Eiswanderung in Böhmen

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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 14,00 km
Höhenunterschied:
ca. 450 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
leicht
witterungsbedingt schwierig
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Haus des Gastes - grüner Punkt - Buchenparkhalle - Höllstraße - Alte Böhmer Straße - Kirnitzschtal - Grenzübergang Hinterdittersbach - grüner Strich - Jankenwaldweg - Jungferntanne - blauer Strich - Brückengrund - Unterer Weg - Wolfstafel - Grenzübergang Hinterdaubitz - gelber Strich - Liebschenräumicht - Hinterdaubitzer Straße - Hinterhermsdorf - Neudorf - Neudorfstraße - Haus des Gastes

Eiswanderung in Böhmen

Gleich etwas vorne weg, als ich die Wanderung durchgeführt habe, war der Grenzübergang Rabenstein noch nicht geöffnet. Seit dem 28.10.2003 ist der Grenzübergang Rabenstein für Wanderer und Radler geöffnet.
Die Wanderung startet wie fast alle Wanderungen im Bereich Hinterhermsdorf auf dem großen Parkplatz von Hinterhermsdorf. Von dort geht es ins Dorf und man folgt immer der Ausschilderung “Bootsstation” oder “Obere Schleuse”. Man folgt erst mal bis zur Buchenparkhalle den Wegmarkierungen grüner Punkt grüner Punkt, blauer Strich blauer Strich oder roter Strich roter Strich. An der Buchenparkhalle kann man auch ganz hervorragend parken. Die Parkplatzgebühren sind die gleichen wie im Ort, nur hier steht das Auto ziemlich im Wald. An der Buchenparkhalle folgt man weiterhin dem grünen Punkt. Die beiden anderen Wegmarkierungen gehen runter in Richtung Schleusen. Ungefähr 400 Meter hinter der Buchenparkhalle biegt der grüne Punkt nach rechts ab. Da man aber ins Kirnitzschtal hinunterkommen möchte, geht es den Weg geradeaus ins Tal runter. Die Wanderung geht über die alte Böhmerstraße immer weiter nach unten, durch mehrere Hohlwege, bis ins Kirnitzschtal. Am Ende der alten Böhmerstraße geht es nur noch links oder rechts. Auch wenn es nicht so aussieht (ich zumindest hatte das Gefühl, auf dem falschen Weg zu sein) geht es hier nach rechts. Nach 250 Metern erreicht man die Wegmarkierungen blauer blauer Strich und grüner grüner Strich Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man nach links. Beide Wanderwege biegen nach kurzer Strecke wieder nach links ab, man selber geht aber weiter geradeaus.
Grenzuebergang_Rabenstein_kleinVor einem liegt jetzt die Brücke über die Kirnitzsch. Die Brücke ist, aus welchem Grund auch immer, unpassierbar gemacht worden, indem man die Betonplatten entfernt und davor aufgestapelt hat. Die Nationalparkverwaltung plant für dieses Jahr (2003) einen Neubau dieser Brücke und ich schätze mal, dass es dann auch einen Grenzübergang für Fußgänger an dieser Stelle geben wird. Leider ist dieser Grenzübergang schon in mehreren Wanderkarten als offizieller Grenzübergang eingetragen und ich hatte mir diese Wanderung in den Kopf gesetzt. Also musste ich jetzt über diese seltsame Brücke.
An dieser Stelle befand sich bis 1945 der Ortsteil Hinter- Dittersbach. 1833 wurden 4 Häuser, um 1900 7 Häuser erwähnt. Die Böhmerstraße bildete die Grenze zwischen der Binsdorfer und der Böhmisch-Kamnitzer Herrschaft. Hier stand die alte Kirnitzschschänke und die beiden herrschaftlichen Forsthäuser. Ab dem letzten Jahrhundert war hier ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege. (Dies stand so auf einer Informationstafel dort.)
Auf einem dieser Wanderwege geht es jetzt weiter. Man geht also über die Brücke und dann gleich links den Berg hoch. Oben angekommen, geht es einen sehr angenehmen Gratweg entlang. Ganz interessant ist, mit was für einer Mühe die Böhmen versuchen, einen natürlichen Mischwald wieder herzustellen. Es ist erfreulich und bewundernswert. Am Wegesrand sind zig Schonungen zu sehen, die mit wirklich schicken Holzzäunen umschlossen sind. Die Wanderung geht ab der Grenze über den böhmischen Wanderweg mit der Markierung grüner Strich grüner Strich. Nach drei Kilometern kreuzt der böhmische blaue Wanderweg blauer Strich. Diesem Weg folgt man nach links. Jetzt wird es wirklich romantisch. Es geht mehrere Male durch Hohlwege den Berg hoch und runter. Diese Schluchten sind so eng, dass mein Navigationssystem leider keine Satelliten mehr gefunden hat. So gibt es keine aufgezeichneten Höhendaten. Ich schätze, dass zu den aufgezeichneten Höhendaten 150 – 200 Meter dazukommen, da es in den Hohlwegen einige Male hoch und runter ging.
Eisweg_Boehmen_2_kleinLeider waren die Wege für die Sonne so unerreichbar, dass es so 6 – 7 Kilometer auf blankem Eis entlangging. Zum Teil waren die Wege unpassierbar, weil auch noch Regenwasser (ich hatte ein bisschen Pech mit dem Wetter) über die Eisfläche lief und damit ein Begehen fast unmöglich machte.
Irgendwann kommt dann der Wanderweg mit dem blauen Strich am Fußgängergrenzübergang an. Hier kann man mal wieder feststellen, dass Hr. Böhm seine Wanderkarten die besten sind. Es gibt mehrere andere Wanderkarten, da ist der Grenzübergang an der falschen Stelle eingezeichnet. Die Abweichung liegt im Bereich von einem halben Kilometer. Der Grenzübergang ist nicht gleich an der Niedermühlen, sondern ein Stück weiter nördlich.
Über den Grenzübergang geht es den Weg bis zu den nächsten zwei Wegmarkierungen: gelber gelber Strich und roter Strich roter Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man aber nur die nächsten 150 Meter. Jetzt geht ein direkter Forstweg nach links nach Hinterhermsdorf. Nach einem Kilometer erreicht man die ersten Häuser von Hinterhermsdorf. Von hier aus geht es wieder dem gelben Strich gelber Strich über die asphaltierte Straße nach, bis man den Parkplatz wieder ereicht.

Fazit:
Die Wanderung ist eine sehr schöne Wanderung, aber im Winter leider unbrauchbar.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00 €

Grundmühle Kamnitz

Im Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ist ein Klettersteigführer für die Böhmische Schweiz herausgekommen und dort sind gleich mehrere Wege im Tal der Kamenice (Kamnitz) im Bereich der Grundmühle  beschrieben. An der Grundmühle sind wir schon häufiger gewesen, aber die beschriebenen Stellen sind uns nie aufgefallen und deshalb muss gleich mal eine nette Wanderung dorthin unternommen werden. Als Wandertag hatte ich den Ostersamstag bei strahlendem Sonnenschein ausgesucht und es war mir schon bewusst, dass ein paar andere Wanderer unterwegs sein müssten, aber dass es so viele werden, hatte ich dann doch nicht gedacht. Ungewöhnlicherweise traten sie aber nur stellenweise auf.
Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Der Parkplatz hinter dem großen Hotel ist zwar riesig, aber immerhin war er an diesem Ostersamstag schon zur Hälfte gefüllt. Zum Glück bewegte sich der größte Teil der Besucher in Richtung Gabrielensteig bzw. Prebischtor. Als erstes geht es zur Vorderseite des Hotels. Wenn man auf das Hotel und den großen Biergarten blickt, befindet sich links hinter dem flachen Gebäude der eigentliche Start dieser Wanderung. Hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich in Richtung Kamenice (Kamnitz). Ungefähr ½ Kilometer vor dem Bach biegt die blaue Markierung nach links in ein sehr ruhiges Tal ab. Der Soorgrund führt bis zur Verbindungsstraße zwischen Jagdschloss_Zamecek_kleinMezní Louka (Rainwiese) und Vysoká Lípa (Hohenleipa). Ganz wenige Meter vor der Straße biegt die blaue Wegmarkierung sehr unauffällig nach rechts ab und führt dann auf der Zufahrt zum Zámeček (Jagdschloß) aufwärts. Der Name Zámeček (Jagdschloß) ist etwas irreführend, da das heutige Gebäude zwar ganz nett aussieht, aber mit einem Schloss überhaupt nichts mehr gemeinsam hat. Im Ursprung soll das Gebäude der fürstlichen Familie von Clary-Aldringen gehört haben, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei und dem Gebäudekomplex stünde eine grundlegende Sanierung ganz gut. Auf jeden Fall sind die draußen angebrachten Preise für die Gaststätte und die Übernachtung sehr niedrig. Sehr verwechslungsgefährlich ist, dass es in Rynartice ebenfalls noch mal den Namen Zámeček (Jagdschloß) gibt und bei jenem Hotel/Gaststätte dort handelt es sich genau um das Gegenteil zu diesem Ort hier.
Die Wanderung führt auf der Rückseite in den Wald hinein und schon bald erreicht man einen Wegweiser zum Ptačí kámen (Vogelstein). Nach ein paar hundert Metern erreicht man die Aussicht, die zwar nicht berauschend, aber als ein netter kleiner Rastplatz gut zu gebrauchen ist. Die Wanderung geht wieder von der Aussicht zurück bis zur bekannten blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich und dort nach rechts weiter bis zum Ortsrand von Vysoká Lípa (Hohenleipa). Gleich an den ersten Häusern biegt eine kleinere Dorfstraße nach rechts in den Kirchgrund ab. Wer zu früh abbiegt, landet an einer Schranke mit dem Text „Soukromá cesta (Privatstraße)! Vstup zakázán (Zutritt für Unbefugte verboten)!“ Hier wird erstmal die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und es geht den sehr angenehm zu wandernden Grund abwärts. Kapellennische_Kirchsteig_kleinDer Abstieg auf dem Kirchsteig passiert eine Kapellennische mit einem Jesusbild und die Jahreszahl 1568. Der Weg durch den Grund ist als Verbindungsweg zur Kirche in Růžová (Rosendorf) angelegt worden. Es ist immer wieder faszinierend, welche aufwändigen Wege die Gläubigen früher zu ihrer Kirche in Kauf genommen haben. Ein anderes Beispiel dafür ist der Weg von Schmilka über die Heilige Stiege nach Lichtenhain.
Nachdem man unten im Tal der Kamenice (Kamnitz) angekommen ist, fallen gleich zwei Besonderheiten auf. Zuerst sieht man die Reste einer alten Brücke bzw. heutzutage die beiden Brückenlager und dann steht rechts einer der netten Besucherlenkungszäune und ein Kernzonenschild. Aha, sollte also hier irgendetwas Interessantes zu entdecken sein? Als ich dort herumgegeistert bin, gab es auch noch etwas drittes Besonderes und das war eine kleine Gedächtnisstätte an einen verstorbenen Hund namens Muf. Da ich einfach zu neugierig war, bin ich an dem Zaun vorbeigegangen und schon nach wenigen Metern wurde es etwas schwieriger mit dem Fortkommen. Steg_Kamnitz_Hoehle_Holle_kleinDer Weg führt über einen aus dem Felsen gearbeiteten Absatz, der früher ein Geländer und an einer Stelle sogar einen Steg hatte. lange_Hoehle_Kamnitz_kleinNachdem man diese Stelle passiert hat, geht es in eine relativ lange Höhle. Diese Höhle ist wirklich sehr einfach zu passieren, da es eigentlich nichts anderes ist als eine große Sandsteinplatte, die sich gegen eine andere neigt und die Kamenice (Kamnitz) hat ein wenig Sand hinein gespült. Im hinteren Teil der Höhle ist links ein Wappen zu entdecken. Auch auf der anderen Seite der Höhle führt ein Pfad weiter an dem Bach entlang, aber die Wanderung soll zur Grundmühle führen und deshalb geht es wieder zurück. grosse_Ruine_Grundmuehle_Kamnitz_kleinVon dem Besucherlenkungszaun schlängelt sich 400 Meter am Rande des Baches ein Pfad entlang, bis nach rechts eine Brücke zur Ruine der Grundmühle (Dolský mlýn) hinüber führt. viele_Steinmaennchen_Grundmuehle_kleinAuf der Rückseite der Gebäudereste steht eine Informationstafel, die netterweise auf Deutsch die Historie der Grundmühle (Dolský mlýn) erklärt. Im Sommer 2014 war die Ruine auf der rechten Seite mit hunderten Steinmännchen verziert. Das sah mit den vielen Familien mit Kindern richtig lustig aus. Hier dürften so einige Leute viel Spaß gehabt haben.
Von der Mühle geht es in einem Bogen um den Berg Kleiner Oybin. Dazu folgt man ein paar Meter der Wanderwegmarkierung Bunker_Grundmuehle_Kamnitz_kleingelber Strich gelber Strich durch die Ruinen der Grundmühle und dann auf dem breiten Waldweg nach links um den deutlich sichtbaren Hügel. Rechts neben dem Weg liegt in 80 Meter Entfernung einer der Bunker der Schöberlinie. Was auch immer dieser Bunker hier unten in dem Tal anstellen sollte, erschließt sich mir nicht, aber vermutlich wird er auch noch die nächsten 500 Jahre hier stehen. Der Waldweg stößt schon bald auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und auf dieser geht es weiter um den Hügel. Mit dem erneuten Erreichen der Kamenice (Kamnitz) kann man gleich einige interessante Stellen neben dem Weg entdecken. Einerseits ist es ein relativ gewöhnliches Steinkreuz mit einem eingebauten Bild. sanierte_Bruecke_Kamnitz_Grundmuehle_kleinDann steht links neben dem Weg ein großes Stufen_Felsen_Grundmuehle_Kamnitz_kleinHolzkreuz mit einem Bild von einem jungen Mann und das Auffälligste ist natürlich die wieder (2013) ordentlich hergerichtete Brücke. Über die Brücke kommt man wieder ans andere Ufer und hier geht es nach links weiter. Schon nach wenigen Metern kommt eine ganz unterhaltsame Stelle mit ein paar Stufen über einen Felsen und ein Steg. Der Abstieg bis hinunter zum Bach wird durch ein paar Eisenklammern erleichtert, ist aber bei weitem nicht mit einer Stiege vergleichbar. Man könnte den Abstieg auch ohne weiteres ohne die Eisen bewältigen, da einige Stufen in den Felsen gemeißelt sind.
Der blau markierte Wanderweg führt direkt zum Aufstieg durch den Mühlsteig. Im unteren Teil kann man so einige Spuren aus Menschenhand entdecken. Zuerst sind es ein paar Löcher und Inschriften, dann befinden sich auf der linken Seite ein paar rote Hände an einem Felsvorsprung und zu guter Letzt leuchtet einem die Jahreszahl 1716 entgegen. Nach dem Aufstieg erreicht man einen alten deutschen Friedhof, der im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Friedhöfen in der Tschechoslowakei nicht verwüstet worden ist. An noch sehr vielen Gräbern kann man die deutschen Namen lesen und bei ziemlich vielen handelt es sich um Opfer des ersten Weltkrieges. Es ist schon verwunderlich, dass die Gräber ein ganzes Jahrhundert erhalten geblieben sind.
Gleich gegenüber von dem Friedhof befindet sich ein kleiner Teich mit unterschiedlichen bunt angemalten Holzfiguren, die eine nette Bereicherung sind. Der Weg erreicht am Hotel Lípa die asphaltierte Dorfstraße, die dann nach links abwärts gewandert wird. Die achthundert Meter bis zur Gaststätte auf der rechten Straßenseite sind nicht ganz so angenehm, da man auf der Straße gehen muss, aber meistens hält sich der Autoverkehr hier noch so einigermaßen im Rahmen. An der abknickenden Vorfahrtsstraße geht es weiter geradeaus auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Zwischenzeitlich stößt die rote Wanderwegmarkierung auch noch dazu und diese wird dann auch weitergewandert. Der Waldweg steigt hoch zum Fuße der Felsenburg Šaunštein (Schauenstein). Von der eigentlichen Burganlage ist nur sehr wenig erhalten geblieben, aber der Aufstieg und die Aussicht von dort oben sind wirklich lohnenswert. Hier kann man sich sehr gut vorstellen, dass sich die Ritter im 14. Jahrhundert perfekt schützen konnten. Der Aufstieg ist, wie bei fast allen interessanten Stellen in der Böhmischen Schweiz, mit dem grünen Dreieck gekennzeichnet.
Die Wanderung steigt noch ein paar weitere Höhenmeter (50 Höhenmeter) auf der roten Wanderwegmarkierung aufwärts, um dann mit dem Erreichen eines breiten Forstweges wieder nach links das grüne Dreieck zu entdecken. Blick_vom_Kleinen_Prebischtor_zum_Rosenberg_kleinHier geht es zum Kleinen Prebischtor. Der Aufstieg ist ziemlich einfach und tatsächlich sieht der Felsenbogen dem großen Prebischtor ähnlich. Blick_vom_Prebischtor_zum_Raubschloss_Hohenleipa_kleinNetterweise muss man hier keinen Eintritt bezahlen und die Besuchermengen sind viel geringer. Auch bei dem Kleinen Prebischtor ist es genau wie bei seinem großen Bruder, dass man auf den eigentlichen Felsenbogen nicht drauf darf, aber seit neustem ist eine Leiter und eine dazu passende Plattform daneben angebracht. Von dieser Ebene hat man eine gute Aussicht rüber auf die Felsenburg Šaunštein (Schauenstein) und den Rosenberg.
Vom Kleinen Prebischtor geht es wieder bis zum rot markierten Wanderweg roter Strich herunter, um dann nach links auf dem gut ausgebauten Waldweg weiter zu wandern. Nach ein paar wenigen hundert Metern (350 Meter) erreicht man eine Kreuzung, an der die rote Wanderwegmarkierung ziemlich unauffällig geradeaus auf einem Pfad weiter verläuft. Der Weg steigt an, um dann auf einem Gratweg am Vétrovec (Rauschenberg) vorbei zu gehen. Kurz vor Mezní Louka (Rainwiese) fällt der Wanderweg dann wieder ab und man erreicht die Ortschaft an der Siedlung mit den kleinen Hütten. Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die nur an wenigen Stellen überlaufen war, ein paar nette Aussichten hatte und mit der man sonst wunderbar durch die Böhmische Schweiz wandern kann.

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Hanelberg

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich Wanderfreunden von dem seltsamen Platz um und auf dem Hanelberg erzählt habe und wir uns das gleich mal zusammen anschauen wollten. Natürlich könnte man einfach über die Alte Nixdorfer Straße hin und zurück gehen, aber solche Wanderungen sind nicht mein Ding und so haben wir uns einen Bogen durch das Weißbachtal ausgedacht. Blöderweise hat es an dem Tag, an dem wir uns verabredet hatten, ordentlich geregnet, aber wer möchte sich schon als Weichei entlarven und so waren wir beim Start noch guter Dinge, weil die unterschiedlichen Wetterberichte ab Mittag bzw. 11:00 ein Ende des Regens ankündigten. Leider sollte die Realität ein wenig anders aussehen. Deshalb sind aber auch alle Fotos in der Wanderbeschreibung aus anderen Wanderungen hinzugefügt, da keiner von uns seinen Fotoapparat aus der Tasche herausholen wollte.
Der Startpunkt liegt im Zentrum von Hinterhermsdorf und von hier geht es in Richtung Neudorf. Dazu folgt man der Museum_Waldarbeiterstube_Hinterhermsdorf_kleinWanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich vom Parkplatz nach rechts. Zuerst passiert man das Erbgericht und nach ein paar Metern die Waldarbeiterstube des Heimatvereins Hinterhermsdorf (www.heimatverein-hinterhermsdorf.de). Auf der linken Hangseite steht die Engelkirche, auf deren Kirchhof sich ein Abstecher nicht nur wegen der sehenswerten Gräber, sondern auch für die nette Aussicht lohnt.
Ein paar Meter hinter der Waldarbeiterstube biegt nach links die Neudorfstraße mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich ab. Auf dieser Dorfstraße geht es ein paar Meter entlang. Auf der linken Straßenseite fällt ein großes Haus mit Backsteinklinkern auf. Es handelt sich um den ehemaligen Verwaltungssitz der Forstbehörde für das Revier Hinterhermsdorf, das aber heutzutage als Kindergarten genutzt wird. Gleich anschließend kann man hinter den Wohnhäusern die großen Hallen der STAHL- UND ANLAGENBAU GmbH (www.sab-hinterhermsdorf.de) entdecken. Am Ende dieses Firmengeländes startet nach links ein wenig versteckt die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Auf diesem Weg wird die Ortschaft verlassen. Auch dieser markierte Wanderweg wird nur ein kurzes Stück von 400 Metern verfolgt, um dann an der ersten Möglichkeit nach rechts abzubiegen. Dieser Feldweg schlängelt sind super angenehm über die Ebene des Langk. Nach ¾ Kilometer sieht der Wanderweg an einem Wohnhaus so aus, als ob es nicht weiter geht, aber man kann sehr einfach vor dem Gebäude vorbeispazieren.
Dann geht es noch mal ½ Kilometer auf ziemlich gleichbleibender Höhe weiter bis zu den nächsten Häusern. Hier wandert man nach links und schon nach ein paar wenigen Metern erreicht man das nächste etwas abgelegene Haus. Auch hier sieht es so aus, als wäre der neue_Andachtsbuche_kleinWeg nur noch eine Zufahrt, aber auch dieses Haus kann mit einer kleinen Schleife umrundet werden und dahinter geht es weiter. Sehr interessant ist, dass man hier einen kleinen, in die Erde versenkten Pool passiert, der auch als Fischteich benutzt wird. Bald erreicht der Wanderweg die Kalkstraße, die nach links weiter gewandert wird. Hier geht es relativ angenehm aufwärts. Zwischendurch wird ein Buchenstumpf, eine neu gepflanzte Buche und eine kleine Tafel passiert. Es ist schon wirklich beeindruckend, dass die junge Buche im Jahre 2003 gepflanzt worden ist und immer noch so ein zierliches Bäumchen ist.
Insgesamt führt die Wanderung fast 2 Kilometer auf der Kalkstraße ganz angenehm ansteigend aufwärts, auch wenn es zwischendurch doch schon ein wenig langweilig sein kann. Da kann man sich freuen, wenn man einen angenehmen Gesprächspartner mit ein paar interessanten Themen hat. Ganz besonders, wenn es immer noch regnet. Nach den besagten 2 Kilometern erreicht die Kalkstraße eine größere Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich. Hier verlässt die Wanderung die Kalkstraße und biegt vor der gelben Wanderwegmarkierung nach rechts ab. Bei diesem Waldweg handelt es sich um den historischen Zeidlerweg, der aber durch die Zeiten der ernstzunehmenden Grenze in Vergessenheit geraten ist. Der Weg wird heutzutage wirklich nur noch ganz selten benutzt, ist aber trotzdem sehr angenehm und auch relativ leicht zu erkennen. Erst ganz kurz vorm Weißbach wird der Waldweg schwer erkennbar, das liegt aber nur daran, dass die paar Wanderer auf dem Weg sich zerstreuen und durch den flachen Wald bis zum markierten Weg gehen. Am Weißbach stößt man mal wieder auf die Wanderwegmarkierung gelber Strich, die aber auch nur überquert wird. Die beste Stelle zum Überqueren des Weißbaches ist Bach_und_alter_Zeidlerweg_kleindie nördliche Grenze der böhmischen Kernzone. Die Grenze ist sehr gut an den rot beringten Bäumen (Grenzsteinnummer 21) zu erkennen. Hier plätschert ein kleines Bächlein in den Weißbach und ein Trampelpfad führt ein paar wenige Meter ins Böhmische hinein. Schon nach 10 Metern weist ein Schild auf die Kernzone hin und hier biegt nach links ein ordentlicher Waldweg ab. Auf diesem geht es leicht ansteigend nach links. Die ersten paar hundert Meter verläuft der Weg in einer ziemlich tiefen Furche und dann durch einen der typischen Nutzwälder. Solche Furchen haben bei Regen den sehr unangenehmen Effekt, dass sich ziemlich viel Wasser drin sammelt und einem dann entgegen gelaufen kommt. Aber immerhin kann man damit sehr gut testen, wie wasserfest die Wanderschuhe sind. Ich war überrascht, dass meine Wanderschuhe (hohe Lowa Zephyr GTX) tatsächlich nach 4 Stunden Wassertreten immer noch trocken waren.
Nach 1 ½ Kilometern auf diesem Waldweg erreicht man eine Weggabelung mit einer Hütte in der Mitte. Es handelt sich um eine Wildfütterungsstelle, die auf der links Seite passiert wird, um dann nach ein paar hundert Metern den Waldrand zu erreichen. Der Wanderweg ist außer den paar Metern an der Grenze über die gesamte Strecke sehr einfach zu erkennen und so erreicht man nach Kasernengebaeude_Hanelberg_kleinfast 3 Kilometern die Schienen vor Mikulášovice (Nixdorf). Die Schienen werden für diese Wanderung nicht überquert, sondern es geht im spitzen Winkel auf dem linken Feldweg zurück in Richtung Deutschland. Nach einem Kilometer sieht man rechts vom Feldweg einen bewaldeten Hügel und zumindest im Frühjahr 2012 die Ruine eines langgezogenen Gebäudes. Fahrzeughalle_Hanelberg_kleinDas gesamte Areal ist zwar früher mit einem stabilen Zaun umgeben gewesen, aber dieser hat heutzutage so viele Löcher, dass man gleich an mehreren Stellen sehr einfach auf das Gelände kommt. So stehen auf beiden Seiten die Zugänge/Tore sperrangelweit offen und man gelangt ohne Anstrengungen bis hoch auf den Hanlův vrch (Hanelberg). Sehr ungewöhnlich ist die große betonierte Fläche auf dem Gipfel. Hier hat angeblich zu Zeiten des kalten Krieges eine russische Radarstation gestanden, was man sich mit den heutigen Spuren noch sehr gut vorstellen kann. Auf mehreren Wanderkarten ist zwar der Hanlův vrch (Hanelberg) als Aussichtpunkt eingezeichnet, aber selbst im Winter hat man überhaupt keine freie Blickachse in irgendeine Himmelsrichtung.
Über den eigentlichen Hauptzugang, der auch betoniert ist, geht es wieder herunter. Durch das große Tor wird das Gelände verlassen und es geht weiter geradeaus in Richtung Deutschland. Der Feldweg ist mit einem netten Feldrain gesäumt und erreicht nach ½ Kilometer die Alte Nixdorfer Straße. Dieser Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und führt links wieder zurück nach Hinterhermsdorf. Man passiert den gut gesicherten Fußgänger-Grenzübergang und hier stehen gleich auf beiden Seiten mehrere Informationstafeln, die sehr gut über ein paar Hintergründe zur Böhmischen und Sächsischen Schweiz aufklären. So sind auf der deutschen Tafel gleich mehre grenzübergreifende Wanderwege beschrieben. Eine der tschechischen Tafeln beinhaltet eine Landkarte mit dem sehr ungewöhnlichen Maßstab 1:150.000. Was so ein Maßstab an einem Rad- und Wanderweg macht, hat sich uns nicht so ganz erschlossen.
Auf der deutschen Seite der Alten Nixdorfer Straße wechselt die Wanderwegmarkierung in den blauen Strich blauer Strich und es geht ziemlich angenehm auf das letzte Teilstück der Wanderung. Reflektor_Geocache_kleinHier wird der Weifberg mit dem Aussichtsturm passiert und wem auf der Wanderung eine ordentliche Aussicht gefehlt hat, der hat hier eine einfach zu erreichende Möglichkeit hierzu. Auf unserer Wanderung habe ich gelernt, dass es von den Geocachern (Schnitzeljagd mit technischem Spielzeug) auch Aktionen in der Nacht gibt. Dabei sind bestimmte Stellen mit reflektierenden Stäbchen gekennzeichnet, die man über riesige Entfernungen erkennen kann. Ich war wirklich überrascht, dass so ein kleines Stäbchen am Zugang zum Weifberg auf eine Entfernung von ¼ Kilometer gesehen werden kann.
Am Ortsrand von Hinterhermsdorf befindet sich auf der linken Seite ein privater Parkplatz mit so einigen Grenzsteinen, die alle sehr unterschiedliche Geschichten erzählen. Damit erreicht die Wanderung auch bald wieder ihren Ausgangspunkt. Blöderweise hat es bei uns auf der gesamten Strecke geregnet und wir konnten die Runde überhaupt nicht so richtig genießen. Aber auch bei perfektem Wanderwetter ist es ganz sicher, dass dieses eine sehr ruhige Wanderung ist und man nur ganz wenige Mitmenschen antrifft.

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Heusteig

Diese sehr kleine Runde ist durch Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) Buch “Geheimnisvolle Wege Band 2” entstanden. Zuerst bin ich davon ausgegangen, dass der Heusteig gleich an der Feuerwache von Hřensko (Herrnskretschen) herunter kommt und wir ihn damit schon gewandert wären, aber tatsächlich befindet sich der  Auf- bzw. Abstieg ein Stückchen weiter in Richtung Ortsausgang.
Der Start für diese Runde liegt gleich an der Bundesstraße 172 bzw. in Tschechien heißt sie B 62. Entweder parkt man zwischen Schmilka und dem ehemaligen Grenzgebäude oder auf dem langen Parkstreifen vor Hřensko. Auf dem Bürgersteig der Bundestraße geht es bis nach Hřensko, wo die erste Straße nach links abbiegt. Hier bietet eine Vielzahl asiatischer Händler ihre Waren an und irgendwie käme ich zwar nicht auf die Idee, irgendein Teil dort zu kaufen, aber ganz unterhaltsam ist es trotzdem, die Stände und Waren anzuschauen. Zwischen den vielen Ständen befinden sich gleich mehrere Restaurants, die sich auf hungrige Besucher eingerichtet haben. Da die Wanderung gerade erst begonnen hat, wird vermutlich eine Einkehr noch nicht notwendig sein und so geht es weiter auf der Straße links (von unten bzw. der Wanderrichtung gesehen) der Kamenice (Kamnitz) entlang. Schon nach wenigen Metern wird die Kirche passiert und dann wird die Dorfstraße auch schon wieder ein Stück ruhiger. Im Jahr 2014/2015 wurden/werden auf der linken Felsenseite in luftiger Höhe Fangzäune montiert. Der Aufwand ist gewaltig, da die Zäune natürlich irgendwie zwischen den Häusern und den Felsen angebracht werden müssen. So wurden gleich mehrere Stege im Bereich der Baustelle angelegt und die schweren Seile, Netze und Stützen müssen mit ziemlich großen Kränen und Muskelkraft bewegt werden. So etliche unterschiedliche Gruppen an Monteuren turnen an den Felsen herum und damit ist es überhaupt nicht verwunderlich, wenn diese Hangsicherung mehrere Millionen kostet. Im Web geistert für den zweiten Bauabschnitt zwischen der Grenze und dem Ortsende eine Summe von 103,5 Millionen Kronen (ungefähr 3,8 Millionen Euro) herum. Als wir im Sommer 2015 dort herum gewandert sind, wimmelte es nur so von Arbeitern in den Felswänden und es waren weit mehr als 50 Leute am Felsen und dann noch einige im Tal.
Wegen der vielen Baustellen am Felsen waren wir uns ziemlich sicher, dass diese Wanderung ganz sicher nicht wie geplant durchgeführt werden könnte, da wir nicht durch die Gerüste der Bauarbeiter krabbeln wollten. In der Beschreibung von Axel Mothes steht, dass der Aufstieg an der Hausnummer 96 52 beginnt. Hotel_Praha_Felssicherung_kleinWie auch immer sich die Hausnummern dort zusammensetzen, die einfachere Beschreibung ist, dass es rechts neben dem Hotel Praha unterer_Teil_Heusteig_klein(großes gelbes Gebäude am Dorfende) von der Straße aufwärts geht. Zuerst führen ein paar Stufen genau auf das Haus mit der deutlich sichtbaren Hausnummer 96 52 zu, gleich davor geht es nach links und dann wieder weiter hoch. Ohne die Beschreibung aus dem Buch alte_Befestigung_Heusteig_kleinwären wir diese Stufen ganz sicher niemals hochgestiegen, da es wirklich eher den Eindruck macht, als wäre es entweder der Zugang zu den beiden Häusern oder einem Garten. Oberhalb der Grundstücke ist der Aufstieg ganz gut zu erkennen und die weiteren Höhenmeter werden über einen Zickzackweg überwunden. Genau am Heusteig enden auch die Gerüste der Bauarbeiter und so kann man aufwärts wandern, ohne sie zu behindern oder durch sie behindert zu werden. bequeme_Johannespromenade_kleinNach insgesamt 110 Höhenmetern erreicht man die deutlich sichtbare Johannespromenade, auf der es nach links weitergeht.
Die Johannespromenade ist ein wirklich angenehmer Waldweg, der schon vor Urzeiten angelegt wurde, damit die damaligen Sommerfrischler (schöner Ausdruck für Urlauber) oberhalb der Ortschaft flanieren konnten. Heutzutage ist der Weg in einen Dornröschenschlaf verfallen und man trifft wirklich nie irgendjemand anderen hier oben an. Selbst die Bauarbeiter von der Hangsicherung steigen nicht so weit auf und so kann man sehr angenehm dort entlang wandern. Zwischendurch bieten sich mehrere Aussichten mit einer Sichtachse zwischen den Bäumen in das Tal der Kamenice (Kamnitz) an. Nach 700 Metern ändert die Promenade die Himmelsrichtung und verläuft parallel zur Elbe weiter.
Wirklich schade ist nur, dass hier oben Bäume gefällt und einfach kreuz und Baumstaemme_auf_Johannespromenade_kleinquer liegen gelassen wurden. Da alle Bäume auch entrindet wurden, gehen wir davon aus, dass es ein Notfall in Form eines Borkenkäferbefalls war. Mindestens drei Mal liegen so einige Bäume als kleiner Hürdenlauf im Wege, aber praktisch sollte so ziemlich jeder, der den Aufstieg über den Heusteig gemeistert hat, auch über die Stämme hinwegkommen. seltsamer_Steinhaufen_an_der_Johannespromenade_kleinNach einem ¾ Kilometer fällt eine Aussicht in das Elbtal besonders auf. Hier liegt links von der Ausblick_von_Johannespromenade_auf_Elbe_kleinAussicht ein ordentlicher Hügel Felsbrocken, für die wir im ersten Anlauf keine plausible Erklärung gefunden haben. Es sind hunderte Brocken in der Größe eines Eimers. Gleich unterhalb dieser Aussicht befindet sich das größere Gebäude des Travel Free Shops und wenn man sich die Stelle von unten ansieht, dann ist deutlich zu erkennen, dass hier Felsen abgetragen wurde. Anscheinend sind die Brocken nicht nach unten, sondern nach oben transportiert und dort abgelegt worden.
Die Wanderung folgt noch ein kurzes Stück von 400 Metern der Johannespromenade, bis auf der linken Seite ein deutlich sichtbares und auch gangbares Tal auffällt. Genau hier ist in der uralten Stützmauer der Johannespromenade auch ein Durchgang eingelassen. Früher haben hier angeblich auch einige Stufen abwärts geführt, aber die scheinen mit den Jahren ins Tal abgerutscht zu sein. Fangzaun_an_der_B172_kleinDer Abstieg über die dicke Laubschicht funktioniert aber ziemlich gut und so gelangt man zu dem hohen neuen Fangzaun. In diesem Bereich erwarten die Planer anscheinend nur kleinere Murmeln und so ist der eigentliche Zaun aus einem leichten Stahlgeflecht. Nur die Stahlseile, die das eigentliche Netz festhalten, sind etwas dicker. Viel interessanter sehen da schon die Netze aus, die oberhalb der ehemaligen deutschen Grenzstation angebraucht wurden. Bei den Dingern kann man sich gut vorstellen, dass ein größerer Felsbrocken eingefangen werden kann. Der Zaun am Abstieg hat netterweise einen Versatz an der Stelle und so kann man ihn ohne größere Schwierigkeiten passieren. Schon ist man wieder auf der Bundesstraße angekommen und es geht bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Runde hat uns sehr gefallen, da sie schöne Ruhe und nette Aussichten bietet und, ausgenommen von dem Auf- und Abstieg, sehr bequem zu wandern ist. Was uns natürlich noch besonders gefreut hat, war, dass auch durch die Bauarbeiten und die neuen Fangzäune die Strecke nicht behindert wurde.

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Elisalex-Burg

Es gibt von der Sächsischen Zeitung ein kleines Büchlein über ungewöhnliche Bauprojekte in der Sächsischen Schweiz, die es aber niemals bis zur Realisierung geschafft haben. Der Titel des Heftchen ist: Luftschlösser in der Sächsischen Schweiz: Geschichten und Wanderungen zu den Orten spektakulärer Bauprojekte. Bei den meisten Projekten ist es ganz gut, dass es bei der Planungsphase geblieben ist, aber im Falle der Elisalex-Burg wäre tatsächlich eine Realisierung möglich gewesen und hätte die Natur nur unwesentlich verschandelt. Dazu aber später etwas mehr.
Den Startpunkt der Wanderung haben wir in die Ortschaft Janov (Jonsdorf) gelegt, da man dort noch kostenlos parken darf und nicht die Wucherpreise der Touristenregionen bezahlen muss. In Janov (Jonsdorf) kann man an mehreren Stellen am Straßenrand parken und am ausgeschilderten Golfplatz gibt es zwei lange Parkstreifen. Hier befindet sich auch gleich als neuer Orientierungspunkt ein stählerner Aussichtsturm. Von dem Parkstreifen sind es nur ganz wenige Meter Aussichtsturm_Clarsberg_Jonsdorf_kleinbis auf den Hügel Janovský vrch (Clarsberg) und hier darf man kostenlos (zumindest Anfang 2014) auf den Aussichtsturm steigen. Eigentlich ist dieser Turm als Sendemast für einige Mobilfunkantennen gedacht, aber netterweise ist in die Mitte eine Wendeltreppe mit 170 Stufen eingebaut. Die Stufen sind aus Gitterrost (so ein komisches, aber stabiles Eisengewebe) gebaut und das hat gleich zwei Besonderheiten: einerseits kann man durch die Stufen nach unten durchsehen und das ist in luftiger Höhe für manche Mitmenschen nicht gerade Aussicht_vom_Clarsberg_Richtung_Zirkelstein_kleinangenehm und wenn andererseits Mitwanderer oberhalb von einem noch ein bisschen Sand oder Erde an den Schuhen haben, dann rieselt es einem auf den Kopf. Als ich das erste Mal den Turm erklommen habe, pfiff der Wind ganz schön ordentlich und auf der Aussichtsplattform war nur noch ein Fotograf mit einem riesigen Teleobjektiv. Dieser kämpfte gleich mit zwei Problemen. Einerseits war es das Schaukeln des Turms im Wind und andererseits rutschten die Beine seines Stativs immer wieder durch das Gitterrost. Auf jeden Fall hat man von dem Turm eine fantastische Aussicht, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Die Wanderung geht von dem Turm bzw. Parkplatz zurück auf der Zufahrtsstraße bis zur Hauptstraße. Gleich an der Hauptstraße durch den Ort steht eine kleine Kapelle mit einer Erklärungstafel. Die Wanderung soll jetzt auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich weiter gehen. Um den Einstieg auf diesen Wanderweg zu finden, ist der einfachste Weg, in Richtung Hřensko (Herrnskretschen) zu wandern und 100 Meter hinter der Kapelle nach rechts abzubiegen. Der gelbe Strich führt noch ein paar wenige Meter durch das bewohnte Gebiet und dann am nördlichen Rand des Golfplatzes entlang. Wenn man nach links blickt, dann kann man die Felsenkette in Richtung Prebischtor und sogar das rote Dach der Gaststätte entdecken. Es ist immer wieder interessant, an dem Golfplatz entlang zu wandern. Wir sind die Wanderung an einem Montag Morgen gegangen und darum war nur ein einziger Golfer auf dem Platz unterwegs. Ausgerechnet seinen Ball haben wir dann auch noch außerhalb des Golfplatzes gefunden, aber irgendwie waren wir uns nicht einig, ob man ihm den Ball jetzt zuwerfen darf oder ob er von dort weiter spielen wollte. Auf jeden Fall nahm er den Ball selber in die Hand und es sah so aus, als ob er noch weitere Bälle suchen würde. Vielleicht war es doch nicht der, den er gesucht hatte.
Nach ein paar hundert Metern an dem Golfplatz entlang führt eine kleine Brücke über den Zaun Wegbruecke_auf_Golfplatz_kleinund der markierte Wanderweg verläuft über einen Ausläufer des Golfplatzes. Es sollte für jeden Wanderer selbstverständlich sein, dass man so einigermaßen darauf achtet, dass man feiner_Rasen_im_Golfzielgebiet_kleinnicht irgendeinem Golfer in die Schussbahn läuft. So ein Golfball ist ganz bestimmt unangenehm an der Stirn. Beeindruckend ist der Rasen rund um die Zielgebiete. So einen feinen Rasen haben wir noch nie gesehen und irgendwie macht er eher den Eindruck wie ein Kunstrasen als ein Naturprodukt. Die Wanderung führt insgesamt ½ Kilometer über den Golfplatz, um dann gegenüber in den Wald zu verschwinden. Der Wanderweg ist immer noch mit dem gelben Strich gekennzeichnet und selbst auf dem Golfplatz gut zu finden.
Nach ein paar Metern durch den Wald erreicht man eine Minisiedlung mit ein paar wenigen Häusern. An dieser Ortschaft Hájenky (Kuttelburg) wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach links auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich weiter. Der Waldweg führt runter ins Tal der Kamenice (Kamnitz) und passiert schon im oberen Teil des Abstieges die Kernzonengrenze des Nationalparks. Die komischen roten Ringe an den Bäumen signalisieren, dass man den Waldweg nicht verlassen darf. Am Ende des Abstieges erreicht man die Kamenice (Kamnitz) und hier geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich weiter. Der Weg hier unten durch das Tal ist wirklich ein ganz besonders schöner Wanderweg. Leider wissen das inzwischen ziemlich viele und so kann in den Schulferien und bei besonders schönem Wetter hier unten etwas mehr Betrieb sein.
Nach ½ Kilometer passiert man einen kurzen Tunnel, der auch gleichzeitig Tor zu einem Felsentunnel_und_Gaststaette_Kamnitz_kleinRastplatz mit angeschlossener Imbisshütte ist. Hier kann man sich ganz gut hinsetzen und bei noch so gerade erträglichen Preisen erfrischen. Es ist halt eine der typischen Touristenstationen, bei denen es auf der ganzen Welt ein bisschen teuer ist. Kurz dahinter erreicht man dann auch das Kassenhäuschen der Bootsstation. Im Gegensatz zur romantische_Bootsfahrt_auf_der_Kamnitz_kleinOberen Schleuse in Hinterhermsdorf lässt sich die Bootsfahrt nicht zu Fuß umgehen, aber praktisch ist es auch ganz schön, mit dem Boot durch die Schlucht gefahren zu werden. Im Sommer 2012 war der Preis für eine einfache Fahrt bei 3,50 Euro. Es hängt ganz von der Tageszeit ab, wie voll die Boote sind. Morgens früh fahren viel mehr Besucher von unten nach oben. Das ändert sich im Laufe des Tages und am Nachmittag sind mehr Besucher bachabwärts unterwegs. Der Blick über das Wasser auf die hohen Felsen ist wirklich fantastisch und die Beschreibungen des Bootsführers zu den einzelnen Felsbildern gehören einfach dazu. Normalerweise machen die jüngeren Bootsführer auch schon mal ein paar lustige Faxen in Form der angedeuteten Eskimorolle und der künstliche Wasserfall ist auch ganz nett.
Nach dieser abwechslungsreichen Einlage geht es weiter zu Fuß durch das schöne Tal. neue_Bruecke_ueber_die_Kamnitz_kleinZwischendurch wird der Bach über eine ganz neue Brücke überquert, die genauso wie ihre Vorgängerin ausreichend hoch ist, sodass ein Hochwasser ihr nichts anhaben kann. Die meisten Brücken der Kamenice (Kamnitz) sind leider nicht ausreichend hoch und so sind beim Hochwasser 2010 ein paar Brücken zerstört worden oder sie haben als perfekter Staudamm gedient. Solche Brücken kann man am Ende des Tals entdecken. Die beiden Brücken am Ortseingang von Hřensko (Herrnskretschen) über die Kamenice (Kamnitz) sind so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie neu gebaut werden mussten. Für die weitere Wanderung geht es am besten auf der rechten Bachseite abwärts. An der Straße befindet sich eine Vielzahl an Restaurants, die alle auf hungrige und durstige Deutsche eingestellt sind. Nach ein paar hundert Metern erreicht man den Trubel mit den kleinen Verkaufshütten. Hier kann man sich mit so einigen Gegenständen und Anziehsachen versorgen, die einen ungewöhnlichen Verkaufsort und noch ungewöhnlichere Preise haben. Hier darf man natürlich nicht davon ausgehen, dass es sich um Originalware handelt, aber darauf sollte jeder selber kommen.
Am Ende der Straße geht es nach links für diese Wanderung. Hier befinden sich auch noch ein paar wenige Verkaufsstände und nach 150 Metern biegt vollkommen unscheinbar nach links den Hang hoch eine Treppe ab. Der Aufstieg ist mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich gekennzeichnet. Es sind so ein paar Stufen, die dann auch noch dadurch, dass besonders wenige Wanderer hier unterwegs sind, ziemlich zugewuchert sind. Nach ein paar Treppenstufen und ein paar Zickzack-Schleifen erreicht man eine deutliche Ebene mit gleich zwei sehr netten Muendung_Kamnitz_in_Hrensko_kleinAussichten auf Hřensko (Herrnskretschen) hinunter. Besonders interessant ist, dass es hier oben einfach nur ruhig ist, während unten so ein Trubel herrscht. Hotel_Labe_in_Hrensko_kleinAn dem Platz kann man sich sehr gut vorstellen, warum Fürst Edmund Moritz von Clary-Aldringen dort seiner Ehefrau Elisabeth Alexandre (genannt Elisalex) eine richtige Burg bauen wollte. Leider ist aber noch vor dem Baubeginn das Geld knapp geworden und so ist aus dem Wolkenschloss nie was geworden. Sonst wäre es bestimmt so ein ähnlich auffälliges Gebäude wie die Schäferwand bei Děčín oder Burg Altrathen geworden.
Von diesem wirklich schönen Platz geht es weiter aufwärts auf der gelben Wanderwegmarkierung. Ziemlich gestaunt haben wir, als uns auf dem Weg ein Radfahrer entgegen kam. Er schob sein Fahrrad und hatte seine Satteltaschen schon ein ganzes Stück weiter oben abgelegt. Also, wenn ich mich mit dem Rad verfahren hätte, würde ich den Rückweg antreten, wenn die Lage so ausweglos aussieht, aber hier handelte es sich anscheinend um jemanden mit einer klaren Richtung.
Je weiter man aufwärts geht, desto breiter wird der Weg und bald erreicht man die Felder vor Janov (Jonsdorf). Wenige Meter vor dem Ort steht ein kleiner Wald, aus dem eine uralte Windmühle herausragt. Die Mühle aus dem Jahre 1844 ist zwischendurch sogar schon mal in dem Zustand gewesen, dass sie abgerissen werden sollte, aber heutzutage sieht sie wieder sehr gepflegt aus.
Super lustig war auf den nächsten Metern der Teich direkt neben dem Weg. Hier war aus riesig vielen Bruecke_aus_Plastikflaschen_Jonsdorf_kleinPlastikgetränkeflaschen eine Brücke gebaut. Das Ding war eigentlich schon richtig stabil gebaut, aber trotzdem schaukelte es ein wenig, sodass nur ein Familienmitglied (die Ehefrau – Anm. derselben!) auf der gegenüberliegenden Seite angekommen ist. Das andere Familienmitglied (das größere, schwerere)hat auf halber Strecke der Mut verlassen und den Rückzug angetreten. Vermutlich war aber die Wende auf dem Steg schwieriger, als geradeaus auf die gegenüberliegende Seite zu wackeln (Das ist durchaus möglich…).
Nach ein paar Metern ist die Ortschaft dann auch wieder erreicht und ein wirklich schöner Bogen durch die Böhmische Schweiz geschafft. Es ist immer wieder erstklassig, über den Golfplatz und danach durch das Tal der Kamenice (Kamnitz) zu wandern. Der Unterschied zwischen super künstlicher und vollkommen ursprünglicher Natur ist schon extrem. Was auch schön ist, wenn man überlegt, dass auf dem Felsplateau oberhalb von Hřensko (Herrnskretschen) beinah die Elisalex-Burg gestanden hätte.

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Falkenstejn

Nachdem ich zuerst die alte Variante des Aufstiegs auf den Falkenstejn vor ein paar wenigen Jahren stolz geschafft hatte, wurde kurze Zeit später eine viel einfachere Möglichkeit geschaffen. Diese musste natürlich auch gleich mal ausprobiert werden und ist hiermit beschrieben:

In der Ortsmitte von Jetřichovice (Dittersbach) liegt zwischen der Kirche und der Touristeninformation ein Parkplatz, der sich ganz hervorragend als Startpunkt für diese Wanderung empfiehlt. Obwohl das Wetter ziemlich schlecht war –  es regnete schon seit Bad Schandau – war der Parkplatz belegt, aber ein netter Traktorfahrer zeigte mir eine perfekte Parkmöglichkeit gleich neben dem Parkplatz. Bei so einem netten Start konnte die Wanderung nur super werden.

Von dem Parkplatz geht es hinunter bis auf die Hauptstraße und dort nach links der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich hinterher. Schon bald wird die Touristeninformation passiert und kurz dahinter biegt die Wanderwegmarkierung nach links ab. Hier fällt sofort das riesige Gebäude und Seitenansicht_Kindersanatorium_Dittersbach_kleinGelände des ehemaligen Kindersanatoriums auf. Auch wenn es so aussieht, als würde es sich um ein historisches Schloss handeln, ist es erst 1927 fertiggestellt worden. Durch den Bau ist damals Jetřichovice (Dittersbach) aufgestiegen zum Ferienort mit einer großen Anzahl an bis dahin fremden Erwerbstätigkeiten. Obwohl das Gelände auch heute noch gepflegt wird, liegt es trotzdem in einem Dornröschenschlaf. Seltsam ist, dass der Großteil der Fenster vergittert sind und drei sehr große Treppen zum Haupteingang führen. Das Gelände wird an der rechten Seite passiert und schon wenige Meter hinter den letzten Hütten neuer_Aufstieg_Falkenstejn_kleinführt an der linken Talseite ein Trampelpfad den Hang hinauf. Schon nach wenigen Metern geht der Untergrund in eine Eisentreppe über. Auch wenn das nicht gerade besonders schön aussieht, neuer_Zugang_Falkenstejn_kleinso dürfte diese Treppe die Erosion des Hangs ganz hervorragend verhindern. Und es wird so ganz sicher länger halten als wenn man die Treppenkonstruktion aus Holz- oder diesen neumodischen Plastikstufen gebaut hätte. Oben angekommen, hält man sich leicht rechts und schon ist man am eigentlichen Aufstieg zur Felsenburg Falkenstejn angelangt. einfacher_Aufstieg_Falkenstejn_kleinRechts neben der Spalte hängt eine Gedenktafel an den 22-jährigen Bohumil Kletečka, der hier 1974 verunglückt ist. Heutzutage ist der Aufstieg ein Kinderspiel und die einzigen Hindernisse sind Gegenverkehr oder extreme Höhenangst (bei der man nicht auf Gitterrosten gehen kann). Schnell ist man auf der obersten Ebene angekommen und kann die Aussicht in alle möglichen Richtungen genießen. neue_Plattformen_Falkenstejn_kleinInsgesamt finden wir, dass hier oben viel zu viel Eisen verbaut worden ist, aber damit ist dieses Kulturdenkmal auch noch für viele Generationen nach uns gesichert worden. Sehr gestaunt und uns gefreut haben wir darüber, dass dieses riesige Plateau ohne ein einziges Anbohren des Felsen befestigt wurde. neue_Plattform_im_Felsraum_Falkenstejn_kleinEs sind wirklich viele Füße an den Plattformen, aber alle liegen, mit Moosgummi abgepolstert, nur auf dem Felsen auf und ein paar (eigentlich nur im Zugang), sind in die Felsgasse reingeklemmt. Der größte Nachteil dieses neuen einfachen Zugangs dürfte sein, dass nun viel mehr Menschen hier heraufkommen und damit der Müll und die Schmierereien und Felsritzereien zunehmen werden. In dem großen Raum im Felsen kann man derartige Hinterlassenschaften schon von vielen Besuchern der letzten Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte erkennen. Der Abstieg erfolgt über die schon bekannte Eisentreppe durch den Felsengang und nach rechts den sandigen Pfad bis zu den Informationstafeln im Harový důl (Stammbrückental). Hier biegt die Wanderung nach links auf die bekannte gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich ab und führt dann das leicht ansteigende Tal hinauf. Am Wegesrand fallen kleinere Schilder auf, die fast nur aus einem QR-Code (diese neumodischen Barcodes) bestehen. Wenn man diese Bilder einliest, dann landet man auf einer Webseite des Nationalparks Böhmische Schweiz, auf der zu jeder der 20 Stationen ein gelungenes Rätsel enthalten ist. Die einzelnen Fragen sind sehr interessant und damit dürften so einige Kinder mit ihren schönen Smartphones in der Natur auch eine Anwendung gefunden haben. Das einzige Manko dürfte sein, dass das man hier im Wald keinen ordentlichen Empfang hat und man damit die QR-Codes gar nicht abfragen kann. Dann hilft es, wenn man die Webseite und damit die Fragen zu Hause ansehen kann: http://stezka.cesv.cz/de/wald1.

Beim Aufstieg durch das Harový důl (Stammbrückental) fallen zwei weitere Dinge auf: erstens der sehr ungewöhnliche Wegesrand mit den ziemlich großen Becken und zweitens die vielen abgestorbenen Bäume auf der linken Seite. unterer_Teil_Stammbrueckental_kleinEin mehrtägiger Waldbrand hat hier 2006 große Teil des Waldes zerstört, aber mittlerweile kann man schon gut erkennen, wie sich die Natur von alleine erholt und der Wald wiederkommt. oberes_Stueck_Stammbrueckental_kleinDa die Steigung immer relativ flach ist, wandert man sehr angenehm durch das Tal. Auch wenn zwischendurch eine größere Kreuzung passiert wird, so geht es von den Erklärungstafeln ziemlich genau 2 Kilometer bergaufwärts, bis nach rechts die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich abbiegt. An der Kreuzung mit dem Namen pod Suchým vrchem (ungefähr übersetzt trockener Hügel) ist schon das nächste Ziel Rynartice (Rennersdorf) ausgeschildert. Der blau markierte Wanderweg führt etwas weniger als 3 Kilometer durch unterschiedlichste Waldstücke, an denen man deutlich sehen kann, dass sich der Förster viel Mühe mit der Artenvielfalt gibt. Der eigentliche Waldweg wird anscheinend auch schon sehr lange genutzt, da gleich an einigen Stellen künstliche Durchbrüche geschaffen wurden und man die Jahreszahlen 1892, 1891 und 1890 entdecken kann. Kreuz_am_Kreuzberg_Rennersdorf_kleinKurz bevor man Rynartice (Rennersdorf) erreicht, tritt die Wanderung aus dem Wald und umrundet den Křížový vrch (Kreuzberg). Nachdem man die ersten Häuser von Rynartice (Rennersdorf) passiert hat, sollte man unbedingt zum Gipfel des Křížový vrch (Kreuzberg) hochsehen. Dort kann man ein ziemlich großes Kreuz entdecken und damit ist der Name des Berges sehr gut erklärt. Der ungewöhnlich hohe Berg (736 Meter) vor einem ist der Studenec (Kaltenberg).

Die Wanderung erreicht die Hauptstraße und es geht nach Hotel_Zamecek_Rennersdorf_kleinrechts weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung. Nach wenigen Metern fällt auf der rechten Straßenseite ein besonders schick saniertes Gebäude auf. Es handelt sich um das Hotel und Restaurant Zámeček. Ganz besonders nett sind die Terrasse mit einer tollen Aussicht und die ungewöhnlichen, runden Dachfenster. Kurz vor dem unteren Dorfende biegt zwar die blaue Wanderwegmarkierung nach links ab, aber für einen kurzen Abstecher wird erstmal auf der Fahrstraße weiter gewandert. Waldkapelle_Rennersdorf_kleinZuallererst fällt eine kleine Waldkapelle mit einem Jesusbild auf. 200 Meter hinter dem Ortsausgang befindet sich auf der rechten Zwergengang_Rennersdorf_kleinStraßenseite der Zwergenfelsen. Hier ist ein Gang mit einigen unterschiedlichen Zwergen in den Felsen gemeißelt. In der Literatur wird nur von sieben Zwergen gesprochen, aber eigentlich sind es 7 Zwerge und ein ähnlich buntes Gesicht (bestimmt Schneewittchen). Zwei Zwerge sitzen am Rande jeweils einer Steinbank Zwergenbank_Rennersdorf_kleinund geben ein perfektes Fotomotiv ab. Die Skulpturen hat 1870 der Rennersdorfer Bauer Eduard Vater angefangen und sein Sohn hat sie fertig gestellt. Es ist eine nette Kleinigkeit am Straßenrand, die auch die wandermüdesten Kinder noch mal aus der Bewegungsscheue reißt.

Der Pfad zu den Zwergen endet wieder auf der Fahrstraße, die jetzt die paar Meter (ca. 300 Meter) bis zum blauen Strich blauer Strich zurück gewandert wird. Hier geht es nach rechts abwärts. Die ersten paar Meter führen noch über eine Wiese und dann geht es im Wald den Pavlínino údolí (Paulinengrund) hinunter. Der Abstieg ist ein gewöhnlicher Waldweg und unten erreicht man den Chřibská Kamenice (Kreibitzbach). Nachdem man den Bach überquert hat, folgt man noch ein paar wenige Meter der Wanderwegmarkierung blauer Strich, bis eine Kreuzung mit dem roten Strich roter Strich erreicht wird. Hier geht es dann in den eigentlichen Pavlínino údolí (Paulinengrund) bzw. dem Bachlauf hinterher. Auf allen Wanderkarten wirkt das nächste Teilstück ziemlich kurz, aber immerhin sind es 2 ½ Kilometer durch ein fantastisches Tal. erhoehter_Wanderweg_Kreibitzbach_kleinEs geht auf einem netten Waldweg mit immer mal wieder wechselnder Bachseite abwärts. Zwischendurch führt die Wanderung auf einem kleinen künstlichen Absatz am Felsen entlang, Aussicht_auf_Kreibitzbach_kleinder einen schönen Blick auf den Bachlauf freigibt. Es ist immer wieder faszinierend, dass der Bach einen vollkommen harmlosen Eindruck macht und wirklich viele Kinder (und auch Erwachsene) hier schon drin geplanscht und Dämme gebaut haben. Alle paar Jahre steigt dann aber mit einem Gewitter oder Starkregen das Wasser so erschreckend hoch an, dass sogar die Brücken weggespült werden.

Nach der besagten Strecke fällt ein künstlicher Kanal gleich neben dem Weg auf. Nach einigen Metern zwischen dem Wanderweg und der Felswand biegt der Kanal nach links ab und läuft einige Stufen hinunter. Nymphengrotte_Paulinenteich_kleinWenn man dem Kanal folgt, dann erreicht man einerseits einen Teich und gleich am Ufer die Rusalčina jeskyně (Najadenhöhle) bzw. auch Rusalčina (Nymphengrotte) genannt. Umrundung_Paulinenteich_kleinDie Wanderung umrundet einmal den Paulinenteich und passiert das Grundstück der Grieslův mlýn(Grieselmühle). Dahinter erreicht man wieder den untersten Teil des Pavlínino údolí (Paulinengrund) und damit die bekannte Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Der Wanderung führt nur noch ein ganz kurzes Stück bis zum Freibad/Campingplatz am Bachlauf entlang. Dann geht es nach rechts den Hang aufwärts. Diese Zufahrt vom Campingplatz ist sehr angenehm zu gehen und schon bald erreicht man das Grieslův kříž (Grieselkreuz). Netterweise muss man aber auch hier noch nicht an der Straße entlang wandern, sondern kann über einen kleinen Weg den Straßenschlenker umgehen. Die letzten Meter erfolgen dann aber doch auf der Straße bis zum Ausgangspunkt in Jetřichovice (Dittersbach).

Diese Wanderung hat mir, abgesehen von dem erbärmlichen Wetter zum Anfang, super gut gefallen. Der besondere Höhepunkt war natürlich der Aufstieg und dann die Erkundung des Sokolí (Felsenburg Falkenštejn). Auf der Runde sind einige nette Aussichten und wunderbar ruhiger Wald anzutreffen. Das macht Spaß und ist eine wirklich lohnenswerte Wanderung in der Böhmischen Schweiz.

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Felsensteig

Die Wanderung Felsensteig ist dadurch entstanden, dass wir letztes Mal auf einer Wanderung mit Freunden aus Celle festgestellt haben, dass noch keiner von uns auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg) gewesen war. Nach einer kurzen Internetrecherche stellte sich dieser Berg als besteigenswert heraus und so war das nächste gemeinsame Ziel bestimmt. Eigentlich sollte die Wanderung auch Wolfsberg heißen, aber ein späteres Teilstück der Strecke war noch viel überraschender und so wurde aus der Wolfsbergwanderung eine Felsensteigwanderung. Jetzt aber zur eigentlichen Beschreibung.
Den Startpunkt haben wir nach Brtníky (Zeidler) gelegt. Hier am wunderschönen Haus des Behindertenheims war der Treffpunkt und damit der Startpunkt der Wanderung. Jeder, der einmal durch Brtníky (Zeidler) gefahren/gewandert ist, kennt dieses auffällige Haus an der abknickenden Vorfahrtsstraße. Damit die Wanderung auch ordentlich startet, haben wir uns gleich mit dem ersten Schritt verlaufen. Das war schon eine Meisterleistung, da wir mit 4 Personen, zwei Navigationsgeräten und zwei Wanderkarten gleich mal die falsche Richtung eingeschlagen haben. (Schuld waren die Männer mit ihren Navigationsgeräten, die feste erzählend und nur hin und wieder mal einem Blick auf ihre Navis werfend jeden Einwand seitens der Frauen mit einem wegwerfenden “jaja, wir kommen gleich auf den richtigen Weg” oder “die Richtung stimmt schon so” abtaten! – Anm. d. Ehefrau)  Von der abknickenden Vorfahrtsstraße sind wir geradeaus gelaufen, wie auch auf der offiziellen Karte des Nationalparks Böhmische Schweiz eingezeichnet ist. Hier sollte eigentlich der markierte Wanderweg entlang gehen. Schade, da dieser in der Realität von der abknickenden Vorfahrtsstraße abbiegt. Wir hätten lieber mal die Wanderkarte von Herrn Böhm mitgenommen, dann wären wir auch richtig geführt worden. Das haben wir aber erst im Nachhinein festgestellt und so sind wir die leicht ansteigende Straße ungefähr 350 Meter entlang gewandert. Nach den 350 Metern kam uns das dann doch irgendwie seltsam vor und so sind wir nach rechts in den ersten möglichen Weg abgebogen.
Der Weg führte zuerst an einem alten Fabrikgelände entlang und schon nach wenigen Metern aus dem Ort heraus. Die Wanderung passiert zum ersten Mal die Bahngleise und es geht auf die Felder und Wiesen hinaus. Auf der rechten Wegseite kann man das erste Mal den Vlčí Hora (Wolfsberg) sehen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Fahrstraße, der wenige Meter nach rechts gefolgt wird, um dann gleich wieder nach rechts in einen Feldweg abzubiegen. Der Feldweg passiert nach ein paar Metern eine Minisiedlung, die anscheinend früher ein Bahnhof gewesen ist. Ein paar Meter hinter der Siedlung befindet sich ein weiterer Bahnübergang, der dann in die Richtung des Vlčí Hora (Wolfsberg) führt. Der Feldweg steuert geradlinig auf den Berg zu. Nachdem man den Waldrand erreicht hat, biegt nach links der gelb markierte Wanderweg gelber Strich ab.
Genau diese Kreuzung war im Ursprung auf unserer Wanderungsplanung der nächste Punkt und damit geht die Wanderung endlich wieder auf dem beabsichtigten Weg weiter. Basaltsaeulen_auf_Wolfsberg_kleinDie nächste Etappe ist der Aufstieg auf den Vlčí Hora (Wolfsberg). Auch wenn die Form des Berges sehr dem Rosenberg gleicht, so empfanden wir den Aufstieg doch als relativ angenehm. Basaltsaeulen_neben_Aussichtsturm_Wolfsberg_kleinSehr interessant sind auf dem Gipfel die vielen Basaltsäulen, die kreuz und quer aus der Erde ragen. Auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg) befindet sich ein Wohnhaus und ein Aussichtsturm. Ohne den Aussichtsturm wäre der Vlčí Hora (Wolfsberg) einer dieser gemeinen Berge (wie zum Beispiel der Rosenberg), die man besteigt und dann aber keinerlei Aussicht hat, aber von diesem Turm kann man wunderbar in die Runde schauen. Um auf den Turm zu gelangen, muss man einen Miniobolus (Stand Anfang 2010: 0,70 €) entrichten. Aussichtsturm_vom_Wolfsberg_kleinBeim Aufstieg durch das Treppenhaus fallen einem die wahnsinnig vielen Bilder mit anderen Aussichtstürmen aus Tschechien auf. eine_Torte_Wolfsberg_kleinDas gesamte Treppenhaus und die Aussichtsplattform machen einen sehr gepflegten Eindruck. Sehr nett ist auch das Modell des Vlčí Hora (Wolfsberg) in der Form einer Torte. Rund um die Torte sind noch riesig viele Nah- und Fernziele aufgelistet. Zum Glück ist dieses kleine Kunstwerk unter Glas aufbewahrt, sodass es nicht beschädigt werden kann.
Die Wanderung führt auf der gegenüberliegenden Seite wieder den Berg hinunter. An der ersten Möglichkeit hält man sich rechts in die Richtung der Häuser (rote Wanderwegmarkierung roter Strich). Nach dem Erreichen der Häuser geht es auf der asphaltierten Straße weiter bergab. Links und rechts der Straße stehen ein paar vereinzelte Häuser, die in einem hervorragenden Zustand erstrahlen. Nachdem man die Häuser auf der linken Seite passiert hat, sieht man über einer Wiese eine Kirche, die irgendwie eine optische Täuschung ist. Die Kirche ist da, aber aus der Entfernung wirkt sie viel größer, als sie dann wirklich ist. Der Wanderweg steuert quer über die Wiese auf diese Kirche drauf zu. An der Hauptstraße angelangt, geht es ein paar Meter nach links, um dann am letzten Haus nach rechts weiterhin der roten Wanderwegmarkierung zu folgen. Hier sieht der Verlauf des Wanderweges ziemlich seltsam aus, da man das Gefühl hat, dass man direkten Weges in den Garten des Hauses in der zweiten Reihe geführt wird. Aber am Zaun des Grundstückes biegt der markierte Wanderweg nach links ab. Hier führt ein Pfad mit einem sehr angenehmen Gefälle runter ins Tal des Bächleins. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man einen Querweg, auf dem es nach rechts weiter bergab geht. Die Wanderwegmarkierung verlässt diesen Weg nach wenigen Metern nach links, die Wanderung geht aber unmarkiert weiter auf dem Weg geradeaus.
Nach 1,2 Kilometern erreicht die Wanderung die paar Häuser von Dlouhý Důl (Langengrund) und damit die Fahrstraße nach Kyjov (Khaa). Auf dieser Straße muss jetzt ein kleines Stück (¾ Kilometer) gewandert werden, aber zum Glück ist es nur eine der normalen Dorfstraßen mit ein paar wenigen Autos. Die Straße verläuft den größten Teil fast horizontal und erst an der Stelle, an der das Kyjovské údolí (Khaatal) nach rechts abzweigt, müssen ein paar Höhenmeter überwunden werden. Nach 200 Meter leichtem Anstieg auf der Straße erreicht man eine Schule auf der rechten Straßenseite. Hier verlässt die Wanderung die Straße und es geht rechts neben dem Schulgebäude auf der gelben bzw. grünen Wanderwegmarkierung grüner Querstrich weiter. Gleich hinter der Schule befindet sich ein uralter deutscher_Friedhof_in_Khaa_kleinFriedhof, wo man bis auf ganz wenige Ausnahmen nur deutsche Namen findet. Man kommt man schon ziemlich ins Grübeln, wenn man weiß, dass es heutzutage dort nur noch wenige Leute mit deutschen Namen gibt. Ziemlich traurig ist, wenn man Erzählungen von Zeitzeugen hört, wie die damaligen Bewohner der Region in ganz kurzer Zeit (innerhalb weniger Stunden) ihr Hab und Gut verlassen mussten. Wir stellen es uns schrecklich vor, wenn man sein Haus und alles so verlassen muss. Was würde man wohl selber einpacken, wenn es hieße, in zwei Stunden seid ihr raus?
Hinter dem Friedhof beginnt ein äußerst interessanter Wanderpfad. Dieser Felsensteig soll schon im Jahre 1884 vom “Gebirgsverein für das Khaatal” angelegt worden sein. Der Weg ist ziemlich abwechslungsreich. Nicht nur, dass es auf einem schmalen Pfad entlang geht, zwischendurch muss man mal durch das Hoellentor_kleinHöllentor und die Loewenhoehle_kleinLöwenhöhle, über den Bach Käsewasser und auch mal hoch auf die Aussichten Brüdersteine und Fahnelstein. Der Fahnelstein ist ziemlich einfach zu erkennen, da auf ihm eine kleine Eisenfahne steht. Hier kann man mit einem kleinen bisschen Klettern hinauf gelangen. Die große Überraschung passiert, wenn man die paar Stufen bis zum Gipfel hoch kraxelt. Sobald man den Bergsattel erreicht hat, stellt man fast, dass es auf der anderen Seite ein riesiges Stück (vielleicht waren es 50 Meter) senkrecht abwärts geht. Ich bin auf den Felsen hochgekrabbelt und habe dann auch ganz schnell den Rückzug eingeleitet. Das war einfach zu viel für ein Wanderergehirn.
Nach diesem sehr abwechslungsreichen Weg über den Felsensteig gelangt die Wanderung wieder ins Kyjovské údolí (Khaatal), das dann nach links weiter verfolgt wird. Das Kyjovské údolí (Khaatal) ist eigentlich ein nettes Tal, das sich aber ziemlich lang hinzieht und sich zu einer der Lieblingsstrecken der tschechischen Radfahrer entwickelt. Die Wanderung folgt der Křinice (Kirnitzsch) einen ¾ Kilometer, bis nach rechts die erste Brücke über den Bach führt. Auf der gegenüberliegenden Bachseite geht es eigentlich leicht ansteigend aufwärts. Warum auch immer man hier ein Geländer mit einer Eisenkette angebracht hat, verstehen wir eigentlich nicht, aber vielleicht liegt es daran, dass dieser Aufstieg im Winter ganz besonders beliebt ist. Feenhoehle_mit_Teelichtern_und_Tropfen_kleinAm Felsenfuß befindet sich nämlich die Jeskyně víl (Feenhöhle), in der sich im Winter riesig viele Eis-Stalaktiten und -Stalagmiten bilden. Damit diese dann auch noch auf Fotos besonders schön aussehen, werden anscheinend häufig Teelichter hinter die Eiszapfen gestellt und schon leuchtet die Höhle wirklich zauberhaft. Im Internet befinden sich schon einige Bilder von dieser sehr schön leuchtenden Höhle, nur leider haben wir bis heute noch kein Foto von der winterlichen Jeskyně víl (Feenhöhle). Wir waren zu einer wärmeren Jahreszeit im Kyjovské údolí (Khaatal) und so tropfte es nur an allen Stellen und einige hunderte Teelichter bzw. die Schälchen davon standen in der Höhle herum.
Damit es nicht zu langweilig wird, sind wir dann durch die Schlucht an der Jeskyně víl (Feenhöhle) weiter aufgestiegen. Der Weg ist einfach zu gehen und man kann sich ganz sicher nicht verlaufen. Nachdem man oben auf der Ebene ankommt, hält nach sich leicht links und erreicht bald einen Forstweg. Diesem folgt man nach links. Auch wenn der Wanderverlauf in diesem Bereich auf einer Karte seltsam aussieht, da er in einem großen Halbbogen verläuft, so ist die Wanderstrecke sehr einfach zu finden, da man immer dem breit ausgebauten Forstweg folgt. Sandstein_Gleitspiegel_kleinAuf dem Weg passiert man eine Informationstafel zu den sogenannten Gleitspiegeln mit einem sehr interessanten Anschauungsobjekt. Bei diesen Felsen handelt es sich um Sandsteinblöcke bzw. -flächen, die spiegelglatt sind. Dieses ungewöhnliche Aussehen entsteht, wenn unterschiedliche Felsen übereinander geschoben werden, so z.B. die Sandsteinschicht über die Granitschicht der Lausitzer Verschiebung.
Die Wanderung führt durch einen typischen böhmischen Nutzwald und erreicht nach etwas mehr als 1 ½ Kilometern die Waldgrenze und damit die bewohnten Gebiete vor Vlčí Hora (Wolfsberg). Hier stehen ein paar vereinzelte Häuser, die einen schönen Blick auf den Vlčí Hora (Wolfsberg) haben. (Irgendwie hört sich das komisch mit den beiden Wolfsbergen an. Man muss unterscheiden zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und der Ortschaft Vlčí Hora (Wolfsberg) am Fuße des Berges.) Durch das Tal zwischen dem aktuellen Standort und dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) wirkt der Berg noch ein Stück imposanter und in der laubfreien Jahreszeit ist der boehmischer_Wolfsberg_kleinAussichtsturm auch in seiner vollen Größe gut zu erkennen. Nach ½ Kilometer biegt an einer schönen Aussicht mit Bank ein Weg nach links ab. Diesem abfallenden Weg folgt man, um dann nach 1 ½ Kilometern auf die Straße zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und Brtníky (Zeidler) zu gelangen. Hier könnte man entweder die letzten paar Meter bis Brtníky (Zeidler) auf der Straße entlang wandern oder nach wenigen hundert Metern nach links über den Feldweg noch einen kleinen Schlenker einlegen. Über den Weg geht es noch ein paar wenige Höhenmeter aufwärts, um noch einen Blick über Brtníky (Zeidler) zu erhalten und dann nach rechts auf dem grün markierten Wanderweg grüner Strich in die Ortschaft herabzusteigen.
Die Wanderung war in den größten Teilen sehr interessant. Ganz besonders war natürlich der Vlčí Hora (Wolfsberg), die Felsengasse bei Kyjov (Khaa) und die Jeskyně víl (Feenhöhle). Nur das letzte Stück der Wanderung war dann doch ein bisschen langatmig, aber leider lässt sich das für diese Runde nicht ändern bzw. wir haben nichts Besseres entdeckt. Durch eine sehr nette Wanderergruppe war es aber eine sehr gelungene Tour und hat uns mal wieder in fremde Wandergebiete geführt, die wirklich lohnenswert waren.

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Finsterer Grund

Ich habe schon ziemlich häufig den Weg in den Finstergrund gesehen und bin auch schon ein paar Mal bis zu den beiden Gedenkkreuzen gewandert, aber weiter in den Grund bin ich noch nie gewandert. Da es mich ziemlich interessierte, wohin der Weg führen könnte, habe ich mich auf diese Erkundungstour begeben. Die erste theoretische Suche auf Wanderkarten war sehr ernüchternd, da der Grund zwar überall eingezeichnet ist, aber in jeder Wanderkarte irgendwann im Nichts endet. Irgendwie konnte ich mir das nicht so richtig vorstellen und die Realität sah dann zum Glück auch anders aus.
Der Start liegt im Zentrum von Hinterhermsdorf. Gleich gegenüber vom Parkplatz befindet sich das Erbgericht, Pfarrhaus_in_Hinterhermsdorf_kleinan dem es an der rechten Seite auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zuerst mal bis zu dem schön gestalteten Platz vor dem Pfarrhaus geht. Hier befinden sich ein paar Wasserspielzeuge bzw. Springbrunnen, die ganz besonders im Sommer bei den jüngeren Besuchern beliebt sind. Rechts oben neben dem Weg steht die Engelskirche, die immerhin im Ursprung 1688 gebaut wurde. Der Namensgeber ist ein Taufengel aus dem Jahre 1701. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt aus dem Ort hinaus und gleich am Ortsausgang hat man einen schönen Blick über die Senke mit dem Namen Viehbigt auf den Weifberg. Vom Ortsrand wandert man auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis nach 150 Metern nach rechts der Aussichtspunkt (AP) Emmabank ausgeschildert ist. Hier wird der gelbe Strich verlassen und es geht leicht ansteigend aufwärts. Nach links hat man immer noch einen Blick_von_der_Keil_auf_Weifberg_kleinnetten Blick auf den Weifberg und seinen Aussichtsturm. Schon nach einem kurzen Stückchen auf dem Weg Blick_von_der_Keil_ueber_Hinterhermsdorf_kleinerreicht man einen netten Rastplatz mit sogar einer Schutzhütte. Von hier kann man weiterhin zum Weifberg, aber auch auf Hinterhermsdorf und rüber zur Hinteren Sächsischen Schweiz blicken. Eigentlich ist es schon richtig schade, dass man gerade erst losgewandert ist, denn so wird hier noch nicht Rast gemacht und es geht in einem Schlenker weiter auf dem Feldweg. Die Wanderung stößt auf die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt, die aber nur armselige 50 Meter gegangen wird, um dann geradeaus in die östliche Himmelsrichtung weiter zu wandern.
Im Osten von Hinterhermsdorf liegen einige Häuser ein ganzes Stück außerhalb der eigentlichen Ortschaft und genau an ein paar von diesen Häusern geht es jetzt entlang. Das Gebiet nennt sich Langk und ist einer der ruhigsten Flecken, Wegweiser_Am_Langk_2-3_kleinzumindest im Bezug zu Wanderungen, im Bereich der Sächsischen Schweiz. Nach den ersten paar hundert Metern steht ein einzelner Baum auf der Höhe, unter dem sich eine Bank und ein schöner steinerner Hinweis auf zwei versteckte Häuser befindet. Es handelt sich um die Häuser Am Langk 2 + 3. Das ist eine wirklich nette und passende Variante für die Sächsische Schweiz. Die Wanderung führt aber weiterhin geradeaus in östliche Richtung, um dann vor der nächsten Ansiedlung einmal kurz nach rechts und dann wieder links abzubiegen. Das ist sehr einfach zu finden, da man sonst auf dem Hof der Bewohner dort landet. Der Feldweg endet am Waldrand neben den nächsten Häusern. Hier geht es nach links auf dem Langkweg leicht abfallend abwärts, bis schon nach wenigen Metern das nächste Anwesen erreicht ist. Hier macht der Weg einen wirklich komischen Schlenker um das eigentliche Wohnhaus und irgendwie habe ich immer den Eindruck, als ob man den Bewohnern durch den Garten spaziert. Dem ist aber nicht so und die Bewohner grüßen und weisen den Weg immer super freundlich.
Hinter dem Haus fällt der Weg steiler ab, aber für Wanderer immer noch relativ angenehm. Es geht runter ins Tal des Heidelbachs. Hier stößt man auf die Zufahrtsstraße zur Obermühle, der weiter bachabwärts gefolgt wird. Auch wenn hier eigentlich Fahrzeuge fahren dürften, so trifft man nur ganz selten welche an und trotzdem sind gleich mehrere Brücken über den Minibach gebaut worden. Links von der zweiten Brücke befindet sich eine Felswand mit der eingravierten Jahreszahl 1821. Die Jahreszahl ist überhaupt kein Wunder, da sich an der Obermühle und auch weiter in Richtung Böhmische Schweiz schon vor sehr langer Zeit Kalkbergwerke befunden haben. Rastplatz_unter_Felsen_am_Heidelbach_kleinDie Wanderung führt neben dem Heidelbach abwärts und ist für den nächsten ½ Kilometer mit dem roten Strich roter Strich gekennzeichnet. Zwischendurch passiert man einen wirklich ungewöhnlichen Rastplatz unterhalb eines großen Überhangs. Der Rastplatz ist zwar ganz hervorragend gegen schlechtes Wetter geschützt, aber dafür steht eine riesige Felswand über den Bänken und dem Tisch. Links neben dem Rastplatz weist eine Gedenktafel an ein dunkles Stück der deutschen Geschichte. Der Tafeltext ist: “In Hinterhermsdorf ermordete die SS-Wachmannschaft der Todeskolonne aus dem faschistischen KZ Schwarzheide die Antifaschisten Paul Fischer, Wilhelm Slatin, Herbert Altschul, Friedrich Kaufmann, Erwin Teichner, Kurt Altschuh, den Polen Matzesky und einen Franzosen.” Das Thema wird uns noch einmal auf der Wanderung begegnen. Neben dem Gedenkstein befindet sich eine kleinere Felswand, auf der so einige Inschriften zu entdecken sind, die ich zwar nicht mehr entziffern konnte, aber zumindest die Schriftart deutet drauf hin, dass es sich um ältere Graffiti handelt.
Nach dem besagten ½ Kilometer erreicht man eine Wanderwegkreuzung mit einem Wegweiser mit richtig vielen Schildern. Hier biegt man nach links ab in Richtung Grenzübergang und Tschechien. Zuerst passiert die Wanderung eine Informationstafel und einen Rastplatz in Pilzform. Mauer_vom_Muehlgraben_Boehmische_Muehle_kleinAuf der rechten Wegseite fließt die Kirnitzsch und wenn man den Bachlauf aufmerksam beobachtet, dann kann man ein paar alte Einbauten für z.B. einen Mühlgraben entdecken. Gleich an der letzten Wegkreuzung in Deutschland stand früher die Böhmische Mühle. Zu dieser und der Niedermühle ein paar Meter bachabwärts gibt es die Geschichte, dass die beiden verfeindeten Schwestern sich 1863 jeweils gegenseitig die Mühle angezündet haben. Danach sind beide Mühlen als Schneidemühle und Restauration wieder aufgebaut worden. Die Böhmische Mühle ist nach der Vertreibung leider verfallen und 2 Jahre später abgerissen worden.
Die Grenze ist sehr schnell erreicht und die hölzerne Hütte hinter der Kirnitzschbrücke ist früher von den Grenzschützern benutzt worden. Gleich an der Hütte erreicht man auch schon eine Kreuzung, Quelle_Finsterergrund_kleinan der es nach rechts und sofort wieder nach links geht. Hier fängt der Finstergrund an und nach wenigen Metern befindet sich eine in Stein gefasste Quelle. In den Stein ist die römische Zahl M.D.C.C.C.C (1900) eingemeißelt. Gedenktafeln_Finsterer_Grund_kleinDiese Quelle passiert man und sofort erreicht man zwei große Gedenksteine/tafeln, die hier ziemlich im Tal versteckt stehen. Beide Gedenkstätten erinnern daran, dass hier unten zum Ende des 2. Weltkrieges einige KZ-Insassen entlanggetrieben wurden und auch mehrere davon hier gestorben sind. Das regt zum Nachdenken an. Hoffentlich werden diese Tafeln nicht so schnell wie ihre Vorgänger zerstört.
Die Wanderung führt den Finstergrund weiter aufwärts und mit dem weiteren Aufstieg wird der Weg schmaler. Weg_im_Finsterem_Grund_kleinTrotzdem lässt er sich sehr gut wandern und die Steigung wird wirklich erst ganz am Ende etwas mehr. An zwei Stellen gabelt sich der Weg und beide Male folgt man dem breiten Weg nach links. Ausstieg_Finsterer_Grund_kleinDas letzte Stück aus dem Finstergrund ist ein Pfad, der aber sehr gut zu erkennen ist und auf einem breiten Waldweg endet. Dieser Weg führt nach rechts als Sackgasse auf den Kozí Hřbet (Ziegenrücken) und nach links runter zum Radweg 3031. Diese Kreuzung ist für Radfahrer, die sich von rechts schon bis hierher hoch gekämpft haben, richtig gemein, weil es gleich hinter dem Knick noch weiter aufwärts geht. Die Wanderung geht ein Felsengasse_vor_Piket_kleinpaar hundert Meter nach links ansteigend auf dem Radweg entlang. Zwischendurch führt der Weg durch eine künstliche Felsschlucht, die deutliche Bearbeitungsspuren aufweist. Bei den meisten künstlichen Schluchten kann man auch immer eine Jahreszahl entdecken, aber seltsamerweise bei dieser nicht. Aber nach den Bearbeitungsspuren muss die Erstellung dieser Durchfahrt schon wirklich lange her sein. Am Ende der Auffahrt steht eine Forsthütte mit dem Namen Piket und rechts daneben befindet sich ein hölzernes Kreuz mit der Aufschrift: na věčně čekané revírník; Václav Šuster; 14.4.1953 – 7.10.2011. Bei dem Herrn, an den hier erinnert wird, handelte es sich um einen Ranger.
Gleich gegenüber der Hütte versperrt eine Schranke den Radfahrern einen Waldweg. Auf diesem geht die Wanderung weiter. Der Weg führt super angenehm auf gleichbleibender Höhe um den Pytlák (Bittler). Auch dieser Waldweg wird ganz ähnlich wie der Finstergrund nur ganz selten von anderen Wandern beschritten. Nach etwas mehr als 300 Metern erreicht man eine Kreuzung bzw. Weggabelung, an der man schräg links möglichst ebenerdig weiter geht. Der nächste Kilometer ist schnell gewandert und wer aufmerksam den kleinen Felsen rechts neben dem Weg betrachtet, wird die Jahreszahl 1805 entdecken. Abstieg_zum_Natterborn_kleinDas finde ich ganz schön verwunderlich, dass hier vor mehr als zwei Jahrhunderten Leute durch den Wald gezogen sind und anscheinend sogar schon breite Wege angelegt haben. Heutzutage endet der Waldweg vor einer Schranke. Warum auch immer an dieser Stelle die Schranke ist, die Durchfahrt war ja schon 1 ½ Kilometer vorher versperrt, aber ungefähr 100 Meter hinter der Schranke beginnt die Kernzone der Böhmischen Schweiz. Die Wanderung biegt aber vor der Schranke nach rechts ins Tal ab. Der Abstieg ist einfach zu entdecken, Rinne_am_Natterborn_kleinungewöhnlich leicht und man passiert mindestens zwei Talkessel. Erst nach ½ Kilometer gabelt sich der Weg in der Ebene und hier wandert man nach links in der Horizontalen weiter. Nach wenigen Metern (ca. 125 Meter) erreicht man den Hadí pramen (Natterborn oder auch Schlangenquelle), aus dem immer ein ordentlicher Wasserstrahl über eine Rinne herausgeführt wird.
Gleich unterhalb der Quelle verläuft der breite Waldweg mit der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich, dem nach rechts hinterher gewandert wird. Auf dem nächsten Kilometer werden nur ganz wenige Höhenmeter überwunden und zwischendurch befindet sich die uralte Vlčí deska (Wolfstafel), auf der erklärt wird, dass im Jahre 1640 der Forstmeister Hans Grohmann die letzten zwei Wölfe hier erlegt hat. Fahrzeugsperre_zur_Niederen_Muehle_kleinEin paar Meter hinter dieser Tafel (ca. 150 Meter) steht ein Hinweisschild hinunter zur Niedermühle. Der Weg wäre ohne dieses Schild sehr schnell zu übersehen, Niedere_Muehle_im_Dunst_kleinobwohl knapp neben dem Weg eine gigantische Sperre die Radfahrer an der Abfahrt hindern soll. Diese Sperre ist wirklich eine seltsame Konstruktion und eigentlich sieht sie eher so aus, als ob auch LKWs und Panzer mit ihr aufgehalten werden sollen. Nach einem Abstieg mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich bis runter zur Kirnitzsch geht es darauf nach links der roten Wanderwegmarkierung roter Strich ein ganz kurzes Stück hinterher. Mit der nächsten Möglichkeit wird das Kirnitzschtal auch schon nach rechts auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich verlassen. Aussichtspunkt_am_Taubenstein_kleinDer Pfad nach oben passiert schon ziemlich weit unten die Reißerhöhle und steigt dann auf einem abwechslungsreichen Weg aufwärts. Ziemlich am Ende des Aufstiegs weist nach rechts ein Schild auf die Taubensteinaussicht, die super einfach zu erreichen und ein netter Platz zum Erholen ist. Von der Aussicht blickt man in das bewaldete Kirnitzschtal und unten im Tal sieht man auf die Niedermühle.
Die Wanderung führt weiter auf dem Lehmhübelweg und dann in Hinterhermsdorf auf der Neuwegstraße bis ins Zentrum zurück. Heimatmuseum_in_Hinterhermsdorf_kleinKurz vor dem Ausgangspunkt passiert man die Heimatstube und die Engelskirche. Engelskirche_von_Hinterhermsdorf_kleinDamit hat man dann am Erbgericht das Ende der Wanderung erreicht. Die Runde ist sehr angenehm zu gehen und auch wenn man schon ziemlich viel in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, so dürfte der Finstergrund und der Abstieg zum Natterborn etwas Besonderes sein. Auf jeden Fall ist es eine angenehm ruhige Runde, die selbst bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz mit nur wenigen andern Mitmenschen geteilt werden muss.

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Fremdenweg – Prebischtor

Nachdem ich mal wieder den Entenpfützenweg gegangen war und danach die Beschreibung aktualisiert hatte, schrieb mir ein netter Mensch, dass ich an der Grenze überhaupt nicht auf dem Fremdenweg gewandert wäre. Dieser historische Weg würde sich ein kleines Stückchen südlich bzw. westlich von dem Grenzweg befinden und wäre heute mit einer Vielzahl gefällter Baume blockiert. Nun bin ich zwar schon oft auf einzelnen Abschnitten des Fremdenweges unterwegs gewesen, habe aber noch nie den kompletten Weg abgewandert. Das soll hiermit geändert werden. Zumindest heutzutage beginnt der Fremdenweg in allen Wanderkarten am Kuhstall und damit soll auch diese Wanderung dort starten. Da der Kuhstall bzw. Neue Wildenstein schon ein Stück oberhalb des Kirnitzschtales liegt, ist der eigentliche Startpunkt am Lichtenhainer Wasserfall. Bei diesem Miniwasserfall kann man sich sehr sicher sein, dass hier schon sehr lange Touristen alte_Bruecke_Lichtenhainer_Wasserfall_1858_kleineinkehren und ganz besonders lustig ist, dass gleich an der kleinen Hütte neben dem Wasserfall eine uralte Preisliste für Träger hinauf zum Kuhstall hängt. Heutzutage muss man selber wandern. Dazu geht es gleich am Parkplatz auf die gegenüberliegende Bachseite und dort aufwärts. Die Brücke ist immerhin schon von 1858 und damit dürfte die Anzahl der Wanderer, die darüber gegangen sind, der Einwohnerzahl so einiger Großstädte entsprechen.
Die Wanderung Wasserwerk_Kuhstall_1911_kleinsteigt auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt in Richtung des Kuhstalls an. Schon auf den ersten Metern fällt auf der linken Wegseite das ursprüngliche Wasserwerk des Kuhstalls von 1911 auf. An der ersten Wegkreuzung steht eine der ursprünglichen Steinsäulen, die schon seit vielen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten die Richtung zum Kuhstall, zur Lichtenhainer Mühle oder dem kleinen Winterberg weist. Solche Wegweiser stehen einige am Fremdenweg und lassen erahnen, dass hier schon seit sehr langer Zeit Wanderer unterwegs sind. leerer_Kuhstall_am_Fremdenweg_kleinDie Wanderung führt auf einem breiten Waldweg bis hinauf zum Kuhstall. Hier erfreut ein Gasthaus gleich neben dem relativ großen Felsentor mit einer Erfrischungsmöglichkeit. Das Felsentor mit seiner Breite von 17 Metern und 11 Metern Höhe ist schon ganz schön imposant und der Ausblick in das Tal der Hinteren Sächsische Schweiz ist auch etwas Besonderes. Wenn man sich von der Aussicht bzw. dem Geländer herum dreht, dann fallen am schwarze_Inschriften-am_Kuhstall_kleinoberen Rand des Felsentors schwarze Inschriften auf. Diese sind ungefähr 200 Jahre alt und dadurch entstanden, dass in dem ersten Wanderführer der Sächsischen Schweiz (“Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz”; Wilhelm Leberecht Götzinger von 1804) die Empfehlung zum Mitführen von „Pinsel und trockner Farbe um seinen Namen anzuzeichnen“ stand. Herr Götzinger stellte aber schnell fest, dass dies zur Verschandelung der schönen Landschaft führte und schon in der 2. Auflage des Buches war diese Empfehlung verschwunden. Es ist ganz schön verwunderlich, dass man sich damals in so einer luftigen Höhe verewigt hat, aber dadurch sind diese uralten Graffitis auch heute noch zu erkennen.
An der rechten Seite (wenn man mit dem Rücken zum Geländer steht) befindet sich ein kleiner Durchgang mit dem Hinweisschild “Himmelsleiter”. Dieser Weg führt als einzelner Aufstieg oben auf das Felsentor. Der Weg durch die langgezogene Felsspalte ist schon sehr interessant und auch dort kann man eine eingemeißelte Jahreszahl von 1839 entdecken. Der Neue Wildenstein ist aber schon im Jahre 1409 als Burg Wildenstein benutzt worden Schneiderloch_am_Kuhstall_kleinund davon kann man ein paar wenige übriggebliebene Spuren auf dem oberen Plateau entdecken. Auf der westlichen Seite geht es über ein paar Stufen wieder herunter. Hier kann man noch einen Miniabstecher zum Schneiderloch unternehmen und dann geht es auf der bekannten roten Wanderwegmarkierung roter Punkt gegenüber des Gasthauses weiter abwärts. Der Weg durch die Nasse Schlucht ist immer wieder faszinierend und seltsamerweise sind hier auch nur relativ wenige Besucher unterwegs. Kurz nachdem man den Fuß des Neuen Wildensteins erreicht hat, gelangt man an eine Kreuzung, an der wieder eine Sandsteinsäule den Weg in Richtung Winterberg weist. Der Waldweg führt ziemlich angenehm einmal komplett durch die große Waldfläche der Hinteren Sächsische Schweiz, um dann nach etwas weniger als 1 ½ Kilometern zum Kleinen Winterberg aufzusteigen. Heutzutage erfolgt der Aufstieg über eine ziemlich langweilige Treppenanlage. Links von der Treppe kann man noch sehr gut den ursprünglichen Zickzackweg erkennen, aber vermutlich war es einfach zu viel Aufwand, diesen Weg zu erhalten und so ist der langweilige Aufstieg entstanden. Rechts von den Treppen fällt eine riesige glatte Felswand auf, die mich immer wieder verwundert. Es sieht so aus, als wenn dort eine Eisenschicht eingelagert wäre, aber dann würde ich mal vermuten, dass so eine Schicht horizontal sein müsste.
sanierter_Pavillon_Kleiner_Winterberg_kleinIn der blattlosen Jahreszeit kann man links oben das nächste Ziel dieser Wanderung entdecken, den Pavillon auf dem Kleinen Winterberg. Nachdem die Treppenanlage erfolgreich bewältigt ist, geht es nach links weiter. Der Pavillon wird umrundet und dann weisen schwarze Pfeile Kletterzugang nach oben. Das ist ziemlich ungewöhnlich, da der Aufstieg nun wirklich nicht zu irgendeinem Klettergipfel führt, aber damit ist er wenigstens legal. Tafel_Kleiner_Winterberg_Pavillon_kleinDer kleine Pavillon ist schnell erreicht und gleich oberhalb der Türe fällt eine große Steinplatte mit lateinischem Text auf. Da ich in der Schule nie Latein hatte, freue ich mich, dass in dem Gebäude eine Übersetzung hängt. Der jetzige Pavillon ist aus dem Jahre 1818 und ist im Jahre 2013 mit einem neuen bzw. sanierten Dach ausgestattet worden. Es ist nur seltsam, dass alle Hauptbalken von dem Dach durch neue ersetzt worden sind und nur ein völlig vergammelter, dem schon die Hälfte an Substanz fehlt, wiederverwendet wurde. Wer schon so viel an Material hier hoch schleppt bzw. mit einer Seilbahn hochfährt, der hätte doch den einen Balken auch noch ersetzen können. Im Sommer ist der Blick aus den Fenstern in die Landschaft durch den Buchenwald verwehrt, aber die Wanderer auf dem Unteren Fremdenweg entdecken dadurch das kleine runde Gebäude hier oben auch nur ganz selten .
Von dem Pavillon führt auf fast gleichbleibender Höhe der Obere Fremdenweg in südliche Richtung. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Selbstrettungsbox, eine Sandsteinsäule und wieder die rote Wanderwegmarkierung roter Punkt. Wegweise_am_Winterberg_mit_Prebischtor_kleinAuf ihr geht es weiter in Richtung Großer Winterberg. Nach einem ¾ Kilometer kommt man an eine Wegkreuzung und auch hier steht mal wieder eine der Sandsteinsäulen. Im Gegensatz zu allen anderen sieht diese relativ jung aus und das Besondere an ihr ist, dass hier das Prebischtor ausgeschildert ist. Zuerst soll es aber noch zum höchsten Berg der Sächsischen Schweiz  gehen und deshalb folgt man der roten Wanderwegmarkierung weiter. Ziemlich überrascht war ich, als ganz knapp vor dem Gipfel an der steilsten Stelle ein Rangerauto vom Nationalpark am Wegesrand im Wald stand. Natürlich kann ich sehr gut verstehen, dass die Ranger nicht zu Fuß hoch kommen, aber warum muss das bei spiegelglatten Wegen sein? Und wenn der Ranger schon am Nationalparkhaus Eishaus vorbeikommt, dann könnte er es auch aufschließen. Vielleicht hätte er dann auch gleich das Auto auf der sonnigen und damit aufgetauten Seite des Winterberges stehen lassen können. Ganz gewitzt ist dann auch noch das Schild an der Türe des Eishauses, dass man sich den Schlüssel beim Wirt der Gaststätte Großer Winterberg abholen kann, wenn die Gaststätte im Winter leider nur Samstags und Sonntags auf hat (Stand Winter 2013/2014).
Also geht es auf der östlichen Seite des Berges über den blauen Strich blauer Strich abwärts. Schon nach ¼ Kilometer erreicht man den Müllerwiesenweg, hier geht es nach links weiter geht. An der Kreuzung steht auch einer der steinernen Wegweiser. Das Stück zwischen diesem Wegweiser und dem nächsten (½ Kilometer) heißt mal wieder Fremdenweg. Sehr seltsam ist, dass der größte Teil der Richtungsweisungen herausgemeißelt oder anderweitig unkenntlich gemacht wurden. An der zweiten Sandsteinsäule befindet sich auch ein Besucherlenkungszaun und das bedeutet immer, dass dahinter ein alter Wanderweg entlang ging. In diesem Fall ist es der Fremdenweg und deshalb startet hier der nicht ganz legale Teil dieser Wanderung. Jeder sollte sich bewusst sein, dass er Ärger bekommen könnte, wenn er hier angetroffen wird. Ich selber finde, dass ein Ranger in einem Auto, der die Kernzone befährt oder ein Waldarbeiter in einem Havester einen viel größeren Schaden anrichtet, als wenn ich mit meinem “Fliegengewicht” durch den Wald streiche. Aber leider sieht die Rechtsprechung anders aus und dessen sollte man sich bewusst sein. Ganz besonders seltsam finde ich, wenn Wege wie der Fremdenweg, die schon lange vor jedem Ranger und der kurzen Zeit des Bestehens des Nationalparks durch die Landschaft führen, durch einige absichtlich gefällte Bäume blockiert werden.
Die paar kreuz und quer liegenden Bäume sind schnell an den Außenseiten passiert und schon nach wenigen Metern (< 200 Meter) erreicht man die ersten Grenzsteine, die für die weitere Strecke eine perfekte Orientierung sind. Nach 400 Metern biegt eigentlich der Fremdenweg nach rechts ab und führt dann parallel zur Grenze (maximal 100 Meter von der Grenze entfernt) bis zum Zugang des Prebischtors. Dieser Weg ist tatsächlich heutzutage überhaupt nicht mehr passierbar. Es liegen über eine richtig lange Strecke zersägte Bäume auf dem Fremdenweg und deshalb führt diese Wanderung auf dem Grenzweg weiter. Unterhalb des Grenzsteins 9/12 kann man die ungewöhnlich alte Jahreszahl 1568 entdecken. Zu dieser Zeit wurden hier oben schon Bäume gefällt. Kurz nachdem man den traumhafter_Blick_zum_Rosenberg_kleinGrenzstein 8/13 passiert hat und noch vor dem Grenzstein 8/12 biegt nach rechts ein deutlich sichtbarer Pfad ab. Dabei handelt es sich um die hinteren Ausläufer des Prebischtors. Man wandert vollkommen unbeschwert 400 Meter auf dem Pfad und passiert gleich mehrere schöne Aussichten in Richtung Rosenberg. Zuerst liegt das Prebischtor noch leicht nach vorne versteckt zwischen den Bäumen, aber nach den besagten suedliche_Seite_Prebischtor_klein400 Metern hat man eine schöne Aussicht auf die südlichen Seite des Felsentors. Man könnte hier oben sogar bis auf den Felsenbogen weiter wandern, aber das dürfte tatsächlich nur für ganz Übermütige etwas sein. An der Stelle kann man wirklich von allen Seite gesehen werden und das an einem Punkt, den man ganz sicher nicht betreten darf. Auch ist es nicht der Hit, wenn man ausgerechnet auf dem Wahrzeichen der Böhmischen Schweiz herum turnt.
Deshalb geht es ein paar wenige Meter zurück, um dann nach links auf einem deutlich sichtbaren Pfad in einen Grund abzusteigen. Dabei handelt es sich um einen alten Zugang zur Rückseite des Prebischtors. Da heutzutage das Besuchen des Prebischtors kostenpflichtig ist, hat man diesen Zugang unpassierbar gemacht. Früher gab es auch noch eine Brücke, die von den Aussichten am Prebischtor auf den Felsenbogen rüber führte, aber diese ist schon sehr lange entfernt. Nach wenigen Metern Abstieg passiert man einen überhängenden Felsen, an dem anscheinend früher eine Hütte gestanden hat. Zumindest sind einige Balkenlager zu sehen. Der Weg in den Grund macht so einige Schlenker und dann kann kommt die große Überraschung, weil man mitten in mehreren Müllkippen steht. Die Unmengen an Plastikbechern könnten vielleicht noch von Besuchern hier herunter geworfen worden sein, aber die Töpfe, Dachrinnen, Abflussrohre und Schuppenreste stammen ganz eindeutig von den Prebischtorbetreibern. Ich würde behaupten, dass in allen Kernzonen der Sächsischen und Böhmischen Schweiz zusammen weniger Müll herum liegt, als in den 100 Metern von dieser Schlucht. Das ist eine ordentliche Sauerei und hat sich über viele Jahre hier angesammelt.
Abstieg_am_Prebischtor_mit_Seil_kleinDer Abstieg ist weiterhin einfach zu erkennen und bald erreicht man die Oberseite eines Talkessels. Hier befindet sich an der linken Seite ein Abstieg, der schon etwas schwieriger ist. Netterweise war durch drei Ösen ein Kletterseil gezogen, so dass man sich sehr gut daran festhalten kann und der Abstieg über die zwei schrägen Felsplatten gut klappt. Das Seil sah so aus, als ob es schon seit einigen Jahren dort hängt und von so einigen Mitmenschen genutzt wurde. Zum Glück verkraften das Kletterseile ganz hervorragend.
Der weitere Weg ist dann ziemlich einfach und bald erreicht die Wanderung den offiziellen Zugang hoch zum Prebischtor bzw. dem Gabrielensteig. toller_Rastplatz_am_unteren_Ende_des_Langen_Grundes_kleinDa man auf dieser Wanderung aber viel ruhigere Stellen des Prebischtors gesehen hat, geht es weiter geradeaus auf der Wanderwegmarkierung roter Strich den Dlouhý Důl (Langen Grund) abwärts. Am Rande des Weges stehen ein paar sehr schöne Tafeln vom Lehrpfad Gabrielensteig und am Ende des Grundes befindet sich einer der tollen Rastplätze der Böhmischen Schweiz. Mir würde auf Anhieb kein einziger Rastplatz auf der deutschen Seite einfallen, der so schön und aufwändig gestaltet ist. Hier gibt es einen Fahrradständer, eine Landkarte, mehrere Bänke und Tische und sogar einen Mülleimer.
Damit ist die eigentliche Wanderung zu Ende, aber praktisch ist diese Stelle tatsächlich nur dann sinnvoll, wenn man mit dem Touristenbus nach Deutschland zurück fährt. Es ist sehr schön, dass es diese Buslinie gibt, aber irgendwie finde ich sie einfach zu teuer und deshalb empfiehlt es sich, an der Straße weiter abwärts zu wandern. Auch wenn das kein wirklich schöner Weg ist, aber immerhin kommt man damit entweder zum Parkplatz am oberen Rand von Hřensko (Herrnskretschen) oder bis runter in die Ortschaft. Von hier hat man dann eine sehr gute Startposition, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Deutschland zu finden.
Es ist wirklich schade, dass heutzutage ein Teil des Fremdenweges gesperrt ist. Ich glaube kaum, dass es der Natur einen Schaden zufügen würde, wenn man vom Großen Winterberg an der Grenze entlang bis zum Prebischtor wandern dürfte. Selbst die finanziellen Interessen des Prebischtors sollten mit dem Rückseiten-Zugang kein Problem darstellen, wenn man auch dort Eintritt kassieren würde, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sehr viele Besucher lieber eine längere Strecke durch die Hintere Sächsische Schweiz wandern, als ihr Auto zu Wucherpreisen in Tschechien abzustellen und dann die hässliche Strecke an der Straße von Hřensko (Herrnskretschen) hoch zuwandern.

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Fürst-Kinsky-Jägersteig

Die Wanderung zum Fürst-Kinsky-Jägersteig ist dadurch entstanden, dass Herr Bellmann vom Heimatbuchverlag (www.heimatberge.de) einen tollen Klettersteigführer zur Böhmischen Schweiz herausgebracht hat. Ich hatte zwar schon vorher von dem Weg im Bereich der Balzhütte gehört, aber die ordentliche Beschreibung fehlte noch und diese ist in dem Buch perfekt vorhanden. Also geht es in Hinterhermsdorf auf eine ruhige, langgezogene Erkundungstour in die Böhmische Schweiz.
Der Startpunkt befindet sich an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von dem Parkplatz bzw. der eigentlichen Buchenparkhalle geht es ganz wenige Meter die Buchenstraße abwärts, bis nach rechts der gelbe Punkt gelber Punkt abbiegt. Hier hat die Jugendfeuerwehr eine riesige Bank gebaut. Lange_Sitzbank_Buchenparkhalle_Hinterhermsdorf_kleinEs ist schon ganz schön ungewöhnlich, eine Bank von 37 Metern Länge in einem Stück zu finden. Die Herstellung der Bank und dann das Aufstellen an der Buchenparkhalle war bestimmt ein riesiger Spaß und hat das Gemeinschaftsgefühl gewaltig gestärkt. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt über den Seligtweg, den Heideweg und dann den Birkenweg. Danach erreicht man die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, auf der es nach rechts aus der Ortschaft hinausgeht. Zuerst passiert man eine Wiese, über die man hinwegblickt auf die Wiesen von Neudorf und Langk und dahinter auf die böhmischen Berge. Das ist wirklich ein netter Blick in die Landschaft. Gleich am Wegesrand steht eine Holzbank, an der ich jetzt schon mehrmals die Kinder des Hinterhermsdorfer Kindergartens getroffen habe. Es ist lustig, die Zwerge hier draußen in der Natur zu beobachten, auch wenn sie sich über andere Dinge als die Aussicht freuen.
Die Wanderung führt in den Wald hinein und nach ein paar hundert Metern passiert man den Pöhligstein. Rueckseite_Niedermuehle_Hinterhermsdorf_kleinAuf dem weiteren Weg geht es hinunter ins Kirnitzschtal bis zur Niedermühle. Kurz vor der Niedermühle macht der Wanderweg einen seltsamen Schlenker nach links den Hang hinauf. Dieser Bogen stammt noch aus der Zeit, als man die Grenze nicht passieren durfte. Heutzutage kann man einfach unten am Bachlauf entlang gehen und damit kommt man auch sehr leicht zum Übergang nach Tschechien. Nachdem man die Kirnitzsch überquert hat, biegt gleich darauf nach rechts ein relativ steiler Waldweg ab. Dieser Aufstieg ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet und endet nach ¼ Kilometer auf einem breiten Forstweg. Die Wanderung geht nach rechts weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Hier ist mit der Na Tokání (Balzhütte) schon das nächste Ziel ausgeschildert. Nach ein paar Metern passiert man die Wolfstafel, auf der erklärt wird, dass im Jahre 1640 der Jäger Grohmann die letzten zwei Wölfe erschossen hat.
Weiter geht es ziemlich genau einen Kilometer auf dem böhmischen Radweg 3031, der dann nach links abbiegt. Die Wanderung wird noch ein Stückchen ruhiger und folgt weiterhin der blauen Wegmarkierung. Obwohl der Waldweg auch als Forstweg genutzt wird, absolviert er so einige Höhenmeter, aber für eine Wanderung durch ein Mittelgebirge ist das eigentlich auch nicht so ungewöhnlich. Der Wanderweg wird immer schmaler und steigt dann sehr abwechslungsreich hinunter ins Tal des Roten Floßes ab. interessanter_Brueckengrund_kleinHier könnte man nach rechts noch einen Abstecher von zwei Kilometer Länge bis vor zum Černá brána (Schwarzen Tor) unternehmen. Auf jeden Fall geht es auf der gegenüberliegenden Talseite wieder aufwärts (weiterhin auf der blauen Wanderwegmarkierung) durch den Zadní můstkový důl (Brückengrund). neue_Jungferntanne_Boehmische_Schweiz_kleinAuch dieser Waldweg ist sehr nett und durch so einige Einbauten (kleinere Brücken, Rinnen und Stufen) ziemlich abwechslungsreich. Am Ende passiert man eine der versteckten Zählstationen, die in einem künstlichen Baum am Wegesrand steht. Der Aufstieg stößt an der ehemaligen Jungferntanne auf eine Kreuzung mit gleich mehreren Forstwegen.
Jetzt beginnt ein Teilstück von fast 4 Kilometern, das auf so ziemlich gleichbleibender Höhe durch den böhmischen Wald führt. Der Weg ist immer noch mit dem blauen Strich gekennzeichnet. Da man nicht so besonders viele Aussichten auf diesem Teilstück hat, kann man sich ein paar Gedanken zum seltsamen Verhalten des böhmischen Nationalparks machen. Auf der linken Wegseite kennzeichnen rote Ringe die Grenze der böhmischen Kernzone. Sehr seltsam ist, dass hier reichlich Bäume gefällt wurden und dazu die mächtigen Forstmaschinen kreuz und quer durch den Wald gefahren sind. 3 Kilometer hinter der Jungferntanne kann man knapp unterhalb des Waldweges einen Felsen entdecken, an dem sich eine kleine Gedenktafel befindet. Der Text der Tafel ist: „Dem Andenken an unseren lieben Gatten und Vater Johann Neumann; Holzschläger aus Dittersbach; welcher hier am 5. Dezember 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tödlich verunglückte.“ erstes_Restaurant_Balzhuette_kleinAuf dem weiteren Weg in Richtung Na Tokání (Balzhütte) fällt vor einem eine Ansammlung von Felsen auf, die bald von oben als Aussichtspunkt dienen werden. Der Waldweg erreicht die Na Tokání (Balzhütte) von westlicher Seite und hier bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten, nett einzukehren. ungenutzter_Pool_Balzhuette_kleinEine besonders interessante Stelle an der Balzhütte ist das versteckt liegende Becken in dem Felsen auf der rechten Wegseite. Dieses erreicht man 150 Meter hinter dem ersten Haus über einen unscheinbaren Trampelpfad. Nach ein paar wenigen Höhenmetern erreicht man die Felsenoberseite und hier befindet sich tatsächlich ein blau gestrichener Pool. Heutzutage wird selbst im Hochsommer kein Wasser mehr hineingefüllt und so sammelt sich nur Regenwasser darin. Die Wanderung geht noch ein paar Meter weiter auf der Straße durch die Miniansiedlung von Na Tokání (Balzhütte), bis man die nach hinten versetzte Gaststätte erreicht.
Würde nicht im Wanderführer von Herrn Bellmann so nett stehen, dass man auf die Rückseite des Restaurants gehen soll, so würde ich mich hier niemals hin trauen, da es eher nach dem Wäscheplatz oder dem Kücheneingang aussieht als nach dem Beginn einer Steiganlage. Im Sommer 2013 hing an der linken Hausecke eine gelungene Skizze des Geländes und damit war es eindeutig, dass man hinter dem Haus richtig ist. Auch wenn dort Wäsche hängt, geht man in Richtung der Felsen weiter und dort weisen weiße Dreiecke den Weg aufwärts. Aussicht_Mariensruh_Balzhuette_kleinDer Aufstieg ist wirklich nicht schwierig und es sind auch einige Stufen zu erahnen. Der Weg auf dem Fürst-Kinsky-Jägersteig ist, auch wenn es sich manchmal nur um einen naturnahen Pfad handelt, mit den weißen Kennzeichnungen ganz eindeutig. Zwischendurch kann man nach links zu einer sehr netten Aussicht abbiegen. Dabei handelt es sich um die Felsen, die man vorhin schon von unten sehen konnte. Von hier hat man einen beeindruckenden Blick in die Landschaft der Böhmischen Schweiz.
Für den weiteren Weg hat man zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder folgt man den weißen Dreiecken weiter und wird mit einem kleinen, aber angenehmen Bogen zurück zur Na Tokání (Balzhütte) geführt. Bei der zweiten Variante muss man schon ein wenig mehr Spürsinn für den Wegverlauf haben. Durchgang_am_der_Theodorenhalle_kleinZumindest im Sommer nimmt der Farn die Sicht auf den Wegverlauf. Wappen_der_Kinskys_am_der_Theodorenhalle_kleinDiese Strecke führt auf jeden Fall in nördliche Richtung und stößt, nachdem man sich ein ganz kleines Stück rechts gehalten hat, auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich. Jetzt geht es nach rechts über den interessanten Weg durch die Theodorenhalle abwärts. Hier kann man in der Felswand die Jahreszahl 1846 entdecken. Am Ende des Abstiegs passiert man auf der linken Wegseite ein Wappen der Kinskys aus dem Jahre 1849.
Der gelbe Wanderweg führt ans östliche Ende der Na Tokání (Balzhütte), wo man eine seltsame Wegkreuzung und eine größere Wiese erreicht. Auch wenn mitten auf der Wiese noch zwei sehenswerte, weil miteinander verschlungene Buchen stehen, geht die Wanderung noch vorher nach rechts auf dem gekennzeichneten Wald-/Radweg 3029 abwärts. Gleich am Anfang des Weges steht ein ungewöhnliches Schild, das die Radfahrer auf entgegenkommende Forstfahrzeuge hinweist. Auch wenn sich eigentlich das Gefälle noch in Grenzen hält, so zieht es sich sehr lange hin und dann kann man mit dem Rad schon ganz gut Fahrt aufnehmen und jegliches Fahrzeug ist stabiler als ein Radfahrer. Dafür, dass der Weg über den Fürst-Kinsky-Jägersteig ziemlich vielfältig war, ist das nächste Teilstück wirklich langweilig. Auch hier fallen mal wieder Forstarbeiten auf, die etwas sehr ungewöhnlich sind. So konnte man gerodete_Schlucht_am_Lagergrund_klein2013 auf der linken Wegseite einige Berghänge und Schluchten entdecken, die bis auf die letzte Pflanze gerodet waren. Selbst die Äste der Fichten sind fein säuberlich weggeräumt worden. Das sind typische Spuren eines Nutzwaldes und so richtig unterhaltsam wird solch eine Aufräumaktion, wenn das nächste Gewitter anrauscht. Die Spuren von so ein paar tausend Kubikmetern Regen sind gravierend und jedes Mal werden sie wieder beklagt.
Die Wanderung durch den Táborový důl (Lagergrund) stößt nach 3 ½ Kilometern auf eine Kreuzung, an der es nach rechts auf dem markierten Radweg 3030 weiter geht. Dafür, dass bis hierher der Felsenkeller_in_Hinterdittersbach_kleinRadweg entweder asphaltiert oder wenigstens sehr ordentlich planiert war, wird hier der Untergrund schon ein ganzes Stück mehr etwas für Geländeräder. Früher war die sogenannte Česká silnice (Böhmerstraße) eine wichtige Handelsstraße zwischen Sachsen und Böhmen und außerdem noch die Grenze zwischen den Herrschaften Clary-Aldringen und der von Kinskys. freigelegte_Grundmauern_in_Hinterdittersbach_kleinDavon zeugen auch so einige Grenzsteine, die man gleich neben dem Weg entdecken kann. Der Waldweg führt bis zur Grenze nach Deutschland. Hier hat bis zum Kriegsende eine kleine Ortschaft namens Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) gestanden. Die Spuren der paar Häuser sind 2013 freigelegt worden und so sieht man mindestens ein Kellergewölbe und die Grundmauern von zwei Gebäuden.
Die Kirnitzsch wird mittels einer Fußgänger-/Radfahrerbrücke überquert und dann geht es am Bachlauf weiter abwärts. Gleich am Grenzübergang hat man einen schönen Blick auf die Felsen der Rabensteine und eine größere Wildwiese im Kirnitzschtal. Der Wanderweg ist nach wenigen Metern an der Kirnitzsch entlang mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Nach 300 Metern erreicht man die Alte Böhmerstraße, auf der man nach rechts hinauf zur Buchenparkhalle abbiegen könnte. Damit es aber auf der Wanderung auch mal ein bisschen spannend wird, wandert man von der Kreuzung noch mal 300 Meter weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung, um dann auf der linken Seite mitten in der Wildwiese ein Hinweisschild auf die Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz zu entdecken. Genau an dieser Stelle führt nach rechts, unter den großen Fichten, der Nickelsbergweg aufwärts. Der Aufstieg ist schon ein wenig anspruchsvoller als auf einem Forstweg, aber dafür ist man hier immer alleine unterwegs. Nach nur 100 Metern ist der größte Teil des Aufstieges (immerhin 50 Höhenmeter) geschafft und man geht nach links weiter. Der Wanderweg ist sehr eindeutig und führt ziemlich geradlinig durch das Finsterwäldchen. Nach einem Kilometer erreicht man die bekannte Alte Böhmerstraße, auf der es nach links weiter in Richtung Buchenparkhalle geht. Je länger man auf dem Forstweg unterwegs ist, desto breiter wird der Weg. Nach etwas weniger als einem Kilometer stößt die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich dazu und es geht die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle zurück.
Damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen, die mit dem Fürst-Kinsky-Jägersteig eine interessante Stelle beinhaltete. Ein bisschen schade ist das lange Stück über den böhmischen Waldradweg, weil dadurch die Wanderung etwas sehr langweilig wird. Durch die Länge der Wanderung ist mir aber leider keine Alternative eingefallen.

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