Zwergenhöhle

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unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 5,00 km
Höhenunterschied:
ca. 200 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Stolpen und das Stolpener Land;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Dürrröhrsdorf-Dittersbach - Schloss - Kaiserstuhl - Zwergenhöhle - roter Strich - Schöne Höhe - grüner Strich - Wesenitz - Teufelskanzel - Elbersdorfer Mühle - blauer Punkt - Steinbruch - Dürrröhrsdorf- Dittersbach - Schloss

Beschreibung:

Die Wanderung zur Zwergenhöhle ist dadurch entstanden, dass wir nach der Runde Von Quandt ein Begleitheft gelesen haben, in dem die Zwergenhöhle auf der Schönen Höhe erwähnt wurde. Leider haben wir das aber eben erst im Nachhinein entdeckt, und so wurde dieses Missgeschick gleich mal wieder zu einer weiteren Erkundungswanderung ausgebaut.
Der Startpunkt der Wanderung liegt am südlichen Teil des Schlosses von Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Hier kreuzt sich die Wesenitz mit der Hauptstraße (S161). Der erste Anlaufpunkt der Wanderung soll der Schlossgarten sein. Statue_Diana_Schloss_Duerrroehrsdorf-Dittersbach_kleinLeider kann man noch nicht durch die Vorderseite des Schlosses in den Garten gelangen und so geht es erst mal ein paar Meter auf dem Waldweg neben der Wesenitz entlang. Auf der anderen Bachseite kann man schon in den Park blicken, aber erst nach ¼ Kilometer ermöglicht eine kleine Fußgängerbrücke den Zutritt. Im Park befinden sich ein paar Statuen bzw. Säulen, eine nettes kleines Häuschen und ein paar gut gepflegte Wege. Ganz besonders fällt die gut erhaltene Statue der Diana ( röm. Göttin der Jagd, des Mondes, der Fruchtbarkeit, Beschützerin der Frauen und Mädchen) auf.
In einem Bogen geht es um den Park, um dann rechts neben dem Pavillon durch die unauffällige Türe das Gelände zu verlassen. Hier steht man dann auf einer relativ hässlichen Straße, der aber glücklicherweise nur ein kurzes Stück (150 Meter) nach links gefolgt werden muss. Dann biegt nach rechts ein Waldweg ab. Hier weist schon ein Schild auf die Zwergenhöhle hin. Nach 200 Metern biegt die Wanderung nach links ab. Der Waldweg steigt leicht an und nach ein paar hundert Metern fällt einem zuerst eine Hinweistafel auf der rechten Seite auf. Kaiserstuhl_Schoene_Hoehe_kleinDer Inhalt der Tafel ist: „Der so genannte Kaiserstuhl, der auf einer kleinen Terrasse angeordnet wurde, ist eine Sandsteinbank, die früher als Rastplatz beim Aufstieg zur Schönen Höhe diente. Sie wurde im Zuge der Gestaltung der Umgebung des Lustschlösschens vom Schlossbesitzer J. G. v. Quandt aufgestellt.“
Auf der gegenüberliegenden Wegseite ist gut sichtbar eine weitere Tafel aufgestellt, die das Hauptziel dieser Wanderung erklärt: “ J. G. v. Quandt ließ eine natürliche Felsspalte mit einem Tonnengewölbe aus Sandsteinquadern überdecken, so dass ein Tunnel entstand. Der Name basiert auf der Sage: Eingang_Zwergenhoehle_Schoene_Hoehe_kleinDer große Schatz auf der Schönen Höhe bei Dittersbach.“ Gleich hinter dem Schild befindet sich der Eingang in die Höhle. Innenseite_Zwergenhoehle_kleinLeider habe ich unsere große Tochter (8 Jahre) mit der Bezeichnung Zwergenhöhle zu dieser Wanderung gelockt. Irgendwie hatte sie aber eine ganz andere Vorstellung von einer Zwergenhöhle und so war sie ziemlich enttäuscht, dass überhaupt keine Zwerge zu sehen waren und sie sich außerdem unter einer Höhle etwas anderes (vielleicht größeres) vorstellt. Auf jeden Fall hat sie die Stelle sehr treffend in Zwergentunnel umbenannt.
Nach dieser Enttäuschung, zumindest für meine Tochter, sind wir dann weiter gewandert. Irgendwie ist uns der Weg gleich mehrere Male abhanden gekommen, sodass wir zwischendurch eine kleine Querfeldeineinlage hatten. Eigentlich sollte der Weg einfach nur in der Verlängerung weiter gehen, aber irgendwie hatten wir uns in den Kopf gesetzt, dass es bestimmt auf der Schoene_Hoehle_Gebaeude_kleinRückseite der Zwergenhöhle einen direkteren Weg zur Schönen Höhe geben müsste. Leider war dem nicht so und so landeten wir wieder auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Zum Glück führte dieser Weg auf dem direkten Weg auf den Gipfel. Das eigentliche Gebäude auf der Schönen Höhe ist wirklich ein beeindruckendes Haus, das ich schon auf der Wanderung Von Quandt besichtigen konnte. Leider war das Haus diesmal geschlossen, aber so konnten wir uns ganz einem kindgerechten Picknick (Lakritz, Gummibärchen und Wienerwürstchen) hingeben.
Nach dieser kleinen Pause ging es an den Abstieg. Da die weitere Wanderung ins Wesenitztal führen sollte, haben wir den ganz gemein versteckten Weg hinter der Gaststätte gewählt. Der Weg steigt parallel zum Waldrand bzw. eigentlich ist es ein Gartenrand abwärts und ist mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir das tolle Haus auf dem Grundstück sehen, da so ein Huf Haus immer unser Traumhaus war. Am Ende des Pfades wird wieder die bekannte Straße erreicht, die aber auch nur überquert wird. Genau gegenüber versteckt sich neben dem kleinen Häuschen der weitere Abstieg. Als nächstes geht es ins super ruhige Tal der Wesenitz. Nach dem kurzen Abstieg bis kurz vor dem Bach geht die Wanderung eigentlich nach rechts weiter. Hier bietet sich aber noch ein ganz besonderer Platz an. Teufelskanzel_in_Wesenitz_kleinEin ganz kleines Stückchen nach links runter befindet sich die Teufelskanzel. Bei diesem Rastplatz handelt es sich um eine riesige Felsmurmel, die in weit vergangenen Zeiten in den Bachlauf gekullert ist. Auf diesem Felsen befinden sich zwei Bänke, die zum Verweilen einladen. Nicht nur, dass es ein wirklich schöner Platz ist, sondern hier kann man auch ganz hervorragend die scheuen Wasseramseln (schwarze Amsel mit weißem Latz) beobachten.
Von diesem netten Rastplatz (natürlich wieder mit einem kleinen Picknick) geht es dann weiter dem Bachlauf hinterher. Die Wesenitz ist ein extrem ruhiger Bach bzw. ein besucherarmer. Das ist in dem Bereich zwischen Schlosspark, Teufelskanzel und der Elbersdorfer Mühle ganz deutlich zu merken. Schon ein ganzes Stück vor dem bebauten Gebiet wird der Mühlgraben von der Wesenitz abgezweigt. Die Mühle wird heutzutage nur noch zum Stromerzeugen genutzt. Das eigentliche Mühlengebäude sieht heutzutage ziemlich verlassen aus, aber das Turbinen- und das Wohnhaus sind in einem ganz hervorragend gepflegten Zustand. Besonders auffällig ist die ungewöhnliche Fischtreppe neben dem Turbinenhaus.
Hier wird die Wesenitz für diese Wanderung auf der breiten Brücke überquert und dann geht es an das letzte Teilstück der Wanderung, wieder zurück auf der anderen Bachseite. Hier ist die Wanderung mit dem blauen Punkt blauer Punkt markiert. vollgelaufener_Steinbruch_Wesenitz_kleinNach etwas weniger als ½ Kilometer passiert man einen vollgelaufenen Steinbruch und zwei dazugehörende Wohnhäuser. Irgendwie sieht der Steinbruch heutzutage richtig romantisch aus. Die Wasserfarbe ändert sich immer mal wieder. Im Sommer 2010 war die gesamte Wasseroberfläche leuchtend grün und ein tiefliegendes Ruderboot dümpelte am Rand. Mich würde schon brennend interessieren, wie tief hier das Wasser ist.
Die Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung weiterhin und schon bald ist wieder die kleine Brücke in den Schlosspark erreicht. Damit schließt sich die Wanderung und der Ausgangspunkt ist nicht mehr besonders weit entfernt. Die Meinungen zu dieser Wanderung sind ziemlich unterschiedlich, da die kleinere Wanderin immer noch mit dem Begriff Zwergenhöhle hadert. Aber trotzdem konnten wir uns darauf einigen, dass es sich um eine empfehlenswerte Wanderung handelt, die doch so einige interessante Punkte (Schloss mit Park, Zwergentunnel, Wesenitz, Schöne Höhe) bietet.

Kleiner Nachtrag:
Inzwischen wissen wir auch, wie den die Sage „Der große Schatz auf der «Schönen Höhe» bei Dittersbach“ lautet:
Eines Tages ging der alte Herr von Quandt wieder einmal hinauf zu seinem Lustschlosse «Schönhöhe». Sinnend stieg er zu ihm durch den Wald empor. Da sah er seitwärts am Wege vor Felsenspalte ein zwergartiges Männlein mit langem, grauem Barte stehen. Das winkte ihm. Herr von Quandt schaute neugierig in den Spalt jenes Felsens und erblickte zu seiner großen Verwunderung eine Höhle, in der Gold und Edelsteine funkelten. Das Männlein forderte ihn auf, doch nur zuzugreifen. Da aber schloss sich plötzlich der Spalt jenes Felsens, und von einer Höhle war nichts mehr zu sehen. Auch das Männlein war spurlos verschwunden.
Noch oft ging Herr von Quandt an jenem Felsen vorüber, aber nie wieder ist ihm das Zwerglein erschienen. Als er später die Umgebung seines Lustschlosses mit hübschen Anlagen versehen ließ, hat er durch jene Felsenpartie einen kleinen Tunnel legen lassen. Doch die stille Hoffnung, bei dieser Gelegenheit vielleicht auf den verborgenen Schatz zu stoßen, erfüllte sich nicht. Wohl aber fand der Grundherr viele kostbare Schätze auf den von ihm sorgfältig bestellten Feldern, die zum Rittergute gehören. Der von ihm rationell betriebene Ackerbau brachte ihm hohen Gewinn.
Der Kommentar der Tochter war daraufhin, dass gibt dem Ganze dann auch einen Sinn. Glück gehabt.

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