Sense

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 433 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
lange Treppe
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hohnstein - Sportplatz - Napoleonschanze - Schanzberg - grüner Strich - Ringflügelweg - Brandweg - gelber Strich - Tiefer Grund - Holländer Weg - Waitzdorfer Höhe - Waitzdorf - roter Strich - Dorfgrund - Tiefen Grund - Brandstufen - Brand - Brandstraße - blauer Strich - Brandplumpe - Wettinplatz - Hohnstein - ehemaliger Schmalspurbahnhof - Max-Jacob-Straße - Schmalspurtrasse - Freibad - Sportplatz

Beschreibung:

Ein Leser unserer Webseite erinnerte sich, dass er vor langer Zeit von Hohnstein zur Waitzdorfer Höhe gewandert war, aber nicht über die Brandstraße und fragte, ob wir vielleicht einen passenden Weg dazu wüssten. Eine zweite Anfrage zielte in die gleiche Richtung, wie man von Hohnstein zur Waitzdorfer Höhe eine nette Wanderrunde absolvieren könnte. Hier nun kommt unser Vorschlag dazu. Das Gute an dieser Runde ist, dass man sie ohne Probleme auch dann wandern kann, wenn die Sächsische Schweiz mal wieder vor lauter Besuchermassen aus den Nähten platzt. Natürlich ist auch dieser Bereich dann ziemlich überlaufen, aber man bekommt immerhin noch einen Parkplatz. Wir sind die Runde bei strahlendem Sonnenschein am Ostersonntag gegangen und nur an der Brandaussicht war es wirklich stark überlaufen.
Der Startpunkt liegt zwischen dem Sportplatz von Hohnstein und der Kleingartenanlage. Gleich gegenüber des Parkplatzes beginnt ein unscheinbarer Feldweg, der eigentlich so aussieht, als ob es sich um die Zufahrt zu dem einzelnen Haus handelt, das dort steht. Der Feldweg passiert das Haus an der Rückseite und führt dann in einem Bogen zum Schanzberg bzw. die meisten Leute sprechen von der Napoleonschanze. Der Hügel ist wirklich einfach zu besteigen und man hat hier oben einen netten Rundumblick, aber umsonst haben sich die Truppen von Fruehjahr_Blick_auf_Hohnstein_von_Napoleonschanze_kleinNapoleon diesen Berg nicht als Aussichtpunkt ausgewählt. Die Wanderung führt in südliche Richtung von dem Schanzberg weg. Dazu könnte man den offiziellen, grün markierten Weg grüner Strich wählen oder man wandert diagonal über die riesige Wiese bis in die rechte Ecke. Beide Wege stoßen dort wieder aufeinander und es geht grün markiert grüner Strich weiter. Gleich in der Ecke biegt der grüne Wanderweg nach links am Waldrand entlang ab und führt dann in einem sehr ruhigen Bogen auf dem Ringflügelweg entlang. Links unterhalb des Weges kann man mindestens an zwei Stellen Wildschweinsuhlen entdecken. Es ist ganz schön irritierend, dass die Viecher dort ihren Wellnessbereich haben und oben drüber der Wanderweg und unten drunter die Fahrstraße verläuft. Damit ist es zumindest kein Wunder, wenn in der lokalen Zeitung fast im Tagesrhythmus von Wildunfällen berichtet wird.
Nach 1 ¼ Kilometern erreicht man den Abstieg in den Tiefen Grund. Dieser Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich gekennzeichnet und führt den Namen Brandweg (nicht zu verwechseln mit der Brandstraße). Hier kann man an den Felsen auf der linken Wegseite sehr gut sehen, dass der Untergrund aus Granit und nicht wie sonst in der Sächsischen Schweiz aus Sandstein besteht. Gleich am Anfang des Brandweges verläuft die Grenze zwischen dem Sandstein und der Lausitzer Überschiebung (Granit). Es geht mit leichtem Gefälle bis zur Fahrstraße durch den Tiefen Grund. Nachdem man die Straße erreicht hat, geht es gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit einem Waldweg sehr angenehm weiter. Rechts neben dem Weg verläuft die Grenze der Kernzone. Der Nationalpark nennt die Kernzone auch ganz gerne Ruhezone. Das kann aber nicht auf die Geräuschentwicklung bezogen sein, da die Straße im Tiefen Grund quer durch einen Zipfel der Kernzone führt. Besonders an schönen Wochenenden fahren so einige hundert Motorräder und noch ein paar mehr Autos durch den Grund und dann ist es mit der Ruhe vorbei.
Die Wanderung geht 600 Meter auf dem Holländerweg entlang, bis der Waldweg einen Knick nach links macht und vor einem der Eulengrund auftaucht. Hier befindet sich rechts eine ebene Fläche, über die ein Trampelpfad zu einer netten Aussicht führt. An der Felskante kann man über den Tiefen Grund auf die Felsen der gegenüberliegenden Talseite blicken und geheime_Aussicht_Hollaenderweg_kleinwenn man nach links aus dem Tiefen Grund hinaus blickt, liegt schön mittig der Gohrischstein. Von diesem Platz geht es weiter auf dem Holländerweg in Richtung Waitzdorf. Der Weg schlängelt sich nur ganz leicht ansteigend durch den Wald und kurz vor Waitzdorf erreicht man die großen Weiden der Galloway-Rinder. Am Waldrand kann man so einigermaßen angenehm nach links auf die Waitzdorfer Höhe hinauf steigen. Insgesamt sind es 60 Höhenmeter, Blick_auf_Lilienstein_von_Waitzdorfer_Hoehe_kleindie noch mal kurz in den Wald hineinführen, dann hat man die nette Panoramaaussicht erreicht. Es ist ein wirklich schöner Blick über die große Wiese auf die Tafelberge der gegenüberliegenden Elbseite. So extrem wie an diesem sonnigen Ostersonntag ist es uns noch nie aufgefallen, dass man die Wiese auch hervorragend als Picknickplatz benutzen kann. Gleich an mehreren Stellen langen Decken und Familie genossen den Ausblick.
Die Wanderung führt nach links an der Weide entlang wieder hinunter in Richtung Waitzdorf. Die Galloway-Rinder sind zu jeder Jahreszeit eine lustige Bereicherung der Waitzdorfer Höhe. Auf jeden Fall sind sie viel robuster als die normalen Milchkühe und können das ganze Jahr draußen sein. Genauso wie bei den Menschen ist auch hier bei den Galloways der Nachwuchs ziemlich neugierig und verspielt. So kann es im Frühjahr schon mal sehr unterhaltsam aussehen, wenn die kleinen Rindsviecher wie wahnsinnig herumtoben oder ganz neugierig die bunten Menschen am Zaun bestaunen. Nachdem man die Ortschaft Waitzdorf erreicht hat, geht es mit der roten Wanderwegmarkierung roter Strich an der Waitzdorfer Schänke vorbei und noch etwas mehr als 100 Meter die Dorfstraße hinunter. Der rote Strich biegt ziemlich unauffällig nach links in einen Weg ab, der dann im Waitzdorfer Dorfgrund abwärts führt. Nach ein paar hundert Stufen erreicht man die bekannte Fahrstraße, auf der man blöderweise 350 Meter abwärts gehen muss. Zwischendurch passiert man aber gleich zwei interessante Stellen. Das eine ist die in den Felsen gemeißelte Sense. Tiefer_Grund_Felsen_Sense_kleinDieses Denkmal basiert auf einer Sage, in der sich zwei Bauernjungen hier mit ihren Sensen um ein Mädchen gestritten haben. Einer war am Ende tot. Das hört sich ganz schön schrecklich an und ist ganz bestimmt nicht die richtige Geschichte für mitwandernde Kinder. Gleich neben der Sense ist auch noch ein Kreuz mit der Jahreszahl 1699 eingemeißelt. Ob die Jahreszahl mit dem Kampf in Verbindung steht, ließ sich nicht klären, aber immerhin hat der Pfarrer von Hohnstein schon 1713 von dem Sensengefecht berichtet. Eine viel schönere Stelle ist dann der Blick auf den Waitzdorfer Dorfbach, der gleich neben der Fahrstraße über eine größere Felsmurmel läuft und damit einen kleinen Wasserfall bildet. Das sieht besonders nett aus, wenn dieser Wasserfall im Winter gefriert.
Nach der besagten Strecke auf der Straße biegt die rote Wanderwegmarkierung nach rechts ab. Jetzt kommt ein ordentlich anstrengender Aufstieg die Brandstufen hoch. Die 852 Stufen bis oben auf die Brandebene sind die längste Treppenanlage der Sächsischen Schweiz und immerhin werden 155 Höhenmeter überwunden. Nach dem ersten Drittel ist auf der linken Wegseite eine kleine Ebene und hier steht ganz unscheinbar ein steinernes Becken, das zwar Salzlecke_von_1810_kleinaussieht wie ein Waschtrog, aber vermutlich handelt es sich eher um eine Salzlecke. Und es ist die Jahreszahl 1810 eingemeißelt. Wenn man dann weiter aufsteigt und den eigentlichen Felsfuß erreicht, kann man, wieder auf der linken Seite, eine schwarze Inschrift am Felsen entdecken. Diese Farbe ist etwas älter als 200 Jahre und wurde zu jener Zeit in einem der ersten Wanderführer empfohlen.
Nachdem man den Aufstieg gemeistert hat, bieten sich rechts vom Weg die Aussicht Hafersäcke oder links die Brandaussicht an. Die Brandaussicht hat auf jeden Fall den riesigen Vorteil, dass man hier ganz hervorragend Flüssigkeit und ein paar verbrauchte Kalorien nachfüllen kann. Die weitere Wanderung führt sehr angenehm auf der Brandstraße nach Hohnstein zurück. Brandstrasse_Hohnstein_Fruehjahr_kleinMarkiert ist der Weg bis nach Hohnstein mit dem blauen Strich blauer Strich. Zwischendurch passiert man den Gedenkstein an einen verunglückten Hohnsteiner Pfarrer aus dem Jahre 1795 und die Waldborn oder auch Brandplumpe genannte historische Wasserversorgung der Brandaussicht. Nachdem man Hohnstein erreicht hat, geht es noch bis zum ehemaligen Schmalspurbahnhof weiter geradeaus. Hier kann man entweder mit einen kleinen Bogen den Bahnhof bzw. das Betriebsgelände eines Hohnsteiner Busunternehmens umrunden Wachgans_Hohnsteiner_Bahnhof_kleinoder man wählt den direkten Weg über das Gelände und wird von einer Wachgans aufmerksam beäugt. Das Tier ist wirklich nett und hat uns zwar schon mehrmals ordentlich angefaucht, aber dann auch passieren lassen. Auf der Rückseite des Betriebsgeländes führt die Wanderung auf dem alten Bahndamm weiter. Kurz nachdem man die letzten Häuser passiert hat, geht es über ein altes Viadukt der Schmalspurbahn, von dem man einen guten Blick hinunter ins Hohnsteiner Freibad hat. Die letzten paar Meter führen dann bis zur Straße zwischen Hohnstein und dem Tiefen Grund. Der Ausgangspunkt liegt nur wenige Meter auf der Straße nach rechts.
Wären die vielen Brandstufen nicht gewesen, so wäre es eine super Runde geworden. Die Stufen sind zwar nicht sonderlich unangenehm, aber sie verlangen mit steigendem Gewicht bzw. Alter schon so manche Verschnaufpause. Die restliche Runde ist wirklich sehr angenehm und mit den unterschiedlichen Aussichten auch ziemlich abwechslungsreich.

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