Steinberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 5,50 h
Entfernung:
ca. 16,50 km
Höhenunterschied:
ca. 680 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Buchenparkhalle - Buchenstraße - blauer Strich - Hinterhermsdorf - Weifbergstraße - Alte Nixdorfer Straße - Weifbergturm - Alte Nixdorfer Straße - Grenzübergang - gelber Strich - Hanelberg - Kalkstraße - gelber Strich - Weißbachtal - Eulengrund - Hemmelbergweg - Steinberg - Oberer Steinbergweg - Niederer Steinbergweg - Kalkstraße - Heidelbachweg - roter Strich - Gobelwiese - Peschkestein - Heidelbachweg - roter Strich - Obermühle - Kalkbergwerk - Langkweg - Hinterdaubitzer Straße - Hinterhermsdorf - Neudorf - Birkenweg - gelber Punkt - Heideweg - Seligtweg - blauer Strich - Buchenparkhalle

Beschreibung:

Diese Wanderung war dadurch entstanden, dass ein netter Mitmensch im Forum der Stiegen- und Wanderfreunde (www.sandsteinwandern.de) gefragt hatte, wer denn Lust hätte, den Steinberg von Hinterhermsdorf zu erkunden. Bisher war ich nur ein einziges Mal auf diesem Hügel und fand ihn wirklich super langweilig. Aber in den letzten Wochen war der Berg durch Forstarbeiten stark in die lokale Presse gekommen und so haben wir in einer Gruppe von 10 Leuten diese Erkundung unternommen. Das Ziel der Wanderung sollte nicht nur der Steinberg und damit die Spuren der Forstmaschinen sein, sondern mehrere Teilnehmer der Wanderung wollten diese hinterste Ecke der Sächsischen Schweiz überhaupt ein bisschen kennenlernen.
Der Startpunkt liegt an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich die Buchenstraße hinunter in die Ortsmitte. Nachdem man das Erbgericht passiert hat, biegt vor dem Haus des Gastes nach rechts die Weifbergstraße ab. Blick_auf_Weifberg_und_Weifbergturm_kleinDiese Ortsstraße steigt leicht an und führt dann über ein paar Felder zum Weifbergturm. Der Turm fällt schon von Weitem auf, wie er aus dem Wald des Weifberges herausragt. Am Waldrand biegt nach rechts ein Pfad ab, dem man bis zur Schutzhütte folgt, Blick_vom_Weifberg_Richtung_Boehmische_Schweiz_kleinum dann in dem Wald bis hoch zum Turm zu gehen. Die Aussicht vom Turm sollte man sich nicht entgehen lassen und deshalb die 173 Stufen hoch steigen. Als wir die Wanderung unternommen haben, war es ordentlich windig, aber erst oberhalb der Baumwipfel pfiff der Wind auch ordentlich in den Turm. Sehr überraschend war, dass der Turm nur sehr wenig schaukelte. Der ganz neue Eisenturm in Janov, den ich einen Tag vorher besucht hatte, schwankte viel mehr.
Vom Weifberg geht es auf der breiten Zufahrt herunter. Spätestens am Ende dieses Waldweges erreicht man die Alte Nixdorfer Straße, die nach rechts weiter gewandert wird. Hier ist der Wanderweg wieder mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Ab dem Waldrand wechselt die Wanderwegmarkierung in den gelben Strich gelber Strich, aber es handelt sich immer noch um die Alte Nixdorfer Straße. Nach ¼ Kilometer im Wald erreicht man die mit dicken Pollern geschützte Grenze. Danach geht es weiter, bis auf der rechten Wegseite ein einzelnes Haus auftaucht. Noch vor diesem Haus biegt nach rechts ein Feldweg ab, auf dem man weiter wandert. Ziemlich genau nach ½ Kilometer erreicht man einen Zaun und die Reste eines Tores. Das sind Relikte des früheren Sperrgebietes rund um den Hanelberg, weil hier eine mobile Radarstation beheimatet war. Heutzutage sind nur noch die Fahrzeughallen, die Mannschaftsunterkünfte und die breite Auffahrt auf den Berg zu entdecken. Wenn man heutzutage die paar Meter auf den Hanelberg hochgestiegen ist, kann man leider kaum noch die Landschaft drum herum sehen, da sich die Natur die Fläche zurückerobert hat. Der Hanelberg hat oben eine Betonplattform, die früher als Standfläche für die mobile Radarstation diente. Sehr seltsam ist, was denn von hier oben überhaupt beobachtet wurde.
Die Wanderung führt wieder zurück bis zu dem einzelnen Haus und dann nur 70 Meter auf der Alten Nixdorfer Straße in Richtung Hinterhermsdorf. Hier passiert man auf der rechten Wegseite einen uralten Gedenkstein für ein Blitzschlagopfer (Franz Schneider; Oekonom, den 30. Juni 1889 durch Blitz) und dann biegt nach links die gut sichtbare Kalkstraße ab. Auf dieser sehr bequemen Forststraße geht es in Richtung Grenze. Erst ganz kurz vor der Grenze wandelt sich der Weg in einen kleinen aber gut sichtbaren Waldweg. Als erstes erreicht man zwei Fahrzeugsperren, die die Durchfahrt verhindern und nach ein paar weiteren Metern ist die eigentliche Grenze mit den typischen Steinen gekennzeichnet. Ganz knapp hinter der Grenze gabelt sich der Weg und hier sollte man den linken Weg wählen. Der rechte Weg führt ein Stück parallel zu dem anderen Weg und landet auch wieder auf diesem, aber zwischendurch muss man dort mit so einigen Brombeerranken kämpfen.
Der linke Weg ist immer noch die Kalkstraße und wächst auf der deutschen Seite auch wieder zu einer großen Forststraße an. Eiszapfen_im_Weissbachtal_klein700 Meter hinter der Grenze erreicht man die erste Kreuzung und hier geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich ins Weißbachtal hinunter. Felsplatte-Eingang_Hoehle_an_der_Teufelswand_kleinBis zum Bachlauf geht es ein paar Meter abwärts und dann auf einem sehr schönen Pfad gleich neben dem Weißbach entlang. Der Weißbach ist auch gleichzeitig die Grenzlinie zu Tschechien und der böhmischen Kernzone. Nach ziemlich genau einem Kilometer passiert die Wanderung einen deutlich über den Weg hängenden Felsen. Hier befindet sich am Grenzstein 21/25 auf der gegenüberliegenden Bachseite die versteckte Höhle an der Teufelswand. Bei dieser Höhle handelt sich um gleich mehrere große Sandsteinplatten, die sich an die Felswand gelehnt haben und dadurch einen schmalen, aber sehr hohen und langen Gang gebildet haben.
Die Wanderung führt noch ein paar hundert Meter durch das Weißbachtal bis zum Grenzstein 22/10. Trasse_im_Weißbachtal_kleinKurz davor hat der Nationalpark bzw. Sachsenforst im Winter 2013/2014 mit schwerer Technik den netten Waldweg auf einen breiten Forstweg erweitert. Dadurch, dass nur noch braune Erde als Untergrund vorhanden ist, sieht das schon wirklich erschreckend aus. So ist aus einem romantischen Pfad ein hässlicher Forstweg geworden. Wurzel_Niederer_Steinbergweg_kleinIch bin mal stark gespannt, wie viele Jahre die Natur braucht, um diese Zerstörung wieder heile zu machen. Was die Natur auf jeden Fall nicht mehr reparieren kann, sind die abgetrennten Wurzeln an gleich mehreren Fichten. Genau so ein Baum steht gleich am unteren Ende des Eulengrunds (also am schon beschriebenen Grenzstein 22/10). Der Eulengrund war noch nie ein ernstzunehmender Wanderweg, aber er war wenigstens in der Natur noch zu erkennen. Im Februar 2014 war nur noch der untere Zugang zu finden und dann ging die Wanderung über eine dicke Schicht abgeschnittener Fichtenäste aufwärts. Ziemlich überraschend war, dass richtig viele Käferbäume in dem Grund noch standen. Ob hier tatsächlich nur gesunde Bäume gefällt wurden oder ob die Borkenkäferbäume später noch entfernt werden sollen, konnten wir auf der Wanderung nicht herausfinden.
Blöderweise haben wir den Abzweig zu dem Waldweg rechts von diesem Tal übersehen oder vielleicht war er auch verschwunden und so ging es kreuz und quer den Hang hinauf. 150 Meter neben dem Eulengrund verläuft ein Waldweg etwas oberhalb und auch dieser war zu einer mächtigen Forststraße „ausgebaut“. Von hier geht es weiter aufwärts in Richtung Steinberg. Der Hemmebergweg biegt 150 Meter vor dem Gipfel nach rechts ab und führt eigentlich um den Steinberg herum. Da das Ziel aber schon der Gipfel ist, biegt man nach 100 Metern im spitzen Winkel nach links ab (Niederer Steinbergweg), um dann wieder nach 100 Metern den senkrechten Aufstieg zum Gipfel zu wählen. Von dem Weg aufwärts waren nur vereinzelt die Spuren von ein paar wenigen Forstfahrzeugen zu sehen, aber in diesem Bereich sind sie nicht so besonders schlimm. Auf dem Gipfel muss man dann feststellen, warum der Steinberg nicht zu den besonders erwähnenswerten Zielen der Hinteren Sächsischen Schweiz gehört. Es gibt einfach nichts zu entdecken und eine Aussicht ist überhaupt nicht vorhanden. Von dem Gipfel geht es dann in westliche Richtung, also auf der vom Aufstieg entgegengesetzten Seite, abwärts. Nur 150 Meter unterhalb des höchsten Punktes des Steinbergs erreicht man den Forwarderspuren_Oberen_Steinbergweg_kleinOberen Steinbergweg, dem man nach links folgt. Hier sind die Spuren der Forstmaschinen schon ein ganzes Stück deutlicher, aber das Maximum an Forstspuren kam nach etwa 100 Metern. Hier kreuzt wieder der Niedere Steinbergweg und auf ihm sollte es nach rechts den Hang in Richtung Kalkstraße hinunter gehen. Forwarderspuren_Niederer_Steinbergweg_kleinVor ein paar Jahren (2012) hat der Nationalpark noch erklärt, dass Bäume nur in den Wintermonaten gefällt werden können, da dann der Boden gefroren ist und die Auswirkungen eingeschränkt sind. Dieses Jahr (2013/2014) ist aber der Winter zum größten Teil ausgefallen und so kann man am Niederen Steinbergweg die verheerenden Spuren sehen, die entstehen, wenn man trotzdem mit schwerem Gerät in den Wald einrückt. Die Forwarder (Wald-Lkws) haben sich hier den Hang hochgefräst und zwei knietiefe Furchen gegraben. Auf unserer Wanderung hat sich hier die Gruppe gespalten. Der eine Teil ist durch die Furchen abgestiegen und hat danach kiloschwere Wanderschuhe gehabt, der zweite Teil ist den steileren Hang abgestiegen und damit sauberer geblieben.
Ich war einer der Wanderer in den Furchen und habe damit wie ein Schwein ausgesehen. Das Einzige wirklich lustige war die seltsame Gangart, die eher aussah wie ein Weg durch Pudding oder eine nette Schlitterpartie. Nach 400 Metern endete der zerstörte Waldweg auf der Kalkstraße. Auch dieser breite Forstweg sah nicht wie gewohnt aus, aber immerhin versanken wir nicht mehr im Matsch. Peschkestein_1822_Kalkbusch_kleinDie Kalkstraße geht es nach links für nur ¼ Kilometer hinunter, um dann nach 200 Metern rechts auf den Heidelbachweg abzubiegen. Dieser rot markierte Wanderweg roter Strich wird nur für 150 Meter hoch gewandert, um dann kurz hinter der Obermühle nach links auf den breiten Waldweg abzubiegen. Der unmarkierte Weg verläuft ein kurzes Stück parallel zum Heidelbachweg bis zu einem neu angelegten Teich. Hier steigt der Waldweg nach links in den Kalkbusch neben einem kleinen Bachlauf hoch. Dieser relativ breite Waldweg ist eine Sackgasse, die kurz hinter dem Peschkestein aufhört. Dieser Gedenkstein ist auch das Ziel von diesem Abstecher. Der Stein steht ein paar Meter (40 Meter) neben dem Weg und stammt immerhin aus dem Jahre 1822.
Die weitere Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg bis zur Obermühle zurück. Der neu angelegte neuer_Kalkteich_Obermuehle_kleinTeich oberhalb der Obermühle hat Anfang 2014 ganz seltsam türkisfarben geleuchtet. Kalkkruemel_Obermuehle_kleinDas liegt vermutlich daran, dass hier Kalk ins Wasser gelangt ist und sich jetzt erstmal absetzen muss. Gleich oberhalb des Teiches und auch an dem Teich unterhalb der Obermühle kann man Kalkbrocken entdecken. Diese stammen aus der Blick_vom_Langkweg_nach_Neudorf_kleinGrenzlinie zwischen dem Sandstein und der Lausitzer Überschiebung. Die Wanderung führt einmal komplett durch das Grundstück der Obermühle und am Ende der Zufahrt geht es nach rechts auf dem Langkweg den Hang aufwärts. Die Wanderung steigt bis zu den paar Häusern am Langkweg auf und dann wieder hinunter bis zur Hinterdaubitzer Straße. Auf dieser Straße geht es nach rechts hoch bis Hinterhermsdorf. Damit man auch wieder so einigermaßen nett bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle gelangt, folgt man ab dem Apartmenthaus Zum Wildschütz der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt. Die letzten Meter dieser Wanderung führen unterhalb einer Kleingartenkolonie entlang und von hier hat man noch mal einen netten Blick über die Ortschaft. Damit ist die Wanderung zu Ende gegangen. Es war eine nette, aber nicht spektakuläre Wanderung. Was sehr ungewöhnlich auf dieser Runde war, sind die wilden Spuren der Forstarbeiten des Nationalparks bzw. der beauftragten Forstleute. Aus meiner Sicht ist es vollkommen unverständlich, wie ein Nationalpark so von der Natur schwärmen (Grundsatz Natur – Natur sein lassen) kann und sogar Wanderern Strafen aufbrummt, wenn sie den Weg verlassen und gleichzeitig so mit der Natur umgeht. Hier stoßen die beiden Seiten, Außendarstellung und wirtschaftliche Interessen, so stark aufeinander, dass die Glaubwürdigkeit mal wieder ordentlich gelitten hat.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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