Weg der Achtsamkeit

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 13,50 km
Höhenunterschied:
ca. 414 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rathewalde - Parkplatz Freibad - Bruno Barthel Weg - gelber Strich - Basteistraße - Rathewalder Fußweg - gelber Strich - Bastei - Aussicht - blauer Strich - Gansweg - Schwedenlöcher - Amselgrund - Amselfall - Am Grünbach - Rathewalde - Teichstraße - Malerweg - Querweg - Hohnsteiner Straße - Viebigweg - Rennstrecke - Kaiserstraße - Zeschniger Ortseinfahrt - Zeschnig - Straße Rundling - Verbindungsweg - Hohburkersdorf - Brückenstraße - blauer Strich - Hohburkersdorfer Rundblick - Rathewalde - Zum Rundblick - Hohnsteiner Straße - Straße Amselgrund - Kirche - Bruno Barthel Weg - gelber Strich - Parkplatz Freibad

Beschreibung:

Uns sind schon einige Male die komischen Symbole in der Form einer liegenden Acht im Bereich Rathewalde und Bastei begegnet, aber irgendwie hat es mehrere Jahre gedauert, bis wir hinter die Erklärung gekommen sind. Einen Hinweis fanden wir an einer Informationstafel in Rathewalde und dann ein sehr schön gemachtes Heftchen in der Kirche von Rathewalde. In dem Heft ist auch erklärt, dass es sich eigentlich um drei separate Wege handelt. So soll ein Weg der Achtsamkeit zur Bastei führen, ein Weg steigt zum Hohburkersdorfer Rundblick auf und der letzte Weg ist ein Rundweg auf dem Bruno-Barthel-Weg. Da uns die Wege einzeln zu kurz waren, haben wir aus allen drei Wegen eine Gesamtwanderung gemacht.
Den Startpunkt haben wir gleich neben das schöne Freibad von Rathewalde gelegt. Der Bruno-Barthel-Weg führt auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich aus der Ortschaft heraus. Nach ein paar hundert Metern erreicht man auf der linken Wegseite die erste Station (Nr.13) mit der liegenden Acht. Es handelt sich um einen Rastplatz mit einer schönen Aussicht über die Felder auf die Felsen der Sächsischen Schweiz. Sehr ungewöhnlich ist, dass sich auf der Rückseite des Weges die kleine Kläranlage von Rathewalde befindet, aber man überhaupt keine Geruchsbelästigung feststellen kann.
Die Wanderung folgt weiter dem Bruno-Barthel-Weg bis zur Basteistraße. Netterweise ist diese beliebte Zufahrtsstraße zur Bastei im Sommer 2011 mit einem Fahrrad- und Wanderweg ausgestattet worden und so lässt es sich entspannt den nächsten ½ Kilometer nach links wandern. Zwischendurch hat die gelbe Wanderwegmarkierung die Wanderung verlassen und es geht unmarkiert weiter, bis kurz vor dem Wald nach links die Kirschallee abbiegt. An dem Feldweg stehen einige alte Kirschbäume, von denen auch immer mal wieder einer abstirbt, aber auch dann sind sie noch Lebensgrundlage für reichlich Kleintiere. Hier wird an Station Nr.14 mit einer hochwertigen Informationstafel das Leben in Alt- und Totholz erklärt. Ziemlich am Ende der Kirschallee befindet sich sogar noch eine weitere von diesen schönen Tafeln, welche den Lebensraum Wegesrand erklärt.
Am Ende der Kirschallee biegt die Wanderung nach rechts ab und erreicht bald den gelb markierten Rathewalder Fußweg gelber Strich zur Bastei. Wohnhaus_Dr_Pusinelli_kleinNeben diesem Weg passiert man gleich auf den ersten paar Metern ein schönes Gebäude, das sich ein bisschen in Richtung des Grünbachtals versteckt. Dabei handelt es sich um das ehemalige Wohnhaus von Dr. Pusinelli, einem angesehenen Arzt am Sächsischen Hof (Station Nr.15.1). Auf dem Rathewalder Fußweg zur Bastei passiert man, ein paar wenige Meter abseits des Weges, auf der rechten Wegseite eine mächtige Buche, die tatsächlich so aussieht, als ob sie die Arme hebt. Dabei handelt es sich um die Station Nr.1 des Weges der Achtsamkeit.
Kurz bevor der Rathewalder Fußweg die Basteistraße erreicht, biegt man an einer gut sichtbaren Steinsäule nach links ab, um weiter der gelben Wanderwegmarkierung zu folgen. Die Steinsäule ist die Station Nr.2 und hier wird darauf hingewiesen, dass einem häufig der Weg vorgegeben ist, aber man auch immer wieder seinen eigenen Weg finden muss. Interessant ist aber auch der Gedanke, wer denn früher schon alles an dieser alten Steinsäule vorbei gekommen ist.
Nachdem der Weg ein Stückchen parallel zur Basteistraße gewandert ist, erreicht man die nächsten beiden Stationen. Dabei handelt es sich um einen Grenzstein (Station Nr.3), an dem sehr schön erklärt wird, dass es sichtbare und unsichtbare Grenzen gibt. Wildschweinsuhle_bei_Basteistrasse_kleinDie nächste Station ist Nr.4 und dabei handelt es sich um eine deutlich sichtbare Wildschweinsuhle auf der linken Wegseite. Es ist sehr interessant, dass man, auch ohne die Tiere zu sehen, weiß, dass sie hier ordentlich Spuren im Wald hinterlassen haben und die Frage des Weges der Achtsamkeit ist hier, welche Spuren man selber mit seinem Leben hinterlässt.
Die nächste Station (Nr.6) auf dieser Wanderung ist die Aussicht an der Bastei. Der Blick von der Touristenmassen_an_Basteiaussicht_kleinBasteiaussicht auf die Elbe soll verdeutlichen, dass alles im Fluss ist und das Wasser ein ganz gravierendes gestalterisches Element in der Sächsischen Schweiz ist. Für einen besinnlichen Aufenthalt ist die Basteiaussicht zu den meisten Zeiten nicht gerade geeignet, aber das ändert sich mit der nächsten Aussicht. Dazu wandert man einen ¾ Kilometer wieder zurück und biegt dann nach rechts auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich in Richtung Schwedenlöcher ab. Kurz bevor der eigentliche Abstieg durch die Schwedenlöcher beginnt, befindet sich an der rechten Seite noch eine Aussicht auf die Basteibrücke und den Wehlgrund. Es ist wirklich verwunderlich, dass nur ½ Kilometer Luftlinie noch große Mengen Besucher über die Brücke und zur Aussicht gehen, aber hier eine wirkliche, friedliche Ruhe herrscht.
Da der Weg der Achtsamkeit schmale_Schlucht_Schwedenloecher_kleinfür die Bastei keine weiteren Stationen vorsieht, empfehlen wir den Abstieg durch die sehr interessanten Schwedenlöcher. Der Weg hinunter erfolgt über eine Vielzahl an unterschiedlichsten Stufen, die zwischendurch sogar eine kleine Höhle und mehrere wirklich beeindruckende Schluchten passieren. Mindestens an einem Felsen neben dem Weg kann man eine Inschrift mit der Jahreszahl 1897 entdecken, was aber nur ungefähr der touristischen Erschließung der Schlucht entspricht. Im Ursprung wird die Schlucht schon viel länger als eine Art Schutzraum benutzt. Daher auch der Name, da die Anwohner sich und ihr Hab und Gut im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) hier in Sicherheit gebracht haben.
Am Ende der Stufen erreicht man den Amselgrund, den es dann weiterhin auf der blauen Wanderwegmarkierung nach links aufwärts geht. Bis zum Amselfall steigt der Weg über eine Schräge, die noch vom Geländewagen des Gastwirtes armseliger_Amselfall_kleinbewältigt werden kann, an. Der Amselfall ist eine nette kleine Möglichkeit, sich in einer Gaststätte zu erfrischen oder auch im Nationalparkinformationshaus zu bilden. Von dem kleinen Wasserfall geht es über ein paar Stufen weiter aufwärts, bis nach einem ¾ Kilometer links eine kleine Schlucht abbiegt. Wenn man die Schlucht von unten aufwärts blickt, dann kann man eine kleinere Brücke erkennen. Das Komische ist, dass diese Fußgängerbrücke (Station Nr.16) für ein armseliges Bächlein gebaut worden ist. Aber vermutlich können bei einem ordentlichen Regenguss gewaltige Wassermassen von den Feldern oberhalb herabrauschen. Der Weg führt in einem kleinen Zickzack aufwärts, zwischendurch kann man sich auf einer Bank von dem Aufstieg erholen. Hinter der Bank befindet sich eine Gedenktafel an den Auftraggeber für den Bau des Weges („Eugen Biehn, brasilianischer Konsul in Dresden, 1914“). Der Eugen-Biehn-Weg ist die Station 15.2 des Weges der Achtsamkeit.
Auf dem weiteren Weg in Richtung Rathewalde passiert die Wanderung eine gewaltige Eiche (Station Nr.17), die vermutlich 1895 zum 80. Geburtstag von Otto von Bismarck hier gepflanzt wurde. Das Haus daneben (Hausnummer 11) mit der lateinischen Inschrift „Ille terrarum mihi praeter omnes angulus ridet“ (übersetzt: Dieses Plätzchen auf der Erde gefällt mir besser als alle anderen) wurde zeitweise von Herrn Eugen Biehn bewohnt.
Die Wanderung führt über den Basteiweg nach Rathewalde hinein. An der Kirche biegt man nach rechts zwischen den Löschteich und den Parkplatz ab. Auf der Teichstraße geht es ca. 160 Meter, bis der Querweg erreicht ist. Hier führt die Wanderung nach links zuerst am Ortsrand entlang, dann wird die Landstraße zwischen Rathewalde und der Hockstein-Schänke überquert und es geht relativ angenehm ansteigend weiter. Nach 400 Metern erreicht der asphaltierte Feldweg die riesig breite Straße der ehemaligen Rennstrecke, die aber auch nur überquert werden muss, um dann gegenüber auf der kleinen Zufahrtsstraße von Zeschnig weiter zu wandern. Kurz vor der Ortschaft biegt man nach links ab und dann führt der Weg in einem Bogen durch die Ortschaft bis zum sehr schönen Insektenhotel. Diese Insektenhotels sieht man schon von Zeit zu Zeit mal irgendwo herumstehen, aber so ein schönes und großes haben wir noch nie gesehen. Hier hat sich jemand wirklich sehr viel Mühe gegeben.
An dem Insektenhotel biegt auch ein unscheinbarer Pfad in Richtung Hohburkersdorf ab. Dieser Weg führt einmal durch die Senke zwischen den beiden Orten und endet auf der Straße vor dem Permahof. Da die Straße hier eine Sackgasse ist, kann man sehr angenehm auf ihr nach links wandern. Wenige Meter vor der hohen Brücke, die quer über die Dorfstraße führt, biegt nach links eine Zufahrtsstraße ab. Diese wandert man hoch bis zur ehemaligen Rennstrecke, die aber auch hier wieder nur überquert werden muss, um dann gegenüber die paar Höhenmeter zum Hohburkersdorfer Rundblick aufzusteigen (blauer Strich blauer Strich). Diese schöne Panoramaaussicht ist die Station Nr.10. Auf dem Berg hat man nicht nur eine fantastische Rundumsicht, sondern hier steht zwischen den mächtigen Linden auch noch ein großer Gedenkstein an die Opfer der beiden Weltkriege. Die Aussicht mit ihren Bänken lädt immer wieder zum Verweilen ein.
Nun geht es abwärts in Richtung Rathewalde. Am Ortseingang befinden sich gleich mehrere Stelen, versteinertes_Leben_in_Rathewalde_kleinin die ganz viele unterschiedliche Steine eingelassen sind. Unsere Kinder haben ganz besonders die vielen versteinerten Schnecken usw. beeindruckt. Die Schautafeln sind wirklich sehr schön gemacht und haben die Stationsnummer 9. Nach einem weiteren Stückchen in Richtung Dorfmitte muss eine ziemlich hässliche Straße überquert werden. Es handelt sich um die schon bekannte Straße zwischen der Hocksteinschänke und der Bastei. Hier darf der Querverkehr zwar nur Tempo 30 km/h fahren, aber die Stelle ist ziemlich unübersichtlich und macht als Fußgänger mit Kindern überhaupt keinen Spaß.
Danach geht es aber auf der Altes_Spritzenhaus_in_Rathewalde_und_Muetzentraeger_kleinDorfstraße (Amselgrundstraße) sehr angenehm weiter. Auf der linken Straßenseite passiert man ein kleines Kneippbecken und das neu sanierte ehemalige Feuerwehrhäuschen von 1840. In so ein Häuschen passt heutzutage noch gerade ein Personenwagen hinein, aber jegliches Feuerwehrauto hätte keine Chance, darin zu parken (Station Nr. 8). Auf der rechten Straßenseite befindet sich knapp neben der Kirche das Geburtshaus des ersten Mundarterzählers der Vorderen Sächsischen Schweiz Willy Alwin Rotzsch (1883 – 1912) (Nr.7).
Seltsamerweise hat ausgerechnet die schöne kleine Kirche von Rathewalde keine Station bei dem Weg der Achtsamkeit erhalten. Trotzdem sollte man einen kurzen Abstecher in die Kirche unternehmen, da man sich viel Mühe mit der Sanierung gegeben hat. Es ist schon wirklich beeindruckend, dass der Ursprung des Gebäudes das Jahr 1647 ist. Pfarrteich_in_Rathewalde_klein 1860 wurde die Kirche noch mal umgebaut. Gleich neben der Kirche befinden sich die ehemalige Schule und das Wohnhaus des Kantors (Station Nr.11). Rutsche_Freibad_Rathewalde_kleinNeben bzw. hinter dem Haus befindet sich der ziemlich große Pfarrteich, der mit seinen Seerosen und Schilf sehr natürlich aussieht. Das neu sanierte Freibad daneben sieht hingegen blitzblank aus und hat uns am Ende der Wanderung zu einem Badenachmittag eingeladen. schoenes_Freibad_Rathewalde_kleinEs hat sowohl uns als auch den kleinen Familienmitgliedern einen riesigen Spaß gemacht, nach einer ordentlichen Wanderung ins kühle Nass abzutauchen. Nur seltsamerweise war es den älteren Familienmitgliedern zu kalt, während die Kinder das Wasser erst wieder verlassen haben, als die Lippen ordentlich blau angelaufen waren und die Milchzähne vor lauter Geklapper fast heraus fielen.
Von dem Schwimmbad ging es dann noch die letzten paar Meter auf dem Bruno-Barthel- Weg zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Hier befindet sich auf der rechten Wegseite eine Streuobstwiese mit so einigen Bienenstöcken. Ganz besonders nett ist, dass eins der Bienenvölker in einem Bienenschaukasten wohnt. Hier darf man auf das Privatgelände gehen und den fleißigen Tierchen bei ihrer Arbeit zusehen.
Die Wanderung über den Weg der Achtsamkeit hat wirklich Spaß gemacht. Es war alles enthalten, was eine schöne Wanderung in der Sächsischen Schweiz ausmacht: Aussichten, Felsen, Schluchten, Ruhe.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rathewalde Ortsmitte mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Rathewalde Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.