Willys Ruh

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 230 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Rosenthal - Bielatal - Karte 95;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
hier

Warnung:

Achtung diese Tour lässt sich im Moment so nicht durchführen, weil:
die Trekkinghütten nur in den Sommermonaten (ungefähr Mitte April - Mitte Oktober) geöffnet sind.

Kurzbeschreibung:

Rosenthal - Altes Zollhaus - blauer Strich - Doppelter A-Flügel - gelber Strich - Fuchsbachstraße - Fuchsteich - Fuchsbach - Steinbogen der alten Flößerbrücke - Oberer Hühnerbergweg - Flügel Acht - Willys Ruh - grüner Strich - Flügel Acht - Alte Tetschener Straße - Rosenthal - Altes Zollhaus

Beschreibung:

Nachdem wir zwei Tage vorher die Trekkinghütte Grenzbaude ausprobiert hatten, sollte diesmal Willy´s Ruh das Ziel einer kleinen Wanderung sein. Blöderweise bin ich vor dieser Wanderung noch mit einem befreundeten Paar in Böhmen wandern gewesen, was zwar wirklich sehr schön war, aber leider mein Zeitmanagement mal wieder vollkommen durcheinander gebracht hat. Also schnell nach Hause, die wanderwillige Tochter geschnappt, zum Nationalparkhaus geflitzt, um das Übernachtungsticket (für Erwachsene 10 € Stand 2015) zu kaufen und natürlich mussten wir noch eben bei einem Supermarkt anhalten, um ein paar Lebensmittel zum Verschönern des Abends zu kaufen. Von dort ab nach Rosenthal zum Startpunkt an den ehemaligen Zollhäusern. Die Fahrt bis hinter Rosenthal zieht sich wirklich riesig lang hin und wir waren ziemlich erschrocken, wie spät es schon war. Aus den Erfahrungen von der Grenzbaude wussten wir, dass es um 19:00 Uhr schon ziemlich dunkel ist und die Trekkinghütte Willy´s Ruh hat auch noch die Tarnfarbe Braun.
Los geht’s. Von dem Parkplatz wandert man auf dem Alten Schneeberger Kirch- und Leichenweg Abendlicher_Blick_aus_Rosenthal_klein(blauer Strich blauer Strich) in Richtung Grenze, also vom Parkplatz kommend nach rechts. Nach ein paar hundert Metern überholte uns noch der Linienbus, den wir dann aber nach etwas mehr als einem Kilometer an seiner Endhaltestelle wieder trafen. Der Busfahrer wünschte uns einen angenehmen Abend und er machte den Eindruck, als ob er genau wusste, was wir vorhatten. Gleich an der Busendhaltestelle verlässt die Wanderung den blauen Strich und es geht nach links gelb markiert gelber Strich auf der Fuchsbachstraße Staumauer_am_Fuchsteich_kleinweiter. Auch wenn es Straße heißt, so ist es nur eine gut ausgebaute Forststraße, auf der einem höchstens ein paar Forstarbeiter oder, Spiegelung_am_Fuchsteich_kleinwie in unserem Fall, ein ziviles Polizeiauto entgegen kommt. Nach zwei Kilometern passiert die Wanderung den Fuchsteich. Dieser Teich ist eigentlich ein sehr netter Platz, um eine kleine Rast einzulegen, aber irgendwie war auf unserer Runde die Dunkelheit schon ziemlich fortgeschritten und so ging es noch ein paar hundert Meter weiter auf der Fuchsbachstraße. Dann biegt der gelb markierte Steinbogen_der_alten_Floesserbruecke_kleinWanderweg nach rechts ab und überquert den Fuchsbach. Auf der Brücke sollte man nach links herunter blicken. Hier befindet sich gleich neben der neuen Bücke ein netter kleiner Steinbogen, der der Überrest der ursprünglichen Flößerbrücke sein soll. Auf jeden Fall ist es ein sehr gutes Anschauungsobjekt für eine Bogenbrücke und deren Tragkraft.
Nach 100 Metern auf diesem Weg biegt links der Flügel Acht mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich ab. Eigentlich war im Ursprung für diese Wanderung geplant, dem gelben Strich noch über den Hühnerberg bis zum Taubenteich zu folgen und dann von hinten an die Trekkinghütte zu gelangen, aber wir hatten nicht den Mut, unser Nachtlager im Dunklen zu suchen. Die Wanderung führt etwas mehr als einen Kilometer (1,1 Kilometer) am Hang des Hühnerbergs entlang, bis nach rechts ein Waldweg abzweigt. Ein kleineres Hinweisschild mit einem abgebildeten Haus zeigt die letzten Meter bis zur Trekkinghütte an. Die Hütte Willy´s Ruh steht weniger als 100 Meter neben dem markierten Wanderweg und ist genauso wie die Grenzbaude vom Forstweg nicht zu sehen.
Überraschenderweise waren wir auch in dieser Hütte die einzigen Gäste und auch hier haben wir erst mal die Hütte ordentlich vollgequalmt. In Willy´s Ruh gibt es im Aufenthaltsraum gleich zwei unterschiedliche Kamine. Kaminofen_in_Willys_Ruh_kleinIm hinteren Teil des Ofens ist ein offener Kamin und von vorne ist der Ofen ein Kachelofen. Nachdem wir zuerst den offenen Kamin angezündet hatten und jedes Mal, wenn das Holz herunter gebrannt war, der Qualm in die Hütte stieg, sind wir umgestiegen auf den Kachelofen. Auch wenn es eine ganze Weile gedauert hat, bis wir diesen Klotz an Material auf Temperatur gebracht haben, so war es nach der obligatorischen Nachtwanderung mollig warm im Aufenthaltsraum. Willys_Ruh_kleinEigentlich hatten wir uns für die Nachtwanderung vorgenommen, den ausgelassenen Bogen um den Hühnerberg nachzuholen, aber irgendwie war uns der vom Wegweiser mit einer ¾ Stunde ausgewiesene Weg vom Fuchsteich zum Taubenteich dann doch zu lang und so sind wir mal wieder nur zwei Kilometer auf dem gut ausgebauten Forstweg hin und zurück gewandert. Außerdem lockten die Knabbereien in der Hütte einfach mehr als weiter nasse Füße im Wald. Wenn man in der Nacht in der Hütte sitzt, dann sind die Fenster nur tiefschwarze Löcher und irgendwie ist es schon ein ganzes Stück anders, als wenn man zu Hause die Fenster sieht. Eine wirklich lustige Beschäftigung waren die vielen Einträge in dem Hüttenbuch. Im Gegensatz zur Grenzbaude mit 5-7 Einträgen waren in dem Buch in Willy´s Ruh geschätzte 50 Einträge für dieses Jahr. Es macht also den Eindruck, dass die Hütte gut angenommen wird und erfreulicherweise war aber auch noch nichts zerstört oder abgenutzt. Vielleicht sahen ein paar der vielen Kerzenleuchter ein wenig gut genutzt aus, aber dafür waren auch noch einige Kerzen vorhanden.
In Willy´s Ruh gibt es neben dem Aufenthaltsraum zwei Schlafräume mit insgesamt 5 Doppelstockbetten Grosser_Schlafraum_Willys_Ruh_kleinund oben drüber noch einen Schlafboden. In dem größeren Schlafraum steht noch ein weiterer Kaminofen, den wir aber nicht angeschmissen haben, da es einerseits nicht besonders kalt war und wir andererseits wenigstens unseren Schlafraum nicht auch noch vollräuchern wollten. Im Gegensatz zu der Nacht in der Grenzbaude haben wir beide in der Trekkinghütte Willy´s Ruh viel besser geschlafen. Mit einem Bettrahmen um die Isomatte hat man anscheinend doch mehr Ruhe, als wenn man am laufenden Bande auf dem Schlafboden von der Matte rollt.
Nachdem am Morgen die Hütte wieder so einigermaßen in den Ursprungszustand zurück versetzt ist, geht es auf dem schon bekannten Weg bis zum Fuchsbach bzw. der kleinen Steinbogenbrücke zurück. Dazu folgt man der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich nach links auf dem Flügel Acht. Komischerweise ist der Rückweg viel schneller absolviert und schon geht es auch noch die paar Meter am Fuchsbach entlang, bis die grüne Wanderwegmarkierung nach rechts den Hang hinaufsteigt. Dieser Forstweg ist die Alte Tetschener Straße, die nicht besonders aufregend, aber dafür sehr einfach zu wandern ist. Insgesamt sind es zwei Kilometer, bis ein sehr schöner Aussichtspunkt über den oberen Teil von Rosenthal erreicht wird. Von hier sollte man auch schon wieder sein Auto an den Zollhäusern erkennen können. In unserem Fall war es leider nicht so, aber zum Glück war es nur ein sehr dichter Nieselregen, der uns die letzten Meter erschwerte. Die Wanderung folgt der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt und nach einem knappen Schlenker bis zum Dorfrand geht es auf dem blauen Strich blauer Strich bis zum Ausgangspunkt zurück.
Diese Runde war, ganz ähnlich wie der Bogen zur Grenzbaude, keine besonders aufregende Wanderung, aber dafür war die Übernachtung schon etwas ganz Besonderes. Es ist schon komisch, wie selbstverständlich heutzutage das fließende Wasser, der elektrische Strom und die Lichtverschmutzung sind. Für uns war es eine wirklich tolle Erfahrung und wir hoffen, dass die beiden Hütten auch in Zukunft noch weiterhin für solch eine unvergessliche Nacht zur Verfügung stehen. Vermutlich wäre es sogar sehr nett, wenn das im Winter möglich wäre, denn dann macht ein Abend an einem knisternden Ofen bestimmt ganz besonders viel Spaß.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Rosenthal Zollhäuser mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Rosenthal Zollhäuser
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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