Schrammtore

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 5,50 km
Höhenunterschied:
ca. 367 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Klettern
empfohlene Karten:
Bad Schandau;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Bad Schandau - ehemaliger Campingplatz - Gute Bier Wände - Gedenktafel Felssturz - Gute Bier Quelle - Elbleitenweg - grüner Punkt - Mittleres Schrammtor - Großes Schrammtor - gelber Strich - Obrigensteig - Aussicht - Zahnsborn - Postelwitz - Elberadweg - ehemaliger Campingplatz

Beschreibung:

Die Wanderung zu den beiden Schrammtoren ist durch das Buch „Bergpfade & Andere Wege“ von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) entstanden. Obwohl ich doch schon wahnsinnig häufig durch das Große Schrammtor gewandert bin, war es mir noch nicht bewusst, dass es auch noch ein weiteres Schrammtor gibt und so etwas muss sofort untersucht werden. Der Startpunkt liegt an der Straße zwischen Bad Schandau/Postelwitz und Schmilka. Hier bietet sich ganz hervorragend als Parkplatz der ehemalige Campingplatz an. Obwohl der Campingplatz seit dem Hochwasser 2002 verschwunden ist bzw. geschlossen wurde, heißt die Bushaltestelle davor immer noch (2009) Campingplatz. Von dort geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite der B172 den Hang hoch. Huette_Postelwitzer_Steinbrueche_kleinDer Aufstieg erfolgt bis auf die untere Terrasse der ehemaligen Postelwitzer Steinbrüche in einem wilden Zickzack. Tisch_Postelwitzer_Steinbrueche_kleinGleich an dem Aufstieg stehen zwei sehr gut gepflegten Hütten und ich vermute, dass hierin auch der Grund für den blitzeblanken Zickzack-Pfad liegt. Ganz besonders unterhaltsam fand unsere große Tochter (zu dem Zeitpunkt 7 Jahre) den Tisch der rechten Hütte. Hier ist an einer schönen Aussicht ein Tisch mit zwei Bänken um eine Birke gebaut worden. Irgendwie sieht der Baum auch wirklich so aus, als ob er auf dem Tisch steht.
Die Wanderung führt, von unten kommend, nach links weiter an der zweiten Bergsteigerhütte vorbei. Eigentlich müsste die Wanderung kurz hinter der Hütte nach rechts in der Einkerbung weiter den Hang hoch wandern, aber vorher lohnt sich noch ein ganz kurzer Abstecher weiter auf der Steinbruchterrasse. Hier sind an einer dicken Felsmurmel gleich zwei Gedenkstein_Postelwitzer_Steinbrueche_kleinGedenktafeln zu einem positiven Ende eines unbeabsichtigten Felssturzes. In dem Postelwitzer Steinbruch war eine Felswand von 120 Meter Länge und einer Höhe von 40 Metern über Jahre zum Fällen vorbereitet worden. In der Mittagszeit des 25. Januar 1862 ist diese Felswand ohne erkennbare Vorwarnung eingestürzt und hat 24 Steinbrecher unter sich begraben. Wenn die Dimensionen (120 m x 40 m) der Felswand auch nur andeutungsweise stimmen, dann ist der Felssturz des Wartturms nur ein leichtes Husten im Vergleich zu diesem Urknall gewesen. Auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, so sind die 24 Leute alle fast unbeschadet nach etwas mehr als zwei Tagen aus der entstandenen Felsspalte befreit worden. Inhalt der Tafel: Zur Erinnerung an die glückliche Rettung der 24 Verschütteten; 1862; 1912; 1962. Inhalt der Felsinschrift: Zur Erinnerung an die glückliche Rettung der 24 Verschütteten; 1862; 1912; 1937 (links und rechts der Jahreszahl sind rechteckige Aussparungen, die deutlich danach aussehen, als wenn hier im Nachhinein ein Hakenkreuz erst reingeschlagen worden ist und dann wieder entfernt wurde).
Die Wanderung geht durch den schon erwähnten Felseinschnitt nach oben. Am Anfang kann man noch mal sehr gut an der Felswand des Steinbruchs entlang sehen und hier dürften die Dimensionen 120 x 40 m schon ganz realistisch erscheinen. Steinbecken_Gutebierborn_klein100 Meter hinter der Felswand gabelt sich der Weg und es Edelstahlkessel_Gutebierborn_kleinempfiehlt sich, nach links weiter zu wandern. Hier befindet sich der Gutebierborn, der auch wieder durch eine besondere Sauberkeit auffällt. Vermutlich wird aus dieser Quelle die Wasserversorgung für die beiden Bergsteigerhütten bewerkstelligt. Nicht nur das steinerne Becken ist sehr klar, sondern auch das davor befindende Edelstahlbecken mit Deckel ist blitzeblank. Die Wanderung führt durch die leicht ansteigende Senke bis hoch auf den Elbleitenweg. Hier trifft man auf die erste Wanderwegmarkierung dieser Runde, den grünen Punkt grüner Punkt. Der Markierung folgt man nach links, um die südlichen Ausläufer der Schrammsteine zu umrunden. Nach einer Strecke von etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine große Wegkreuzung mit einer Informationstafel zur Sächsischen Schweiz. Hier geht es nach rechts auf der blauen Markierung blauer Strich, bis man nach 50 Metern schon das große Schrammtor vor sich sieht. Hier kann man nach links an der Felswand weiter wandern. Dazu muss man die Besucherlenkung überwinden, was aber durch den markierten Kletterzugang gar kein Problem ist. Huehnerleiter_Mittleres_Schrammtor_kleinDann geht es immer an der Felswand entlang. Zwischendurch geht es über eine relativ lange Hühnerleiter, die als Erosionsschutz angelegt worden ist. DAussicht_Mittleres_Schrammtor_kleinas Mittlere Schrammtor ist vollkommen anders beschaffen als das Große Schrammtor. Hier geht es tatsächlich ein paar Höhenmeter hoch und man darf auch ein bisschen klettern. Aber es liegt noch alles im erträglichen Rahmen. Damit sich jeder vorstellen kann, wie viel geklettert werden muss: Meine 7-jährige Tochter hat es ohne fremde Hilfe geschafft. Wenn man den höchsten Punkt des Mittleren Schrammtors erreicht hat, dann bietet sich eine schöne Aussicht umrahmt mit den Felswänden.
Auf der gegenüberliegenden Seite geht es ein paar Höhenmeter abwärts, bis man den blau markierten Wanderweg blauer Strich wieder erreicht hat. Durchgang_Grosses_Schrammtor_kleinUm das Große Schrammtor auch noch zu besichtigen, geht es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung zurück. Man muss nur ein paar Stufen hoch bzw. Spuren_im_Felsen_Grosses_Schrammtor_kleindann wieder runter und schon steht man in der großen Fläche des Schrammtors. An der Felswand auf der rechten Seite finden sehr häufig Kletterübungen für Anfänger von einem Kletterveranstalter statt. Nicht immer sieht das besonders elegant aus, aber bis jetzt haben wir dort immer extrem gut gelaunte Mitmenschen getroffen. Auf der linken Seite des Großen Schrammtors befinden sich ein kleinerer Durchgang und ein Felsen, auf dem schon so viele Kinder ihre ersten Kletterübungen gemacht haben, dass der Felsen deutlichste Abnutzungserscheinungen zeigt.
Die Wanderung führt auf dem blauen Strich bzw. dann kombiniert mit dem gelben Strich weiter, bis nach links der gelbe Strich gelber Strich abbiegt. Aussicht_auf_Elbe_Koenigsnase_kleinKurz bevor die Wanderung in den Zahnsgrund bzw. ins Elbtal absteigt, sollte man unbedingt noch einen Abstecher nach links zur Königsnase unternehmen. Auch an dieser Stelle muss man über eine Besucherlenkung hinweg klettern und bis zur Felswand vorgehen. Damit erreicht man eine sehr schöne Aussicht ins Elbtal, auf die Emmabank und nach Krippen. Nach diesem Genuss für die Augen geht es den besagten Weg runter und man erreicht die Zufahrtsstraße nach Ostrau. wirklich_kaltes_Kneippbecken_kleinZahnsborn_Kneippbecken_kleinDiese muss aber nur überquert werden, um dann auf der gegenüberliegenden Seite gleich weiter abzusteigen. Ganz kurz bevor man die Häuser von Postelwitz erreicht, bietet sich auf der linken Wegseite an, in einem neu sanierten Kneippbecken die Füße zu kühlen oder die Durchblutung anzuregen. Dieses Kneippbecken wird aus der Quelle Zahnsborn gespeist und auch hier scheint irgendein guter Geist auf die Sauberkeit zu achten.
Die letzte Etappe der Wanderung geht jetzt noch ein paar Höhenmeter bis auf die Bundesstraße B172 herunter und dann die ersten paar Meter (etwas mehr als ½ Kilometer) an der Straße nach links. Dann verlässt die Wanderung die Straße und biegt nach rechts auf den kombinierten Fuß-/Radweg ab. Koenigsnase_von_unten_kleinGleich an mehreren Stellen kann man noch mal ganz hervorragend die Felswände inklusive der Königsnase auf der linken Seite bestaunen. Der Weg unten an der Elbe ist ziemlich schön und das einzige Störende sind die Fahrradfahrer, die von hinten kommen. Wenn man sich aber als Wanderzeit eine ruhigere Zeit (bezogen auf die Besucherzahlen) aussucht, dann macht auch dieses Teilstück ziemlich viel Spaß. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man den ehemaligen Campingplatz und damit einen Weg hoch zur Straße. Was mich stark überrascht ist, dass die Ruinen des Campingplatzes selbst nach mehr als 7 Jahren immer noch hier herumstehen. Aber auch dieses dürfte nur noch eine Frage von kurzer Zeit sein, bis dieser Schandfleck verschwunden ist.
Damit ist eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die gleich einige besonders interessante Stellen mit tollen Aussichten bot.

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