Tyssaer Wände 2

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 17,00 km
Höhenunterschied:
ca. 450 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
lang
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ottomühle - grüner Punkt - roter Strich - Bielatal - Singeborn - gelber Strich - Hammerbach - Grenzübergang - Eiland - roter Strich - Tyssaer Wände - roter Strich - Bürschschlitzwände - Grenzübergang - Glasergrundweg - Theilemannweg - Glasergrund - grüner Strich - Ottomühle

Beschreibung:

In dem großformatigen Urlaubermagazin „Sächsische Schweiz“ vom Tourismusverband Sächsische Schweiz (www.saechsische-schweiz.de) sind immer mal wieder tolle Empfehlungen für Freizeitaktivitäten und diesmal (2009) interessierte mich ganz besonders eine Wanderung zu den Tyssaer Wänden. In Tisá (Tyssa) bin ich doch schon einige Male gewesen, aber auf einem netten Weg dorthin zu kommen ist immer wieder eine Herausforderung. Der Startpunkt liegt in Deutschland am großen Parkplatz vor der Ottomühle. Von hier geht es immer der Biela entgegen. Immer wieder stoßen irgendwelche Wanderwegmarkierungen dazu und verschwinden wieder, aber für diese Wanderung brauch man die alle nicht. Es geht einfach der Talstraße immer weiter hinterher. Nachdem man die Ortschaft durchquert hat, wird die Wanderung ruhiger. Der Weg durch das Tal ist einer der schnellsten Wege und wird sehr gerne von Wanderern genommen um z.B. zur Grenzplatte zu gelangen oder von ihr wieder weg zu wandern. Trotzdem sind die Besucherzahlen hier unten ganz anders als z.B. auf den Wanderautobahnen der Hinteren Sächsischen Schweiz. Am Ortsausgang befindet sich auf der linken Wegseite die Station der Bergrettung und wenn man kurz davor über das Gebäude schaut, sieht man den überhängenden Felsen des Großvaterstuhls. Die Kletterer an dem Felsen finde ich immer wieder beeindruckend, wenn nur mit einer Hand unterhalb des Felsens gehangen wird. Ich bin noch nicht mal in der Lage, drei Klimmzüge zu machen. Nach einer Strecke von ca. 1,7 Kilometern passiert man eine Kreuzung mit einem steinernen Wegweiser und es geht immer noch auf der Forststraße durch das Bielatal. Ungefähr 1 ½ Kilometer hinter der Steinsäule erreicht man die Grenze, die aber heutzutage nur noch symbolischen Wert hat, und damit dann auch den Ortsrand von Ostrov (Eiland). Bei diesem Ort kann man sehr gut beobachten, wie die Erweiterung der EU in die Richtung Osten ein wahres Aufblühen bewirkt. Früher lag Ostrov (Eiland) so im Abseits, dass es sich nur noch um einen Ort der alten Leute handelte. Inzwischen kehrt wieder Leben in den Ort und es wird wieder investiert. Das schönste Beispiel dafür ist das Hotel (www.hotelostrov.com) in Ostrov (Eiland).
Diealtes_Pflaster_Richtung_Tyssaer_Waende_klein Wanderung führt durch den Ort hindurch, bis der rot markierte Wanderweg roter Strich nach rechts abbiegt und ziemlich direkt auf einen Campingplatz, wo es aber auch feste Hütten gibt, zusteuert. Als ich die Wanderung zu Ostern 2009 unternommen habe, saß auf der Terrasse des Hauptgebäudes eine große Gruppe junge Leute, die erstklassig gesungen haben. Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber es hörte sich ganz hervorragend an und war eine sehr gelungene Abwechslung. Kurz vor dem Campingplatz biegt der markierte Weg nach links ab und führt aus dem Ort hinaus. Felsoffnung_Afrika_Tyssaer_Waende_kleinDer Wanderweg führt ziemlich angenehm in die Richtung der Tyssaer Wände und nur einmal muss man über einen ziemlich unebenen Weg ein paar Höhenmeter zwischen Felswänden aufsteigen. interessante_Felsgebilde_Tyssaer_Waende_kleinDie Wanderwegmarkierung führt die Wanderung bis ans östliche Ende der Tyssaer Wände. Hier befindet sich eins der beiden Kassenhäuschen, an denen man einen Obolus für die Besichtigung der Felswände bezahlen muss. Das sind deutsche Besucher normalerweise nicht gewohnt, aber in Tschechien (und z.B. auch in den USA) ist eine Benutzungsgebühr für besondere Naturdenkmäler nichts Ungewöhnliches. Felsschlucht__Tyssaer_Waende_kleinFelsnadel_Tyssaer_Waende_kleinZu dem Besuch der Tyssaer Wände sollte man sich zusätzlich noch das kleine Heft mit den Erklärungen gönnen. Auf dem gesamten Rundweg findet man überall deutlich sichtbare Nummern, die ohne das Heftchen nur eine Orientierungshilfe sind, aber mit dem Heft kann man noch so manche lustige Erklärung zu den Felsen erhalten. So kann man ein paar Tiere in versteinerter Form sehen oder auch bewiesen bekommen, dass man zu fett ist. Der Weg führt in einer großen „8“ über bzw. hinter den Felsen entlang und bietet viele unterschiedliche Aussichten auf Felsen. Villa_2_Tisa_kleinAuf der Vorderseite Villa-1_Tisa_klein(also die südliche Seite) kann man schön auf die Ortschaft Tisá (Tyssa) hinunter sehen. Ganz besonders fallen dabei gleich mehrere Häuser, bzw. vielleicht wäre die Bezeichnung Villen besser, auf, die in den letzten Jahren wieder richtig schön herausgeputzt worden sind.
Die Felsenlandschaft der Tyssaer Wände verlässt man auch wieder an der östlichen Seite. Jetzt wird es interessant, weil dieser Weg den meisten Wanderern der Sächsischen Schweiz (inklusive mir) unbekannt sein dürfte. Dazu geht es wieder ca. 150 Meter zurück auf der bekannten Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, bis diese nach rechts abbiegt. Hier wandert man einfach weiter geradeaus auf einem typischen Waldweg im Bereich des Schneebergs/Tyssaer Wände. Der Weg verläuft ziemlich gerade durch den Wald, nur an einer Stelle gabelt er sich, wobei sich die Wanderung auf dem Hauptweg nach links hält. Nachdem die Wanderung ¼ Kilometer unmarkiert verläuft, Aussicht_Richtung_Tyssaer_Waende_kleinweist ein Schild mit der Aufschrift „Vyhlídka na tiské stěny; 30 m; Neznačeno“ auf eine Aussicht zur Rückseite der Tyssaer Wände. An dieser Aussicht stellt man dann fest, dass die Wanderung auf einer Felsplatte verläuft und zwischen den Tyssaer Wänden und dieser Felsplatte eine große Senke liegt. Die Felswand vor einem heißt Bürschschlitzwände.
Die Wanderung geht von der Aussicht wieder zurück auf den breiten Waldweg und nach links. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und nach 1 ½ Kilometern erreicht man die Grenze nach Deutschland. Noch ist der Grenzübergang mit einer Schranke gekennzeichnet, aber bei meinem Besuch war das Schloss an der Schranke schon nicht mehr abgeschlossen. Irgendwie ist diese Stelle ziemlich komisch, da es sich hier um die erste Grenzschranke handelt. Wenn man jetzt nach links weiter wandert, erreicht man nach etwas weniger als Zugang_Glassergrung_Fundament_klein200 Metern eine Kreuzung. Auf der linken Wegseite befindet ein sehr stabiles Fundament, das ganz bestimmt noch irgendetwas mit Wehrtechnik zu tun hat. So etwas Stabiles baut kein normaler Mensch und es wird auch noch die nächsten 200 Jahre vollkommen unverändert hier vergraben bleiben. Deshalb kann man den Klotz gut zur Orientierung nehmen. Grenzuebergang_Glasergrund_kleinHier geht es nach rechts in Richtung Deutschland zurück. Im Frühjahr 2009 sah es hier wirklich lustig aus. Die ersten paar Meter des Weges waren ziemlich zugewuchert, dann kam eine weitere Grenzschranke und dahinter ein perfekt ausgebauter Waldweg. Dieser Waldweg war so perfekt glatt, dass der Eindruck entstand, er wäre asphaltiert. Irgendwann hat mal ein anderer Wanderer es mit den Worten beschrieben: Die Waldwege im Bereich Bielatal/Rosenthal sind viel besser als die Ortsstraßen. Eigentlich ist das traurig, aber in diesem Fall stimmt es.
Die Wanderung führt also über den glatten Weg weiter geradeaus und geht in den Glasergrund über. Der Weg hier entlang ist nicht besonders aufregend, da es ziemlich gerade immer weiter runter in das Bielatal geht, aber dafür herrscht hier eine sehr angenehme Ruhe. Von der Grenze geht es fast 4 Kilometer geradeaus, bis man in der Miniortschaft Ottomühle wieder an der Fahrstraße durch das Bielatal ankommt. Hier geht es nach links bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Damit ist eine ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die eine Alternative zu den gewöhnlichen Tyssaer Wände Wanderungen ist. Diese Wanderung bietet sich auch ganz hervorragend bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz an. Dann hat man höchstens bei den Tyssaer Wänden mit etwas mehr an Besuchern zu rechnen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rosenthal Schweizermühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Ottomühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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