaus_Ottendorf_kleinHier geht es bergab auf der bekannten Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in die Ortschaft und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Weg dorthin passiert man zwei bemerkenswerte Gebäude. Auf der linken Wegseite befindet sich ein typisches und schön gepflegtes Beispiel für ein Umgebindehaus und rechts steht die alte Schule von Ottendorf. Eigentlich ist es schon ganz schön schade, dass früher die Zwerge zumindest die ersten Schuljahre im Ort bleiben konnten und heutzutage ein wildes Buskutschieren notwendig ist.
Die Wanderung war eine sehr angenehme Runde und, obwohl die Sächsische Schweiz an dem Wanderwochenende mal wieder vor Besuchermassen aus allen Nähten platzte, noch sehr angenehm zu gehen. Dass die Schmidt`sche Linde ein solch imposanter Baum ist, erfreut mich und es muss einen auch nicht wundern, wenn er als Naturdenkmal auswiesen ist.

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