Valtenberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 10,50 km
Höhenunterschied:
ca. 359 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Sebnitz und Umgebung - Karte 90;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Parkplatz Hohwald - Kleiner Hohwaldweg - blauer Strich - Hohwaldweg - Nestelberg - Kreuzsteig - Steinbruch - gelber Strich - Flügel F - roter Strich - Oberweg - Wesenitzquelle - Valtenberg - blauer Strich - Kreuzweg - Neuer Flügel F - Steinbruch - Flügel F - gelber Strich - Ringelweg - Hohwaldschänke - Parkplatz Hohwald

Beschreibung:

Die Wanderung Valtenberg ist bei der Nachbearbeitung der Wanderung Neustadt entstanden. Beim Blick in Google Earth fielen mir östlich der Ortschaften Nieder- bzw. Oberottendorf mehrere Steinbrüche auf. Da ich solche Orte immer wieder sehr interessant finde, musste doch gleich mal eine Wanderung dorthin unternommen werden. Überraschenderweise tauchten bei dieser Wanderrunde noch gleich zwei weitere interessante Stellen im Wald auf. Aber dazu später.
Eigentlich sollte der Startpunkt gleich gegenüber der Hohwaldschänke sein, da dort in der Wanderkarte ein Parkplatz eingezeichnet war. Leider stellte sich dieser Parkplatz schon bei der Anfahrt als Privatparkplatz heraus, sodass der Startpunkt ein paar Meter weiter in Richtung Steinigtwolmsdorf liegt. Hier befindet sich auf der linken Straßenseite eine ungewöhnlich breite Waldeinfahrt, an der man so einige Autos abstellen kann. Genau auf diesem Forstweg geht es dann auch die ersten paar Meter in den Wald hinein, bis ein Waldweg nach rechts abbiegt. Dieser Weg ist mit Hohwaldweg und Nestelberg ausgeschildert. Die Wanderung führt über diesen Weg auf den Nestelberg hinauf. Murmelfeld_am_Nestelberg_kleinDabei fällt auf, dass der Berghang vollkommen anders aussieht als bei den Bergen in der Sächsischen Schweiz. Hier liegen ziemlich viele Fels- bzw. Granitmurmeln herum und der Buchenwald ist mächtig hoch. Das liegt anscheinend daran, dass der gesamte Berg als Flächennaturdenkmal ausgewiesen ist und damit die Bäume weit über 200 Jahre alt sind. Der Nestelberg ist 512,1 Meter hoch und damit würde er in der Sächsischen Schweiz zu den höchsten Bergen zählen. Da aber um den Nestelberg alle Berge ähnlich hoch sind, fällt dessen Höhe überhaupt nicht auf.
Auf der anderen Seite des Berges führt die Wanderung wieder ein Stückchen hinunter, bis zum nächsten Querweg. Dieser Weg ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und wird nach links weiter verfolgt. Im Ursprung sollte die Wanderung an der Kreuzung noch ein Stück weiter geradeaus führen, Steinbruch_am_Nestelberg_kleinso wie es auf der ganz neuen Wanderkarte eingezeichnet war. Aber hier geht ganz sicher kein Weg geradeaus, da der Steilhang des Steinbruchs, dessen Kante sich in etwa 30 Meter Entfernung vom Weg befindet, nicht bewältigt werden kann. Mehrere Pfade führen zu Aussichtpunkten in den Steinbruch, der heutzutage nicht mehr gewerblich genutzt wird und mit klarem Wasser gefüllt ist. Als wir die Wanderung unternommen haben, waren auf der gegenüberliegenden Seite ein paar Badende zu sehen. Nach ein paar Metern über die grüne Wanderwegmarkierung erreicht man eine Kreuzung mit mindestens 6 Wegen.
Die Wanderung folgt dem zweiten Weg nach rechts, der mit dem gelben Strich gelber Strich markiert ist und ausgeschildert mit dem Valtenberg. Es geht noch ein weiteres Stück auf diesem breiten Forstweg bergab, bis nach links die rote Wanderwegmarkierung roter Strich abbiegt. Ausgeschildert ist auch noch das nächste Ziel, die Wesenitzquelle. Da sich die Quelle am Hang des Valtenberges befindet, geht es jetzt ein paar Höhenmeter (bis zur Quelle ca. 60 Höhenmeter) aufwärts. Wesenitzquelle_Valentin-Erbstollen_kleinDie Wesenitzquelle befindet sich auf der rechten Wegseite und ist gut ausgeschildert. Ziemlich überraschend ist, dass die Quelle aus dem ehemaligen Valentin-Erbstollen austritt. Ein Erbstollen wird, wie der Name schon sagt, von Generation zu Generation vererbt und dient mehreren darüber liegenden Stollen zur Entwässerung und Belüftung. Die Betreiber der oberen Stollen mussten an den Erbstollenbesitzer eine Abgabe von 1/9 (das Stollenneuntel) entrichten. In den unterschiedlichen Stollen ist angeblich nach Gold gebuddelt worden. Leider ist dieser 60 Meter lange Bergwerksstollen verschlossen und nur ein Gedenkstein oberhalb der Wesenitzquelle erinnert an ihn.
Die Wanderung führt weiterhin auf dem markierten Weg den Valtenberg hinauf. Die Markierung verlässt wenige Meter hinter der Quelle den breiten Waldweg und absolviert aber doch noch ganz angenehm die paar Höhenmeter (ca. 70 Höhenmeter) bis auf den höchsten Berg des Lausitzer Berglandes. schicker_Spielplatz_Valtenberg_kleinAuf dem Valtenberg befinden sich eine Gaststätte, ein sehr schöner Spielplatz und der König-Johann-Turm. Koenig-Johann-Turm_Valtenberg_kleinKönig Johann war ein sächsischer König, der vom 12. Dezember 1801 bis zum 29. Oktober 1873 gelebt hat. Er stammte aus dem Geschlecht der Wettiner und hat Sachsen von 1854 bis zu seinem Tod regiert. Der Aussichtturm ist geöffnet, wenn die Gaststätte (www.bergbaude-valtenberg.de) in Betrieb ist. Leider hatte die Gaststätte bei unserem Besuch für eine Woche geschlossen. Schade, sonst hätten wir eine schöne Aussicht vom Zittauer Gebirge zum Elbsandsteingebirge bis zum Erzgebirge genießen können. Aber das wird ganz sicher noch nachgeholt.
Die Wanderung führt links neben dem Turm weiterhin auf dem roten Strich wieder vom Berg hinunter. Nach ½ Kilometer erreicht man die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, der man nach links folgt. Der Weg fällt leicht ab und führt wieder zurück an die Kreuzung mit den 6 unterschiedlichen Richtungen. Auch dieses Mal geht es wieder nach rechts, aber den ersten Weg auf der rechten Seite. Dieser unmarkierte Weg fällt leicht ab und ist überraschend stabil ausgebaut. Ich würde mal tippen, dass es sich um eine der ehemaligen Steinbruchzufahrten gehandelt hat. Der zweite Steinbruch in dieser Region hat sich auf der linken Seite des Weges befunden. Auch dieser Steinbruch ist heutzutage stillgelegt, dafür stehen so einige Flächennaturdenkmalschilder herum. Irgendwie finde ich das leicht irritierend, zuerst werden riesige Krater in die Landschaft gewühlt und dann werden die Schilder aufgestellt. Aber in dem gesamten Waldgebiet ist auf jeden Fall eine ziemliche Ruhe und so geht es 2,5 Kilometer auf dem breiten Forstweg entlang. Dann erreicht man eine große Wiese auf der linken Seite. Zwischen der Wiese und dem Wald biegt die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich ab. Dieser Waldweg ist ziemlich unscheinbar und führt auf ziemlich geradem Weg zur Hohwaldschänke. Insgesamt werden auf einer Strecke von etwas mehr als 1 ½ Kilometern 120 Höhenmeter überbrückt. Der Wanderweg endet wenige Meter vor der Hohwaldschänke auf der Fahrstraße. Zum Glück geht der markierte Wanderweg (weiterhin gelber Strich) gleich rechts neben der Gaststätte wieder in den Wald hinein, sodass man nur wenige Meter auf dieser hässlichen Straße wandern muss. Von der Gaststätte folgt man der Wanderwegmarkierung noch ungefähr 300 Meter und dann erreicht man wieder den breiten Forstweg vom Anfang der Wanderung. Der Startpunkt liegt ein paar Meter nach rechts.
Damit ist eine sehr ruhige Wanderung zu Ende gegangen, die zwar keine besonders aufregenden Steinbrüche beinhaltete, aber dafür die Quelle der Wesenitz und einen überraschenden König-Johann-Turm auf dem Valtenberg.