Waitzdorfer Aussichten

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 9,00 km
Höhenunterschied:
ca. 305 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
lange Treppe
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Waitzdorf - Parkplatz - Erbgerichtsweg - Galloway Koppeln - Waitzdorfer Höhe - Waitzdorf - Dorfgrund - roter Strich - Tiefer Grund - Ochelweg - Schandauer Berg - Ochel Wänden - Aussicht Berg-Frei-Turm - Aussicht Oechelspitze - Waldtorweg - roter Strich - Mühlweg - Malerweg - Waitzdorfer Wände - Waitzdorfer Aussicht - Waitzdorf - Parkplatz

Beschreibung:

Diese Strecke bin ich schon Mitte 2007 gewandert und habe sie auch passend dazu beschrieben. Anfang 2012 hat mich dann ein freundlicher Leser darauf aufmerksam gemacht, dass die Runde anders herum gewandert noch viel angenehmer ist. Zumindest in der theoretischen Überlegung hörte sich das ganz überzeugend an und sollte doch gleich mal in der Praxis überprüft werden. Schon mal vorweg, der Leser hat vollkommen Recht. So hat die alte Beschreibung ausgesehen und die bessere Richtung wird hier beschrieben:
Der Startpunkt ist der Parkplatz an der Bushaltestelle in Waitzdorf. Gleich gegenüber befindet sich die große Weide der Galloway-Rinder. Wenn ich nicht ganz daneben liege, dann ist dies die erste Herde in der Sächsischen Schweiz gewesen. Inzwischen gibt es noch ein paar weitere Herden von diesen sehr widerstandsfähigen Rindern. Im Winter sieht es schon wirklich ziemlich ungewöhnlich aus, wenn diese schwarzen Zotteltiere im Schnee herumtrampeln, Galloways_am_Waitzdorfer_Berg_kleinwährend alle restlichen Rindviecher im schützenden Stall verweilen. Die Wanderung führt an der rechten Seite der Koppel leicht ansteigend aufwärts. Auch wenn eigentlich recht viele Besucher um die Koppel herum wandern, so sind die Galloways ziemlich neugierig und kommen häufiger anspaziert. An der Stirnseite der Wiese geht es weiter am Zaun entlang. Hier stehen mehrere Bänke, die schon mal zur erholsamen Rast mit einem sehr schönen Blick einladen. Der Hügel, den man jetzt immer weiter besteigt, heißt Waitzdorfer Höhe und ist einer der eher unauffälligen Berge der Sächsischen Schweiz. Dadurch, dass er aber wirklich sehr einfach zu besteigen ist, spazieren ganz besonders in den Stunden nach dem Mittagessen immer wieder Mitmenschen hier hoch. Die Waitzdorfer Höhe hat tatsächlich zwei knapp nebeneinander liegende Gipfel. Den höheren findet man auf der Wiese neben dem Wald, der zweite liegt etwas weiter nach rechts (Südosten) im Wald. Von dem ersten Gipfel hat man ein schönes Panorama mit einem fast vollständigen Rundumblick.
Nach dieser ersten schönen Aussicht geht es geradewegs über die Wiese hinunter nach Waitzdorf. Nachdem man die ersten Häuser erreicht hat, geht es auf der ersten und einzigen Straße nach rechts runter. Gleich am Anfang passiert man die Waitzdorfer Schänke (www.schaenke-waitzdorf.de), bei der man auch sehr nett draußen im Biergarten sitzen und schon mal eine kleine Stärkung zu sich nehmen kann. Für die weitere Wanderung folgt man der Dorfstraße und der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, bis diese vollkommen unscheinbar nach links in einen schmalen Weg abbiegt. Zwischen den Häusern erreicht man das obere Ende des Dorfgrunds. Hier geht es über so einige Stufen runter bis in den Tiefen Grund. Es ist schon ziemlich interessant, dass es 5 Jahre, nachdem Kyrill hier eine ganze Fläche verwüstet hat, jetzt schon wieder sehr nett aussieht und die ersten Bäume eine Höhe von 2 Metern erreicht haben. Auf halber Strecke den Dorfgrund hinunter weist ein Sandstein die Grenze zwischen Waitzdorf und Hohnstein aus.
Im Tiefen Grund kommt das einzige unangenehme Stück dieser Wanderung. Für eine kurze Strecke von 350 Metern muss man nach links die Straße herunter wandern. Sense_bei_Honhstein_Bad_Schandau_kleinHier fällt nach 100 Metern in der Felswand an der Straße eine weiße Sense auf. Eine Sage erzählt, dass sich hier zwei Burschen mit Sensen bekämpft haben. Es ging um ein Mädel. Nachdem einer der beiden tot war, floh der andere zum Militär. Nach einem Jahr kam er nochmal zurück, um das Mädel zu treffen, bevor er wieder zur Armee ging. Das Mädel starb noch in dem Jahr. Gleich neben der Sense befindet sich auch noch die Jahreszahl 1699 in den Felsen gemeißelt. Hier rätselt man, ob es wirklich eine Jahreszahl ist und ob diese irgendetwas mit der Sense zu tun haben könnte.
Wiederum gleich neben der Sense und der Jahreszahl kommt der Waitzdorfer Dorfbach an der Straße an. Von hier unten sieht es so aus, als ob das Wasser aus einer Höhle läuft, aber genauer betrachtet läuft es auf der Rückseite über den Felsen. Insgesamt muss man die besagten 350 Meter auf der Straße bergabwärts wandern. Zwischendurch passiert man den Zugang zum Brand, aber diese vielen Stufen kann man sich auf dieser Wanderung sparen, weil es auf der gegenüberliegenden Straßenseite rein geht. Hier startet der super angenehm zu wandernde Ochelweg. Dieser Waldweg ist ganz leicht ansteigend und eigentlich eine schöne Verbindung zwischen dem Brand und dem Sebnitztal, aber seltsamerweise trifft man auf dem Weg fast nie andere Wanderer an. Auf den ersten paar hundert Metern hört man noch die Straße durch den Tiefen Grund, die aber immer weiter runter abfällt und dann biegt der Wanderweg auch in Richtung Kohlmühle bzw. Sebnitztal ab. Sehr ungewöhnlich ist, dass man knapp unterhalb von dem heutigen Wanderweg einen älteren Waldweg entdecken kann, der ebenfalls mit großen Sandsteinklötzen befestigt ist.
Nach insgesamt 2 ½ Kilometern auf dem Ochelweg umrundet man noch den Berg-Frei-Turm, einen deutlich sichtbaren Felsen auf der linken Wegseite, um dann den ersten breiten Waldweg nach links zu nehmen. Dieser Weg ist zumindest im unteren Teil relativ breit und führt gleich mit einer Steigung hinauf auf die Ebene der Ochelwände. Sobald man die 30 Höhenmeter bewältigt hat, erreicht man einen Waldweg, der sich einmal komplett oben die Ochelwände entlang schlängelt. Genau auf diesem Weg geht es jetzt nach links in Richtung Waitzdorf wieder zurück. Auf den Ochelwänden befinden sich einige unterschiedliche Aussichtspunkte, die zwar alle ähnliche Blickrichtungen haben, aber trotzdem sehr unterschiedlich sind. Lilienstein_von_Waitzdorfer_Aussichten_kleinGleich auf den ersten Metern biegt nach links der erste Zugang zu einer dieser Aussichten ab. Es ist die Aussicht am Berg-Frei-Turm. Nach etwas weniger als ½ Kilometer erkennt man den Zugang zur zweiten Aussicht  anhand des Trampelpfades auch ganz gut. Genauso wie die erste ist diese Aussicht ein sehr ruhiges Plätzchen, das sich ein wenig abseits des Hauptwanderweges versteckt. Ein weiteres Kennzeichen für den Zugang sind mehrere auffällige dicke Buchen. Diese Aussicht befindet sich oberhalb von dem Klettergipfel Ochelspitz und bietet einen netten Platz, um ein Picknick zu machen.
Die Wanderung führt weiter über den Waldweg in Richtung Waitzdorf. Nach 350 Metern erreicht man eine ziemlich seltsame Stelle. Hier biegt nach links ein breiter Waldweg ab, der ungewöhnlicherweise mit einem schwarzen Pfeil gekennzeichnet ist. Eigentlich heißt dieses Kennzeichen, dass es sich um einen Kletterzugang handelt, aber hier ist es auch ein breiter Waldweg, der über die Ochelwände, bzw. ab dieser Stelle heißen die Felswände Waitzdorfer Wände, führt. Die nächste Aussicht ist eine breitere Stelle mit einem ordentlichen Zugang. Da hier auch der Malerweg dran vorbeiführt, sind natürlich auch häufiger andere Wanderer anzutreffen. Es stehen sogar zwei Bänke da, die zum Verweilen einladen. Blick_in_Richtung_Weisse_Brueche_kleinGanz besonders fällt bei dieser Aussicht ein eisernes Kreuz auf der rechten Seite auf. An diesem Kreuz ist das Bild einer sehr nett blickenden jungen Frau und die Inschrift „geboren am 25.09.86 und gestorben am 06.06.05“. Ihr Name war Stefanie. Als ich das erste Mal diese Wanderung gegangen bin, war meine große Tochter (damals 5 Jahre alt) mit dabei und da sie eine aufmerksame Beobachterin ist, hatte ich jetzt die Aufgabe, ihr zu erklären, warum wohl dort dieses Kreuz steht. Irgendwie ist Stefanie dann meiner Großen lange im Kopf herum gegangen, so dass ich gleich mehrere Male an dem Tag noch „Arme Stefanie“ gehört habe. Ich möchte natürlich gleich sagen, dass ich meiner Tochter keine Schauergeschichte erzählt habe, aber so ein kleines Gehirn bewegen schon Kreuze mit Bildern am Wegesrand. Da ich für die Aussicht auch keinen passenden Namen wusste, handelt es sich im Sprachgebrauch der Familie Geier inzwischen um die Waitzdorfer Stefanie-Aussicht.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Waitzdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Waitzdorf

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