Stimmersdorfer Fußweg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 200 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rainwiese - Stimmersdorf - Lange Stiege - Kamnitztal - Stimmerdorfer Brücke - Wilden Klamm - Soorgrund - Stimmersdorfer Fußweg - Rainwiese

Beschreibung:

Nachdem seltsamerweise mitten in der Hauptsaison 2013 die Bootsstationen in der Wilden Klamm für ein paar Monate geschlossen waren, musste anlässlich der Wiedereröffnung eine kleine Erkundungstour mit einer Bootsfahrt unternommen werden. Der Startpunkt liegt in der Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) und es geht der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich hinterher. Erst mal geht man ein ganzes Stück auf der Zufahrt von Mezná (Stimmersdorf) entlang. Aussicht_von_Zufahrtsstrasse_Stimmersdorf_kleinZum Glück sind es nicht gerade viele Autos, die auf dieser Straße fahren, und so kann man nett den Blick rüber zu den Felsen im Bereich des Prebischtors und zum Rosenberg genießen. Auf halber Strecke zwischen den beiden Ortschaften befindet sich auf der linken Straßenseite ein Gedenkstein für die Gefallenen des ersten Weltkrieges. Denkmal_1-Weltkrieg_Stimmersdorf_kleinDa ich die kleine Wanderung mit meiner großen Tochter (zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt) unternommen habe, war es schon sehr interessant, was dann im Kopf eines Kindes herumschwirrt. So fiel ihr sofort auf, dass gleich mehrere identische Nachnamen mit der gleichen Hausnummer auf der Tafel standen. So etwas kann ein kleines Kindergehirn ordentlich in Schwung bringen. Ihr fiel auch ein kleiner Schreibfehler in einer Tafel auf und so kamen wir auf das Thema, dass die Tafel neu erstellt worden ist, weil die Deutschen über einige Jahrzehnte im Böhmischen sehr unbeliebt waren und die ursprüngliche Tafel damals zerstört worden war. Schon war der nächste Denkanstoß gegeben und das Ergebnis war ganz eindeutig, dass Kriege immer doof sind.
Mit dem Erreichen der Ortschaft Mezná (Stimmersdorf) war das Thema dann aber auch erledigt, da es einfach zu vielHauswand_Penzion_Na_vyhlídce_Stimmersdorf_klein anderes zu sehen gibt. Kreuz_am_Abstieg_ins_Kamnitztal_kleinGleich hinter dem Restaurant mit dem schönen Wandgemälde von der Bootsfahrt (Penzion Na vyhlídce), biegt die Wanderung nach links und noch vor dem Spielplatz wieder links ab. Der Weg ist weiterhin grün markiert und steigt runter ins Tal der Kamenice (Kamnitz). Zwischendurch fällt rechts vom Weg ein in eine Felswand gemeißeltes Kreuz auf. Am Ende des Abstiegs erreicht man eine relativ lange Brücke über den Bach, aber vermutlich genau wegen dieser Größe bzw. Höhe hat die Brücke auch alle möglichen Gewitter in den letzten Jahren unbeschadet überstanden. ruhige_Kamnitz_im_Wilder_Klamm_kleinHier geht es ½ Kilometer nach links dem Bachlauf entgegen, um zur Bootsstation vom Divoká soutěska (Wilden Klamm) zu gelangen. obere_Bootsstation_Wilder_Klamm_Kamnitz_kleinAlle drei möglichen Bootsfahrten in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz (Wilde Klamm, Edmundsklamm, Obere Schleuse) sind gleich schön und es macht immer wieder Spaß, die paar Meter gefahren zu werden. Besonders nett finden wir, dass die Bootsfahrer in Böhmen einen Teil ihrer Informationen auch in Deutsch sagen. Anders herum habe ich das noch nie gehört und hier können wir Deutschen uns ein gutes Beispiel nehmen.
Die Bootsfahrt hat 2013 für Erwachsene 2,50 € und für Kinder 1,50 € gekostet. Nach 500 Metern ist der Luxus des Steg_im_Kamnitztal_Wilder_Klamm_kleinGefahrenwerdens vorbei und man muss wieder selber gehen. Schon nach wenigen Metern geht es wieder mit einer Brücke über den Bach hinweg und dann wandert man einen Kilometer durch das enge Tal. Zum Teil ist so wenig Platz in dem Tal, dass ein Steg an den Felsen gebaut wurde. Das hört sich schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist. Es handelt sich um eine 1 Meter breite Eisenkonstruktion, die man in diesem Bereich ohne ein Problem sogar mit einem Kinderwagen bewerkstelligen kann. Einige andere Stellen sind im Gegensatz dazu für Kinderwagen ziemlich ungeeignet und das haben wir gleich mehrmals bei unserer Wanderung in der Schlucht gesehen.
Der Wanderweg verlässt nun die Kamenice (Kamnitz), führt aber gut sichtbar in den Soorgrund und ist sehr angenehm zu wandern. Bald erreicht die Wanderung die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und hier biegt man nach links ab. Würde man auf der blauen Markierung weiter gehen, käme man bequem bis zum Ausgangspunkt zurück. Für diese Wanderung geht es aber gleich hinter der Kreuzung nach links auf dem ganz gut sichtbaren Stimmersdorfer Weg aufwärts. Pfad_Stimmersdorfer_Fusssteig_kleinDiesen Pfad habe ich schon wirklich häufig gesehen, aber erst mit dem Böhmischen Stiegenbuch aus dem Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ist mir klar geworden, wohin er führt. Auch dieser Aufstieg ist nicht besonders schwierig und vom Wegverlauf sehr einfach zu erkennen. Dadurch, dass der Aufstieg ein wenig steiler als der blau markierte Weg ist, Waldweg_oberhalb_Stimmersdorfer_Fusssteig_kleingeht es danach fast horizontal durch einen lichten Wald. Ziemlich seltsam ist, dass der horizontale Abschnitt des Weges in großen Teilen mit Schotter ausgelegt ist. Das ist für einen Waldweg in der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz ziemlich ungewöhnlich. Nach einem super angenehmen Teilstück von einem Kilometer stößt man ziemlich unverhofft von der Rückseite auf den großen Parkplatz von Mezní Louka (Rainwiese).
Bei dieser Wanderung handelt es sich wirklich nicht um eine große Tour, aber auch so eine kleine Runde von ein paar Kilometern ist ganz nett und hat uns beiden Wanderern gut gefallen. Inzwischen sind wir die Strecke über den Stimmersdorfer Weg schon zwei Mal gewandert und waren ziemlich überrascht, dass auf dem Pfad weit und breit kein Mensch anzutreffen ist. Und das, obwohl mindestens bei der zweiten Wanderung ganze Horden an Mitmenschen vom Tal hoch nach Mezní Louka (Rainwiese) unterwegs waren.

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