Wilde Hölle

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,50 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 490 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klammern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Nasser Grund - Mittelwinkel - grüner Punkt - Schrammsteinaussicht - blauer Strich - Schrammsteinweg - Zurückesteig - Caralafelsen - Wilde Hölle - Eulentilke - Nasser Grund - Kirnitzschtal

Beschreibung:

Die Wanderung Wilde Hölle ist durch das Gequengel meiner großen Tochter entstanden. Wir hatten letztes Jahr eine Wanderung durch die Wilde Hölle zum Carolafelsen hoch unternommen und jetzt wollte meine Tochter noch einmal unbedingt durch die Wilde Hölle. Da eine Wiederholung der selben Wanderung langweilig ist, hatte ich die Aufgabe, eine neue Wanderrunde auszudenken und hier ist das Resultat:
Den Startpunkt für die Wanderung habe ich auf den Parkplatz Nasser Grund gelegt. Durch das Tal des Nassen Grundes geht es nach oben. Der Aufstieg ist ziemlich angenehm, da es auf einer fahrbaren Straße entlang geht. Diese Straße ist aber für den normalen Verkehr gesperrt. Bis jetzt habe ich erst dreimal eine Ausnahme erlebt: Zweimal ist die Straße wegen Hochwasser der Elbe für die Bewohner von Ostrau freigegeben worden und einmal ist letztes Jahr (2007) unser Bundespräsident mit einer riesigen Gesellschaft auf der Wildwiese neben dem Wenzelsweg gewesen. Aufstieg_Mittelwinkel_kleinAuch wenn der Bundespräsident selber tatsächlich gewandert ist, so waren doch einige Autos auf der Straße unterwegs. Normalerweise sind es aber maximal ein paar Radfahrer, die eine schwungvolle Abfahrt genießen. Nach 1 ½ Kilometern biegt der Nasse Grund bzw. der breite Waldweg nach rechts ab, die Wanderung geht aber weiter geradeaus auf die Schrammsteine zu. Nach ca. 250 Metern erreicht man eine Wegkreuzung, an der geradeaus der grün markierte Wanderweg grüner Punkt auf die Schrammsteine steigt. Der Zugang auf die Schrammsteine über den Mittelwinkel ist gerade neu hergerichtet worden. Jetzt sind die Stufen aus stabilen Gitterrosten und ein richtig ordentliches Geländer bietet Halt. Nach ein paar hundert Stufen erreicht man eine kleinere Ebene. Jetzt ist man eigentlich schon auf den Schrammsteinen angekommen, aber so richtig was sehen kann man erst, wenn man noch 250 Meter nach rechts wandert. Besucher_auf_Schrammsteinaussicht_kleinVon der Entfernung sind 250 Meter nicht gerade viel, aber diese paar Meter können schon mal ihre Zeit brauchen. Muellerstein_Wildwiese_von_Schrammsteinaussicht_kleinDer Weg geht über ein paar Leitern/Stufen und mehrere „einspurige“ Felsspalten bis zur vorderen Aussicht. Damit erreicht man eine der schönsten Aussichtspunkte der ganzen Sächsischen Schweiz. Es ist wirklich der Hammer, wenn links und rechts der Felsen fast 100 Meter in die Tiefe fällt und man die Ausläufer der Schrammsteine bestaunen kann. Leider ist die Aussicht bei schönem Wetter, ganz besonders natürlich am Wochenende, schon mal ziemlich überlaufen. Aber wen wundert das schon bei diesem Ausblick.
Von der Aussicht geht es wieder zurück über den Gratweg. Nach den schon besagten 250 Metern passiert man den Auf- bzw. Abstieg und wandert jetzt weiter auf dem blauen Strich blauer Strich. Auch hier geht es an mehreren schmalen Stellen entlang, an denen man von Zeit zu Zeit den Gegenverkehr abwarten muss. Der Schrammsteinweg wird mit der Zeit immer angenehmer zu gehen und nach ½ Stunde erreicht man die sehr nette Aussicht an der Breiten Kluft. Diese Aussicht lädt zu einer kleinen Rast ein, da es sich um eine riesige Felsfläche handelt, Felsenwunder_am_Zurueckesteig_kleindie sich durch einige Hubbel ganz gut zum Sitzen anbietet. Von hier geht die Wanderung weiterhin auf dem blau markierten Weg in Richtung Winterberg. Nach ca. 1,4 Kilometern erreicht man den sogenannten Zurückesteig. Dabei handelt es sich um ein paar Stufen und einen ganz seltsamen Felsen, der am Wegesrand steht. Dass dieser Felsen überhaupt noch dort steht ist meiner Ansicht nach ein statisches Wunder. Ein so mächtiger Felsen auf so einem kleinen Fuß ist wirklich überraschend. 200 Meter hinter dem Zurückesteig biegt nach links ein ausgeschilderter Weg ab. Zugang_Carolafelsen_kleinAuf dem Schild stehen die beiden Ziele Carolafelsen und Wilde Hölle. Der Zugang zur Aussicht Carolafelsen ist nach 300 Metern erreicht und diesen schönen Platz sollte man sich nicht entgehen lassen. Um auf die Aussicht zu kommen, steigt man ein paar Stufen und Felsen nach links hoch und schon hat man das Plateau erreicht. Die Ausmaße der Aussicht sind ähnlich wie an der Breiten Kluft, nur dass man von hier in die andere Himmelsrichtung Falkenstein_Lilienstein_von_Carolafelsen_klein(Nordwesten) blickt. Besonders nett ist, dass der Falkenstein und der Lilienstein genau in einer Linie stehen. Damit sind wirklich alle Fotos von dieser Aussicht sehr einfach zu identifizieren. Nachdem man auch diesen Ausblick ausreichend genossen hat, geht es wieder zurück auf den Weg runter in die Wilde Hölle. Die ersten Meter runter in die Schlucht sind wirklich erbärmlich. Es geht über eine riesige Anzahl Felsmurmeln abwärts, bis es durch einen steilen Felsen richtig interessant wird. Auf dem linken Felsen sind ein paar Klammern und eine längere Eisenleiter angebracht, sodass der Abstieg noch ein bisschen Spannung enthält. Die Klammern sind bei weitem nichts Besonderes und auch eine 6jährige hat es fast ohne Hilfe alleine geschafft. Bachlauf_Wilde_Hoelle_kleinNur zwischendurch hatte der fürsorgliche Papi mal wieder Angst und musste helfend eingreifen. Das einzige Missgeschick ist vor dem eigentlichen Kletterabschnitt passiert, weil hier der Übermut mal wieder zugeschlagen hatte. Hier hat der Hosenboden Kontakt mit einer zu großen Felsmurmel gehabt.
Nach dem Abstieg durch die Wilde Hölle wechselt die Wanderwegform sehr abrupt von Kletterpartie in „sehr angenehm zu laufen“. Vielleicht ist es noch ein bisschen sandig, aber sonst geht es nett weiter runter. Zwischendurch passiert man den Unteren Affensteinweg, der aber nur überquert wird, um dann weiter durch die Eulentilke auf den Nassen Grund zuzusteuern. Die Eulentilke ist ein sehr netter Grund, der überraschend leer ist. Aber vermutlich liegt das einfach daran, dass selbst der Nasse Grund kein markierter Wanderweg ist und so die Besucherzahlen selbst dort schon ziemlich gering sind. Die letzten Meter geht es nach rechts den Nassen Grund wieder herunter bis zum Parkplatz bzw. zur Kirnitzschtalstraße.
Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die aber am Schluss noch eine Überraschung für mich beinhaltete. Nachdem ich meine Tochter nun fragte, ob ihr die Wanderung auch gefallen hätte, erzählte sie mir, dass die Runde aber nichts mit ihrem Wunsch (sie hatte die ganze Zeit von der Wilden Hölle gesprochen) zu tun hätte. Nach einem kleinen klärenden Gespräch stellte sich dann heraus, dass sie gar nicht die Wilde Hölle, sondern das Labyrinth meinte. Na, dann sind wir halt am nächsten Tag auch noch zum Labyrinth gewandert.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Nasser Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Nasser Grund
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.