Tiergarten Waltersdorf

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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 7,00 km
Höhenunterschied:
ca. 161 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Polenztal - Frinzthalmühle - Gewerbehof - Bockstein - roter Punkt - Neuporschdorf - Tiergartenweg - Mühlberg - Polenztal - Polenztalweg - Frinzthalmühle

Beschreibung:

Zur Wanderung Tiergarten kam ich gleich durch zwei unterschiedliche Sachen, die mich neugierig gemacht hatten. Zuerst ist mir auf der Wanderung Bockstein ein Hinweisschild mit der Aufschrift Tiergarten aufgefallen. Das machte mich schon ziemlich stutzig, dass irgendwo östlich von Waltersdorf ein Tiergarten sein sollte. Und dann wollte ich mir ansehen, wie der Weg hinter der ehemaligen Frinzthalmühle aussieht. Also war mal wieder einer bzw. sogar zwei Gründe gefunden, eine kleine Wanderung zu unternehmen.
Der Startpunkt liegt am Ende des Polenztals und von hier geht es ein paar wenige Meter über die Fahrstraße in Richtung Porschdorf/Bad Schandau, bis die Zufahrt Frinzthalmühle erreicht ist. Früher haben hier die wildesten Schilder gestanden, dass man das Gelände nicht betreten darf, aber heutzutage handelt es sich um ein ganz gewöhnliches Gewerbegebiet mit ein paar Betrieben. Nach ungefähr 100 Meter stehen auf der linken Seite 11 Garagen, hinter denen sich ein Stück dunkle deutsche Geschichte versteckt. Es handelt sich um den Beginn eines Stollens, in dem während des 2. Weltkriegs Treibstoff hergestellt werden sollte. Stollen_Schwalbe_3_kleinAlle unterirdischen Verlagerungsobjekte im Dritten Reich haben irgendwelche seltsamen Decknamen erhalten und so sprach man hier im Bereich des Polenztals von Mondstein bzw. manchmal auch von Schwalbe 3. Wenn man das Polenztal weiter hoch wandert (auf der anderen Bachseite), dann würde man nach 2,2 Kilometer auf dicke Betonklötze stoßen, die angeblich als Stützen für Lagertanks dienen sollten. Auf dem Spaziergang durch das Polenztal sind diese Ungetüme schon mal aufgefallen. Zum Glück ist der Krieg schnell genug zu Ende gegangen, sodass man es nur zu einem Stollen von 15 Meter Länge gebracht hat. Der gesamte Boden des Stollens steht unter Wasser (vermutlich 10 – 30 cm tief) und zum Teil liegt Müll im Wasser, sodass ich noch nie in den Stollen hinein gegangen bin. Am Ende des Stollens ist ein Quergang zu sehen, der noch einmal ca. 10 Meter lang sein soll.
Die Wanderung führt weiter über das Gelände der Frinzthalmühle, bis wenige Meter vor die Brücke über die Polenz. Hier kann man zwischen der Halle auf der linken Seite und dem Bach entlang wandern. Schon wenige Meter hinter der Hallenrückseite gabelt sich der Pfad und es geht nach links den Hang hinauf. Auch wenn es hier aus dem Polenztal heraus geht, so ist der Aufstieg nicht besonders unangenehm. Nach dem größten Teil des Aufstieges erreicht man einen ganz neu sanierten Waldweg (Stand 2010). Hier hat der Waldbesitzer seinen Hauptwaldweg gründlich ausgebaut und so ist der weitere Wanderverlauf einfach zu entdecken. Nach ungefähr einem ¾ Kilometer erreicht man einen deutlich sichtbaren Weg, der nach links abbiegt. Diesem Waldweg folgt die Wanderung, um bei ein paar Schrebergärten den Wald zu verlassen. Bockstein_bei_Waltersdorf_kleinAm Ende der Gärten biegt man nach rechts ab, und wandert dann am Feldrand entlang. Die Wanderung erreicht bald (nach 200 Metern) den vollkommen unauffälligen Bockstein, der mit ein paar Bänken zum Verweilen einlädt. Von hier hat man eine sehr schöne Aussicht auf Porschdorf und den Lilienstein.
Noch die ersten paar Meter geht es an dem Waldrand entlang, dann weicht auch der Wald nach rechts und man erhält einen freien Blick auf den Brand. Der Blick rüber zu der sehr schönen Aussicht täuscht ziemlich, da von hier überhaupt nicht auffällt, dass noch das Polenztal dazwischen liegt. So ist es doch ein ganzes Stückchen schwieriger, mal eben ein Bierchen auf der Terrasse zu genießen. Deshalb geht es erst mal auf dem breiten Feldweg weiter. Nach 300 Metern biegt die Wanderung nach links ab in die Richtung der Fahrstraße zwischen Porschdorf und Waltersdorf. Sobald man die Fahrstraße erreicht hat, wandert man nach rechts auf dem Feldweg weiter, sodass man tatsächlich keinen Meter auf der Straße wandern muss.
Hier steht das beschriebene Schild mit der Aufschrift Tiergarten. Die Wanderung geht sehr angenehm auf den Wald drauf zu und auch in dem Wald ist das Gefälle des Weges sehr angenehm. Komischerweise sieht man überhaupt keine Erklärung, warum wohl der Weg hier Tiergartenweg heißen könnte. Ob sich vielleicht auf der Wiese auf der linken Wegseite in weit vergangenen Zeiten ein Tiergarten befunden hat? Heutzutage wandern nur noch ganz wenige Leute von Waltersdorf über den Weg runter ins Polenztal. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass hier früher irgendwelche Tiere in einer naturnahen Umgebung gehalten wurden. Vielleicht kann uns ja irgendein Leser dieser Website aufklären .
Nach einem kleinen Stück in dem Wald führt der Wanderweg hinab ins Polenztal. gigantischer_Felseinschnitt_Tiergartenweg_kleinHier fällt nach kurzer Strecke ein gigantischer Einschnitt in der Landschaft auf. Wenn man in dieses Tal hinunter blickt, dann ist es schon ziemlich verwunderlich, dass so ein Minibächlein eine solche Schlucht erzeugen kann. Auch wenn es nur 50 Meter bis auf die andere Seite bzw. zum Mühlbergweg sind, so dürfte es für einen Menschen vollkommen unmöglich sein, das Tal zu überqueren. Besonders auffällig ist, dass der Mühlbergweg gepflastert ist und auch im unteren Teil des Bachlaufes richtig viele und hohe Sandsteinklötze verbaut sind. Früher hat am Ende des Tals ein Haus gestanden, das anscheinend für diese schützenden Bacheinbauten verantwortlich war.
Kurz bevor man den untersten Weg im Polenztal erreicht hat, kann man schon nach rechts abbiegen. Baumallee_Polenztal_kleinAuch dieser Weg endet auf dem Polenztalweg, aber ohne jeglichen Umweg. Das Polenztal ist hier mit dem roten Punkt roter Punkt markiert und dieser Markierung folgt man nach rechts. In diesem unteren Teil des Polenztals trifft man relativ selten andere Wanderer an, da die meisten Besucher eher im Bereich von Hohnstein wandern. feuchtes_Polenztal_kleinDadurch kann man das Tal ganz besonders genießen und die Schönheit des Baches zu jeder Jahreszeit auf sich wirken lassen. Nach ungefähr 100 Metern auf dem Polenztalweg kann man auf der gegenüberliegenden Seite die mächtigen Betonfüße des geplanten Hydrierwerkes entdecken. Auf dem weiteren Weg am Bach entlang fallen einem immer wieder uralte Flusswehre und Randbefestigungen auf. Inzwischen hat der Bach es zwar an ein paar Stellen geschafft, sich an diesen massiven Sandsteinblöcken vorbei zu mogeln und damit aus dem vorgegebenem Bachbett auszubrechen, aber interessant zu wissen wäre, aus welcher Zeit diese Befestigungen stammen.
Auch wenn nach einem Kilometer der markierte Wanderweg auf die andere Seite des Baches wechselt, so geht die Wanderung auf der rechten Bachseite weiter. Flussrechen_mit_Treibgut_Polenztal_kleinSehr deutlich ist hier zu sehen, dass auch auf dieser Seite früher ein breiter Weg entlang ging. Heutzutage kann man hier aber immer noch hervorragend entlang wandern. Nach mal wieder einem Kilometer erreicht man den Bachrechen. Da die Polenz nicht mehr bewirtschaftet wird und damit die umgefallenen Bäume und Äste aus dem Bach nicht mehr herausgeholt werden, würden diese sonst in die bewohnten Gebiete in Porschdorf oder Bad Schandau gespült. Um dies zu verhindern, werden sie hier an dem Rechen von Zeit zu Zeit herausgefischt. Die Anlage ist tatsächlich nicht nur eine dieser Schauanlagen, sondern wird richtig gepflegt und häufiger wird das Treibgut herausgeholt.
Der Bachrechen wird weiterhin auf der rechten Bachseite passiert und wenige Meter dahinter steigt der Wanderweg noch ein paar Meter (ca. 12 Höhenmeter) an, um dann wieder an der Frinzthalmühle auf die bekannte Zufahrt zu treffen. Damit ist eine weitere Erkundigungstour beendet, die einerseits auf dem Tiergartenweg ohne sichtbare Tiere entlang ging und einen neuen Pfad neben der Frinzthalmühle entdeckte. Auf jeden Fall war der Bogen an der Polenz wieder mal eine besonders ruhige Wanderung mit einem netten Naturgenuss.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Porschdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Polenztal Frinzthalmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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