TK19

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 380 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Schrammsteine - Zschirnsteine - Karte 91;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
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Kurzbeschreibung:

Krippen - gelber Punkt - Hönelberg - Bertelthöhe - Kellerfels - Liethengrund - Kohlborn - Krippental - Schinkenmühle - Krippenweg - Kiesgrube - Kleine Bastei - Mittelhangweg - Steinbrüche - Krippen

Beschreibung:

Wer in oder durch Krippen wandert, dem fällt sehr schnell der nett hergerichtete Mühlplatz  auf. Muehlplatz_Krippen_kleinAuf dem Platz steht ein Pavillon, der über einige Wanderwege (Caspar-David-Friedrich-Weg, Malerweg, Hochwassertour und Sonnenuhrenweg) im Bereich von Krippen informiert. Außerdem sind ein paar kleinere Runden als sogenannte Terrainkurwege (TK) beschrieben. Der längste davon ist der Terrainkurweg 19 und dieser führt genau einmal um Krippen herum. Dabei ist der Weg nur 8 km lang, aber immerhin geht es einige Mal hoch und runter und damit absolviert man 380 Höhenmeter. Der Weg ist über die komplette Strecke mit den Buchstaben TK19 gekennzeichnet und auch wirklich gut zu finden. Leider ist es mit den meisten Lehrpfaden und Rundwegen so, dass sie einmal eingerichtet und danach nicht weiter gepflegt werden. Deshalb beschreibe ich hier den Weg, als ob er nicht mehr separat gekennzeichnet wäre.
Vom Mühlplatz geht es in Richtung des Krippener Bahnhofs, bis schon nach 90 Metern die abknickende Vorfahrtsstraße erreicht wird. Hier geht es nach links, parallel zum Krippenbach, bis nach rechts (70 Meter) eine unauffällige Zufahrt mit riesigen Sandsteinplatten abbiegt. Gekennzeichnet ist der Weg hier mit dem gelben Punkt gelber Punkt, der schon bald (40 Meter) nach links auf einen Pfad in einen Aufstieg übergeht. Dem Weg nach oben kann man deutlich ansehen, dass er schon ein ganzes Stück älter sein muss, da als Untergrund Sandsteinblöcke genutzt wurden, Blick_von_TK19_auf_Schandau_kleinein Felsdurchbruch mit deutlich älteren Werkzeugen erstellt wurde und gleich an mehreren Stellen noch Zaunsäulen aus Sandstein stehen. Nach dem Zickzack-Aufstieg gabelt sich der Weg und es geht nach links an ein paar alten Sandsteinsäulen entlang weiter. Es ist ganz schön komisch, dass sich hier oben die Grenze der Gärten befunden hat, aber vermutlich sind es auch andere Gärten als die heutigen Ziergärten gewesen. Gedenkplatz_Bertheltplatz_kleinDer Pfad verläuft auf ziemlich gleichbleibender Höhe oberhalb von Krippen entlang und nach 300 Metern erreicht man den Bertheltplatz. Die Stelle soll an den aus Krippen stammenden Friedrich August Berthelt (1813 – 1894), den Gründer des Sächsischen Pestalozzivereins und Mitbegründer des Deutschen Lehrervereins, erinnern.
Nach nochmals 100 Metern erreicht man knapp unterhalb des Pfades den Kellerfels. Diese Gedenkstelle erinnert an Friedrich Gottlob Keller (1816 – 1895), den Erfinder des Holzschliffs und damit eine der wichtigsten Personen der heutigen Papierindustrie. Leider ist der Aussichtspunkt ziemlich zugewuchert und man muss zwischen den Bäumen durchblinzeln, um wenigstens die Ortschaft zu sehen. Gleich an dem Rastplatz steigen der Pfad und damit die gelbe Wanderwegmarkierung hinunter ins Tal ab. Rastplatz_unterhalb_Kellerfelsen_Krippen_klein20 Höhenmeter unterhalb passiert man erst einen Rastplatz unter einem Felsüberhang mit der Inschrift „Tr. Richter 1893“ und dann geht es weiter oberhalb der Häuser von Krippen. Der Pfad biegt in den Liethengrund ab und erreicht dann die Verbindungsstraße zwischen Krippen und Kleinhennersdorf. Bruecke_Liethengrund_kleinAuf dieser muss man nur nach links über die Brücke gehen und dann nach rechts auf die Zufahrt zur Liethenmühle wechseln. Der Weg ist weiterhin mit dem gelben Punkt gekennzeichnet und biegt schon nach eingezaeunter_Kohlborn_klein ¼ Kilometer im spitzen Winkel nach links ab. Wieder mal kann man sehr angenehm auf fast gleichbleibender Höhe am Hang entlang wandern. Zwischendurch passiert man den Kohlborn, eine kleine Quelle auf der rechten Wegseite, die seltsamerweise mit einem Maschendrahtzaun umgeben ist. Dabei fließt das Quellwasser aus dem abgesperrten Bereich einfach quer über den Waldweg weiter.
Als ich die Runde über den Terrainkurweg unternommen habe, stand auf dem Wegweiser neben dem Kohlborn ein einzelner Schuh. Ich kann mir ja noch ganz gut vorstellen, dass man an einem Wanderparkplatz seine Wanderschuhe vergisst, aber so mitten im Wald gibt einem ein einzelner Schuh schon Rätsel auf. Insgesamt wandert man 1 ¼ Kilometer auf dem super angenehmen Waldweg, bis auf der rechten Seite ein gut gepflegter Rastplatz auftaucht. Hier wird wieder mal nach links im spitzen Winkel abgebogen und es geht runter bis zur Fahrstraße durch Krippen. Heringmuehle-Schinkenmuehle_Krippen_kleinDas große Gebäude auf der rechten Seite ist die ehemalige Schinkenmühle bzw. auch Heringmühle genannt. Zuerst (ab 1821) war es eine Mahlmühle, die aber noch durch die Müllerfamilie Schinke zu einer Sägemühle erweitert wurde. Heutzutage ist das Gebäude ein Wohnhaus, in dessen Garten noch einige Teile an die Mühlengeschichte erinnern.
Auf dem Bürgersteig geht es bergauf (also nach rechts), bis nach 150 Metern auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein unscheinbarer Weg mit der gelben Wanderwegmarkierung abzweigt. Die ersten paar hundert Meter (½ Kilometer) steigen nur leicht an, aber dann geht es über einige Stufen aufwärts. Der Aufstieg ist ziemlich abwechslungsreich und nach 60 Höhenmetern überquert man die Wanderwegmarkierung grüner Punkt bzw. den Caspar-David-Friedrich-Weg und es geht ausgeschildert weiter in Richtung Kleine Bastei. Nach ein paar Metern seichtem Aufstieg geht es im spitzen Winkel nach links und dann wunderbar angenehm in der Ebene weiter. Schon nach 200 Metern fallen auf der rechten Seite seltsame Ausbuchtungen auf. Diese dienten als Kiesgrube und die Überraschung ist, dass es sich um uralte Ablagerungen der Elbe handelt. Heutzutage befindet sich der Fluss 150 Höhenmeter tiefer.
Schon bald erreicht der Wanderweg den Waldrand, an dem es auch weiter entlang geht. Etwas mehr als einen Kilometer hinter der ehemaligen Kiesgrube befinden sich etwas versteckt am linken Waldrand gleich mehrere Wanderwegmarkierungen und ein Wegweiser zur Kleinen Bastei. Aussicht_Kleine_Bastei_Krippen_kleinDiese Aussicht ist ein netter Platz, an dem man wirklich nur ganz selten andere Mitmenschen antrifft. Das liegt daran, dass die linke Elbseite in einem Dornröschenschlaf verweilt und in wirklich vielen Bereichen wunderbar ruhig ist. Die Kleine Bastei bietet zum Verweilen eine Bank und ein wackeliges Geländer. Die Aussicht hinüber zu den Schrammsteinen und auf die Elbe sind ein wenig eingeschränkt.
Gleich an der Aussicht befindet sich der gelb markierte Abstieg, der über etliche Stufen abwärts führt. Ich bin schon so einige Male an der Aussicht gewesen und die Treppen hoch und runter gewandert, Bank_unter_Kleiner_Bastei_kleinaber mir war bisher noch nie aufgefallen, dass gleich unter der Aussicht noch eine weitere Bank steht. Das ist wirklich seltsam und eigentlich ist hier der Blick in die Landschaft noch mehr eingeschränkt als von der oberen Plattform. Vielleicht hat sich aber nur jemand seine ganz private Aussicht angelegt. Nach ungefähr dem halben Abstieg gabelt sich der Wanderweg und es geht nach links auf dem Mittelhangweg weiter. Hier kann man gleich an sehr vielen Stellen unterschiedliche Spuren der ursprünglichen Sandsteinbrüche entdecken. zugewachsener_Steinburch_Krippen_kleinNatürlich sieht man die senkrechten Felswände, aber auch einige Abraumhügel und Transportwege sind noch sehr gut zu erkennen. Selbst ein paar behauene Sandsteinblöcke liegen hier noch herum, als ob die Steinbrecher davon ausgegangen sind, dass in ein paar Tagen weiter gearbeitet würde. Der Wanderweg führt ein zweites Mal über Stufen den Hang hinunter bis zum Bahndamm und hier geht es dann parallel zur Bahnlinie bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Runde rund um Krippen auf dem Terrainkurweg 19 ist eine nette kleine Wanderung, die sehr einfach zu gehen ist. Es gibt einige Stellen, die historische Hinweise enthalten und verdeutlichen, dass Menschen schon seit Jahrhunderten hier durch den Wald unterwegs waren.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Krippen Bahnhof mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Krippen

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