Stille Affensteine

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 7,00 h
Entfernung:
ca. 20,50 km
Höhenunterschied:
ca. 795 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
lang
viele Höhenmeter
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Bad Schandau - Marktplatz - Basteiplatz - Lutherplatz - Luchsgehege - Ostrauer Ring - grüner Punkt - Falkenstein Klinik - blauer Strich - Falkensteinstraße - Klüftel - Schrammsteinbaude - grüner Punkt - Schießgrund - Falkenstein - grüner Punkt - Hintere Promenade - gelber Strich - Zeughausweg - Sandloch - Kleiner Dom - Kleines Prebischtor - Obere Affensteinpromenade - Carolafelsen - Reitsteig - blauer Strich - Friensteinflössel - grüner Strich - Frienstein - Idagrotte - Obere Affensteinpromenade - Kleiner Winterberg - roter Punkt - Unterer Fremdenweg - Reitsteig - Weiberfähre - Winterbergstraße - roter Punkt - Kipphornaussicht - gelber Strich - Winterbergstraße - Grenzweg - Schmilka - grüner Strich - Schmilksche Mühle - Elbe

Beschreibung:

Hier handelt es sich um den Bericht über eine geführte Wanderung. Wir genießen es auch immer mal wieder, an einer geführten Wanderung von einem der offiziellen Nationalparkführer teilzunehmen. Alle angebotenen Führungen in der Region Sächsische Schweiz sind auf der Webseite des Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) gut übersichtlich aufgelistet und so sind wir auf die folgende Wanderung gestoßen:
Die Stillen Seiten der Sächsischen Schweiz
Die Affensteine
Tagestour über ca. 20 km und bis zu 500 Höhenmeter –
Anmeldung bis zum Vorabend erbeten! –
Treffpunkt: Bad Schandau, Markt
Information: (Telefonnummer)
Nationalparkführer: Ralf Schmädicke
Preis: Erwachsene 11 € , Kinder bis 12 J. 3 €
Zeit: Dienstag 20.7.2010 (10:00)
Ort: Bad Schandau, Markt (D)
Da meine Frau keine Lust zu der Wanderlänge hatte, habe ich nur mich am Vorabend telefonisch angemeldet und Herr Schmädicke meinte dabei, dass mit zwei Teilnehmern die Runde stattfindet und ich der zweite wäre. Also auf zum Startpunkt.
Der zweite Teilnehmer der Wanderung war ein Student im Urlaub und so hatte sich die Wandergruppe schnell am Start auf dem Bad Schandauer Marktplatz zusammen gefunden. Das erste Ziel der Wanderung ist die Ostrauer Ebene und so geht es quer über den Marktplatz rüber zur Kirchstraße, dann ein kurzes Stückchen auf der Kirnitzschtalstraße bis zur ersten Brücke über die Kirnitzsch. Hier wird der Stadtpark nur durchquert, um dann an der gegenüberliegenden Hangseite den Aufstieg nach Ostrau zu starten. Dieser sehr versteckte Aufstieg zwischen den Häusern ist zwar beschildert, wird aber nur ziemlich selten von Wanderern benutzt. Nach den ersten paar Aufstiegsmetern passiert man eine große Gedenktafel an Martin Luther und es geht relativ angenehm über ein paar Stufen aufwärts. Schon bald ist man an der oberen Station des Aufzuges angekommen. Netterweise kann man die Zugangsbrücke zum Aufzug für die erste Rast mit einer schönen Aussicht auf Bad Schandau benutzen. Ostrauer_Luchs_auf_Baum_kleinAn dem Aufzug befindet sich ein neu saniertes Freigehege für eine Luchsfamilie. Ostrauer_Luchs_kleinAls wir dort oben vorbeigekommen sind, hatte sich einer der Luchse auf einem Baum in luftiger Höhe niedergelassen. Irgendwie machte das einen ziemlich komischen Eindruck, da es eigentlich so aussah, als ob der Luchs aus dieser Position ohne ein Problem aus seinem Gehege ausbrechen könnte. Vielleicht wäre dann wieder ein nachweisbarer Luchs im Nationalpark unterwegs.
Die Wanderung führt weiter bergauf, bis nach einem kurzen Aufstiegsstück das bewohnte Gebiet von Ostrau erreicht wird. Weiter geht es an der vorderen Kante mit den Schweizer-Häusern von Rudolf Sendig vorbei. Sehr nett ist eine kleine Informationstafel (www.rudolf-sendig.de), die die Entstehung der Häuser erklärt. Hier kann man auch noch deutlich sehen, dass die Hänge runter ins Elbetal zu der Bauzeit (1903) unbewaldet waren. So hatten damals die Bewohner eine viel tollere Aussicht als heutzutage. Die Wanderung stößt am Ende der Villen bzw. des Ostrauer Rings auf die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, der es in Richtung Schrammsteinbaude bzw. Falkenstein hinterher geht. Am Ende von Ostrau müssen ein paar Meter über die asphaltierte Zufahrtsstraße gewandert werden, um nach 300 Metern nach rechts abzubiegen. Dafür, dass man auf der Straße wandern muss, hat man aber als Entschädigung eine schöne Aussicht rüber auf den Falkenstein und die Schrammsteine.
Nachdem man die Fahrstraße verlassen hat, geht es weiter auf der Wanderwegmarkierung, die dann auch bald in den Zahnsgrund absteigt. Dadurch, dass die Sandsteinfelsen sehr häufig von dem Hauptgrund noch verästelte Nebengründe bilden, kann man schön leicht absteigen und gleich auf der gegenüberliegenden Talseite weiter wandern. Beide Ab- bzw. Aufstiege sind relativ enge Schluchten und so ist der Weg sehr schön abwechslungsreich. Auf der Fahrstraße im Zahnsgrund muss man ein Ministück von 100 Metern vor der Schrammsteinbaude (www.schrammsteinbaude.de) auf der Straße wandern, um dann in den Schießgrund abzubiegen. Der Wanderweg ist immer noch mit dem grünen Punkt markiert.
Im Schießgrund hat Herr Schmädicke sehr gut verständlich den Umbau des Waldes in der Sächsischen Schweiz erklärt. So lagen und standen doch so einige standortfremde Pflanzen bzw. Bäume in dem Grund, die mit den Jahren durch heimische Bäume (meistens wird von Tannen gesprochen) ersetzt werden sollen. Sehr schön war auch die Gegenüberstellung der beiden Nadelbaumarten Fichte und Tanne. Damit sollte wirklich jeder Teilnehmer einer Wanderung mit Herrn Schmädicke eine Tanne im Wald erkennen. Aufstieg_Falkenstein_kleinAm oberen Teil des Schießgrundes verlässt man für einen kurzen Schlenker den markierten Wanderweg und wandert einmal um den Falkenstein herum. Auch wenn der Falkenstein für Wanderer eigentlich ein ziemlich uninteressanter Felsen ist (man kommt einfach ohne richtiges Klettern nicht hoch), so haben wir doch mindestens etwas über Raubschlösser und die Sächsischen Kletterregeln gelernt.
Nach der kompletten Umrundung des Falkensteins geht es dann wieder auf den markierten Wanderweg zurück und weiter in Richtung Schrammsteine. Die Wanderung soll aber zu den Affensteinen führen und deshalb geht es an der nördlichen Seite der Schrammsteine auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich weiter. Dieses sehr gemütlichen Teilstück wandert man bis kurz in das Sandloch und hier haben wir erst mal eine kleine Rast eingelegt, um uns für den Aufstieg zu stärken. Hier hat uns Herr Schmädicke sehr anschaulich die unterschiedlichen Wanderkarten der Sächsischen Schweiz erklärt. Es ist schon sehr interessant, wie sich die Wanderkarten mit den zeitlichen Gegebenheiten ändern. So waren in den DDR-Zeiten die Bereiche hinter der Grenze unkenntlich, dafür gibt es heutzutage Bereiche, die auf einmal überhaupt keine Wege mehr enthalten. Zumindest sieht es so auf offiziellen Wanderkarten aus.
Nach dieser kleinen Rast geht es an den Aufstieg beim Kleinen Dom. Netterweise ist dieser Aufstieg ziemlich abwechslungsreich und auf halber Strecke befindet sich sogar noch eine schöne Felskanzel mit einer netten Aussicht. Hinter der Aussicht müssen unterschiedlichste Aufstiegsvarianten (Treppe, Hühnerleiter, Leiter) bewerkstelligt werden, die aber normalerweise kein zu großes Problem sein sollten. Dann erreicht die Wanderung den Oberen Affensteinweg, der nach links weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung verfolgt wird. Nach einem Kilometer verlässt seltsamerweise die gelbe Wanderwegmarkierung die Obere Affensteinpromenade, die Wanderung führt aber weiter auf dem breiten Felsband, bis die Wilde Hölle und der Carolafelsen (nach etwas weniger als einem Kilometer) ausgeschildert sind. Hier geht es über einen ziemlich unebenen Weg nach rechts hoch zum Carolafelsen. Dieser Aussichtspunkt ist verhältnismäßig beliebt bei Wanderern, aber durch seine Größe steht man sich nicht im Wege. Ganz besonders schön an der Aussicht ist, dass der Falkenstein und der Lilienstein in einer Linie hintereinander stehen. Auf der linken Bildseite befinden sich die Schrammsteine und der komplett bewaldete Berg auf der rechten Seite ist die Hohe Liebe.
Die weitere Wanderung führt jetzt natürlich wieder zurück auf den Weg Zugang_Idagrotte_Frienstein_klein(wer will schon auf der Aussicht übernachten) und dann den Aufstieg nach rechts bis zur nächsten Kreuzung. Ab hier ist die Wanderung auch mal wieder für ein Stückchen von ½ Kilometer mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich gekennzeichnet. Zugang_Idagrotte-Hausberg_kleinDann geht es nach links in die ausgeschilderte Richtung Idagrotte/Frienstein. Der Frienstein ist eigentlich ein relativ langweiliger Felsen, aber durch die Idagrotte wird er doch relativ häufig angesteuert. Die Idagrotte ist für die Sächsische Schweiz schon eine große Höhle und mit einer sehr netten Aussicht ausgestattet. Was aber ganz besonders an diesem Platz ist, ist der Zugang um den Felsen herum. Man muss, um in die Höhle zu kommen, auf einem schmalen Felsband (ca. 1 Meter breit) den Felsen umrunden. Eigentlich ist das nicht besonders schwierig, Affenkopf_Affensteine_kleinda man normalerweise auch nicht vom Bürgersteig fällt, aber irgendwie freut man sich angesichts des Abgrundes doch über die Eisenbänder am Felsen, die psychischen Halt geben. Obwohl ich die gesamte Wanderstrecke bis hierhin schon kannte, war eine sehr interessante Frage des Mitwanderers, woher der Name Affensteine kommt. Das war eine sehr gute Frage und an der Idagrotte befindet sich eine Möglichkeit zur Erklärung. Herr Schmädicke zeigte uns einen Felsen oberhalb der Idagrotte, der tatsächlich ziemlich deutlich nach einem Affenkopf aussah. Na bitte, wieder was gelernt.
Die Wanderung geht von der Idagrotte wieder bis zur Oberen Affensteinpromenade zurück und hier wandert man auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich nach rechts weiter. Der Weguntergrund wird schon an einigen Stellen ziemlich uneben und man muss mehrmals mit größeren Schritten einen Höhenunterschied überwinden. Dafür sind auf dem Pfad nur noch selten andere Wanderer unterwegs und man kann den Weg bis zum Kleinen Winterberg genießen. Ab dem Kleinen Winterberg ist der weitere Wanderweg mit dem roten Punkt roter Punkt gekennzeichnet und es geht nur ganz leicht ansteigend weiter. Auf der östlichen Seite des Kleinen Winterbergs fällt zwischendurch der Weguntergrund auf. Hier ist der breite Waldweg mit großen Sandsteinplatten ausgelegt, die noch in einem ganz hervorragend Zustand sind. Ab dem Kleinen Winterberg ist der Wanderweg wirklich sehr angenehm zu gehen und man erreicht die Kreuzung mit dem Reitsteig.
Hier ist seit ein paar Jahren etwas ziemlich komisches zu beobachten. Wenn man nach rechts vorne blickt, dann steht dort eine Vielzahl an abgestorbenen Fichten. In jedem normalen Wald würden solche Borkenkäferbäume so schnell wie möglich entfernt, aber im Nationalpark bleiben sie stehen. Die Aussage des Nationalparks ist bei diesem Fleck: „Natur Natur sein lassen“. Seltsamerweise ist das Verhalten nicht ganz so schlüssig, da ein ähnlicher Schädlingsbefall beim Hinteren Raubschloss (Winterstein) gleich neben dem Kernzonenschild entfernt wurde. Zumindest mir erschließt sich das Verhalten nicht.
Die Wanderung geht weiter nach links auf der roten Wanderwegmarkierung in die Richtung des Großen Winterbergs. Die Wanderung führt aber nicht auf den großen Winterberg hoch (die Anzahl der Höhenmeter reicht für diese Wanderung), sondern an der auffälligen Sandsteinsäule in 700 Meter Entfernung geht es nach rechts auf dem breiten Forstweg weiter. Dieser Weg ist unmarkiert und führt auf gleichbleibender Höhe um den großen Winterberg herum. Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man den Abzweig nach rechts zur fantastischen Kipphornaussicht. Auch wenn die Wanderung sich jetzt schon eine ganze Weile hinzieht, so sollte man diese letzte tolle Aussicht nicht auslassen. Sie ermöglicht wirklich einen schönen Blick ins Elbtal.
Nach diesem letzten Höhepunkt der Wanderung geht es an den Abstieg nach Schmilka. Ohne dass man es besonders gemerkt hat, sind die letzten paar Meter vor dem Zugang zum Aussichtspunkt schon über die Zufahrt zum Großen Winterberg erfolgt. Genau auf dieser Straße geht es jetzt ein Stück (ungefähr 1 ¼ Kilometer) auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich abwärts. Auch wenn die Straße zwischendurch geteert ist, so sind hier ziemlich wenige Fahrzeuge unterwegs. Normalerweise dürfen hier nur Nationalparkfahrzeuge und die Wirte der Gaststätte fahren. Damit es keine zu langweilige Wanderung wird, folgt man der Wanderwegmarkierung und es geht in einem kleinen Bogen parallel zur Grenze und dann oberhalb der Elbe entlang. Zwischendurch passiert man auf dem Weg noch eine nette Aussicht runter auf Schmilka und die Elbe. Auf dem markierten Wanderweg erreicht man dann bald die ersten Häuser von Schmilka. Schmilka_Elbe_kleinDie letzten Höhenmeter werden auf der Straße durch Schmilka bewerkstelligt und dann wird der Endpunkt am Parkplatz in der Mitte von Schmilka erreicht. Um wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen, bietet sich die kleine Elbefähre oder der Linienbus an.
Die Wanderung mit Herrn Schmädicke und dem anderen Mitwanderer hat reichlich Spaß gemacht. Ich habe selber noch einiges über den Waldumbau in der Sächsischen Schweiz gelernt und außerdem fand ich die Wahl der Wanderstrecke ganz hervorragend.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Bad Schandau Elbkai mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Bad Schandau Elbe
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,00€

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